Indevolt BK1600 Ultra: unsere ausfuehrliche Einschätzung

Nur halb so viel integrierte Solarleistung und eine deutlich niedrigere Erweiterungsgrenze als der große Bruder SolidFlex 2000, dafür ein leicht besserer gemessener Wirkungsgrad und eine Erweiterungsangabe ohne jede Lücke zwischen Herstellerversprechen und Realität.

Unsere Note
4,0/5
Wirkungsgrad: 4,2 von 5 (Gewichtung 25 %)Wirkungsgrad4,2Kapazität und Erweiterbarkeit: 3,9 von 5 (Gewichtung 20 %)Kapazität3,9Solareingang und MPPT: 3,8 von 5 (Gewichtung 20 %)Solar3,8Steuerung und Intelligenz: 3,8 von 5 (Gewichtung 15 %)Steuerung3,8Installation und Konformität: 4,0 von 5 (Gewichtung 10 %)Installation4,0Verarbeitung und Ausdauer: 4,0 von 5 (Gewichtung 10 %)Verarbeitung4,0

Wie wird diese Note berechnet?

Solarspeicher Indevolt BK1600 Ultra in Dreiviertelansicht, kompaktes anthrazitfarbenes Gehäuse mit Einstellrad und sichtbarer Netzsteckdose

Das Wichtigste

Der BK1600 Ultra hält sein Versprechen von kompaktem Format und Einfachheit: Sein gemessener Wirkungsgrad von 82,2 % übertrifft den seines großen Bruders SolidFlex 2000 (80,1 %), und seine Erweiterungsgrenze von 4,9 kWh weist keine Lücke zwischen den Herstellerangaben und den eigenen technischen Daten auf, anders als der Widerspruch, den der SolidFlex an genau dieser Stelle trägt. Seine EPS-Notstromumschaltung in unter 10 Millisekunden bleibt das zentrale Argument, das ihn für einen moderaten Preisaufschlag vom einfachen BK1600 abhebt. Dem stehen Grenzen gegenüber, die aus seiner Positionierung als Einstiegsmodell folgen: 1200 W Ausgangsleistung auf der Einzeleinheit, nur halb so viel integrierte Solarleistung wie der SolidFlex 2000, kein mitgelieferter Kommunikationszähler, und eine Erweiterungsgrenze deutlich unter der seiner beiden bereits im Katalog geführten direkten Konkurrenten. Für einen kleinen Balkon oder eine erste Ausstattung mit Notstromfunktion bei begrenztem Budget ist er eine ehrliche, gut umgesetzte Wahl; wer eine große Erweiterung oder starke Notstromleistung sucht, sollte weiter oben in der Produktreihe schauen.

Stärken

  • Wirkungsgrad im Kreislauf bei 800 W mit 82,2 % gemessen, höher als beim SolidFlex 2000 (80,1 %) und bei einem HomeWizard-Heimspeicher (74 %)
  • Kompaktes, leichtes Format (16 kg, etwa die Größe eines großen Reisekoffers), am einfachsten allein zu installieren in der Indevolt-Reihe
  • Erweiterungsgrenze von 4,9 kWh durchgängig identisch in der gesamten Herstellerdokumentation, ohne die Lücke des SolidFlex 2000
  • EPS-Notstromumschaltung in unter 10 ms, eine Funktion, die dem einfachen BK1600 für einen moderaten Preisaufschlag fehlt
  • Netzeinspeisung werkseitig auf 800 W begrenzt, damit standardmäßig konform mit der vereinfachten Regelung in den wichtigsten europäischen Märkten
  • Breite Kompatibilität mit Fremdzählern (Shelly Pro 3EM, Shelly 3EM, HomeWizard P1, Solarman)

