Was der AB1000 wirklich ist: das kleinste Modul, ohne eigene Umwandlungselektronik
Der AB1000 hat weder einen MPPT-Tracker noch einen Wechselrichter noch einen allein nutzbaren Ausgang. Er ist ein Block aus LiFePO4-Zellen mit 960 Wh (48 V, 20 Ah), ein BMS und ein Aluminiumgehäuse mit integriertem Griff, mehr nicht. Die gesamte Umwandlung, ob beim Einfangen von Solarstrom oder bei der Einspeisung ins Haus, erfolgt vollständig auf Seiten des Hubs: dieselbe Architektur wie bei den übrigen Modulen der AB-Erweiterungsreihe.
Ohne einen bereits installierten SolarFlow-Hub ist der AB1000 für sich allein nutzlos: kein eigenständiger Modus, kein direkter Ausgang, keine Möglichkeit, ihn direkt von einem Panel aus zu laden. Er ist zudem historisch das allererste Modul der AB-Reihe, im April 2023 eingeführt: Bis heute bleibt er das leichteste und beim Kauf günstigste Modul der gesamten Zendure-Erweiterungsfamilie.
AB1000 oder AB1000S: die Nuance, die Laden bei Frost und Brandschutz verändert
Der Name AB1000 umfasst in Wirklichkeit zwei sehr nahe beieinanderliegende Generationen, die teils sogar auf der Seite des Herstellers selbst zum gleichen Preis angeboten werden. Das ursprüngliche Modul, um das es in dieser Einschätzung geht, lädt zwischen 0 °C und 45 °C; die Entladung (der alltägliche Gebrauch) bleibt dagegen in einem deutlich weiteren Bereich möglich, von -20 °C bis 45 °C. Konkret kann der Akku Geräte bei starkem Frost versorgen, verweigert aber eine Ladung, sobald die Temperatur unter 0 °C fällt, da ein aktives Heizelement fehlt.
Der direkte Nachfolger, der AB1000S, behält genau dieselben 960 Wh, ergänzt aber zwei Funktionen: eine aktive Selbstheizung, die das Laden bis -20 °C ermöglicht, und ein Aerosol-Löschsystem, das eine Überhitzung oder einen Kurzschluss erkennt und einen beginnenden Brand automatisch löscht. Zu einem Preis eingeführt, der nahe an dem des abgelösten AB1000 liegt, kostet der AB1000S für diese beiden zusätzlichen Funktionen nicht mehr. Anders gesagt: Bei nahezu gleichem Budget lohnt es sich vor der Bestellung zu prüfen, welches der beiden Module tatsächlich im Karton liegt.
Systemwirkungsgrad: dieselbe Umwandlungselektronik wie im Rest der Reihe
Da der AB1000 selbst nichts umwandelt, hängt der reale Wirkungsgrad vollständig vom angeschlossenen Hub ab. In Verbindung mit einem Hub 2000 oder einem Hyper 2000, zwei Hubs, die ebenfalls mit den AB2000-Modulen der Reihe kompatibel sind, ist die Umwandlungselektronik exakt dieselbe, unabhängig davon, welches Speichermodul angeschlossen ist: Eine Ladung mit 900 W liefert dabei etwa 861 W tatsächlich gespeicherte Energie, also eine Ladeeffizienz von nahezu 95%, bei einem vollständigen Hin- und Rückwirkungsgrad, der sich bei rund 80% einpendelt.
Diese Übertragung ist ehrlich: Der Wirkungsgradverlust entsteht fast vollständig im Wechselrichter und in den MPPT-Reglern des Hubs, nicht in der Chemie des Speichermoduls selbst. In Verbindung mit den älteren, kompakteren Hubs der Reihe (etwa dem SolarFlow 800) wurde dagegen keine unabhängige Angabe zum vollständigen Wirkungsgrad für genau diese Kombination gefunden: ein Vorbehalt, den man im Kopf behalten sollte, wenn man den AB1000 eher an einem solchen Einstiegs-Hub als an einem Hub 2000 oder Hyper 2000 betreiben möchte.
