Was die angegebenen 7,5 Wh wirklich wert sind
Der LP-E17 ist auf seiner Schale mit 7,2 V und 1040 mAh beschriftet, direkt neben dem Canon-Logo. Die Rechnung ergibt 7,49 Wh, gerundet auf 7,5 Wh: genau dieser Wert steht auf dem Etikett des Produkts, ohne Abweichung zwischen Angabe und Aufdruck. Die Zelle misst 33 x 14 x 49 mm bei 45 g, ein Format, das unauffällig in eine Objektivtasche oder eine Jackentasche passt.
Zum Vergleich: 7,5 Wh entsprechen etwa einem Drittel dessen, was ein aktueller Smartphone-Akku im oberen Preissegment speichert, reichen aber für eine Kamerazelle völlig aus, die weder ein dauerhaft beleuchtetes Touchdisplay noch eine ständige Netzwerkverbindung versorgen muss. Das genaue Modell steht auf dem Etikett: Referenz 9967B002, EAN-Code 4549292020984, eine Canon-Teilenummer, mit der sich das Original zweifelsfrei von einer Kompatiblen mit ähnlichem Handelsnamen unterscheiden lässt.
Bei einer Zelle dieser Größe bleibt der Spannungsabfall unter Last gering: Eine Kamera zieht im Spitzenwert höchstens 1 bis 2 A, weit entfernt von der Last, die ein Akku für kabelloses Elektrowerkzeug aushalten muss und die 15 A übersteigen kann. Die tatsächlich nutzbare Energie liegt daher näher am Nennwert als bei stromhungrigeren Produktkategorien, auch wenn dazu bislang keine Zahl vorliegt, um diesen Punkt an einer über mehrere Jahre gealterten LP-E17 zu überprüfen.
Ein Faktor von 1 zu 5 je nach Gehäuse: derselbe Akku, sehr unterschiedliche Ergebnisse
Der LP-E17 passt in 14 Canon-Gehäuse, vom Einsteiger-Spiegelreflexmodell bis zur Vollformat-Systemkamera. Auf derselben Zelle mit 7,5 Wh reicht die Anzahl der Aufnahmen pro Ladung von 210 bei der EOS RP mit elektronischem Sucher bis zu 1070 bei der EOS 250D mit optischem Sucher: ein Faktor von mehr als 1 zu 5, ohne jeden Wechsel des Akkus.
Der Mechanismus ist einfach. Bei einem Spiegelreflexmodell verbraucht der optische Sucher zwischen zwei Auslösungen praktisch nichts: Der Spiegel leitet das Bild direkt zum Auge, und der Sensor aktiviert sich erst im Moment der Aufnahme. Bei einer Systemkamera bleiben Bildschirm oder elektronischer Sucher durchgehend eingeschaltet, um das Bild aufzubauen, was den Akku ohne Unterbrechung beansprucht, solange die Kamera aktiv ist. Das erklärt den Unterschied zwischen den 800 Aufnahmen der EOS 850D mit optischem Sucher und den 310 Aufnahmen desselben Gehäuses im Live-View-Modus, mit demselben Akku und demselben Sensor.
Unter den Systemkameras liegt der Unterschied vor allem am Sensor und am Format: 210 Aufnahmen bei der EOS RP (Vollformat, elektronischer Sucher), gegenüber 310 Aufnahmen mit elektronischem Sucher bei der EOS R50 (APS-C) und 260 bei der EOS R10 (APS-C). Zwischen diesen Extremen verteilt sich der Rest der Reihe kontinuierlich: 305 Aufnahmen bei der Systemkamera EOS M6 Mark II, 440 bei den älteren Spiegelreflexmodellen EOS 750D und 760D, 600 bei der EOS 77D und der EOS 800D. Kein klarer Bruch trennt die Generationen: Der entscheidende Faktor bleibt der gewählte Suchermodus, weit vor dem Alter des Gehäuses oder der Sensorgeneration.
Bei den Vollformatmodellen R8 und RP zeigt derselbe kleine Akku seine Grenzen
Die beiden mit dem LP-E17 ausgestatteten Vollformatgehäuse, die EOS RP und die EOS R8, zeigen die knappsten Werte der gesamten Reihe: 210 Aufnahmen mit elektronischem Sucher bei der RP, 220 bei der R8. Eine Erklärung steckt in einer einzigen Zahl: Beide Kameras verwenden denselben kleinen Akku wie die Einsteiger-Spiegelreflexmodelle und die APS-C-Systemkameras, statt der größeren Zelle, die höherwertigen Vollformatgehäusen vorbehalten ist.