Schwächen

  • Ausgangsleistung auf 1200 W je Einzeleinheit begrenzt (1800 W Spitze für 15 s) ; zwei Einheiten im kabelgebundenen/zentralisierten Cluster erreichen nur 2300 W, nicht die durch einfache Verdopplung erwarteten 2400 W
  • Kein Kommunikationszähler serienmäßig enthalten: ein Shelly- oder Solarman-P1-Zähler muss separat hinzugefügt werden, je nach Modell für etwa 39 bis 99 €
  • Erweiterungsgrenze von 4,9 kWh deutlich unter den tatsächlich bestätigten 10,8 kWh des SolidFlex 2000 und den vom Growatt NOAH 2000 angegebenen 8192 Wh
  • Zwei integrierte MPPT-Tracker (1200 W) gegenüber vier (2400 W) beim SolidFlex 2000: nur die Hälfte der ohne Fremdwechselrichter direkt nutzbaren Solarleistung
  • Durchschnittlicher Geräuschpegel von rund 33 dB bei aktiver Kühlung, leicht über der Herstellerangabe von unter 30 dB
  • Junge Marke (seit September 2025 im Handel), mit bislang begrenzter Praxiserfahrung und einer App-Bedienung, die noch intuitiver sein könnte
Kosten verfügbarer Energie
334 €je abgegebener kWh

Berechnet aus dem heutigen Preis und der gemessenen Kapazität, nicht der angegebenen. Günstiger als 13 von 25 vergleichbaren Produkten des Katalogs, auf angegebene Kapazität bezogen.

Indevolt BK1600 Ultra: Datenblatt und Preis ansehen →

Was die angegebene Ausgangsleistung wirklich bedeutet

Der BK1600 Ultra wirbt fast überall mit 3600 W: auf der Produktseite, in der technischen Dokumentation, sogar im hervorgehobenen Erweiterungsmodus. Diese Zahl ist real, beschreibt aber weder die Einzeleinheit noch eine beliebige Mehrfachkonfiguration: Sie hängt von der gewählten Kopplungsart zwischen den Geräten ab.

Allein liefert eine BK1600-Ultra-Einheit 1200 W dauerhaft, mit einer Spitze von 1800 W für 15 Sekunden. Werden zwei Einheiten per Kabel gekoppelt, im sogenannten zentralisierten Cluster (der gesamte Strom läuft über das Hauptgerät, bevor er das Netz erreicht), steigt die Grenze auf 2300 W, nicht auf 2400 W, wie eine einfache Verdopplung vermuten ließe: Die Kapazität des Ausgangsports des Hauptgeräts setzt die Grenze, unabhängig davon, wie viele Nebeneinheiten dahinter hängen. Erst im koordinierten Cluster, in dem sich jede der bis zu 3 Einheiten (eine Haupt-, zwei Nebeneinheiten) unabhängig mit dem Netz verbindet und sich per WLAN oder Netzwerkkabel synchronisiert, werden die angegebenen 3600 W erreicht.

Verfügbare Notstromleistung je nach Konfiguration und Kopplungsart: 1200 W bei der Einzeleinheit, 2300 W bei zwei Einheiten im kabelgebundenen Cluster, 3600 W bei drei Einheiten im koordinierten Funk-Cluster 1200 W Einzeleinheit 2300 W 2 Einheiten (Kabel) 3600 W 3 Einheiten (WLAN)
Tatsächlich verfügbare Notstromleistung (netzunabhängig) je nach Anzahl der Einheiten und Kopplungsart, laut technischer Dokumentation des Herstellers.
800 W
Grenze der Netzeinspeisung
1200 W
Notstrom und Ladung, Einzeleinheit
1800 W
Spitze für 15 Sekunden

Bei der Netzeinspeisung bleibt die Grenze unabhängig von der Anzahl installierter Einheiten standardmäßig bei 800 W: Das ist die vereinfachte regulatorische Obergrenze in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien (siehe unten), und der BK1600 Ultra hält sie konstruktionsbedingt ein, statt die Konfiguration dem Installateur zu überlassen.

In der Praxis versorgt die Einzeleinheit bei einem Stromausfall einen Kühlschrank, einen Router und einige Lampen, aber kein Kochfeld. Wer von Anfang an die vollen 3600 W will, braucht die Dreier-Konfiguration im koordinierten Modus, nicht eine einfache Kabelkopplung zweier Einheiten.

Der gemessene Wirkungsgrad, besser als beim großen Bruder

Der Wirkungsgrad im Kreislauf des BK1600 Ultra erreicht 82,2 % bei konstant 800 W (Solarmodule abgeklemmt). Das ist ein guter Wert für dieses Segment: Er übertrifft den bereits auf dieser Seite besprochenen SolidFlex 2000 (80,1 %) und liegt deutlich über einem HomeWizard-Heimspeicher (rund 74 % unter denselben Bedingungen), während er sich den Werten einer Zendure 2400 AC oder einer Marstek Venus A annähert.

