Ein 0,8-kg-Booster, kein klassisches Batterieladegerät
Der Fossibot FAC580 ist ein DC-DC-Ladegerät, das eine Powerstation während der Fahrt über die Lichtmaschine des Fahrzeugs nachlädt. Für 199 Euro verspricht er bis zu 580 W Ausgangsleistung, etwa das Sechsfache einer klassischen Zigarettenanzünder-Steckdose, bei einem angegebenen Wirkungsgrad von 92 %. Er funktioniert sowohl an einem 12-V- als auch an einem 24-V-Bordnetz und fällt durch ein sehr kompaktes Format auf: 182 x 162 x 47 mm bei 0,8 kg.
Seine Besonderheit liegt in der Architektur: Während ein klassisches Lichtmaschinenladegerät 12 V oder 24 V liefert, um direkt eine Blei- oder Lithium-Verbraucherbatterie zu laden, gibt der FAC580 eine feste Spannung von 45 bis 80 V aus, bestimmt für den Solareingang (MC4-Steckverbinder) einer Powerstation. Er lädt also streng genommen keine Batterie: Er versorgt den eingebauten Solarregler der Powerstation, die selbst die eigentliche Ladung ihrer eigenen Batterie übernimmt. Diese Unterscheidung, die in den meisten Produktbeschreibungen fehlt, prägt den gesamten weiteren Test.
Was die versprochenen 580 W wirklich wert sind
Fossibot dokumentiert zwei Leistungsstufen, die allein von der gemessenen Eingangsspannung gesteuert werden und nicht von einem echten Drehzahlsensor. Der Hersteller nennt sie „Modi“ (Motor läuft / Motor aus), doch die genauen Schwellenwerte weichen je nach Formulierung auf den eigenen offiziellen Shops leicht voneinander ab:
| Darstellung von Fossibot | Eingangsspannung | Max. Ausgangsleistung |
|---|---|---|
| Motor läuft | 13,2 bis 14 V | 300 W |
| Motor läuft | über 14 V | 580 W |
| Motor aus | 12 bis 12,75 V | 300 W |
| Motor aus | über 12,75 V | 580 W |
In beiden Fällen gilt dieselbe Logik: Unterhalb von etwa 13 V ist die verfügbare Leistung auf 300 W begrenzt, darüber steigt sie auf 580 W. Die meisten Lichtmaschinen halten schon im Leerlauf eine Spannung über 14 V, sodass der FAC580 seine volle angegebene Leistung erreichen sollte, ohne eine hohe Drehzahl abzuwarten. Dieses Verhalten stützt sich jedoch auf die Dokumentation des Herstellers: Bislang bestätigt es keine unabhängige Messung.
Unterhalb von 12 V schaltet der FAC580 seinen Ausgang automatisch ab, um die Starterbatterie vor übermäßiger Entladung zu schützen. Eingangsseitig nimmt das Gerät bis zu 45 A auf, ausgangsseitig sind es maximal 15 A bei 45 bis 80 V. Im Vergleich zu den anderen Ladegeräten dieses Tests übertrifft diese Leistung von 580 W den Nennstrom des CTEK D250SE (20 A) und des Victron Orion-Tr Smart Isoliert (30 A) auf eine gemeinsame Spannungsbasis umgerechnet und liegt in der Größenordnung des Renogy DCC50S, der mit 500 W angegeben wird. Keine dieser Zahlen, auch nicht die des FAC580, wurde durch eine vom Hersteller unabhängige Messung überprüft: Das Segment der Lichtmaschinenladegeräte bleibt insgesamt nur wenig von externen Tests abgedeckt.