Der LP-E6NH, verbaut in EOS R6, R6 Mark II und R5, speichert 16,2 Wh, etwas mehr als doppelt so viel wie der LP-E17. Das erklärt einen Großteil des Laufzeitunterschieds zwischen diesen Reihen, unabhängig von jedem Unterschied in der Elektronikeffizienz der Gehäuse. Für ein Einsteiger-Vollformatmodell wie die RP oder die R8 senkt diese Wahl Kosten und Bauraum, verlangt aber eine knapp bemessene Akkulaufzeit, sobald der elektronische Sucher durchgehend genutzt wird, etwa bei einer Reportage oder einer längeren Session fernab einer Steckdose.
Beim Video verringert sich der Abstand etwas: Der durchgehende Bildstrom beansprucht Bildschirm oder Sucher unabhängig vom Gehäuse auf die gleiche Weise, was den Vorteil der Spiegelreflexmodelle mit optischem Sucher aufhebt, der beim Filmen ohnehin ungenutzt bleibt. Bei überwiegender Videonutzung nähert sich der Unterschied zwischen einem LP-E17 und einem LP-E6NH daher eher dem einfachen Energieverhältnis (etwas mehr als das Doppelte) als dem Unterschied bei Fotos, der je nach Gehäuse mehr als 1 zu 5 betragen kann.
Im Alltag liegt die erzielte Anzahl an Aufnahmen meist über dem oben genannten Wert, der eher eine vorsichtige Grundlage als eine feste Obergrenze darstellt: Der reale Auslösevorgang wechselt zwischen Sucherphasen und Standby, was diese Zahl nicht exakt abbildet. Der Abstand zu diesem Wert bleibt dennoch gering und ändert nichts an der Gesamteinschätzung zu diesen beiden Gehäusen.
Laden: 2 bis 2,5 Stunden, bei Kälte langsamer
Das Netzladegerät LC-E17 (je nach Markt LC-E17E oder LC-E17C) füllt einen leeren LP-E17 bei Raumtemperatur in 2 bis 2,5 Stunden. Das Laden erfolgt zwischen 0 °C und 40 °C: Unterhalb von 10 °C verlangsamt sich der Vorgang und kann bis zu etwa 4 Stunden dauern. Das Originalladegerät bietet keinen Schnelllademodus: Es ist ein Standardladevorgang, ohne Überraschung, aber auch ohne Rekord.
Die neueren Systemkameras der Reihe (EOS R8, R10, R50, RP) bieten eine Option, die ältere Spiegelreflexmodelle nicht haben: das interne Laden über den USB-Anschluss des Gehäuses, ohne den Akku zu entnehmen. Praktisch unterwegs mit einer Powerbank oder einem Handyladegerät, ersetzt diese Option aber keinen zweiten LP-E17 für eine Session, die keine Unterbrechung verträgt.
Zuverlässigkeit: kein bekannter struktureller Mangel am Originalteil
Kein Rückruf und keine Sicherheitswarnung betrifft den originalen LP-E17. Die von Canon veröffentlichten Warnungen zu Auslauf-, Überhitzungs- oder Brandrisiken betreffen ausdrücklich nicht originale Lithium-Ionen-Akkus unter Fremdmarken, nicht das offizielle Teil. Ein Sicherheitshologramm auf der Verpackung erlaubt es, die Echtheit eines Kaufs im Zweifelsfall zu prüfen.
Die eingebaute Schutzelektronik unterbricht die Stromversorgung bei Überladung, Kurzschluss oder übermäßiger Hitze, ein Schutz, den Canon als Unterscheidungsmerkmal des Originalteils darstellt und den das Unternehmen bei einem Teil der im Umlauf befindlichen nicht originalen Referenzen als fehlend oder unzureichend einstuft.
Wie jede Lithium-Ionen-Zelle verliert auch diese mit der Zeit und den Ladezyklen allmählich an Kapazität. Canon empfiehlt, einen ungenutzten Akku teilgeladen statt vollgeladen oder vollständig leer zu lagern, um diesen natürlichen Verschleiß zu verlangsamen. Für diese Referenz liegen keine Angaben zu Kapazitätsverlust oder Ladezyklen vor, sodass diese Frage über einige Nutzungsjahre hinaus offenbleibt.