Wirkungsgrad im Kreislauf im Vergleich bei konstant 800 W: BK1600 Ultra 82,2 %, SolidFlex 2000 80,1 %, HomeWizard-Heimspeicher 74 % 82,2 % BK1600 Ultra 80,1 % SolidFlex 2000 74 % HomeWizard
Wirkungsgrad im Kreislauf des BK1600 Ultra bei konstant 800 W, im Vergleich zu zwei weiteren unter denselben Bedingungen bewerteten Balkonspeichern.
82,2 %
Wirkungsgrad im Kreislauf bei 800 W
1345 Wh
geschätzte Abgabe auf 1636 Wh
33 dB
mittlerer Geräuschpegel, aktive Kühlung

Bezogen auf die Nennkapazität von 1636 Wh entspricht dieser Wirkungsgrad einer Abgabe von etwa 1345 Wh unter denselben Bedingungen. Der Hersteller gibt daneben einen Umwandlungswirkungsgrad von Solar zu Batterie von bis zu 98 % an, eine Zahl, die etwas anderes misst: Es handelt sich um die Umwandlung in nur eine Richtung (Erzeugung zu Speicherung), nicht um den vollständigen Lade- und Entladezyklus, der oben gemessen wurde. Beide Zahlen widersprechen sich nicht, sie beantworten zwei unterschiedliche Fragen.

Beim Geräusch gibt der Hersteller einen Wert unter 30 dB an. Bei aktiver Kühlung liegt der durchschnittliche Geräuschpegel bei rund 33 dB, leicht über dieser Angabe, bleibt im Alltag aber wenig stoerend.

Kapazität und Erweiterung: ein eingehaltenes Versprechen, anders als beim großen Bruder

Der BK1600 Ultra bringt 1636 Wh LiFePO4-Zellen in einer einzigen Einheit mit. Bis zu zwei weitere Einheiten (BK1600 Ultra oder einfacher BK1600) lassen sich drahtlos koppeln, um die Gesamtkapazität auf 4,9 kWh (4908 Wh) zu bringen, ein Wert, der genau dem Dreifachen der Einzelkapazität entspricht.

Dieser Punkt verdient Beachtung: Anders als beim SolidFlex 2000, dessen vom Hersteller angegebene Erweiterungsgrenze (22 kWh pro Gruppe) sich als fast doppelt so hoch wie die tatsächlich bestätigte Grenze (10,8 kWh) herausstellte, ist der Wert von 4,9 kWh beim BK1600 Ultra in der gesamten Herstellerdokumentation identisch, von der Produktseite bis zur technischen Online-Dokumentation. Das ist eine in absoluten Zahlen bescheidenere Erweiterung, aber ohne jede Grauzone.

1636 Wh
Kapazität, Einzeleinheit
4,9 kWh
bestätigte Grenze, 3 Einheiten
x3
Erweiterungsfaktor

In der Kopplungsarchitektur kann nur eine BK1600-Ultra-Einheit als Haupteinheit dienen; der einfache BK1600 kann nur als Nebeneinheit fungieren. Ein Haushalt, der mit einem einfachen BK1600 startet, braucht also für eine spaetere Erweiterung mindestens einen BK1600 Ultra.

Gegenüber dem Growatt NOAH 2000 (2048 Wh, laut eigenem Datenblatt erweiterbar auf 8192 Wh, bereits auf dieser Seite besprochen) und dem SolidFlex 2000 (1792 Wh, tatsächlich bestätigte 10,8 kWh) bleibt der BK1600 Ultra die kleinste Kapazität im Trio, passend zu seiner Positionierung als Einstiegsmodell.

Zwei integrierte MPPT-Tracker: halb so viel wie beim SolidFlex 2000, aber real

Der BK1600 Ultra integriert 2 MPPT-Tracker mit je 600 W, für eine maximale Solareingangsleistung von 1200 W auf der Einzeleinheit. Dieser Wert ist durchgängig bestätigt: Produktseite, technische Herstellerdokumentation und Drittanbieter-Webseiten stimmen alle auf 1200 W überein, ohne jede Lücke zwischen Angabe und tatsächlicher Nutzbarkeit.

