Yuasa YTX7L-BS: unsere Einschätzung

Diese kleine, hohe und schmale AGM-Batterie steckt in einem guten Teil der 125er und Stadtroller Europas, mit 100 A Kaltstartstrom, die ohne Aussetzer vom ersten Tritt an anliegen. Die eigentliche Gefahr für ihre Lebensdauer ist aber nicht der Frost, sondern der Stillstand ohne Erhaltungsladegerät, ein Risiko, das ihre knappe Reserve von 6 Amperestunden noch deutlicher macht als bei den größeren Referenzen derselben Baureihe.

Unsere Note
4,2/5
Tatsächlich gelieferter Strom: 4,3 von 5 (Gewichtung 30 %)Strom4,3Kälteverhalten: 4,2 von 5 (Gewichtung 25 %)Kälte4,2Kapazität und Vielseitigkeit: 4,0 von 5 (Gewichtung 20 %)Kapazität4,0Sicherheit und Schutzfunktionen: 4,4 von 5 (Gewichtung 15 %)Sicherheit4,4Verarbeitung und Ausdauer: 4,1 von 5 (Gewichtung 10 %)Verarbeitung4,1

Wie wird diese Note berechnet?

Yuasa YTX7L-BS AGM-Motorradbatterie schräg von vorne auf hellem Hintergrund, Etikett 12 V 6,3 Ah 100 A sichtbar

Das Wichtigste

Die Yuasa YTX7L-BS erfüllt ihre Rolle als Referenz für kleine Hubräume: 100 A Kaltstartstrom, EN1-genormt, ein Wert, den mindestens ein direkter Wettbewerber im selben Format identisch übernimmt, dazu ein über Jahrzehnte aufgebauter Erstausrüster-Status. Auf dem europäischen Markt wird sie vorgefüllt geliefert, wodurch jeder Umgang mit Säure bei Erhalt entfällt, anders als bei der auf manchen anderen Märkten verkauften Version. Dem steht gegenüber: Ihre Kapazität von 6 Amperestunden lässt kaum Reserve, sobald ein Roller Alarmanlage oder Heizgriffe trägt, und wie jede kleine AGM fürchtet sie vor allem den winterlichen Stillstand ohne Pflege, nicht die aktive Kälte. Eine rationale Wahl für alle, die das Originalformat und bewährte Zuverlässigkeit dem niedrigsten Preis oder dem geringsten Gewicht vorziehen.

Stärken

  • 100 A Kaltstartstrom, EN1-genormt (-18 °C), ein Wert, den ein direkter Wettbewerber im selben Format identisch übernimmt, ein Zeichen für Konsistenz statt für eine aufgeblähte Zahl
  • Auf dem europäischen Markt vorgefüllt geliefert: keine Säureflasche bei Erhalt zu handhaben, anders als bei einem Teil der restlichen Baureihe und der auf anderen Märkten verkauften Version
  • Verschlossene AGM-Technik (VRLA): kein Auslaufen selbst bei starker Schräglage, kein Nachfüllen von Elektrolyt nötig, eingebautes Sicherheitsventil
  • Weit verbreiteter Erstausrüster-Status bei kleinen Hubräumen und Rollern, eine über Jahrzehnte aufgebaute Position statt einer einmaligen Marketingkampagne
  • Echte Einsatzvielfalt über das Motorrad hinaus: Einsteiger-Quads, kompakte Wasserfahrzeuge, Aufsitzmäher, im gleichen Format und derselben Technik
  • Herstellergarantie von 12 Monaten, einheitlich über die gesamte Yuasa-Baureihe, ohne versteckte Ausnahme für dieses kleinere Format