Die realen Speicherkosten: am Kauf günstigsten, nicht pro Wh günstigsten
Beim Kauf ist der AB1000 wenig überraschend das günstigste Modul der gesamten AB-Reihe: Sein Listenpreis liegt unter dem all seiner größeren Geschwister. Pro Wh Kapazität kehrt sich die Rechnung jedoch um. Beim aktuellen Preis kostet der AB1000 je nach Markt etwa 0,42 bis 0,52 Euro pro Wh, gegenüber 0,20 bis 0,31 Euro pro Wh beim AB2000L und etwa 0,25 Euro pro Wh beim AB3000X, zwei neueren und kapazitätsstärkeren Modulen derselben Marke.
| Modul | Kapazität | Kosten pro Wh |
|---|---|---|
| AB1000 (dieses Produkt) | 960 Wh | Etwa 0,42 bis 0,52 Euro |
| AB2000L | 1920 Wh | Etwa 0,20 bis 0,31 Euro |
| AB3000X | 2880 Wh | Etwa 0,25 Euro |
Das ist kein Zendure-spezifisches Phänomen: Kleine Speicherformate kosten pro Wh fast immer mehr als große, da die Verwaltungselektronik und das Gehäuse bei einem kleinen Modul verhältnismäßig stärker ins Gewicht fallen. Doch der hier ermittelte Unterschied (fast das Doppelte) ist es wert, im Kopf behalten zu werden, bevor mehrere AB1000 gestapelt werden, um eine große Kapazität zu erreichen: Ab zwei Einheiten lohnt sich der Vergleich der Gesamtkosten mit einem einzigen AB2000L gleicher oder größerer Kapazität.
Bis zu 3,84 kWh im Verbund, und echte Kompatibilität mit der AB2000-Reihe
Jedes Modul ergänzt das System um 960 Wh und wird vom Hub automatisch erkannt. Die vom Hersteller angegebene Obergrenze liegt bei vier Einheiten, also 3840 Wh (3,84 kWh). Zendure gibt zudem eine Kompatibilität zwischen dem AB1000 und den Akkus der AB2000-Serie an, wodurch sich Kapazitäten mischen lassen, statt ausschließlich identische Module zu kaufen, eine nützliche Flexibilität, um die Reserve je nach Bedarf oder verfügbarem Budget anzupassen.
Für eine echte Abendautonomie (zum Beispiel einen Kühlschrank und einige Abendgeräte über Nacht zu versorgen) ist ein einzelnes 960-Wh-Modul knapp bemessen: Wer das anstrebt, greift eher zum AB2000L oder stapelt mindestens zwei bis drei AB1000. Das einzelne Modul eignet sich eher als Ergänzung (kleine Geräte, ein Laptop, Beleuchtung) oder als erster Schritt, bevor das System später erweitert wird.
Die breiteste Hub-Kompatibilität der SolarFlow-Reihe
Als ältestes noch gelistetes Modul hatte der AB1000 Zeit, sich an mehr Hubs zu bewähren als seine jüngeren Geschwister. Er ist heute das Speichermodul mit der breitesten Hardware-Kompatibilität der gesamten SolarFlow-Reihe, während sich der AB2000L auf den Hub 2000 und den Hyper 2000 beschränkt und der AB3000X nur mit einem einzigen bestimmten Hub funktioniert.
| Hub oder Station | Eigener Solareingang | Besonderheit |
|---|---|---|
| SolarFlow 800 | Ja | Kompaktester Hub der Reihe |
| Hub 2000 | Ja, 2 MPPT-Tracker, 1800 W | Ohne integrierten Wechselrichter |
| Hyper 2000 | Ja, 2 MPPT-Tracker, 1800 W | Integrierter bidirektionaler Wechselrichter mit 1200 W |
| ACE 1500 | Ja, eigene AC- und Solareingänge | Station ohne integrierten Akku, ein AB-Modul ist erforderlich |
Diese breite Kompatibilität ist ein echter Vorteil für alle, die bereits einen älteren oder einfacheren Hub besitzen: Anders als der AB3000X, der an einen einzigen, in der aktuellen Herstellerreihe bereits abgelösten Hub gebunden ist, findet der AB1000 weiterhin seinen Platz sowohl bei neueren als auch bei älteren Installationen.
