Die angekündigten 30W, gehalten an einem einzeln genutzten Anschluss
Das Ugreen Zapix 30W ist ein kleines Netzladegerät mit drei Anschlüssen: zwei USB-C-Buchsen und eine USB-A-Buchse, untergebracht in einem Gehäuse, kaum größer als eine Streichholzschachtel. Auf dem europäischen Markt trägt es die EAN 6941876255368 und besetzt in Ugreens Einstiegsserie den Platz, den früher die einfachen Netzteile mit nur einem Anschluss innehatten, die Smartphones beilagen.
Einzeln genutzt liefert jeder der beiden USB-C-Anschlüsse bis zu 30W über USB Power Delivery 3.0 mit PPS (Programmable Power Supply, das die Spannung in kleinen Schritten feinjustiert, um die höchste Ladegeschwindigkeit eines kompatiblen Geräts zu erreichen). Der USB-A-Anschluss deckelt bei 22,5W. Beide Zahlen stammen vom eigenen Datenblatt des Herstellers, ohne versteckte Stufe und ohne erkennbare Abweichung.
Das Ladegerät akzeptiert eine universelle Eingangsspannung von 100 bis 240V, wodurch es in den meisten Ländern ohne Spannungswandler nutzbar ist, lediglich die Steckerform muss je nach Reiseziel angepasst werden. Bei einem aktuellen iPhone gibt Ugreen eine Ladung von 0 auf 50% in etwa dreißig Minuten am Haupt-USB-C-Anschluss an, eine Angabe, die zu den verfügbaren 30W passt. Das Gehäuse besitzt weder Display noch Leistungsanzeige: Es lässt sich nicht ablesen, welche Ladegeschwindigkeit mit dem angeschlossenen Gerät tatsächlich ausgehandelt wird, eine Einfachheit, die auch ihre Grenzen hat, die weiter unten behandelt werden.
Drei Geräte gleichzeitig, aber nicht drei Schnellladungen gleichzeitig
Das Verkaufsargument des Zapix 30W liegt in der Fähigkeit, drei Geräte gleichzeitig zu versorgen, ohne mehrere Netzteile an einer Steckerleiste zu stapeln. Das stimmt auch: Alle drei Anschlüsse funktionieren tatsächlich gleichzeitig. Was das Marketingargument nicht so deutlich sagt, ist, was mit der Ladegeschwindigkeit passiert, sobald zwei davon gleichzeitig beansprucht werden.
Sobald ein zweiter Anschluss in Betrieb geht, egal welcher, fällt jeder aktive Ausgang auf etwa 15W zurück. Die Gesamtleistung von 30W steigt nicht: Sie wird aufgeteilt. Zwei gleichzeitig angeschlossene Geräte erhalten damit jeweils ungefähr die Hälfte dessen, was sie allein bekommen hätten, und ein drittes Gerät verringert den Anteil jedes Einzelnen nur weiter, da das Gesamtbudget des Ladegeräts fest bleibt. Ugreen veröffentlicht keine genaue Aufteilung für drei aktive Anschlüsse: Über die ab dem zweiten Anschluss geltenden 15W hinaus ist der genaue Anteil jedes Ausgangs bei drei gleichzeitig aktiven Anschlüssen nicht dokumentiert.
In der Praxis passt das Anschließen eines Smartphones und eines Kopfhörer-Ladeetuis über Nacht hervorragend zu diesem Aufbau: Keines der beiden braucht 30W zum Laden. Die Grenze zeigt sich vor allem, wenn zwei aktuelle Smartphones gleichzeitig sehr schnell geladen werden sollen: Jedes muss sich dann mit etwa der Hälfte seiner höchsten Ladegeschwindigkeit begnügen, eine Nuance, die das Gehäuse ohne Display und ohne Anzeige auf keine Weise erkennen lässt.