Schwächen

  • Sechs Amperestunden lassen kaum Reserve, sobald ein Roller oder eine 125er mit Alarmanlage, Tracker oder Heizgriffen ausgestattet ist: der spürbarste Nachteil im Alltag
  • Sulfatierung durch winterlichen Stillstand: Bei dieser geringen Kapazität setzt eine anhaltende Teilladung der realen Lebensdauer schneller zu als bei einer größeren Batterie derselben Baureihe
  • Herstellergarantie auf 12 Monate begrenzt, kurz gegenüber den inzwischen üblichen 2 bis 3 Jahren bei Lithium-Ionen-Ersatzbatterien
  • Hohes, schmales Format nicht austauschbar mit der YTX9-BS oder der YTX7A-BS trotz ähnlicher Kapazität und ähnlichem Namen: eine Bestellung nach bloßer Namensähnlichkeit endet leicht mit einem Gehäuse, das nicht passt
  • Auf manchen Märkten (insbesondere den USA) wird die gängige Version trocken mit separater Säureflasche zum Selbstbefüllen verkauft, ein Handgriff, den die vorgefüllte europäische Version erspart
  • Keine unabhängige Gegenmessung der angegebenen 100 A wurde gefunden: Der Wert bleibt eine genormte Herstellerangabe (EN1, -18 °C), von mindestens einem Wettbewerber identisch übernommen, aber außerhalb dieser Datenblätter nicht nachgeprüft
Yuasa YTX7L-BS 12V 6 Ah: Datenblatt und Preis ansehen →

100 A Kaltstartstrom: eine genormte Zahl, kein Marketingargument

Die YTX7L-BS gibt 100 A Kaltstartstrom an, EN1-genormt bei minus 18 °C und vom Hersteller festgelegt. Diese Zahl steht identisch auf dem europäischen Originaldatenblatt und auf dem eines direkten Wettbewerbers, der ein Format und eine Chemie anbietet, die sich strikt vergleichen lassen: ein Wert, der ohne Abweichung von einem Datenblatt zum anderen übernommen wird, ist ein deutlich besseres Zeichen als eine spektakuläre Zahl, die sich sonst nirgends wiederfindet.

100 A
Kaltstartstrom (EN1, -18 °C)
6/6,3 Ah
Kapazität bei 10 h / 20 h Entladung
2,5 kg
Gewicht des AGM-Blocks mit Elektrolyt
Kaltstartstrom im Vergleich zwischen vier Yuasa-Referenzen, Norm EN1 bei -18 °CYTX7L-BS100 AYTZ7S130 AYTX9-BS135 AYTX14-BS200 A
Kaltstartstrom (Norm EN1) der vier Yuasa-Referenzen im Katalog oder zum Vergleich herangezogen.

Bei einem 125er-Einzylinder oder einem kleinen Stadtroller-Zweizylinder reichen 100 A reichlich, um den Motor zu starten, auch an kalten Morgen, sofern die Batterie korrekt geladen ist: ein hoher Kaltstartstrom gleicht niemals eine bereits halb entladene Batterie aus. Das Diagramm ordnet diese Zahl in die herstellereigene Rangfolge ein: Sie bleibt die bescheidenste der vier gezeigten Referenzen, was genau dem bedienten Hubraum entspricht, keiner Konstruktionsschwäche. Die getrennt für mehrere europäische Märkte veröffentlichten Datenblätter geben bis auf die Toleranzspanne (±2 mm bei den Maßen) dieselben Werte an, ein Zeichen für Konsistenz, das sich bei Nachbauten nicht durchgängig findet.

Das Format vor allem: warum sie weder YTX9-BS noch YTX7A-BS ersetzt

Das Gehäuse misst 115 x 72 x 132 mm bei 2,5 kg, mit Pluspol rechts und Schraubklemmen (beim Hersteller als „Terminal Type 5" geführt). Dieses hohe, schmale Format bestimmt die Referenz noch vor ihrer Kapazität: Es füllt ein genau bemessenes Fach, oft unter der Sitzbank oder hinter einer Seitenverkleidung, und lässt sich nicht auf ein anderes Gehäuse übertragen.

Zwei Verwechslungen kommen regelmäßig vor. Die erste betrifft die YTX9-BS, breiter und flacher (150 x 87 x 105 mm): ähnliche Kapazität (8,4 Ah), aber ein völlig anderes Volumen, sie passt schlicht nicht in ein für die YTX7L-BS gedachtes Fach, und umgekehrt ebenso wenig. Die zweite betrifft die YTX7A-BS, deren Name sich nur um einen Buchstaben unterscheidet: Ihr Gehäuse liegt deutlich flacher, die Pole sitzen nicht auf derselben Seite, und trotz ähnlicher Kapazität und ähnlichem Kaltstartstrom sind beide Referenzen nicht austauschbar. Auf Seiten, die die Maße nicht klar anzeigen, genügt die Namensähnlichkeit, um die falsche Referenz zu bestellen.

