Das Gewicht, das zentrale Argument des PS200
Das sichtbarste Argument des PS200 entscheidet sich auf der Waage: 4,8 kg laut Angabe, ein Wert, der vom offiziellen Datenblatt des Herstellers für diese aktuelle bifaziale Version bestätigt wird. Im Vergleich zu den anderen 200-W-Modulen unseres Katalogs ist der Abstand deutlich: Das Jackery SolarSaga 200W wiegt 6,2 kg, das Allpowers SP033 200W 6,3 kg, und das starre Solarkoffer-Modul Bluetti MP200 kommt auf 8,14 kg. Gemessen am Durchschnitt dieser drei vergleichbaren Module liegt das PS200 mehr als 30% darunter, eine Differenz, die dem Herstelleranspruch fast genau entspricht.
Gefaltet misst das Modul 79,2 x 68,6 cm bei 4,6 cm Dicke und entfaltet sich auf 137,7 x 79,2 cm. Die Faltung in nur zwei Segmente, gegenüber vier beim Bluetti MP200 zum Beispiel, erklärt einen Teil dieses geringen Gewichts: weniger Scharniere, weniger nötige Verstärkung. Der Ausgleich ist eine im gefalteten Zustand größere Grundfläche als beim SolarSaga: Das PS200 wird eher flach als hochkant verstaut, ein Punkt, den man je nach verfügbarem Platz im Kofferraum oder Van-Stauraum prüfen sollte. Der integrierte Aufsteller lässt sich in vier Positionen einstellen (30, 40, 50 und 80°), ein Magnetverschluss und ein Tragegriff ergänzen das Ganze.
Wirkungsgrad: N-Type-Zellen und bifazialer Gewinn, was davon real ist
Wie bei jedem Solarmodul entsprechen die beim PS200 angegebenen 200 W einer genormten Leistung (1000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zellentemperatur, Standardspektrum), einem Referenzwert, der zum Vergleich von Modulen nützlich ist, im Außeneinsatz aber so nie erreicht wird: Einfallswinkel, Bewölkung und die Erwärmung des Moduls in praller Sonne drücken ihn mechanisch nach unten. Bislang wurde keine unabhängige Zahl zur Spitzenleistung speziell dieser bifazialen Version gefunden: Fast alle online kursierenden Werte unter dem Namen "PS200" betreffen tatsächlich eine ältere Generation des Produkts (siehe nächster Abschnitt), was eine unbedachte Übertragung hier verbietet.
Zwei Eigenschaften sprechen dennoch für das PS200 auf dieser Achse. Zunächst seine N-Type-Zellen der neuen Generation mit über 25% angegebenem Wirkungsgrad: Diese Technologie verhält sich bei Hitze in der Regel besser als die auf Einsteiger- und Mittelklasse-Modulen üblicheren P-Type-Zellen, was den Leistungsverlust in praller Sommersonne gegenüber einem klassischen Modul gleicher Nennleistung theoretisch begrenzt. Zweitens die aktive bifaziale Rückseite, die einen echten zusätzlichen Ertrag liefert, auch wenn dessen genaue Höhe (laut Hersteller bis zu 10%) stark vom Untergrund unter dem Modul abhängt: nahezu null auf Gras oder dunklem Boden, deutlicher auf hellem Sand, Schnee oder einer Betonterrasse. Wer sein PS200 auf Gras aufstellt, sollte diesen angegebenen Gewinn also nicht erwarten.
Achtung: Zwei recht unterschiedliche Generationen teilen sich den Namen PS200
Der wichtigste Punkt, bevor man sich weiter über dieses Produkt informiert: Der Modellname "Anker Solix PS200" bezeichnete nacheinander zwei Module mit deutlich unterschiedlicher Hardware. Eine ältere Version besteht aus vier klassischen monokristallinen Segmenten mit Ziehharmonika-Faltung, gibt einen Wirkungsgrad von etwa 23% an, trägt eine IP67-Zertifizierung und wiegt je nach Datenblatt meist zwischen 7,9 und 9,2 kg, gefaltet auf ein Format von etwa 56 x 61 cm. Die aktuelle bifaziale Version, die in dieser Einschätzung beschrieben und von der Produktseite dieser Website referenziert wird, wiegt nur 4,8 kg, faltet sich in nur zwei Segmente, verbaut N-Type-Zellen mit über 25% angegebenem Wirkungsgrad und erreicht die IP68-Zertifizierung.