PD, PPS, QC, UFCS: breite Kompatibilität ohne erkennbare Lücke
Das Zapix 30W beherrscht USB Power Delivery 3.0 mit PPS, Qualcomms Quick Charge 3.0 und UFCS (Universal Fast Charging Specification), ein neueres Protokoll, das von einem Konsortium mehrerer chinesischer Smartphone-Hersteller getragen wird und die Vielzahl proprietärer Schnellladestandards eindämmen soll. Der Hersteller gibt außerdem Unterstützung für Samsungs AFC und Huaweis SCP an, zwei ältere proprietäre Protokolle.
Diese breite Kompatibilität deckt den Großteil der im Umlauf befindlichen Geräte ab: Ein aktuelles iPhone nutzt PD und PPS für seine schnellste Ladung, ein aktuelles Galaxy profitiert ebenfalls von PPS (anders als das Apple 20W USB-C im selben Katalog, das PPS nicht beherrscht und Galaxy-Geräten damit ihre höchste Ladegeschwindigkeit vorenthält), ein Pixel nutzt das Standard-PD, und ältere Huawei- oder Honor-Geräte greifen bei Bedarf auf SCP zurück, wenn UFCS oder PD nicht ausreichen. Bei keinem gängigen Gerät wurde eine Inkompatibilität oder besondere Einschränkung gefunden, was das Zapix 30W in seiner Preisklasse in diesem Punkt zu den stärksten Modellen zählen lässt.
Die Grenze liegt eher bei der verfügbaren Leistung als beim Protokoll selbst: Ein MacBook Air lässt sich über den USB-C-Anschluss zwischendurch nachladen, doch 30W reichen strukturell nicht aus, um es mit voller Geschwindigkeit zu laden, wofür je nach Modell meist zwischen 35 und 70W nötig sind. Ein iPad dagegen erreicht mit diesem Leistungsniveau seine volle Ladegeschwindigkeit ohne Schwierigkeiten.
GaN II hält sein Miniaturisierungsversprechen
Das Gehäuse misst 44 x 38 x 33 mm. Für drei Anschlüsse und 30W Gesamtleistung ist das ein sehr kompaktes Format, ermöglicht durch den GaN-II-Chip (Galliumnitrid der zweiten Generation), der die Siliziumbauteile älterer Ladegeräte ersetzt. Galliumnitrid leitet Strom mit weniger Verlusten als klassisches Silizium, wodurch sich die Kühlkomponenten verkleinern lassen, ohne dass sich das Gehäuse stärker erwärmt.
| Modell | Anschlüsse | Gesamtleistung | Abmessungen |
|---|---|---|---|
| Ugreen Zapix 30W | 2 USB-C + 1 USB-A | 30 W | 44 x 38 x 33 mm |
| Apple 20W USB-C | 1 USB-C | 20 W | etwa 45 x 37 x 24 mm |
| Anker 140W GaN (4 Anschlüsse) | 3 USB-C + 1 USB-A | 140 W | etwa 69 x 69 x 36 mm |
Der Vergleich mit dem Apple-20W-Netzteil ist aufschlussreich: Ohne GaN benötigt es ein vergleichbares Volumen bei sowohl geringerer Leistung als auch weniger Anschlüssen als das Zapix. Der technologische Unterschied erklärt diese Lücke direkter als ein unterschiedliches Designkonzept der beiden Marken.
Standardschutzfunktionen, und eine noch kurze Marktgeschichte
Das Zapix 30W besitzt die für diese Art von Produkt üblichen Schutzfunktionen: Abschaltung bei Überspannung, Überhitzung und Kurzschluss, kombiniert mit einem feuerhemmenden Kunststoffgehäuse. Ugreen gibt außerdem eine Echtzeit-Temperaturüberwachung namens ThermalGuard an, die die Temperatur mehr als 238-mal pro Sekunde prüft. Diese Zahl ist eine vom Hersteller mitgeteilte technische Eigenschaft, so zu nehmen, wie sie ist: Dieses kleine Gehäuse bietet keinerlei sichtbare Rückmeldung (weder Display noch ausführliche Statusanzeige), an der Nutzer dies selbst erkennen könnten.
