Der Hub allein: der günstigste Einstieg ins SolarFlow-Ökosystem
Dieser Test behandelt die schlichteste Version der gesamten SolarFlow-800-Reihe: einen bidirektionalen Hybrid-Wechselrichter mit 800 W, ALLEIN verkauft, ganz ohne integrierten Speicher. Auf dem Datenblatt ist die eigene Speicherkapazität gleich null: null Wh direkt aus der Verpackung. Das unterscheidet ihn von den Geschwistern 800 Plus und 800 Pro / Pro 2, die alle eine Batterie mit 1.920 Wh im selben Gehäuse mitbringen.
Konkret wird der SolarFlow 800 an eine haushaltsübliche Steckdose angeschlossen und wandelt den Gleichstrom von zwei Modulstrings (zwei Paar MC4-Stecker, für zwei unabhängige MPPT-Tracker) in Wechselstrom für den Haushalt um. Für sich allein ist er ein klassischer Balkonkraftwerk-Wechselrichter. Was alles verändert, ist seine Fähigkeit, zusätzlich die Ladung und Entladung einer separat erhältlichen Zendure-Batterie AB1000 oder AB2000 zu steuern: Genau diese Option macht aus einer einfachen Einspeisestelle einen echten Energiespeicher, und sie zieht sich durch den Rest dieses Tests.
Die echten Kosten für den ersten Speicher
Diese Rechnung stellt das Datenblatt nie selbst auf. Der reine Hub kostet 149 €. Eine Batterie AB2000L (1.920 Wh) kostet separat gekauft 399 € auf dem deutschen Markt, deutlich günstiger als in anderen Ländern. Summe für einen ersten Speicher von 1.920 Wh: 548 €. Das Paket SolarFlow 800 Plus, das genau diese Kapazität von 1.920 Wh im selben Hybridgehäuse mitbringt, liegt hierzulande bei 449 €.
Der reine Hub behält dennoch zwei echte Berechtigungen. Die erste: bereits eine kompatible Batterie AB1000 oder AB2000 aus einem anderen Zendure-Gerät zu besitzen, dann ist der reine Hub objektiv der günstigste Einstieg ins Ökosystem. Die zweite: die direkte Einspeisung erst ausprobieren zu wollen, bevor man weiter investiert, mit der Option, später nachzurüsten. In beiden Fällen hält das modulare Versprechen: Bis zu sechs Batterien lassen sich auf denselben Hub stapeln, ohne ihn je auszutauschen, bis zu einer Obergrenze von 11.520 Wh. Ein kleinerer erster Schritt ist auch mit der AB1000 (960 Wh) möglich, für alle, die die Ausgabe lieber auf zwei Käufe verteilen als gleich 1.920 Wh anzuschaffen.
Der angegebene Wirkungsgrad von 96 %: was er wirklich abdeckt
Zendure gibt einen Speicherwirkungsgrad von 96 % an, auf dem gesamten Weg von den Modulen (MPPT) über die Batterie bis zum Wechselstromausgang, dargestellt als etwa 10 % besser als eine klassische AC-gekoppelte Lösung, bei der die Energie zweimal durch einen Wechselrichter läuft statt einer durchgehenden Gleichstromwandlung. Die gleichstromgekoppelte Architektur des SolarFlow erklärt diesen Vorteil: Sie vermeidet eine Wandlung von Gleichstrom zu Wechselstrom und wieder zurück, nur um die Batterie zu laden.
Diese Zahl gilt jedoch für eine bestimmte Bedingung: den direkten Solarpfad, bei einer Leistung nahe der Nennleistung. Wie bei jedem getakteten Wandler sinkt der reale Wirkungsgrad zwangsläufig, sobald die Ausgangsleistung deutlich unter die Nennleistung fällt, etwa früh am Morgen, spät am Abend oder bei starker Bewölkung: ein Phänomen, das dieser Art von Leistungselektronik innewohnt, kein Mangel dieses konkreten Modells. Zendure veröffentlicht keine Wirkungsgradkurve über der Last, und keine unabhängige, bezifferte Messung ließ sich zu diesem konkreten Punkt abgleichen.
Eine zweite wichtige Nuance: Wird die Batterie aus dem Netz statt von den Modulen geladen (die weiter unten beschriebene Schwachlastfunktion), kommt ein zusätzlicher Umweg über eine AC-zu-DC-Wandlung hinzu. Die Verluste sind dabei zwangsläufig höher als auf dem direkten Solarpfad, auch wenn Zendure hierzu keine gesonderte Zahl veröffentlicht.
Zwei MPPT-Tracker und ein Start bei 14 V
Der SolarFlow 800 nimmt bis zu 1.200 W an Modulleistung auf, verteilt auf zwei unabhängige MPPT-Tracker mit je 600 W (zwei Paar MC4-Stecker sind am Gehäuse sichtbar). Das ist ein übliches Format für diese Leistungsklasse, identisch zur Trackerzahl eines Hoymiles HMS-800W-2T.
