Was EcoFlow auf der IFA 2026 angekündigt hat
Am 4. September 2026, am eigenen Stand auf der IFA Berlin, Europas größter Messe für Unterhaltungselektronik, die vom 4. bis 8. September stattfindet, hat EcoFlow zwei Neuheiten für völlig unterschiedliche Zielgruppen vorgestellt. Zum einen die RIVER Gen4, zwei sehr kompakte tragbare Powerstationen für unterwegs und die gelegentliche Absicherung zu Hause. Zum anderen die PowerRock 4000, eine robuste Industriestation für Baustelle und Einsatz, weit entfernt vom üblichen Publikum tragbarer Konsumgeräte.
Beide Geräte verbindet ein gemeinsamer roter Faden, elektrische Zuverlässigkeit statt reiner Kapazitätsangabe. Die RIVER Gen4 setzt auf eine nahezu verzögerungsfreie USV-Umschaltung, die PowerRock 4000 integriert eine Sicherheitsfunktion, die sonst festen Elektroinstallationen vorbehalten ist. Genau dieser Wandel hin zu Notstromfunktionen dürfte unsere Leser mehr interessieren als eine weitere Kapazitätssteigerung.
Dieser Kurswechsel kommt nicht von ungefähr. Der Markt für tragbare Powerstationen ist seit 2023 deutlich enger geworden, und die reine Wh-Angabe reicht längst nicht mehr aus, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Die Hersteller suchen ihre Argumente inzwischen woanders, bei Ladegeschwindigkeit, Geräuschentwicklung, Bauform oder eben, wie hier, elektrischer Zuverlässigkeit bei einem Stromausfall. Für Käufer ist das eine gute Nachricht: Notstromfunktionen, die früher professionellen USV-Anlagen vorbehalten waren, werden zunehmend zum Standard statt zur Premium-Option.
RIVER Gen4: zwei kompakte Stationen mit USV-Funktion
Die RIVER Gen4 besteht aus zwei Modellen, der RIVER 260 Gen4 und der RIVER 520 Gen4, beide mit LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat), bekannt für ihre Langlebigkeit und thermische Stabilität. Das eigentliche Argument dieser Generation ist nicht die noch bescheidene Kapazität, sondern die elektrische Reaktionsschnelligkeit.
| Modell | Kapazität | Netzausgang | Gewicht | Netzladung (0 bis 80 %) |
|---|---|---|---|---|
| RIVER 260 Gen4 | 256 Wh | 300 W (600 W mit X-Boost) | ca. 3 kg | 42 Minuten |
| RIVER 520 Gen4 | 512 Wh | 500 W (1.000 W mit X-Boost) | ca. 4,6 kg | 50 Minuten |
X-Boost ist die Softwarefunktion von EcoFlow, die es erlaubt, durch eine leichte Verzerrung der Stromform Geräte zu betreiben, deren Nennleistung über dem regulären Netzausgang der Station liegt. Das eignet sich für einen Staubsauger oder Wasserkocher, aber niemals für ein empfindliches Gerät wie einen älteren Computer oder medizinisches Equipment.
Der interessanteste Punkt bleibt die USV-Funktion: Bei einem Stromausfall schaltet die RIVER Gen4 in unter 10 Millisekunden auf Akkubetrieb um. Das ist schnell genug, damit ein Computer, ein Router oder eine Spielekonsole nicht einmal neu starten, anders als bei einer einfachen Einsteiger-USV, die mitunter mehrere Dutzend Millisekunden zum Reagieren braucht. EcoFlow gibt außerdem einen um rund 30 % geringeren Standby-Verbrauch gegenüber der Vorgängergeneration an, ein Detail, das oft übersehen wird, obwohl es die tatsächliche Laufzeit eines dauerhaft angeschlossenen Geräts bestimmt, wie wir in unserem Ratgeber zur realen Wh-Kapazität einer Powerstation erklären.
Bei der Anschlussvielfalt bietet die RIVER 260 Gen4 fünf und die RIVER 520 Gen4 sechs Ausgänge, darunter ein bidirektionaler 140-W-USB-C-Anschluss, der die Station laden und gleichzeitig einen leistungsstarken Laptop versorgen kann. EcoFlow nennt zudem eine Betriebslautstärke unter 30 dB bei 200 W Last, gegenüber 40 bis 50 dB bei den meisten leistungsstärkeren Stationen, sowie eine Ladungserhaltung von 99 % nach einem Jahr Lagerung unter guten Bedingungen, ein Wert, der vor allem bei gelegentlicher Notstromnutzung zählt, wenn die Station monatelang unberührt bleibt.
EcoFlow ist damit nicht allein: Anker bietet bereits eine automatische Umschaltfunktion in seiner Solix-Reihe, und Bluetti wirbt seit dem letzten Jahr mit vergleichbaren Schaltzeiten. Die eigentliche Frage ist also nicht, wer die USV-Funktion bei einer kleinen Station erfunden hat, sondern wer nach Bekanntgabe der europäischen Preise das beste Preis-Kapazitäts-Verhältnis bietet. Wir verfolgen alle drei Marken in unserem Anker-Solix-Vergleich und unserem Vergleich EcoFlow gegen Bluetti.