Kompatibel mit 99 % der Fremdmarken-Powerstations, aber ohne chemiespezifisches Ladeprofil
Fossibot gibt eine Kompatibilität mit der eigenen Modellreihe an (F800, F1200, F2400, F3600 Pro und F7200 werden auf den offiziellen Shops ausdrücklich genannt) sowie mit „99 % der Fremdmarken-Powerstations“ mit MC4-Solareingang ab 45 V. Das ist eine großzügige Werbeaussage, die bislang durch keine unabhängige Messung bestätigt wird: In der Praxis hängt sie vom jeweiligen Solareingangsbereich der Fremdstation ab, der von Hersteller zu Hersteller variiert und den Käufer vor dem Kauf selbst prüfen muss.
Das ist der wichtigste Unterschied zu den drei anderen Lichtmaschinenladegeräten dieses Vergleichs. Der CTEK D250SE verwaltet sechs eigenständige Blei-Profile (WET, EFB, Ca/Ca, MF, AGM, GEL) sowie ein eigenes Lithium-LiFePO4-Profil bei 14,2 V; der Renogy RBC40D1U-BT2 unterscheidet Blei (AGM, Gel, Nassbatterie) und Lithium-LiFePO4 mit einem fein einstellbaren Bereich; der Victron Orion-Tr Smart wendet ebenfalls spezifische Ladeprofile auf die angeschlossene Verbraucherbatterie an. Der FAC580 dagegen lädt niemals direkt eine Verbraucherbatterie: Er liefert eine feste Spannung von 45 bis 80 V an den Solareingang einer Powerstation, die selbst ihren eigenen Ladealgorithmus auf ihre eigene interne Batterie anwendet. Die „Chemiekompatibilität“ des FAC580 ist damit nur eine Frage von Spannung und Steckverbinder, keine Frage der Ladekurve.
Eingangsseitig akzeptiert der FAC580 sowohl ein 12-V-Bordnetz (12 bis 18 V) als auch ein 24-V-Bordnetz (24 bis 33 V), ohne manuelle Einstellung: eine echte Gemeinsamkeit mit den anderen Produkten dieses Vergleichs, die alle 12 V und 24 V unterstützen.
Kein Display, keine App: nur ein Schalter und eine Fehleranzeige
Die Bedienung des FAC580 beschränkt sich auf einen Ein-/Ausschalter und eine Kontrollleuchte. Laut Herstellerdokumentation leuchtet diese nur bei einem Fehler: rotes Blinken im Sekundentakt bei Unter- oder Überspannung am Eingang, begleitet von einem Signalton, und dauerhaftes Rot, sobald die Temperatur unter -20 °C fällt. Ein laufender Ladevorgang bei normaler Leistung wird dagegen nicht angezeigt: Die einzige Möglichkeit, zu erkennen, ob der FAC580 tatsächlich lädt, ist ein Blick auf das Display der Powerstation selbst.
Diese Schlichtheit hat auch eine positive Seite: Bei der Installation gibt es buchstäblich nichts einzustellen, also auch kein Risiko einer falschen Profilwahl wie bei einem Ladegerät mit manuellem Wahlschalter. Wer die Ladung jedoch aus der Ferne verfolgen, einen Verlauf einsehen oder eine Benachrichtigung erhalten möchte, findet im FAC580 das am wenigsten ausgestattete der fünf Produkte dieses Vergleichs.
Eine umfassende Schutzliste, aber ohne mitgelieferte Sicherung
Der FAC580 gibt eine breite Liste an Schutzfunktionen an: Kurzschluss, Überstrom, Überhitzung, Überspannung, Unterspannung und Verpolung. Bei diesem letzten Punkt unterscheidet er sich vom CTEK D250SE, der ausdrücklich angibt, beim Anschluss nicht gegen Verpolung geschützt zu sein: ein klarer Vorteil für den FAC580, sofern dieser Schutz wie angegeben funktioniert.
Die automatische Abschaltung unter 12 V schützt die Starterbatterie vor Tiefentladung, wenn das Gerät bei ausgeschaltetem Motor angeschlossen bleibt. Der angegebene Standby-Verbrauch (unter 3 W dauerhaft) ist dagegen eine echte Schwäche: Auf ein 12-V-System und dauerhaften Anschluss umgerechnet, entspricht das bis zu rund 180 Ah pro Monat, deutlich mehr als das unter 1 Ah pro Monat, das der CTEK D250SE für dasselbe Segment angibt. Ein Gerät, das den ganzen Winter über an der Starterbatterie angeschlossen bleibt, belastet sie mit dem FAC580 also spürbar stärker als mit seinem CTEK-Konkurrenten.