Der eigentliche Unterschied liegt woanders: Zendure gibt an, dass das MPPT-Tracking bereits ab 14 V einsetzt, gegenüber 18 V bei den meisten Balkonkraftwerk-Wechselrichtern.
Eine niedrigere Start-Spannung ist ein technischer Vorteil, der direkt am Datenblatt ablesbar ist, unabhängig von den jeweiligen Nutzungsbedingungen: Er erlaubt es, Ertrag zu den Stunden einzufahren, in denen die von den Modulen gelieferte Spannung noch schwach ist, typischerweise früh morgens und spät abends. Der kumulierte Effekt über einen ganzen Tag ließ sich nicht anderweitig abgleichen, doch das zugrunde liegende physikalische Prinzip ist stichhaltig und passt zur oben beschriebenen gleichstromgekoppelten Architektur.
Steuerung, App und programmierte Netzladung
Der SolarFlow 800 wird über die Zendure-App eingerichtet, zunächst per Bluetooth und dann per WLAN für die Fernüberwachung. Die WLAN-Einrichtung braucht bei der Erstinstallation mitunter mehrere Anläufe, bis sie stabil läuft, ein bei dieser Art vernetzter Geräte übliches Reibungsmoment und kein isolierter Mangel dieses Modells.
Einmal online, zeigt die App die Erzeugung in Echtzeit sowie einen Tages- und Wochenverlauf, und funktioniert lokal weiter, selbst bei einem Ausfall der Internetverbindung, da die Regellogik im Hub selbst läuft. Beim Tarifmanagement kann der SolarFlow 800 seine Batterie in Schwachlastzeiten aus dem Netz laden und in Spitzenzeiten wieder abgeben, eine nützliche Funktion, sobald der Strompreis im Tagesverlauf stark schwankt. Die Feinabstimmung dieser Zeitfenster und Prioritäten bleibt jedoch verbesserungswürdig: Sie erfordert etwas Eingewöhnungszeit, bis sie passgenau eingestellt ist, und das Zusammenspiel der verschiedenen Prioritäten (Solar, Netz, Batterie) wirkt in manchen Fällen noch unausgereift, mit Werkseinstellungen, die für die meisten Haushalte passen, aber wenig Spielraum für eine wirklich massgeschneiderte Prioritatenlogik lassen.
Der Hub passt seine Ausgangsleistung in unter 3 Sekunden und auf das Watt genau an, um sich am tatsächlichen Verbrauch des Haushalts zu orientieren, statt dauerhaft eine feste Leistung einzuspeisen, was das Risiko verringert, Energie kostenlos ans Netz abzugeben.
Ohne Speicher: ein Wechselrichter wie jeder andere?
Allein genutzt, ohne Speicher, reiht sich der SolarFlow 800 in die Kategorie klassischer Balkonkraftwerk-Wechselrichter ein, die auf dieser Seite bereits mit dem Hoymiles HMS-800W-2T und dem APsystems EZ1-M abgedeckt ist. Der reine Vergleich anhand der Herstellerangaben spricht auf diesem Terrain nicht wirklich für ihn: Beide Konkurrenten sind etwas günstiger und müssen naturgemäß keine Hybridfunktion rechtfertigen, die sie gar nicht anbieten.
| Kriterium | Zendure SolarFlow 800 | Hoymiles HMS-800W-2T | APsystems EZ1-M |
|---|---|---|---|
| Wechselstromleistung | 800 W | 800 W | 800 W |
| MPPT-Tracker | 2 | 2 | 2 |
| Batteriefunktion | Optional (separat) | Nein | Nein |
| Netzladung | Ja | Nein | Nein |
| Marktpreis | 149 € | 195,95 € | 117,95 € |
Das Argument des SolarFlow 800 liegt daher nie darin, einen reinen Wechselrichter auf dessen eigenem Terrain zu schlagen: Es geht darum, für einen begrenzten Preisaufschlag eine Tür zum Speicher zu öffnen, die weder Hoymiles noch APsystems anbieten, nicht einmal als Option. Wer ihn dauerhaft allein betreiben will, verliert einen guten Teil dieses Reizes gegenüber diesen beiden einfacheren Alternativen.