Das ist halb so viel wie beim SolidFlex 2000 mit seinen 4 Trackern und 2400 W. Ein echter Vorteil zeigt sich aber gegenüber dem Growatt NOAH 2000, dessen gleichstromgekoppelte Bauweise einen separaten Mikrowechselrichter (nativ von Growatt oder kompatibel von Hoymiles/APsystems) zur Umwandlung in Wechselstrom benötigt: Der BK1600 Ultra integriert, wie der SolidFlex 2000, seinen eigenen bidirektionalen Wechselrichter und braucht kein zusätzliches Gerät.

In der auf drei Einheiten erweiterten Konfiguration steigt die gesamte Solareingangsleistung auf 3600 W (3 x 1200 W), eine einfache Addition ohne versteckte Grenze auf dieser Seite, anders als bei der oben besprochenen Ausgangsleistung.

Wer bereits einen Solarwechselrichter besitzt, kann den BK1600 Ultra weiterhin per AC-Kopplung nutzen, eine Flexibilität, die die Entscheidung zwischen beiden Ansätzen beim Kauf überflüssig macht.

Die EPS-Umschaltung: der eigentliche Unterschied zum einfachen BK1600

Der BK1600 Ultra und der einfache BK1600 teilen sich exakt dieselbe Kapazität (1636 Wh) und dieselben zwei MPPT-Tracker (1200 W). Der einzige echte technische Unterschied zwischen beiden liegt in der EPS-Funktion (Emergency Power Supply): Bei einem Stromausfall schaltet der Ultra automatisch in unter 10 Millisekunden auf Akkubetrieb um, schnell genug, damit ein Computer oder ein Router nicht neu startet. Der einfache BK1600 hat diese automatische Umschaltung nicht und bleibt auf eine manuelle Inselnutzung beschränkt.

Diese Umschaltung versorgt einen dedizierten Notstromausgang, begrenzt auf die Leistung der installierten Konfiguration (1200 bis 3600 W laut vorigem Abschnitt), nicht die gesamte Hausinstallation: Geräte, die geschützt werden sollen, müssen direkt an diesen Ausgang angeschlossen werden, oder an einen Stromkreis, den der Installateur damit verbindet.

Der Preisunterschied zwischen beiden Versionen bleibt moderat: auf dem deutschen Markt rund 100 € (349 € für die einfache Version gegenüber 449 € für die Ultra-Version zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes). Der beobachtete Preis variiert danach von Markt zu Markt, aber der Abstand zwischen beiden Indevolt-Versionen bleibt überall in derselben Größenordnung: eine Funktion, die die Wahl der Ultra-Version allein schon rechtfertigt, sobald Notstrom gefragt ist.

App und Tarifsteuerung: was für mehr Funktionsumfang noch fehlt

Die Steuerung des BK1600 Ultra erfolgt über die Indevolt-App (Bluetooth, 2,4-GHz-WLAN, 4G), mit einem Nulleinspeisungsmodus, der die Ausgangsleistung automatisch so anpasst, dass nichts ins Netz zurückgespeist wird. Dieser Modus funktioniert nach der Einrichtung zuverlässig.

Der Hersteller gibt eine Kompatibilität mit mehreren Kommunikationszählern von Drittanbietern an: Shelly Pro 3EM, Shelly 3EM, Shelly Plug und HomeWizard P1. Anders als der SolidFlex 2000, der einen markeneigenen Zähler serienmäßig mitbringt, wird beim BK1600 Ultra kein Zähler mitgeliefert: Ein Shelly- oder ein Solarman-P1-Zähler muss separat hinzugefügt werden, je nach Modell für etwa 39 bis 99 €, um die Nulleinspeisungssteuerung mit echter Verbrauchsmessung zu aktivieren.

0
Zähler serienmäßig enthalten
39 bis 99
Kosten für einen Fremdzähler
3
kompatible Zählermarken (Shelly, HomeWizard, Solarman)

Die Bedienung der App könnte bei der Ersteinrichtung intuitiver sein, auch wenn die automatischen Funktionen (insbesondere der Nulleinspeisungsmodus) nach der Einrichtung keinen manuellen Eingriff mehr benötigen. Ein lokaler API-Zugang, beschrieben in der technischen Dokumentation des Herstellers, richtet sich an fortgeschrittene Nutzer, mit einer Home-Assistant-Anbindung, die dem gesamten Indevolt-Ökosystem gemeinsam ist.

