Ein Steckplatz, ausgelegt auf die größten Formate, nicht auf Vielseitigkeit
Das Xtar SC1 Plus ist ein Ladegerät mit einem Steckplatz für zylindrische Li-Ion-Zellen und NiMH-Batterien, das zugleich als Notfall-Powerbank dient. Es nimmt eine besondere Stellung in der Xtar-Reihe ein: Während VC2L, VC4SL oder VC8 auf mehrere unabhängige Steckplätze setzen, um einen ganzen Akkubestand auf einmal zu laden, konzentriert das SC1 Plus alles auf einen einzigen, ausgereizt auf 3A und erweitert auf das größte gängige zylindrische Format, den 26800. Es sollte nicht mit dem ursprünglichen SC1 ohne Plus verwechselt werden: Dieses ist auf 2A begrenzt und bietet keine Powerbank-Funktion, zwei Ergänzungen, die dieses Modell vollständig definieren.
Das Gehäuse aus flammhemmendem Kunststoff misst 125 x 38 x 33mm bei 47g, mit einem verstellbaren Silikonband, das den Akku fixiert und den Transport erleichtert. Ein einziger USB-C-Eingang versorgt das gesamte Gerät, und ein einziger USB-A-Ausgang erlaubt es, die im eingelegten Akku gespeicherte Energie an ein Handy oder ein anderes Gerät abzugeben.
Vom 18650 bis zum 26800, aber nichts darunter
Bei 3,6/3,7-V-Li-Ion nennt der Hersteller die Formate 18650, 18700, 20700, 21700, 22650, 26650 und 26800, geschützt oder ungeschützt. Der Steckplatz passt seine nutzbare Länge von etwa 57 bis 90mm an jede Größe an. Bei 1,2-V-NiMH beschränkt sich die Kompatibilität auf das Format D, bei gängigen Zellen dieses Formats meist um 10000mAh, geladen mit maximal 2A: Weder AA noch AAA noch C werden unterstützt, anders als beim VC2L, der genau diesen Bereich abdeckt, bei Li-Ion aber beim 26650 endet.
Das kleinste unterstützte Format bleibt der 18650: Ein Steckplatz mit einer nutzbaren Länge ab etwa 57mm kann kleinere Formate wie den 10440 (etwa 44mm) oder den 14500 (etwa 50mm) nicht zuverlässig kontaktieren. Das ist die direkte Kehrseite seiner Spezialisierung: Das SC1 Plus ist auf große Formate ausgelegt, nicht auf die Formatvielfalt, die den Rest der Xtar-Reihe auszeichnet.
Eine präzise 3-A-Ladung, aber ohne manuelle Einstellung
Das SC1 Plus lädt in drei Stufen (schwacher Strom, konstanter Strom, konstante Spannung), mit einer Abschaltung bei 4,2 plus/minus 0,05V für Li-Ion und 1,45 plus/minus 0,1V für NiMH, bei einem Abschaltstrom von unter 150 bis 160mA. Die Endspannung pendelt sich je nach Akku und Ruhezeit vor der Messung zwischen 4,14V und 4,19V ein, eine mit der angegebenen Toleranz vereinbare Schwankung.
Der Ladestrom lässt sich dagegen nicht manuell einstellen: anders als beim VC2L (0,5, 1 oder 2A zur Wahl) oder beim VC4SL (0,25 bis 3A in Stufen) zieht das SC1 Plus automatisch den maximalen Strom, den die USB-C-Quelle liefern kann, bis zu 3A. Um diesen zu erreichen, verlangt der Hersteller ein QC- oder PD-Netzteil über 15W: Mit einer schwächeren Quelle (5V/1,2A, 6W zum Beispiel) sinkt der reale Strom auf etwa 1,2 bis 1,5A, eine automatische Reduzierung statt eines Fehlers, die aber wenig Spielraum lässt, um einen empfindlichen Akku bewusst schonender zu laden.
Die Ladezeiten, Format für Format
Ein mit 3000mAh angegebener 18650 erreicht die volle Ladung bei 3A in etwa 1h18, ein mit 4000mAh angegebener 21700 in 2h00 und ein mit 5000mAh angegebener 26650 in 2h24, ein Verlauf, der mit der bei gleichem Strom steigenden Kapazität jedes Formats übereinstimmt. Bei bereits genutzten 21700- und 18650-Zellen mit 3000mAh, geladen mit einem etwas niedrigeren Strom (2,2 bis 2,5A statt vollen 3A), liegt die Gesamtdauer näher bei 2h10 bis 2h30, was angesichts des niedrigeren Stroms in derselben Größenordnung bleibt.