Ein weiterer Vorbehalt: Auf den offiziellen Shops des Herstellers wird keine Schutzart (IP, Schutz vor Staub und Spritzwasser) angegeben, obwohl das Gerät zur Befestigung an der Karosserie des Fahrzeugs bestimmt ist und dort Spritzwasser und Vibrationen der Straße ausgesetzt ist. Der CTEK D250SE nennt an dieser Stelle eine vollständige IP65-Einstufung, der Renogy RBC40D1U-BT2 eine IP32-Einstufung.
Schließlich enthält der Lieferumfang (FAC580-Gerät, 5 Meter langes Eingangskabel mit 6 AWG Querschnitt, 0,5 Meter langes Ausgangskabel, sechs Schrauben und vier Anschlusskappen, Schraubendreher, Anleitung) keine Sicherung und keinen Sicherungshalter, obwohl das Eingangskabel direkt mit dem Pluspol der Starterbatterie verbunden wird. Wie bei jeder Kfz-Elektroinstallation muss der Installateur selbst eine Sicherung in Batterienähe ergänzen.
Eine jüngere Marke in diesem Segment, zwei Jahre Garantie
Fossibot gewährt auf den FAC580 zwei Jahre Garantie, ebenso viel wie der CTEK D250SE und der Renogy RBC40D1U-BT2 in diesem Vergleich. Das Gehäuse, auf den offiziellen Fotos gerippt und belüftet, enthält einen aktiven Lüfter und einen seitlichen Belüftungsschlitz; mit 0,8 kg Gewicht und 182 x 162 x 47 mm Abmessungen ist er das kompakteste der fünf hier verglichenen Produkte.
Fossibot bleibt im speziellen Segment der Lichtmaschinenladegeräte dennoch eine jüngere Marke als CTEK, Renogy oder Victron, die alle schon länger auf diesem Zubehörmarkt für Fahrzeuge präsent sind. Für den FAC580 wurde bislang weder eine externe Zerlegung noch ein Langzeittest gefunden, ebenso wenig ein Rückruf für dieses Modell: ein Bild, das eher zu einem noch jungen, wenig abgedeckten Produkt passt als zu einem nachgewiesenen Problem.
Installation: 5 Meter Eingangskabel, MC4-Ausgang, Sicherung in Eigenregie
Der FAC580 wird über seine eingebauten Montagewinkel direkt an der Karosserie oder am Chassis des Fahrzeugs befestigt, in der Nähe der Starterbatterie oder des Motorraums. Im Lieferumfang enthalten sind das Gerät selbst, ein 5 Meter langes Eingangskabel mit 6 AWG Querschnitt (lang genug, um die meisten Starterbatterien von einem Montageort entfernt von der Motorwärme zu erreichen), ein 0,5 Meter langes Ausgangskabel, sechs Schrauben, vier Anschlusskappen, ein Schraubendreher und die Anleitung.
Ausgangsseitig wird der FAC580 an den Solareingang (MC4-Steckverbinder) der zu ladenden Powerstation angeschlossen. Fossibot nennt ausdrücklich die eigene Modellreihe (F800, F1200, F2400, F3600 Pro, F7200) als kompatibel, zusätzlich zu Fremdstationen, die den geforderten Eingangsspannungsbereich (ab 45 V) erfüllen. Da keine Sicherung mitgeliefert wird, empfiehlt es sich, eine solche am Pluskabel, möglichst nah an der Starterbatterie, zu ergänzen, wie bei jeder zusätzlichen elektrischen Abzweigung an einem Fahrzeug.