Gegenüber kompatiblen Akkus: der von Canon betonte Sicherheitsabstand
Kompatible Akkus gibt es unter mehreren Marken, zu einem Bruchteil des Preises der offiziellen Referenz: In Japan etwa reicht die Spanne von 5000 bis 6500 Yen für den originalen LP-E17 bis hinunter zu 1000 bis 3000 Yen für ein kompatibles Gegenstück. Der Unterschied beschränkt sich nicht auf den Preis.
| Merkmal | Originaler LP-E17 | Nicht decodierte Kompatible | Neuere decodierte Kompatible |
|---|---|---|---|
| Ladestandsanzeige | Präziser Prozentwert (aktuelle RF-Gehäuse) | Grobes Symbol oder Warnung beim Start | Korrekter Prozentwert bei manchen Gehäusen |
| Laden am Canon-Ladegerät | Ja | Nein, eigenes Ladegerät nötig | Ja, bei einem Teil der Referenzen |
| Herstellergarantie | 1 Jahr (Europazone) | Unterschiedlich, oft kürzer | Unterschiedlich, teils länger |
| Preis am Markt | Der höchste am Markt | Ein Drittel bis ein Viertel des Originalpreises | Dazwischen |
Die ältesten kompatiblen Akkus kommunizieren nicht korrekt mit dem Gehäuse: kein angezeigter Ladestand, nur eine einfache Warnung beim Start, und kein Laden am originalen Canon-Ladegerät möglich. Ein konkreter Fall verdeutlicht diese Grenzen: ein kompatibler Akku, der bei einer Session bereits nach 25 Aufnahmen leer war, während ein originaler LP-E17 seine angegebene Aufnahmenzahl zuverlässig wieder erreicht. Eine neuere Generation kompatibler Akkus, als decodiert bezeichnet, behebt einen Teil dieser Einschränkungen und zeigt inzwischen bei manchen Gehäusen einen korrekten Prozentwert an, ein Zeichen dafür, dass sich der Abstand verringert, ohne beim Laden über das Originalladegerät ganz zu verschwinden.
Der Preisabstand zeigt sich auf allen Märkten in vergleichbarem Ausmaß: Eine kompatible Referenz kostet meist ein Drittel bis ein Viertel des Originalpreises, unabhängig vom Land. Dieses Verhältnis bleibt seit mehreren Jahren stabil, was eine einmalige Aktion auf der einen oder anderen Seite ausschließt. Die Wahl des Originalteils bleibt die sicherste Option für alle, die bei der Ladeelektronik ihres Gehäuses kein Risiko eingehen wollen, insbesondere bei einer aktuellen Systemkamera, bei der die Echtheitsprüfung des Akkus bestimmte Anzeigefunktionen freischaltet.
Ein stabiles System seit 2015, über drei Canon-Bajonette hinweg
Der LP-E17 erschien im Februar 2015 mit der EOS 750D und der EOS 760D am Spiegelreflex-Bajonett EF-S. Anschließend versorgte er die Systemkameras mit EF-M-Bajonett (M3, M5, M6, M6 Mark II) und ab 2019 die RF-Systemkameras, beginnend mit der EOS RP, bis hin zu den neueren Modellen EOS R8, R10, R50 und R100. Drei unterschiedliche Canon-Bajonette, ein einziger Akku: Nur wenige Referenzen dieser Branche halten eine solche Stabilität über fast ein Jahrzehnt.
| Bajonett | Gehäuse | Zeitraum |
|---|---|---|
| Spiegelreflex EF-S | 750D, 760D, 77D, 800D, 850D, 200D, 250D | 2015 bis 2019 |
| Systemkamera EF-M | M3, M5, M6, M6 Mark II | 2015 bis 2019 |
| Systemkamera RF | RP, R10, R100, R50, R8 | 2019 bis 2023 |
Diese Kontinuität hat einen konkreten Vorteil: Wer von einer EOS 800D auf eine EOS R10 umsteigt, behält Akkus und Ladegerät und muss nicht in ein neues Zubehörsystem investieren. Das ist unter Kameraherstellern selten genug, um erwähnt zu werden: Die meisten wechseln die Akkureferenz bei jeder neuen Sensorgeneration oder jedem neuen Bajonett. Bei den zehn Spiegelreflex- und Systemkameramodellen, die zwischen 2015 und 2020 erschienen sind, gab es beim LP-E17 weder eine Überarbeitung der Referenz noch einen Kompatibilitätsbruch: Ein 2015 gekaufter Akku funktioniert uneingeschränkt in einer EOS R50, die fast ein Jahrzehnt später erschien, samt Originalladegerät.