Die einzig wirklich verlässliche Prüfung bleibt die Aufschrift auf der zu ersetzenden Originalbatterie, ersatzweise das Handbuch des Zweirads, niemals die bloße Namensähnlichkeit auf einer Händlerseite.

Vorgefüllt in Europa, andernorts mit Säureflasche verkauft

Auf dem europäischen Markt ist die vertriebene Version vorgefüllt: Die Batterie verlässt den Karton bereits mit Elektrolyt befüllt und werkseitig geladen, einbaufertig. Das ist ein echter Vorteil gegenüber einem Teil der übrigen Yuasa-Baureihe, die noch trocken mit einer Flasche verdünnter Schwefelsäure zum Einfüllen verkauft wird.

Das gilt nicht überall. Auf dem nordamerikanischen Markt wird die gängige Referenz ausdrücklich mit separater Säureflasche angeboten, die vor der ersten Inbetriebnahme vom Nutzer selbst einzufüllen ist. Der Vorgang ist nicht kompliziert: Elektrolyt einfüllen, einige Minuten ruhen lassen, endgültig verschließen, anschließend am Ladegerät vollladen, bevor es losgeht. Er handhabt dennoch eine ätzende Säure und verlangt Handschuhe und Schutzbrille, eine Vorsichtsmaßnahme, die die vorgefüllte Version schlicht erspart.

Vor dem Kauf zu prüfen: der Hinweis „vorgefüllt", „einbaufertig" oder umgekehrt „mit Säureflasche" auf der Händlerseite, der direkt bestimmt, welcher Handgriff bei Erhalt nötig ist.

In beiden Fällen begrenzt die verschlossene AGM-Technik das Risiko, sobald die Batterie im Einsatz ist: Der Elektrolyt ist in einem Glasfaserseparator gebunden, die Batterie läuft bei Schräglage nicht aus, und ein Sicherheitsventil baut einen eventuellen Überdruck ab, ohne dass der Nutzer eingreifen müsste.

Sechs Amperestunden: die reale Grenze, sobald ein Roller ausgestattet ist

Die 6 Ah bei 10 Stunden Entladung (6,3 Ah bei 20 Stunden) dienen fast nie dem Anlasser selbst: Das ist die Aufgabe der 100 A. Sie versorgen alles, was bei abgestelltem Motor unter Spannung bleibt, sowie die ersten Sekunden des Startvorgangs: Standlicht, Alarmanlage, GPS-Tracker, und bei manchen Rollern Heizgriffe, die allein schon mehrere Dutzend Watt bei voller Stufe verbrauchen können.

Für ein Motorrad oder einen Roller ab Werk ohne zusätzliches Zubehör reicht diese Reserve aus. Sie wird spürbar knapper, sobald eine dauerhaft verbaute Nachrüst-Alarmanlage oder durchgehend genutzte Heizgriffe hinzukommen, besonders auf kurzen Strecken, auf denen die Lichtmaschine den Verbrauch nicht ausgleichen kann. Genau diese Nutzung rückt die Batterie, kombiniert mit längerem Stillstand, näher an die weiter unten beschriebene Sulfatierungsschwelle: Bei nur 6 Ah Reserve ist der Spielraum strukturell enger als bei einer doppelt so kapazitiven Batterie.

Das Gehäuseformat ergibt sich unmittelbar aus dieser bescheidenen Kapazität: Mehr Platten lassen sich ohne Änderung der Außenmaße nicht unterbringen, was erklärt, warum Yuasa höhere Kapazitäten Referenzen mit anderem Gehäuse vorbehält statt einer einfachen internen Variante desselben Formats.

Die reale Schwäche: Sulfatierung durch Stillstand, nicht die aktive Kälte

Die verschlossene AGM-Technik verträgt aktive Kälte sehr gut: Der Start bleibt kräftig, selbst nach mehreren Wochen Stillstand bei Temperaturen nahe 0 °C, solange die Batterie korrekt geladen bleibt. Die eigentliche Schwäche liegt woanders, in einem weniger offensichtlichen Mechanismus: der Selbstentladung.