Installation und Vorschriften: derselbe europäische Rahmen wie beim SolidFlex 2000

Wie sein großer Bruder SolidFlex 2000, bereits auf dieser Seite besprochen, zielt der BK1600 Ultra auf den europäischen Markt für Balkonspeicher, in dem die Einspeisevorschriften von Land zu Land unterschiedlich sind. Die folgende Tabelle fasst den Stand zum Veröffentlichungszeitpunkt dieser Einschätzung zusammen.

Schwelle für die Selbstinstallation und Verfahren je Markt (steckerfertige Solarspeicher)
MarktSchwelle für SelbstinstallationHauptverfahren
Deutschland800 W Wechselrichterleistung (Norm VDE-AR-N 4105)Vereinfachte Meldung beim örtlichen Netzbetreiber sowie Eintragung im Marktstammdatenregister; darüber hinaus Installation durch eine Elektrofachkraft
Frankreich800 W WechselrichterleistungKostenlose Online-Vereinbarung zur Eigenverbrauchsnutzung ohne Einspeisung (CACSI) beim Netzbetreiber Enedis, erforderlich auch ohne Verkauf von Überschussstrom; keine Konformitätsbescheinigung (Consuel) unter 3 kVA
Spanien800 W, seit 2024 an das deutsche Modell angelehntBefreiung vom regulären Anmeldeverfahren für Eigenverbrauch (RD 244/2019) unterhalb dieser Schwelle; Zustimmung der Eigentümergemeinschaft erforderlich, wenn die Fassade Gemeinschaftseigentum ist
Italien800 W für den Photovoltaik-TeilVereinfachte Meldung beim örtlichen Verteilnetzbetreiber (technische Regel CEI 0-21 V2, ARERA-Schwelle 315/2020); ein Kit, das zusätzlich eine Batterie enthält wie dieses, ist im Land kommerziell noch wenig etabliert
Vereinigtes Königreich800 W, aber nur für reine PhotovoltaiksystemeSeit dem 27. August 2026 ist ein steckerfertiger Solar-Mikrogenerator unterhalb dieser Schwelle per Gesetz zulässig (SI 2026/848); ein System mit integriertem Speicher wie dieses bleibt von dieser Ausnahme ausdrücklich ausgeschlossen und durchläuft das vollständige G98-Verfahren mit einem zertifizierten Installateur

Der BK1600 Ultra bringt für diesen Rahmen einen praktischen Vorteil mit: Seine Netzeinspeisung ist werkseitig auf 800 W begrenzt, ohne dass der Installateur eine Einstellung vornehmen muss, was das Risiko einer nicht konformen Konfiguration verringert. Sein Gewicht von 16 kg (gegenüber 21,5 kg beim SolidFlex 2000) macht ihn außerdem zur am einfachsten allein auf einem Balkon zu montierenden Einheit.

Verarbeitung, junge Marke und praktische Grenzen

Das Gehäuse folgt der visuellen Sprache der Indevolt-Reihe: anthrazitfarbener Ton, Einstellrad und Netzsteckdose an der Rückseite, aktives Lüftungsgitter an der Vorderseite. Mit IP54 zertifiziert, arbeitet es von -20 °C bis 45 °C. Das Format, etwa so groß wie ein großer Reisekoffer (300 x 215 x 250 mm, 16 kg), macht ihn deutlich einfacher allein zu transportieren und zu installieren als den SolidFlex 2000 (21,5 kg).

Indevolt bleibt in diesem Segment eine junge Marke: Der BK1600 Ultra ist seit September 2025 im Handel, also rund zwei Monate vor dem SolidFlex 2000. Bislang wurde kein Produktrückruf und kein Sicherheitsvorfall für dieses Modell gefunden. Die Herstellergarantie läuft über 10 Jahre, mit einem Ziel von 6000 Zyklen bei 80 % Restkapazität, ein Wert, der hinter den 8000 Zyklen des SolidFlex 2000 mit seinen neueren halbfesten Zellen zurückbleibt, hier aber auf eine klassische, am Markt bereits vielfach bewährte LiFePO4-Chemie angewendet wird.