Verarbeitung und Bedienung: schlicht, mit einem echten Plus bei neueren Gehäusen
Die schwarze Kunststoffschale, schlicht gehalten, trägt das Canon-Logo und die erhaben aufgedruckten elektrischen Kennwerte. Die vier vergoldeten Kontakte zeigen bei dieser Referenz keine bekannten mechanischen Verschleißprobleme. Der Schiebeverschluss, der den Akku im Fach hält, funktioniert seit 2015 auf die gleiche Weise, ein Zeichen für ein von Anfang an durchdachtes Design statt eines im Laufe der Zeit nachgebesserten Mangels.
Anders als manche Laptop-Akkus besitzt der LP-E17 weder ein eigenes Display noch eine eigenständige Prüftaste: Der Ladestand lässt sich nur über das Gehäuse oder das Ladegerät ablesen, niemals für sich allein in einer Tasche oder einer Schublade.
Der eigentliche Unterschied bei der Bedienung liegt eher am Gehäuse als am Akku: Aktuelle RF-Gehäuse zeigen in den Menüs einen präzisen Ladestand in Prozent, während ältere Spiegelreflexmodelle sich auf ein Symbol mit mehreren Segmenten beschränken. Der Akku übermittelt in beiden Fällen dieselbe Information: Die Software des Gehäuses entscheidet, wie fein sie diese auswertet.
Die Herstellergarantie ist in der Europazone auf 1 Jahr ab Rechnungsdatum festgelegt. Eine automatische Verlängerung ist außerhalb eines Kaufs im offiziellen Canon-Shop in bestimmten Ländern nicht vorgesehen.
Professionelle Nutzung: kein Batteriegriff, eine Ersatzroutine einplanen
Weder die EOS RP noch die EOS R8 bieten einen Hochformatgriff mit Platz für einen zweiten LP-E17: Anders als bei höherwertigen Systemkameras beruht die Akkulaufzeit dieser beiden Gehäuse ausschließlich auf der einzelnen internen Zelle. Auch die älteren EF-S-Spiegelreflexmodelle dieses Segments (77D, 800D, 850D) bieten diese Option nicht.
Für eine intensive professionelle Nutzung (Hochzeit, Reportage, ganztägiger Dreh) bleibt es am zuverlässigsten, mehrere LP-E17 mitzuführen, statt sich auf einen Batteriegriff zu verlassen: Ihr geringes Gewicht (45 g pro Stück) und ihr kompaktes Format erlauben es, vier oder fünf Stück ohne spürbaren Mehraufwand mitzunehmen, bei Gesamtkosten, die weiterhin unter denen eines einzelnen Profi-Akkus der Oberklasse liegen.
Preis und Verfügbarkeit am Markt
Der Preis eines originalen LP-E17 unterscheidet sich spürbar von Händler zu Händler, zwischen etwas über 40 € und etwas über 60 € in Europa, je nach Zeitpunkt und Vertriebsweg. Dieser Abstand liegt deutlich über dem, was bei den meisten Canon-Zubehörteilen dieser Art üblich ist, weshalb sich ein Preisvergleich vor dem Kauf lohnt, statt sich auf einen einzigen Shop zu verlassen. Ein Set aus zwei Akkus und einem Doppelladegerät kommt meist günstiger als zwei getrennte Käufe der einzelnen Referenz, eine Option, die sich für alle lohnt, die ein Gehäuse zum ersten Mal ausstatten.
Die Referenz wird weiterhin aktiv bei allen großen Fotohändlern geführt, ohne Anzeichen für ein Auslaufen der Produktion oder einen angekündigten Ersatz: Sie versorgt bis heute die neuesten Gehäuse der Canon-Reihe.
Für wen sie geeignet ist, für wen weniger
Geeignet ist sie für jeden Fotografen oder Videografen mit einem Canon-Gehäuse aus dieser Liste, der einen zuverlässigen Zweitakku ohne Fehlermeldung oder elektrisches Risiko sucht, um eine Session nie unterbrechen zu müssen. Besonders geeignet ist sie für Besitzer von EF-S-Spiegelreflexmodellen (77D, 800D, 850D, 250D), bei denen die Akkulaufzeit mit optischem Sucher weit über den Bedarf eines vollen Fototages hinausreicht.
Weniger geeignet ist sie für alle, die durchgehend auf einer EOS RP oder EOS R8 filmen oder fotografieren, ohne mindestens einen zweiten Akku einzuplanen: Die Akkulaufzeit mit elektronischem Sucher bleibt bei diesen beiden Gehäusen die knappste der gesamten kompatiblen Reihe. Wer besonders aufs Budget achtet, kann auch zu einem neueren decodierten kompatiblen Akku greifen und dabei eine Garantie und eine Langzeiterfahrung in Kauf nehmen, die nicht so gut abgesichert ist wie beim Originalteil.