Eine AGM-Batterie verliert typischerweise 1 bis 3 % ihrer Ladung pro Monat bei Raumtemperatur, ein Verlust, der sich oberhalb von 30 °C deutlich beschleunigt. Bleibt sie mehrere Monate entladen, sulfatiert sie: Kristalle bilden sich auf den Platten und verringern die Kapazität dauerhaft, ohne dass eine spätere Ladung dies vollständig rückgängig machen könnte. Bei nur 6 Ah Kapazität greift dieser Mechanismus anteilig schneller als bei einer 12 oder 14 Ah großen Batterie derselben Baureihe: derselbe monatliche Verlust in Prozent bedeutet eine deutlich schmalere absolute Reserve, von der aus man neu startet.

Was die Investition wirklich schützt: ein AGM-taugliches Erhaltungsladegerät, angeschlossen schon in den ersten Wochen eines längeren Stillstands, nicht erst mitten im Winter. Auch ein einfaches, dauerhaft angeschlossenes Ladegerät ohne intelligente Regelung kann die Lebensdauer verkürzen: Besser ist ein Erhaltungsgerät mit Regelung (Laden, Pause, Überwachung) als ein einfaches Ladegerät, das monatelang ohne Unterbrechung angeschlossen bleibt.

Mit anderen Worten: Die YTX7L-BS fürchtet nicht die Kälte, wenn sie geladen ist, sie fürchtet das Vergessen, und das bei diesem kleineren Format noch stärker als bei den kapazitiveren Referenzen der Baureihe.

Gegenüber einer gleichwertigen Varta: gleiches Datenblatt, echter Preisunterschied

Die Referenz ist nicht auf Yuasa beschränkt. Eine strikt gleichwertige Varta Powersports AGM ist unter mehreren Handelsbezeichnungen im Umlauf (Varta TX7L-BS, YTX7L-4, Artikelnummer 50614) mit einem nahezu deckungsgleichen Datenblatt: 12 V, 6 Ah, 100 A Kaltstartstrom, ein Format von rund 114 x 71 x 131 mm. Ein Teil des Ersatzteil- und Wartungsmarkts bietet diese Referenz zudem zu einem spürbar niedrigeren Preis an als für das Yuasa-Gegenstück üblich.

Technischer Vergleich: Yuasa YTX7L-BS gegenüber der gleichwertigen Varta im selben Format (ermittelte Werte, Richtwerte)
KriteriumYuasa YTX7L-BSGleichwertige Varta (TX7L-BS / YTX7L-4)
Kapazität6 / 6,3 Ah6 Ah
Kaltstartstrom100 A100 A
Abmessungen115 x 72 x 132 mm≈ 114 x 71 x 131 mm
TechnikVerschlossene AGMVerschlossene AGM
Ermittelter Preis (Deutschland)Je nach Händler unterschiedlich≈ 30 bis 43 €

Die ehrliche Frage lautet nicht, welche der beiden auf dem Papier „besser" ist, die Datenblätter decken sich weitgehend, sondern was die Marke Yuasa für den ermittelten Preisunterschied tatsächlich bietet: einen über Jahrzehnte aufgebauten Erstausrüster-Ruf, eine Fertigungskonstanz in sehr großem Maßstab und sofortige Wiedererkennung in Werkstätten. Für einen verlässlichen Vergleich der Haltbarkeit beider Marken in diesem konkreten Format wurden keine belastbaren Angaben gefunden: Die Entscheidung bleibt weitgehend eine Frage des Markenvertrauens, nicht des Datenblatts.

Innerhalb der Yuasa-Baureihe selbst: die YTZ7S setzt einen anderen Schwerpunkt

Yuasa bietet in der eigenen Baureihe eine weitere Antwort für dieselbe Kapazitätsklasse: die YTZ7S, ausgelegt auf kompakte moderne Sportmotorräder. Gleiche Nennkapazität von 6 Ah, aber ein deutlich flacheres Gehäuse (113 x 70 x 105 mm gegenüber 132 mm Höhe bei der YTX7L-BS), rund 400 Gramm leichter, und ein um etwa 30 % höherer Kaltstartstrom.