Im Vergleich zur restlichen SolarFlow-800-Reihe
Der SolarFlow 800 ist nur der Einstieg einer vierteiligen Modellfamilie, die alle dieselbe Erweiterungsobergrenze teilen. Die folgende Tabelle ordnet jedes Modell nach seinen eigenen Merkmalen ein.
| Modell | SolarFlow 800 | 800 Plus | 800 Pro 2 |
|---|---|---|---|
| Wechselstromleistung | 800 W | 800 W | 800 W |
| Max. Solareingang | 1.200 W (2 MPPT) | 1.500 W (2 MPPT) | 2.640 W (4 MPPT) |
| Integrierte Batterie | Keine | 1.920 Wh | 1.920 Wh |
| Erweiterbar bis | 11.520 Wh | 11.520 Wh | 11.520 Wh |
| Marktpreis | 149 € | 449 € | 649 € |
Der SolarFlow 800 Pro 2 mit seinen vier MPPT-Trackern eignet sich eher für Installationen mit vier unterschiedlich ausgerichteten Modulen (etwa Ost/West), ein Fall, den die beiden Tracker des Basismodells nicht ebenso gut abdecken. Bei einer einfachen Anlage mit einheitlich ausgerichteten Modulen reichen die zwei Tracker des Basismodells dagegen völlig aus, und zwei ungenutzte zusätzliche Tracker zu bezahlen, ergäbe keinen Sinn. Zwischen dem reinen Hub und dem 800 Plus läuft die Wahl fast ausschließlich auf die oben dargestellte finanzielle Abwägung hinaus: Ohne bereits vorhandene Batterie bleibt der 800 Plus der rationalere Einstieg, sobald der Speicher von Anfang an zum Vorhaben gehört.
Installation und Konformität in Deutschland
Der SolarFlow 800 wird an eine haushaltsübliche Steckdose angeschlossen, ohne Eingriff in den Zählerschrank: genau das ist Plug and Play. Er ist nach VDE-AR-N 4105 und EN 50549 fur die Netzeinspeisung zertifiziert.
Seit dem 1. März 2026 legt die aktualisierte Anschlussnorm VDE-AR-N 4105:2026-03 die vereinfachte 800-VA-Grenze verbindlich fest: Liegt die gesamte Modulleistung bei höchstens 2.000 Wp und die gesamte Wechselrichterleistung bei höchstens 800 VA, darf der Netzbetreiber keine zusätzliche Meldung mehr verlangen. Als Betreiberin oder Betreiber eines Steckersolargeräts genügt die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Die Installation durch Laien ist ausdrücklich erlaubt, sowohl über eine gewöhnliche Schuko-Steckdose als auch über einen Wieland-Stecker. Der SolarFlow 800 liegt mit seinen 800 W Ausgangsleistung genau in diesem vereinfachten Rahmen.
Verarbeitung, Zuverlässigkeit und Garantie
Das fein gerippte Aluminiumgehäuse dient als passiver Kühlkörper: Am Gerät ist kein Lüftungsgitter sichtbar, was zur IP67-Schutzart passt, denn eine aktive Belüftungsöffnung wäre mit diesem Schutzgrad nicht vereinbar. Ein leiser Betrieb ist damit wahrscheinlich, auch wenn Zendure dies nicht als eigenständiges Verkaufsargument bewirbt. Die angegebene Herstellergarantie beträgt 10 Jahre, ein großzügiger Wert für diese Art von Elektronik ohne bewegliche Teile.
Zur Zuverlässigkeit der Marke sei der Fairness halber ein Punkt erwähnt: Zendure hat selbst, in einer offiziellen Mitteilung, eine Erwärmung des Ladeanschlusses beim SolarFlow 2400 AC dokumentiert, einem deutlich leistungsstärkeren Modell derselben Familie mit anderen Steckverbindern. Vergleichbares wurde beim SolarFlow 800 selbst bisher nicht festgestellt.
Eine weitere Einschränkung vor dem Kauf: Wie jedes an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose angeschlossene Gerät ohne eigene Umschalteinrichtung liefert der SolarFlow 800 keine Notstromversorgung bei einem Netzausfall. Der bei dieser Geräteklasse vorgeschriebene Anti-Inselschutz trennt die Ausgabe, sobald das Netz ausfällt, unabhängig vom Ladezustand der Batterie.
Für wen sich der SolarFlow 800 eignet, und für wen nicht
Der reine SolarFlow-800-Hub richtet sich vor allem an zwei klar umrissene Profile. Erstens: an alle, die bereits eine Batterie AB1000 oder AB2000 aus einem anderen Zendure-Gerät besitzen und nur den Wechselrichter benötigen, um sie an einem neuen Balkon einzusetzen. Zweitens: an Käuferinnen und Käufer, die die direkte Einspeisung lieber erst günstig ausprobieren möchten, ohne gleich das Budget für eine Batterie einzuplanen, mit der Option, später zum selben Gesamtpreis wie bei einem sofortigen Kauf nachzurüsten.
Für alle anderen, insbesondere für alle, die von vornherein wissen, dass sie einen Teil ihrer Erzeugung für den Abend speichern wollen, spricht die Rechnung klar für ein bereits ausgestattetes Paket wie den 800 Plus: gleiche Endkapazität, niedrigere Gesamtrechnung. Der reine SolarFlow 800 eignet sich ebenso wenig für alle, die eine Notstromlösung bei einem Stromausfall suchen, oder die einen konstanten Wirkungsgrad von 96 % in jeder Situation erwarten: Diese Zahl bleibt eine Obergrenze, kein garantierter Durchschnittswert.