Im Vergleich zum CTEK D250SE, Renogy DCC50S, Renogy RBC40D1U-BT2 und Victron Orion-Tr Smart
Wie schlägt sich der Fossibot FAC580 im Vergleich zu den anderen bereits getesteten Lichtmaschinenladegeräten auf dieser Seite?
| Kriterium | Fossibot FAC580 | CTEK D250SE | Renogy DCC50S | Renogy RBC40D1U-BT2 | Victron Orion-Tr Smart Isoliert |
|---|---|---|---|---|---|
| Ausgang | 45 bis 80 V zum Powerstation-Eingang | 12/24 V zur Verbraucherbatterie | 12/24 V zur Verbraucherbatterie | 12/24 V zur Verbraucherbatterie | 12 V isoliert zur Verbraucherbatterie |
| Leistung / max. Strom | 580 W (15 A bei 45 bis 80 V) | 20 A | 50 A (500 W angegeben) | 40 A einstellbar (40/30/20/10 A) | 30 A |
| Eingebauter Solareingang | Nein (umgekehrt: er speist den Solareingang der Station) | Ja, max. 300 W | Ja, max. 660 W | Nein | Nein |
| Chemiespezifisches Ladeprofil | Keines, Aufgabe der Powerstation | 6 Blei-Profile + 1 Lithium | Blei- und Lithium-Profile | Blei (AGM/Gel/Nass) und Lithium-LiFePO4 | Blei- und Lithium-Profile |
| Bedienung | Nur Schalter, keine Einstellungen | Auswahlkabel, 3 Stellungen | Bluetooth optional (BT-2) | Bluetooth BT-2 inklusive | Integriertes Bluetooth + App |
| Schutzart | Nicht angegeben | IP65 | Nicht angegeben | IP32 | Nicht angegeben |
| Gewicht | 0,8 kg | 0,7 kg | Nicht angegeben | Nicht angegeben | 1,6 kg |
| Beobachteter Preis | 199,00 € | 273,69 € | 209,99 € | 139,99 € | 225,00 € |
Der FAC580 beansprucht die höchste Ausgangsleistung der Gruppe und den niedrigsten beobachteten Preis, ist aber auch das einzige der fünf Geräte, das keine Verbraucherbatterie direkt lädt: Der Vergleich mit den übrigen vier ergibt nur Sinn, wenn tatsächlich eine Powerstation über ihren Solareingang geladen werden soll, nicht die Pflege eines fest verbauten Blei- oder Lithium-Batteriesatzes. Der Renogy RBC40D1U-BT2 bleibt in dieser Gruppe die Referenz für das Verhältnis von Ausstattung zu Preis (Bluetooth inklusive, IP32 dokumentiert, günstiger als der FAC580), der Victron Orion-Tr Smart Isoliert für alle, die eine vollständige galvanische Trennung mit integrierter Steuerung wünschen.
Für wen sich der Fossibot FAC580 eignet
Der FAC580 richtet sich vor allem an alle, die bereits eine kompatible Powerstation besitzen (aus der Fossibot-Reihe oder einer anderen Marke mit passendem MC4-Solareingang) und sie während der Fahrt bei begrenztem Budget schneller nachladen möchten. Die angegebenen 580 W und der Preis von 199 Euro machen ihn auf dem Papier zur leistungsstärksten und günstigsten Option dieses Vergleichs für genau diesen Einsatzzweck.
Für alle, die eine fest im Fahrzeug verbaute Blei- oder Lithium-Verbraucherbatterie laden möchten, eignet er sich hingegen nicht: Keiner der Anschlüsse des FAC580 ist dafür ausgelegt. Für diesen Einsatzzweck bietet der Renogy RBC40D1U-BT2 mehr Ausstattung zu einem niedrigeren Preis, und der Victron Orion-Tr Smart Isoliert bleibt die Referenz für eine vollständige galvanische Trennung. Wer eine Fernüberwachung oder einen Ladeverlauf bevorzugt, findet auch diese beiden Geräte besser ausgestattet als den FAC580, dem jegliche Konnektivität fehlt.