Zwei Yuasa-Formate für dieselbe Kapazitätsklasse: YTX7L-BS und YTZ7S (Herstellerangaben, Richtwerte)
KriteriumYuasa YTX7L-BSYuasa YTZ7S
Kapazität6,3 Ah6 Ah
Kaltstartstrom100 A130 A
Abmessungen115 x 72 x 132 mm113 x 70 x 105 mm
Gewicht2,5 kg≈ 2,1 kg
ZielsegmentKlassische kleine HubräumeModerne kompakte Sportmotorräder

Das ist kein direkter Ersatz: Die YTZ7S passt nicht in ein für die YTX7L-BS ausgelegtes Fach, und umgekehrt ebenso wenig, aus genau dem oben erläuterten Grund der nicht austauschbaren Formate. Doch für alle, die ein neues Motorrad kaufen oder zwei Motorisierungen vor dem Kauf vergleichen, zeigt das Vorhandensein dieser Variante beim selben Hersteller, dass 100 A keine technologische Obergrenze ist: Es ist eine Konstruktionsentscheidung für dieses konkrete Format, nicht das Maximum dessen, was Yuasa in dieser Kapazitätsklasse herstellen kann.

AGM oder Lithium-Ionen: die Abwägung bei einem Ersatz

Der Ersatzmarkt bietet inzwischen Lithium-Ionen-Alternativen (LiFePO4), die deutlich leichter sind. Bei diesem Format fällt der Unterschied noch stärker aus als bei den kapazitiveren Referenzen der Baureihe: Mehrere Lithium-Ersatzbatterien geben ein Gewicht zwischen 0,4 und 0,6 kg an, gegenüber 2,5 kg beim ursprünglichen AGM-Block.

2,5 kg
Yuasa YTX7L-BS, AGM-Technik
0,4-0,6 kg
typische Lithium-Ionen-Ersatzbatterien desselben Formats
Gewichtsvergleich zwischen der Yuasa YTX7L-BS in AGM und einer typischen Lithium-Ionen-Ersatzbatterie desselben FormatsYTX7L-BS AGM2,5 kgLithium-Ionen~0,5 kg
Richtwert Gewicht: Yuasa YTX7L-BS (AGM, Blei) gegenüber einer typischen Lithium-Ionen-Ersatzbatterie desselben Formats und Einsatzzwecks.

Der Kompromiss endet nicht beim Gewicht. Lithium-Spezialisten bieten meist eine längere Garantie als die 12 Monate der Yuasa, bei manchen Modellen zusätzlich eine eingebaute Ladestandsanzeige, die keiner Blei-Säure-Batterie zur Verfügung steht. Dem steht gegenüber, dass Lithium-Ionen-Chemie ohne eigene elektronische Schutzschaltung schlechter mit starker Kälte zurechtkommt: ein Punkt, der genau auf dem Datenblatt des anvisierten Lithium-Modells zu prüfen ist, statt ihn als standardmäßig gelöst vorauszusetzen. Der Anschaffungspreis spricht meist für Blei-AGM, die Yuasa bleibt eine seit Jahrzehnten bewährte Lösung in diesem Format.

Die Wahl läuft also auf eine einfache Abwägung hinaus: Gewicht und Garantie für Lithium-Ionen, das Alter der Technik und oft der Preis für AGM. Bei einem Zweirad, bei dem jedes Gramm wirklich zählt (Wettbewerb, sportlicher Einsatz), kann der Unterschied die Ausgabe rechtfertigen. Bei einer 125er oder einem Stadtroller, bei dem zwei Kilogramm Unterschied am Fahrverhalten nichts ändern, bleibt die Yuasa die rational naheliegende Wahl.

Reale Zuverlässigkeit, Garantie und Kosten über die Zeit

Die Standard-Herstellergarantie beträgt 12 Monate ab Kauf, eine Regelung, die auf die gesamte Motorrad- und Powersport-Baureihe von Yuasa angewendet wird, ohne Sonderbehandlung für dieses kleinere Format. Eine Verlängerung darüber hinaus bleibt im Ermessen des Händlers möglich: Besser, sie vor dem Kauf klären lassen, statt sie als gegeben vorauszusetzen.

