Erfolgreicher Start bei Diesel und Benziner mit schwacher Batterie
Nach einem in Deutschland veröffentlichten Prüfverfahren (drei erfolgreiche Startvorgänge gefordert, maximal fünf Sekunden Anlassdauer je Versuch, fünfzehn Sekunden Pause zwischen den Versuchen) startet der GB50 erfolgreich zwei konkrete Fälle: einen Jeep Wrangler mit 2,8 L Diesel und einer sehr entladenen 94-Ah-Batterie sowie einen Ford Focus mit 1.5 EcoBoost Benzinmotor und einer schwachen 65-Ah-Batterie. Ergebnis: die Bewertung „empfehlenswert“, ein positives Urteil, ohne den besten Platz im Vergleich zu erreichen, geschlagen von einem Blei-Modell derselben Auswahl.
Die Klemmen des GB50 gehören zu den besten dieser Auswahl, schmal und mit weiter Öffnung, ein konkreter Vorteil für alle, die schlecht zugängliche Batteriepole erreichen müssen. Im Gegenzug tritt das Gerät in diesem Vergleich als das schwerste seiner Kategorie auf, und im Karton liegt kein Netzteil.
Für den genauen Spitzenstrom in Ampere wurde dagegen keine unabhängige Messung gefunden: Bei diesem Prüfverfahren wird nur ein Ergebnis nach Erfolg/Misserfolg veröffentlicht, kein gemessener Wert für den tatsächlich abgegebenen Strom.
1500 A, Diesel bis 4,5 L: die strategische Stellung in der Reihe
Der GB50 besetzt eine kalkulierte Position in Nocos Boost-Reihe. Der GB40 darunter endet bei 1000 A und 3,0 L Diesel: genug für einen Diesel-Kleinwagen, zu wenig, sobald es um eine Familienlimousine oder ein SUV geht. Der GB70 darüber steigt auf 2000 A und 6,0 L Diesel, wiegt und kostet dabei aber spürbar mehr. Dazwischen hebt der GB50 die zugelassene Dieselgrenze von 3,0 auf 4,5 L an, für etwa zehn Euro mehr als der GB40, eine Schwelle, die den Großteil der europäischen Diesel-Mittelklasse abdeckt.
Ein wiederkehrender Schalterfehler mit plausibler Ursache
Das ist der wichtigste Punkt, den man vor dem Kauf kennen sollte. Mehrere unabhängige, nicht kommerzielle Erfahrungsberichte, darunter eine ausführliche Demontage, beschreiben Schalter, die bei manchen Einheiten schon nach wenigen Betätigungen nicht mehr reagieren, mit einer plausiblen Ursache in Einstiegskomponenten, die im Gehäuse zu wenig Spielraum für ihren Hub haben. Der Zeitpunkt des Auftretens reicht von wenigen Tagen bis zu zwei oder drei Monaten nach dem Kauf.
Ein verwandter Fehler, ein das Gehäuse verformender aufgeblähter Akku, tritt ebenfalls beim GB70 auf, dem nächsthöheren Modell der Reihe, was auf einen gemeinsamen Aufmerksamkeitspunkt dieser Produktgeneration hindeutet statt auf ein auf den GB50 beschränktes Einzelproblem.
UltraSafe-Schutz und bislang kein Sicherheitsrückruf
Die UltraSafe-Technik (Klemmen bleiben stromlos, solange der Anschluss nicht korrekt ist, mit Erkennung und Blockierung einer Verpolung) ist identisch mit dem Rest der Reihe und bleibt das wichtigste Sicherheitsargument gegenüber klassischen Starthilfekabeln. Für die Boost-Reihe von Noco wurde bis heute kein Sicherheitsrückruf gefunden, anders als bei manchen direkten Wettbewerbern, bei denen Batteriedefekte den US-amerikanischen Verbraucherschutzbehörden gemeldet wurden. Dieses Fehlen eines Rückrufs garantiert kein zukünftiges Problem, bleibt aber ein günstiges Signal zur bisherigen Historie des Produkts.