Bei NiMH-Batterien im Format D liegt der Strom bei maximal 2A, ohne bislang verfügbaren verlässlichen Wert für die Gesamtdauer einer vollen Ladung bei dieser Einstellung.
Die Powerbank-Funktion: praktisch im Notfall, mit begrenztem realem Wirkungsgrad
Die Anzeige beschränkt sich auf eine LED, die den Ladezustand des eingelegten Akkus anzeigt, ohne Zahlenwert für Spannung, Strom oder Kapazität: eine Einfachheit, die sich vom LCD-Display des VC2L, VC4SL oder VC8 abhebt, für den Hauptzweck des Geräts aber ausreicht. Seine Aktivierungsfunktion folgt demselben Prinzip wie beim VC2L: Ein unter seine Mindestspannung gefallener Akku erhält etwa zehn Minuten lang einen sehr schwachen Strom, und steigt die Spannung an, läuft die normale Ladung weiter; andernfalls wird der Akku als unbrauchbar eingestuft.
Die Powerbank-Funktion ist es, die das SC1 Plus am stärksten von allen hier verglichenen Xtar-Geschwistern unterscheidet, von denen keines einen USB-Ausgang bietet: Man legt einen geladenen Akku ein, schließt ein Handy oder Headset an den USB-A-Ausgang an, und die gespeicherte Energie fließt ab, bis zu angegebenen 10W (5V/2A). Pass-through erlaubt es sogar, den Akku zu laden und gleichzeitig ein Gerät zu versorgen, wobei Akkuladung und USB-Ausgang nicht in jedem Fall gleichzeitig laufen.
In der Praxis erreicht die über USB abgegebene nutzbare Energie bei einem voll geladenen Akku mit einer Nennenergie von etwa 16,2 Wh und einem Stromfluss von etwa 1,5A rund 11,8 Wh, ein Wirkungsgrad von etwa 73 %. Die Ausgangsspannung sinkt dabei auf etwa 4,4V, unter die nominalen 5V. Dieser Spannungsabfall erklärt eine echte Reibung im Alltag: Manche Geräte erkennen den Ausgang nicht sofort als gültige Ladequelle und benötigen ein Ab- und erneutes Anstecken des USB-Kabels, um zu starten.
Vollständige Schutzfunktionen, spürbare Erwärmung bei längerem Einsatz
Das SC1 Plus verfügt über die üblichen Schutzfunktionen dieser Geräteklasse: Verpolungsschutz, Kurzschlussschutz, Überstrom- und Überhitzungsschutz, mit den Zertifizierungen CE, FCC und RoHS. Der Ruhestrom sinkt nach Entnahme des Akkus auf einige Dutzend Mikroampere, ein für dieses Preissegment sehr niedriger Wert.
Ein Punkt verdient eine ehrliche Einschränkung: Bei längerem Einsatz als Powerbank erwärmt sich das Gehäuse spürbar, bis eine thermische Drosselung den Ausgangsstrom bei den stärksten Lastspitzen reduziert. Das passt zu dem bereits im Powerbank-Modus beschriebenen Spannungsabfall und spricht dafür, das Gerät eher für gelegentliche Notfälle als für durchgehende, lange Sitzungen zu nutzen.
Die Herstellergarantie folgt der Standardpolitik von Xtar: kostenloser Umtausch innerhalb von 15 Tagen nach dem Kauf, danach 24 Monate kostenlose Reparatur, wobei Ersatzteile danach berechnet werden.
Gegenüber den Xtar-Geschwistern und dem Nitecore UMS4: Geschwindigkeit mit einem Steckplatz gegen Vielseitigkeit mit mehreren
Gegenüber seinen Xtar-Geschwistern und dem Nitecore UMS4 nimmt das SC1 Plus die entgegengesetzte Position ein: Während VC2L, VC4SL, VC8 und UMS4 auf mehrere unabhängige Steckplätze (von 2 bis 8) setzen, um einen ganzen Akkubestand auf einmal zu laden, bietet das SC1 Plus nur einen einzigen, dafür erweitert auf das größte Format dieses Vergleichs (26800) und ergänzt um eine Powerbank-Funktion, die keines der vier anderen bietet.