Der Hersteller nennt vorsichtshalber drei bis vier Jahre Lebensdauer bei regelmäßiger Nutzung. Wer schon in den ersten Wochen eines längeren Stillstands ein konsequentes Erhaltungsladegerät einsetzt, insbesondere jeden Winter, überschreitet diese vorsichtige Schätzung recht häufig, erreicht aber nicht durchgängig die manchmal bei den kapazitiveren Referenzen derselben Baureihe beobachteten sechs Jahre: Der oben beschriebene engere Ladespielraum wirkt sich bei nachlassender Pflege mechanisch gegen die kleine Kapazität aus.

Kosten über die Zeit: Yuasa YTX7L-BS gegen Nachbau (Größenordnungen, deutscher Markt)
KriteriumYuasa YTX7L-BSNachbau
Ermittelter Preis≈ 75 €≈ 20 bis 30 €
Vorsichtig angegebene Lebensdauer3 bis 4 JahreOhne verlässliche Angabe
Ungefähre Jahreskosten≈ 19 bis 25 €/JahrOhne verlässliche Lebensdauer nicht berechenbar
Herstellergarantie12 MonateSehr unterschiedlich, oft kürzer

Genau diese Unmöglichkeit, für den Nachbau überhaupt Jahreskosten zu beziffern, ist selbst eine Aussage: Für diese Produktkategorie in diesem Format wurden keine belastbaren Angaben zur Langlebigkeit gefunden, anders als bei der Yuasa-Referenz und dem weiter oben genannten Varta-Gegenstück. Bei einer Batterie, die selten ersetzt wird und deren Ausfall das Fahrzeug lahmlegt, wiegt diese fehlende Klarheit schwerer als bei einem Zubehörteil ohne Folgen im Fall eines Defekts.

Für wen sie sich eignet, und ihre echten Grenzen

Die YTX7L-BS richtet sich in erster Linie an alle mit einer 125er, einem Stadtroller, einem Einsteiger-Quad oder einem kompakten Wasserfahrzeug, deren Batteriefach genau dieses Format vorgibt. Gegenüber den auf dieser Seite bereits besprochenen tragbaren Starthilfen spielt sie eine andere Rolle: Ein Noco GB150 hilft punktuell bei einer schwachen Batterie aus, die YTX7L-BS ist die Batterie selbst, dauerhaft eingebaut.

Im Vergleich zum Noco GB40 und zum Noco GB150 (obere Referenzen der Kategorie Auto, bewertet mit 4,2) schneidet die YTX7L-BS bei der Zuverlässigkeit des tatsächlich verfügbaren Kaltstartstroms besser ab: ein EN1-genormter Wert, identisch bei mindestens einem direkten Wettbewerber, während eine Starthilfe bei starker Kälte rasch an Leistung verliert, da sie selbst nicht vom Motor mit erwärmt wird. Sie schneidet auch bei der Einfachheit im Alltag besser ab, da nichts separat aufgeladen oder mitgeführt werden muss. Bei der Vielseitigkeit bleibt sie zurück: Eine Starthilfe dient zusätzlich als USB-Powerbank und Lampe, während eine eingebaute Batterie nur eine einzige Funktion erfüllt. Gegenüber dem Noco GB70 (untere Referenz mit 4,1) liegt der Yuasa-Vorteil bei Verarbeitung und Erstausrüster-Status: eine weit verbreitete Erstausrüsterposition bei kleinen Hubräumen, während der GB70, für den gelegentlichen Einsatz gedacht, nicht dieselbe Belastung durch dauerhaften Ladeerhalt bewältigen muss.

Sie eignet sich nicht für alle, die das mitgeführte Gewicht um jeden Preis senken wollen: Ein Lithium-Ionen-Ersatz schneidet in diesem Punkt deutlich besser ab, bei höherem Budget und erhöhter Aufmerksamkeit bei starker Kälte. Sie eignet sich ebenso wenig für alle, die die Winterpflege vernachlässigen oder ihren Roller mit dauerhaft stromhungrigem Zubehör ausstatten: Bei nur 6 Amperestunden ist es die Sulfatierung durch Ladungsmangel, nicht der Frost, die ihr vorzeitig zusetzt.