USB-C-Ladeeingang mit 10 W: die eingeräumte Schwäche dieser Generation
Wie beim Rest der Boost-Reihe dieser Generation erfolgt die Ladung über USB-C mit 10 W, eine Vollladung dauert also mehrere Stunden. Im Karton liegt kein Netzteil. Besser das Gerät am Vorabend einer Fahrt anschließen als in letzter Minute, eine Einschränkung, die die neuere GBX-Reihe mit deutlich schnellerer USB-C-Power-Delivery-Ladung behebt.
GB50 oder GBX55: zwei getrennte Reihen, die nicht zu verwechseln sind
Der GB50 gehört zur ursprünglichen Boost-Reihe (GB20/GB40/GB50/GB70/GB150), die weiterhin im Katalog steht. Noco vertreibt daneben eine neuere Reihe, Boost X (GBX45/GBX55/GBX75/GBX155), mit überarbeitetem Thermomanagement und deutlich schnellerer USB-C-Power-Delivery-Ladung. Besonders der GBX55 liegt mit seiner Positionierung nah am GB50 (1750 A, Vollladung in etwa 1,5 Stunden statt 5 Stunden) bei vergleichbarem Preis: Wer online nach „Noco 1500 A“ sucht oder Bewertungen vergleicht, kann die beiden optisch ähnlichen Reihen durchaus verwechseln. Es wurde kein Beleg für eine interne Überarbeitung des GB50 selbst unter demselben Namen gefunden: Das Verwechslungsrisiko liegt in der Wahl zwischen zwei getrennten Reihen, nicht in einer stillen Weiterentwicklung dieses genauen Modells.
Ermittelter Preis und Verfügbarkeit
Der ermittelte Preis für den GB50 liegt bei rund 132 €. Noco, 1914 in Cleveland (Ohio) unter dem Namen Nook & O'Neill gegründet, ist bis heute ein Familienunternehmen ohne bekannte externe Finanzierungsrunde und war ursprünglich auf Batteriepflege spezialisiert, bevor die Elektronik hinzukam. Der GB50 wird offiziell auch in Japan vertrieben, zusammen mit dem Rest der Boost-Reihe.
Im Vergleich zu GB40 und GB70
Die Wahl hängt weitgehend vom Dieselhubraum des abzudeckenden Fahrzeugs ab.
| Kriterium | Noco GB40 | Noco GB50 | Noco GB70 |
|---|---|---|---|
| Spitzenstrom | 1000 A | 1500 A | 2000 A |
| Diesel | Bis 3,0 L | Bis 4,5 L | Bis 6,0 L |
| LED-Leuchte | 100 Lumen | 200 Lumen | 400 Lumen |
| Ermittelter Preis | ≈ 122 € | ≈ 132 € | ≈ 167 € |
Für etwa zehn Euro mehr als der GB40 hebt der GB50 die zugelassene Dieselgrenze von 3,0 auf 4,5 L an, der Abstand zwischen einem Diesel-Kleinwagen und einer Familienlimousine oder einem SUV: Das rechtfertigt den Aufpreis für die meisten Autofahrer bereits allein. Der GB70 behält seinen Vorteil jenseits von 4,5 L Diesel, also für einen Transporter oder ein großes SUV, um den Preis eines schwereren und teureren Geräts.
Für wen er geeignet ist, für wen nicht
Geeignet ist er für alle mit einer Familienlimousine, einem SUV oder einem kleinen Diesel-Transporter bis 4,5 L, die ihn vor starker direkter Hitze geschützt lagern können statt auf der Hutablage in praller Sonne.
Nicht geeignet ist er für alle, die vor einer bevorstehenden Abfahrt eine schnelle Ladung brauchen (der USB-C-Eingang mit 10 W braucht mehrere Stunden), ebenso wenig für alle mit einem schweren Nutzfahrzeug oder einem Diesel-Traktor über 4,5 L, für die der GB70 oder ein 24-V-Modell weiterhin nötig ist.