| Kriterium | Xtar SC1 Plus | Xtar VC2L | Xtar VC4SL | Xtar VC8 | Nitecore UMS4 |
|---|---|---|---|---|---|
| Steckplätze | 1 | 2 | 4 | 8 | 4 |
| Li-Ion-Bereich | 18650 bis 26800 | 10440 bis 26650 | 10440 bis 32650 | 10440 bis 26650 | 10440 bis 26650 |
| NiMH | Nur D | AAAA bis C | AA/AAA | AA/AAA/C | AA/AAA |
| Max. Strom (1 Akku) | 3A | 2A | 3A | 3A | 3A |
| Stromeinstellung | Nein | Ja (3 Stufen) | Ja (0,25 bis 3A) | Ja (5 Stufen) | Ja (3 Modi) |
| Anzeige | Einfache LED | LCD im Tachometer-Stil | LCD + Innenwiderstand | LCD + Innenwiderstand | LCD + Akkuzustand |
| Powerbank-Funktion | Ja, 10W | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Gewicht | 47 g | 120 g | 212 g | 350 g | 255 g |
| Marktpreis | 12,99 € | 33,64 € | 28,23 € | 36,00 € | 33,68 € |
Diese Entscheidung ist für einen ganz bestimmten Einsatzzweck eine echte Nischenstärke und keine willkürliche Einschränkung: eine einzelne große Zelle schnell laden, oder ein gelegentliches USB-Aufladen eines Handys. Zu einer echten Einschränkung wird sie, sobald es um mehrere Akkus gleichzeitig geht, um einen regelmäßig zu ladenden Bestand, oder um das Ablesen des Innenwiderstands: In diesen Punkten bleiben VC4SL, VC8 und UMS4 (4,3 bis 4,4, mit vollständigem LCD-Display und unabhängiger Ladung je Steckplatz) deutlich vielseitiger, und der VC2L (4,0) bietet bereits eine Zwei-Steckplatz-Redundanz bei kaum größerem Format und Preis. Das SC1 Plus rechtfertigt sich vor allem durch das, was die anderen nicht haben, die 26800-Unterstützung und die Powerbank-Funktion, nicht durch eine im absoluten Sinn schnellere Ladung: Seine 3A entsprechen schlicht dem, was die anderen verglichenen Ladegeräte an einem einzelnen belegten Steckplatz liefern, ohne sie je zu übertreffen.
Der Taschenbegleiter für Taschenlampen und den Notfallkoffer
Das Format des SC1 Plus, 125 x 38 x 33mm bei 47g, macht es zu einem glaubwürdigen Taschenbegleiter für Nutzer von Taschenlampen, E-Zigaretten oder Kameraausrüstung, die meist nur ein oder zwei große Ersatzakkus mitführen. Das verstellbare Silikonband hält den Akku beim Transport fest, ein Detail, das für den mobilen Einsatz und nicht für einen festen Ladeplatz gedacht ist.
Seine Powerbank-Funktion macht es außerdem zu einem sinnvollen Gegenstand für ein Notfallset oder einen Wanderrucksack: Bei leerem Handy und einem geladenen großen Akku zur Hand sorgt das SC1 Plus für eine gelegentliche Notfall-Versorgung, mit den bereits genannten Einschränkungen bei Wirkungsgrad und Erwärmung. Es ersetzt keine echte Powerbank für den intensiven oder täglichen Gebrauch, deckt aber eine konkrete Notsituation ab.
Für wen sich das SC1 Plus eignet
Das SC1 Plus richtet sich zuerst an alle, die bereits eine oder mehrere große zylindrische Zellen (18650 bis 26800) für eine Taschenlampe, eine E-Zigarette oder eine Kamera besitzen und ein schnelles Taschenladegerät suchen, das zugleich als gelegentliche USB-Notfallversorgung dient. Seine Kompaktheit, sein Preis und seine Powerbank-Funktion machen es zu einem cleveren Zubehör für die Tasche, ohne ein echtes Werkstatt-Ladegerät zu ersetzen.
Weniger geeignet ist es für alle, die einen gemischten Akkubestand verwalten, kleine Formate eingeschlossen, oder mehrere Zellen gleichzeitig laden möchten: Der VC2L deckt bereits eine Doppelladung und kleinere Formate zu einem ähnlichen Preis ab, und VC4SL, VC8 oder UMS4 rechtfertigen sich deutlich besser, sobald die Anzahl der Steckplätze oder das Ablesen des Innenwiderstands eine Rolle spielen. Ebenso weniger geeignet ist es für alle, die es als hauptsächliche, regelmäßige Powerbank nutzen wollen: Seine Powerbank-Funktion bleibt eine Notfalllösung, kein glaubwürdiger Ersatz für eine dedizierte Powerbank.