Die Note im Detail

Unsere Note
4,2/5
Tatsächlich gelieferter Strom 4,3
Kälteverhalten 4,2
Kapazität und Vielseitigkeit 4,0
Sicherheit und Schutzfunktionen 4,4
Verarbeitung und Ausdauer 4,1
Messgenauigkeit nicht gemessen
Konnektivität und App nicht gemessen
Kompatibilität und Installation nicht gemessen
Tatsächlicher Ladestrom nicht gemessen
Batteriekompatibilität nicht gemessen
Steuerung und Programmierung nicht gemessen
Qualität des Ausgangssignals nicht gemessen
Standby-Verbrauch nicht gemessen
Tatsächlich verfügbare Leistung nicht gemessen
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Das Produkt und seine Alternativen

Yuasa YTX7L-BS 12V 6 Ah

Yuasa YTX7L-BS 12V 6 Ah

75.70€ (5)

Die kleine Batterie, die in jeder zweiten 125er und jedem zweiten Roller Europas steckt: hoch und schmal, 100 Ampere Kaltstartstrom, vom Erstausrüster.

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Yuasa YTX9-BS 12V 8,4 Ah

Yuasa YTX9-BS 12V 8,4 Ah

77.42€ (8)

Die ab Werk vorgegebene Bezeichnung bei vielen mittleren Hubräumen und Maxi-Rollern: verschlossene AGM, 135 Ampere Kaltstartstrom, und die Verlässlichkeit eines jahrhundertealten Herstellers.

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Yuasa YTX14-BS 12V 12 Ah

Yuasa YTX14-BS 12V 12 Ah

Ansehen (6)

Zweihundert Ampere Kaltstartstrom: die Referenz, die große Twins, Cruiser und Reiseenduros dreht, wo einer YTX9 die Puste ausgeht.

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Häufige Fragen

In beiden Fällen nein. Die YTX9-BS misst 150 x 87 x 105 mm gegenüber 115 x 72 x 132 mm bei der YTX7L-BS: Das Gehäuse passt nicht ins gleiche Fach. Die YTX7A-BS trägt einen ähnlichen Namen, aber ein flacheres Gehäuse und anders angeordnete Pole, trotz ähnlicher Kapazität und ähnlichem Kaltstartstrom.

Auf dem europäischen Markt ja: Die vertriebene Version ist vorgefüllt und werkseitig geladen. Auf anderen Märkten, darunter den USA, wird die gängige Referenz trocken mit separater Säureflasche verkauft, die vor der ersten Nutzung einzufüllen ist.

Sechs Amperestunden lassen kaum Reserve. Alarmanlage, Tracker oder Heizgriffe ziehen dauerhaft Strom, und auf kurzen Strecken gleicht die Lichtmaschine das nicht vollständig aus. In diesem Fall wird ein Erhaltungsladegerät zur Pflicht statt zur Option.

Der Hersteller nennt vorsichtshalber drei bis vier Jahre bei regelmäßiger Nutzung. Mit einem konsequent schon zu Beginn eines längeren Stillstands eingesetzten Erhaltungsladegerät wird diese Dauer oft überschritten, ohne jedoch durchgängig die manchmal bei kapazitiveren Referenzen derselben Baureihe beobachteten sechs Jahre zu erreichen.

Ein AGM-taugliches Erhaltungsladegerät mit intelligenter Regelung, angeschlossen schon in den ersten Wochen eines längeren Stillstands, schützt die Investition am besten. Ein einfaches, dauerhaft angeschlossenes Ladegerät ohne Regelung kann die Lebensdauer dagegen verkürzen.

Technisch ja bei den meisten kompatiblen Zweirädern, mit deutlichem Gewichtsgewinn: Lithium-Ersatzbatterien dieses Formats wiegen meist zwischen 0,4 und 0,6 kg gegenüber 2,5 kg. Der Kompromiss betrifft den Preis, eine bei Lithium-Spezialisten oft längere Garantie und eine dieser Chemie eigene Kälteempfindlichkeit, die vor dem Kauf zu prüfen ist.