| Merkmal | Ältere Version | Aktuelle bifaziale Version |
|---|---|---|
| Zellen | Klassisch monokristallin | Bifazial N-Type |
| Angegebener Wirkungsgrad | Etwa 23% | Über 25% |
| Faltung | Vier Segmente | Zwei Segmente |
| Gewicht | 7,9 bis 9,2 kg je nach Datenblatt | 4,8 kg |
| Schutzart | IP67 | IP68 |
Diese Verwechslung ist kein Einzelfall bei diesem Produkt: Anker entwickelt mehrere Referenzen seiner Solix-Reihe unter unverändertem Modellnamen weiter. Das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal bleibt hier das Gewicht sowie der ausdrückliche Hinweis auf die bifaziale Bauweise, zuverlässiger als eine einfache Suche nach Modellnamen.
IP68: Was dieser Schutz wirklich abdeckt
Die aktuelle Version des PS200 ist IP68-zertifiziert, der beste Schutz gegen Wasser und Staub in unserem Vergleich von 200-W-Modulen, und ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem IP67 der Vorgängergeneration desselben Produkts. Im eigenen Datenblatt beschreibt Anker diesen Schutz jedoch als Spritzwasserschutz statt als Schutz vor längerem Untertauchen, eine vorsichtigere Formulierung, als das IP68-Kürzel allein vermuten lässt. Ein praktischer Punkt, den man kennen sollte: Die Gummikappen, die die MC4-Steckverbinder schützen, müssen geschlossen bleiben, damit dieser Schutz tatsächlich greift; ein im Regen offen gelassener Steckverbinder ist von der Zertifizierung des Moduls nicht mehr abgedeckt.
Für diese Version wurde kein Scharnierausfall gefunden. Die Faltung entlang einer einzigen Achse (zwei Segmente) begrenzt mechanisch die Anzahl der Nähte und Scharniere, die Feuchtigkeit und Staub ausgesetzt sind, im Vergleich zu einem Modul mit mehrfacher Faltung, ein plausibler struktureller Vorteil, auch wenn er über die Zeit nicht unabhängig überprüft wurde.
Ausgangsanschluss: nativ MC4, XT-60i inklusive, aber kein USB
Das PS200 gibt seine Leistung über MC4-Steckverbinder aus, den am weitesten verbreiteten Standard im Solarmarkt, werkseitig fest verkabelt auf zwei mitgelieferten 2,5-m-Kabeln. Ein drittes, kürzeres Kabel (0,5 m) passt diesen MC4-Ausgang an den XT-60i-Steckverbinder der Anker-Solix-Stationen an: kein separat zu kaufender Adapter nötig, egal ob man im Anker-Ökosystem bleibt oder einen Laderegler oder eine Station eines anderen Herstellers mit MC4-Eingang anschließt.
Eine echte Einschränkung bleibt jedoch: Wie die meisten Module dieser Leistungsklasse bietet es keinerlei USB-Ausgang. Ein Telefon oder eine Powerbank ohne zwischengeschaltete Station direkt zu laden ist somit unmöglich, anders als bei einem bescheideneren Modul wie dem BigBlue 28W, das USB-A- und USB-C-Anschlüsse bietet, aber keinen MC4-Ausgang. Das PS200 zielt klar auf den Einsatz zusammen mit einem Generator oder einer Station, nie auf einen eigenständigen mobilen Einsatz für kleine Geräte.
Im Vergleich zum Goal Zero Nomad 100, dessen einziger proprietärer 8-mm-Steckverbinder den Zugang zu jedem anderen Ökosystem als Yeti vollständig verschließt, zeigt sich das PS200 deutlich offener: Der MC4-Ausgang funktioniert mit so gut wie jedem Laderegler oder jeder Station auf dem Markt, wobei das Anker-Adapterkabel nur eine zusätzliche Annehmlichkeit und keine Pflicht ist.
Kompatibilität mit Anker-Solix-Stationen und darüber hinaus
Der Hersteller gibt eine direkte Kompatibilität mit den Anker-Solix-Stationen F2000, C1000X, C800X und C300X über den mitgelieferten XT-60i-Adapter an. Allgemeiner bleibt der PV-Ausgang des Moduls innerhalb der üblichen Eingangsbereiche der meisten Solarstationen und Laderegler auf dem Markt mit MC4-Eingang: Die Prüfung von maximal zulässiger Eingangsspannung und -strom der eigenen Station bleibt vor dem Kauf dennoch unerlässlich, da die Leerlaufspannung von 57,6 V die von manchen kleineren Geräten akzeptierte Schwelle überschreiten kann.