Zwei praktische Einschränkungen fallen auf: Die App-Bedienung könnte bei der Ersteinrichtung intuitiver sein, und es wird kein Kommunikationszähler serienmäßig mitgeliefert, anders als beim SolidFlex 2000. Das sind kleinere Vorbehalte, keine strukturellen Mängel: Die Nulleinspeisung funktioniert nach der Einrichtung zuverlässig, und die Installation selbst ist in rund zehn Minuten erledigt.

Gegenüber SolidFlex 2000 und Growatt NOAH 2000: welche Wahl für wen

Auf dem Papier führt der SolidFlex 2000 (auf dieser Seite mit 4,0 bewertet) bei fast allen reinen Kennzahlen: mehr Kapazität (1792 gegenüber 1636 Wh), doppelt so viele MPPT-Tracker (4 gegenüber 2, 2400 gegenüber 1200 W), eine höhere bestätigte Erweiterung (10,8 gegenüber 4,9 kWh) und ein mitgelieferter Kommunikationszähler. Dennoch erreicht der BK1600 Ultra auf dieser Seite dieselbe Bewertung (4,0), aus zwei konkreten Gründen: einen leicht höheren gemessenen Wirkungsgrad im Kreislauf (82,2 % gegenüber 80,1 %), und keinerlei Lücke zwischen den Herstellerangaben und den eigenen technischen Daten zur Erweiterungsgrenze, während der SolidFlex 2000 22 kWh bewirbt, obwohl nur 10,8 kWh tatsächlich bestätigt sind.

Indevolt BK1600 Ultra gegenüber SolidFlex 2000 und Growatt NOAH 2000
KriteriumBK1600 UltraSolidFlex 2000Growatt NOAH 2000
Kapazität1636 Wh1792 Wh2048 Wh
Bestätigte maximale Erweiterung4,9 kWh (3 Einheiten)10,8 kWh (herstellereigene UK-Webseite)8192 Wh (Herstellerdatenblatt)
Notstromleistung, Einzeleinheit1200 W (1800 W Spitze)1000 WNicht anwendbar (keine EPS-Funktion)
Integriertes MPPTJa, 2 x 600 W (1200 W)Ja, 4 x 600 W (2400 W)Nein, separater Mikrowechselrichter nötig
Kommunikationszähler enthaltenNein (39 bis 99 € optional)Ja, serienmäßigNicht angegeben
Gewicht16 kg21,5 kgNicht angegeben
Beobachteter Preis449 €649 €389 €

Der Growatt NOAH 2000 (mit 3,6 bewertet) gibt seinerseits einen gemessenen Wirkungsgrad von rund 89 % über die gesamte Kette (vom Solarmodul bis zum Haus) bei voller Leistung an, allerdings unter einem anderen Protokoll als dem hier verwendeten (konstant 800 W Laden und Entladen nur über Wechselstrom): Die beiden Werte lassen sich nicht direkt vergleichen. Gegenüber beiden Indevolt-Modellen bleibt er durch das Fehlen eines integrierten bidirektionalen Wechselrichters benachteiligt: Er braucht einen separaten Mikrowechselrichter (nativ von Growatt oder kompatibel von Hoymiles/APsystems) zur Stromumwandlung, ein zusätzliches Gerät und zusätzliche Verkabelung, die weder der BK1600 Ultra noch der SolidFlex 2000 benötigen.

Kurz gesagt: Der BK1600 Ultra eignet sich für eine Erstausstattung, einen schmalen Balkon oder ein knappes Budget; der SolidFlex 2000 richtet sich an ein ambitionierteres Erweiterungsprojekt, das den höheren Einstiegspreis akzeptiert; der Growatt NOAH 2000 bleibt relevant für alle, die bereits einen kompatiblen Mikrowechselrichter besitzen und Wert auf reine Kapazität legen.

Für wen sich der BK1600 Ultra eignet, und für wen nicht

Der BK1600 Ultra eignet sich gut für einen Haushalt, der ein erstes Speichersystem auf einem schmalen Balkon installiert, eine automatische Notstromumschaltung will, ohne den Preis eines kapazitätsstärkeren Systems zu zahlen, und in einem Markt lebt, in dem die 800-W-Selbstinstallation bereits etabliert ist (Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien).