Bislang ist kein Sicherheitsrückruf und kein Vorfall mit diesem Modell verbunden. Diese Abwesenheit sollte jedoch angesichts des jungen Alters des Produkts relativiert werden: Die ersten öffentlichen Sichtungen des Zapix 30W reichen bis Ende 2025 zurück, was eine deutlich kürzere Marktgeschichte bedeutet als bei seit Jahren etablierten Referenzen wie dem Apple-20W-Netzteil, das seit 2020 ohne verzeichneten Vorfall auskommt. Eine saubere Bilanz über weniger als ein Jahr und eine saubere Bilanz über sechs Jahre wiegen nicht gleich schwer.
Gewicht, Garantie, Angebote: die dokumentarischen Lücken
Zwei grundlegende Angaben fehlen auf dem offiziellen Datenblatt des Herstellers: das genaue Gewicht des Gehäuses und die vertragliche Garantiedauer speziell für dieses Modell. Ugreen zeigt auf seinen eigenen Seiten Garantiedauern, die je nach Produkt und Markt erheblich schwanken, ohne dass sich für dieses Zapix 30W eine einzige verlässliche Zahl ergibt. Dasselbe fehlende Gewicht betrifft übrigens auch das Apple 20W USB-C im selben Katalog: Das ist also keine Ausnahme bei dieser Art von Produkt, bleibt aber eine nützliche fehlende Angabe für alle, die Referenzen objektiv vergleichen möchten.
Mehrere Angebote bei Drittanbietern beschreiben außerdem eine von der Realität abweichende Anschlussaufteilung, etwa 1 USB-C-Anschluss und 2 USB-A-Anschlüsse statt der tatsächlich vorhandenen 2 USB-C- und 1 USB-A-Anschlüsse. Dieser Abschreibfehler zwischen Händlern sagt nichts über die Qualität des Produkts selbst aus, rechtfertigt aber, die Beschreibung des Verkäufers vor dem Kauf mit den tatsächlichen Produktfotos zu vergleichen.
Der Verpackung liegt kein Kabel bei, nur das Ladegerät und die Anleitung: Ein USB-C- oder USB-A-Kabel muss je nach zu ladendem Gerät separat besorgt werden, ein mittlerweile übliches Vorgehen in dieser Preisklasse und keine Besonderheit für sich.
Im Vergleich zu Nexode, und zum eigenen Nachfolger komplett in USB-C
Bei Ugreen kennzeichnet Zapix die Einstiegsserie, gedacht für den täglichen Gebrauch mit Smartphone und kleinem Zubehör, während Nexode auf höhere Leistungen (65W und mehr) zielt, zugeschnitten auf Laptops. Das Zapix 30W und das Nexode 65W teilen dieselbe Konstruktionslogik (drei Anschlüsse, gesteuert von einem einzigen GaN-Chip), zielen aber auf unterschiedliche Bedürfnisse ab: Das zweite bedient ein Smartphone ebenso gut wie ein leichtes Notebook, während das erste strukturell auf Geräte beschränkt bleibt, die sich mit 30W oder weniger begnügen.
Eine neuere Version desselben Konzepts gibt es bei Ugreen ebenfalls, diesmal vollständig in USB-C: drei USB-C-Anschlüsse und kein USB-A mehr, aufgetaucht auf bestimmten europäischen Märkten Anfang 2026 unter einer sehr ähnlichen Aufmachung. Ihre Leistungsaufteilung zwischen aktiven Anschlüssen ist gestuft statt gleichmäßig verteilt, eine andere Funktionsweise als die oben für dieses Modell beschriebene. Beide Versionen sind derzeit gleichzeitig im Handel erhältlich, unter sehr ähnlichen Abbildungen: Die tatsächliche Anwesenheit eines USB-A-Anschlusses auf Fotos und in der Beschreibung vor der Bestellung zu prüfen, bleibt der verlässlichste Weg, um sicherzugehen, wirklich die in dieser Einschätzung beschriebene Version zu bestellen, oder umgekehrt, falls ein USB-A-Anschluss nicht benötigt wird.