Für Besitzer einer Anker-Solix-Station bedeutet diese native Kompatibilität samt mitgeliefertem Adapterkabel einen echten Gewinn an Einfachheit. Bei einer Station eines anderen Herstellers funktioniert der native MC4-Ausgang direkt, ohne dass dieser Adapter benötigt wird.
Verarbeitung, Garantie und Historie der Marke
Anker gibt für das PS200 eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren und eine Herstellergarantie von 5 Jahren an, die längste in unserem Vergleich von 200-W-Modulen: Das Jackery SolarSaga 200W trägt 3 Jahre Garantie, das Bluetti MP200 und das Allpowers SP033 200W jeweils nur 2 Jahre.
Der angegebene verstärkte Aluminiumrahmen und die Schutzschicht über den Zellen waren für diese bifaziale Version bislang von keiner Meldung eines Fertigungsfehlers betroffen. Ein Punkt verdient saubere Trennung: Die bekannten Rückrufe der Marke Anker betreffen ausschließlich Produkte mit fest verbauter Lithiumbatterie (mobile Ladegeräte, Powerbanks), die mehrfach von Brandrisiken durch die Zellen betroffen waren. Das PS200 enthält als passives Solarmodul weder eine Speicherzelle noch eine interne Ladeelektronik: Dieses besondere Risiko betrifft es nicht.
Im Vergleich zur direkten 200-W-Konkurrenz
Im Vergleich zu den drei bereits genannten 200-W-Modulen nimmt das PS200 eine besondere Stellung ein: mit Abstand das leichteste, das einzige bifaziale, und das einzige mit 5 Jahren Garantie.
| Kriterium | Anker Solix PS200 | Jackery SolarSaga 200W | Bluetti MP200 | Allpowers SP033 200W |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht | 4,8 kg | 6,2 kg | 8,14 kg | 6,3 kg |
| Schutzart | IP68 | IP68 | IP67 | IP66 |
| Bifazial | Ja | Nein | Nein | Nein |
| Garantie | 5 Jahre | 3 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre |
Das SolarSaga 200W von Jackery teilt sich die gleiche IP68-Zertifizierung, wiegt aber 30% mehr und besitzt keine aktive Rückseite. Das MP200 von Bluetti, mit 8,14 kg das schwerste der drei, setzt auf ein starres Koffer-Format, sperriger, aber potenziell stoßfester als ein weiches Faltmodul. Das Allpowers SP033 200W liegt dazwischen, ohne in diesem Vergleich einen klaren technischen Vorteil gegenüber dem PS200 zu bieten.
Für wen sich das PS200 wirklich eignet
Das PS200 richtet sich vor allem an alle, die das leichteste zu transportierende 200-W-Modul suchen, sei es für eine Anker-Solix-Station oder für jeden anderen Generator mit MC4-Eingang: Camping, ausgebauter Van, oder eine Notlösung zu Hause bei Stromausfall. Das im gefalteten Zustand größere Format (79 x 69 cm) benötigt Stauraum eher flach als hochkant, ein Punkt, den man je nach Fahrzeug oder Tasche prüfen sollte.
Umgekehrt greift, wer ein Telefon oder eine kleine Powerbank direkt laden möchte, ohne eine Station mitzunehmen, eher zu einem bescheideneren Modul mit USB-Anschlüssen wie dem BigBlue 28W. Und wer vor allem ein möglichst kompaktes gefaltetes Format sucht, auch auf Kosten eines höheren Gewichts, schaut eher nach einem Modul mit mehrfacher Faltung.
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland liegt das PS200 zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Einschätzung bei rund 350,92€, gegenüber einem vom Partnerhändler angegebenen Listenpreis von 399,99€: eine regelmäßige Aktion auf dieses Produkt und keine einmalige Ausnahme. In den USA liegt der direkte Listenpreis bei Anker bei rund 499,99$.
Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die Produktseite oder das Angebot des Händlers, um den ausdrücklichen Hinweis "bifazial" und das angegebene Gewicht (4,8 kg) zu prüfen: Wie oben erläutert, bezeichnet derselbe Modellname auch eine ältere Version, schwerer und weniger wetterfest, die auf manchen Marktplätzen teils noch gelistet ist.