Sicherheit und Verarbeitung: die Generation vor der vollständigen Sicherheitsarchitektur
Der AB1000 verfügt über ein BMS, das Spannung, Strom und Temperatur der Zellen laufend überwacht, mit Schutz vor Überladung, Tiefentladung und Kurzschluss. Was ihm fehlt, anders als bei den neueren Modulen der Reihe (AB1000S, AB2000L, AB3000X), ist das Aerosol-Löschsystem, das eine Überhitzung oder einen technischen Defekt automatisch erkennt und einen beginnenden Brand löscht, ohne giftige Gase freizusetzen.
Der Hersteller gibt für dasselbe Modul zudem 6000 Zyklen bis 70% Restkapazität an, eine weniger strenge Grenze für das Lebensende als die 80%-Angabe, eine großzügigere Art, die Zellenausdauer darzustellen. Zum Vergleich: Die aktuellen S/L/X-Module der Reihe sind für 6000 Zyklen bis 80% angegeben, also die doppelte nominelle Ausdauer nach demselben Maßstab.
In Deutschland ist ein Brand an einem Zendure AiO 2400 bestätigt, einem anderen Produkt als diesem, den der Hersteller auf einen Kontaktfehler an einem Solar-MPPT-Eingangsstecker zurückführt. Dieser konkrete Mechanismus trifft auf den AB1000 nicht zu, der eben keinen eigenen Solaranschluss besitzt. Für den AB1000 selbst ist bislang kein Vorfall bekannt. Das Modul bleibt durch eine 10 Jahre Garantie auf die Zellen abgedeckt, wie im Rest der Reihe, trotz seines Einstiegspreises.
Zuverlässigkeit im Alltag: kleine Software-Macken, nichts Massives
Fälle, in denen der Akku aus der App verschwindet, ohne vom Hub erkannt zu werden, kommen vor und erfordern meist einen Neustart oder eine manuelle Neuverbindung. Auch ein Firmware-Update kann fehlschlagen, wenn der Ladestand des Moduls zum jeweiligen Zeitpunkt zu niedrig ist, eine Situation, die sich durch Nachladen vor einem erneuten Update-Versuch lösen lässt.
Beim Thema Temperatur veranschaulicht ein konkreter Fall die Grenze des Modells gut: Eine in Styropor gedämmte Installation reichte nicht aus, um eine Ladung bei -2 °C zu ermöglichen, genau im Einklang mit dem angegebenen Ladebereich von 0 °C bis 45 °C. Das ist kein Defekt, sondern schlicht die angegebene Spezifikation, die hier greift.
Für wen sich der AB1000 eignet, und für wen nicht
Dieses Modul richtet sich in erster Linie an alle, die bereits einen SolarFlow-Hub besitzen, ganz gleich welchen (auch einen älteren oder einfacheren wie den SolarFlow 800), und eine bescheidene Reserve ohne großes Budget ergänzen oder eine bestehende Installation um ein leichtes, leicht zu handhabendes Modul erweitern möchten. Seine 10 Jahre Garantie und die Kompatibilität mit AB2000-Akkus machen ihn für diesen konkreten Einsatzzweck zu einer vernünftigen Wahl.
Weniger geeignet ist er für alle, die ein System mit ausreichendem Budget komplett neu aufbauen: Zu nahezu demselben Preis bringt der AB1000S aktive Selbstheizung und Aerosol-Löschung bei gleicher Kapazität mit, und der AB2000L bietet spürbar bessere Kosten pro Wh für alle, die eine echte Abendautonomie anstreben. Vor einem ersten Kauf lohnt sich die genaue Prüfung, welches Modul tatsächlich im Karton liegt (AB1000 oder AB1000S), da beide beim selben Händler manchmal zum gleichen Preis kursieren.