Im Vergleich zum Apple 20W, zum Anker Nano 3 und zum Anker 140W GaN
Bei gleichem oder niedrigerem Preis trifft das Zapix 30W vor allem auf Ladegeräte mit nur einem Anschluss. Das Apple 20W USB-C, auf einen einzigen Anschluss beschränkt und ohne GaN wie ohne PPS, kostet mehr bei geringerer Leistung und schwächerer Kompatibilität: Seine einzige wirkliche Stärke bleibt die vollständige Einbindung in das Apple-Ökosystem. Der Anker Nano 3 (511) 30W, ebenfalls mit nur einem Anschluss, aber mit GaN und PPS ausgestattet, erreicht das Zapix bei Leistung und Kompatibilität eines einzelnen Anschlusses, ohne je eine Aufteilung verwalten zu müssen, da er nur einen Ausgang besitzt.
| Kriterium | Ugreen Zapix 30W | Apple 20W USB-C | Anker Nano 3 (511) 30W | Anker 140W GaN (4 Anschlüsse) |
|---|---|---|---|---|
| Anschlüsse | 2 USB-C + 1 USB-A | 1 USB-C | 1 USB-C | 3 USB-C + 1 USB-A |
| GaN | Ja (GaN II) | Nein | Ja | Ja |
| PPS | Ja | Nein | Ja | Ja, gedeckelt bei 20V |
| Mehrport-Aufteilung | etwa 15 W je Anschluss ab 2 aktiven | Nicht zutreffend | Nicht zutreffend | 134 W maximal kombiniert auf 4 Anschlüssen |
Im Vergleich zum Anker 140W GaN, einem Ladegerät, das einen Laptop und drei weitere Geräte gleichzeitig versorgen soll, greift der Vergleich zu kurz: Es gehört einer ganz anderen Preis- und Leistungsklasse an. Nützlich bleibt er für einen gemeinsamen Punkt: Die von einem Mehrport-Ladegerät angegebene Gesamtleistung wird immer aufgeteilt, unabhängig von der Marke, sobald mehrere Ausgänge gleichzeitig beansprucht werden. Der Anker schafft das mit einem sehr geringen Gesamtverlust (134W kombiniert von den 140W im Produktnamen) und einer Aufteilung, die das anspruchsvollste Gerät bevorzugt; das Zapix teilt gleichmäßig auf die aktiven Ausgänge auf, eine einfachere, aber für ein anspruchsvolleres Gerät weniger großzügige Lösung.
Für wen sich dieses Ladegerät eignet, für wen nicht
Das Zapix 30W rechtfertigt sich am besten bei allen, die mehrere über eine Steckerleiste verteilte Netzteile durch ein einziges kompaktes Gehäuse ersetzen möchten: ein Smartphone an einem USB-C-Anschluss, Kopfhörer oder eine Smartwatch an den beiden anderen, typischerweise über Nacht oder während eines Bürotags, ohne je höchste Ladegeschwindigkeit an allen dreien gleichzeitig zu benötigen. Für rund zehn Euro in den meisten Fällen eignet es sich auch gut als Reserve- oder Reiseladegerät, das das Budget nicht belastet.
Weniger geeignet ist es für alle, die zwei aktuelle Smartphones gleichzeitig sehr schnell laden möchten: Der Abfall auf etwa 15W je Anschluss ab dem zweiten Anschluss macht daraus eine normale statt einer schnellen Ladung. Ebenso wenig geeignet ist es für alle, die einen Laptop mit voller Geschwindigkeit versorgen möchten, oder die einen USB-A-Anschluss über 22,5W für ein älteres, leistungshungrigeres Zubehörteil suchen. Wer das Zapix 30W bereits auf einer Produktseite entdeckt hat, sollte schließlich prüfen, ob es sich wirklich um die hier beschriebene Version mit 2 USB-C und 1 USB-A handelt und nicht um seinen vollständig auf USB-C umgestellten Nachfolger, falls dieser Unterschied für den geplanten Einsatz eine Rolle spielt.