PowerRock 4000: eine IP65-zertifizierte Industriestation
Die PowerRock 4000 spricht eine völlig andere Zielgruppe an. Diese Industriestation richtet sich an Baustellen, mobile Werkstätten und Einsatzkräfte, ein Segment, in dem EcoFlow gegenüber klassischen Verbrennungsgeneratoren bislang kaum präsent war.
- 4 kW Dauerleistung, bis zu 7,2 kW Spitzenleistung für 100 Sekunden, genug, um ein anspruchsvolles Elektrowerkzeug zu starten;
- 3 kWh integrierte Kapazität;
- Gehäuse aus Vollmetall, zertifiziert nach IP65 (vollständig staubdicht, strahlwassergeschützt), mit verstärktem Käfig, der einen Sturz aus einem Meter Höhe übersteht;
- 38 kg, mit einer vollständigen Ladung in 60 Minuten am Netz (80 % in 48 Minuten), sowie der Möglichkeit, über die Lichtmaschine eines Fahrzeugs nachzuladen;
- 3 Jahre Garantie, deutlich länger als die üblichen 1 bis 2 Jahre bei einfachen Verbrennungsgeneratoren.
Die auffälligste Eigenschaft bleibt die elektrische Sicherheit: EcoFlow nennt einen integrierten Fehlerstromschutzschalter, Auslöseschwelle 30 Milliampere, Abschaltung in unter 300 Millisekunden, laut Pressemitteilung eine Premiere für diese Geräteklasse. Auf einer Baustelle, wo Feuchtigkeit und beschädigte Kabel das Stromschlagrisiko erhöhen, wird dieser Schutz normalerweise von der festen Elektroinstallation übernommen, nicht von der tragbaren Stromquelle selbst. Das ist ein echtes Sicherheitsargument, das sich erst an tatsächlich ausgelieferten Geräten bestätigen muss und nicht allein am Ankündigungsblatt.
Die PowerRock 4000 soll keine vielseitige Powerstation ersetzen, wie wir sie in unserem Vergleich der besten Powerstationen empfehlen: Sie ist ein professionelles Werkzeug, positioniert als Konkurrenz zu Verbrennungsgeneratoren statt zu Konsumgeräten.
Gegenüber einem vergleichbar starken Benzingenerator punktet die PowerRock 4000 mit drei Argumenten: kein Kraftstoff, der gelagert werden muss, und keine Abgase auf einer geschlossenen Baustelle, ein leiser Betrieb, der auch nachts oder in bewohnten Gebieten machbar ist, sowie die Möglichkeit, je nach Verfügbarkeit vor Ort über Netz, Solarmodul oder Lichtmaschine zu laden. Im Gegenzug begrenzen die 3 kWh Kapazität die Laufzeit gegenüber einem Verbrennungsgenerator, den man einfach nachtanken kann, um beliebig lange weiterzuarbeiten: Die PowerRock 4000 ist damit eher für kurze, wiederkehrende Einsätze gedacht als für die durchgehende Stromversorgung einer Baustelle über mehrere Tage.
Preis, Verfügbarkeit und was man sich merken sollte
EcoFlow hat zum Zeitpunkt der Ankündigung keinen Preis für eines der beiden Geräte genannt, eine bei Messevorstellungen übliche Praxis.
| Etappe | Datum |
|---|---|
| Vorstellung auf der IFA Berlin | 4. September 2026 |
| Europäischer Marktstart (RIVER Gen4 und PowerRock 4000) | 4. September 2026 |
| Professioneller Vertrieb der PowerRock 4000 (Elektriker, Baumärkte, Werkzeughändler) | ab November 2026 |
| Preise | nicht genannt |
Diese unterschiedliche Zeitplanung ist kein Zufall. Die RIVER Gen4, ein Konsumprodukt, folgt einem klassischen Online- und Handelsstart. Die PowerRock 4000 hingegen läuft über ein professionelles Vertriebsnetz, das sich erst ab November schrittweise aufbaut, ein Tempo, das eher an Industriewerkzeuge als an Unterhaltungselektronik erinnert.
Ohne offiziellen Preis lässt sich die RIVER Gen4 nur schwer genau gegenüber der Konkurrenz einordnen. Als Anhaltspunkt: Die einfachere Vorgängerin, die EcoFlow River 3, kostet aktuell rund 249 Euro; für die River 3 Plus (288 Wh) schwankt der Preis je nach Händler und Aktion stärker. Die USV-Funktion und die schnellere Ladung der Gen4 dürften sich logischerweise in einer mindestens gleichwertigen, eher etwas höheren Preisspanne niederschlagen.
Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald die europäischen Preise offiziell bekannt gegeben werden.