Weniger geeignet ist er für alle, die von Anfang an eine große Speicherkapazität oder starke Notstromleistung wollen: Die Grenze von 4,9 kWh und 3600 W (in der koordinierten Dreier-Konfiguration) bleibt deutlich unter der des SolidFlex 2000. Ebenso weniger geeignet ist er für alle, die einen mitgelieferten Kommunikationszähler ohne zusätzlichen Kauf suchen, eine Funktion, die in der aktuellen Indevolt-Reihe dem SolidFlex 2000 vorbehalten bleibt.

Gegenüber dem historisch günstigeren Growatt NOAH 2000, dem ein integrierter Wechselrichter fehlt, rechtfertigt der BK1600 Ultra seinen Aufpreis für alle, die die einfachstmögliche Installation ohne zusätzliches zu verkabelndes Gerät wollen.

Die Note im Detail

Unsere Note
4,0/5
Wirkungsgrad 4,2
Portabilität und Format nicht gemessen
Wetterbeständigkeit nicht gemessen
Ausgangsanschlüsse nicht gemessen
Kapazität und Erweiterbarkeit 3,9
Solareingang und MPPT 3,8
Steuerung und Intelligenz 3,8
Installation und Konformität 4,0
Verarbeitung und Ausdauer 4,0
Batteriekompatibilität nicht gemessen
Sicherheit und Schutzfunktionen nicht gemessen
Indevolt BK1600 Ultra: Datenblatt und Preis ansehen →

Das Produkt und seine Alternativen

Indevolt BK1600 Ultra

Indevolt BK1600 Ultra

449.00€ (3)

30% leichter und kompakter als vergleichbare Balkonspeicher, mit EPS-Notstromumschaltung in 10 ms und drahtloser Erweiterung bis 4,9 kWh.

Produkt ansehen
Indevolt SolidFlex 2000

Indevolt SolidFlex 2000

649.00€ (5)

Ein Hybrid-Solarspeicher mit halbfesten LiFePO4-Zellen, 4 integrierten MPPT-Trackern und 2400 W bidirektionaler Leistung, erweiterbar bis 66 kWh über 3 gestapelte Gruppen.

Produkt ansehen
Growatt NOAH 2000

Growatt NOAH 2000

389.00€ (9)

2048 Wh, 2 MPPT und 1800 W Solareingang in DC-Kopplung: der meistverkaufte Plug-and-Play-Balkonspeicher Europas, erweiterbar auf 8192 Wh.

Produkt ansehen
Marstek Saturn B2500-D

Marstek Saturn B2500-D

309.00€ (7)

Der Balkonspeicher, der den Trend in Deutschland ausgelöst hat: 2,24 kWh erweiterbar auf 8,96 kWh, 2 MPPT und 1600 W Solareingang, IP65.

Produkt ansehen

Häufige Fragen

Beide teilen sich die gleiche Kapazität von 1636 Wh und dieselben 2 MPPT-Tracker (1200 W), aber nur der BK1600 Ultra verfügt über die EPS-Funktion, die bei einem Stromausfall in unter 10 Millisekunden automatisch auf Akku umschaltet. Der einfache BK1600 hat diese Umschaltung nicht und bleibt auf manuelle Inselnutzung beschränkt.

Nur in einer bestimmten Konfiguration: drei Einheiten im koordinierten Cluster, jede unabhängig mit dem Netz verbunden und per WLAN synchronisiert. Zwei per Kabel gekoppelte Einheiten im zentralisierten Cluster erreichen nur 2300 W, nicht 2400 W, und eine Einzeleinheit bleibt auf 1200 W begrenzt.

Der gemessene Wirkungsgrad im Kreislauf erreicht 82,2 % bei konstant 800 W, was etwa 1345 Wh Abgabe von den angegebenen 1636 Wh entspricht. Das liegt höher als beim SolidFlex 2000 (80,1 %), unter denselben Bedingungen gemessen.

Ja, er integriert 2 MPPT-Tracker (1200 W insgesamt) und kann daher neue Solarmodule ohne Fremdwechselrichter aufnehmen. Er bleibt auch über AC-Kopplung mit einem bereits installierten Mikrowechselrichter kompatibel.

Ja. Die Eintragung im Marktstammdatenregister ist unabhängig von der Leistung der Anlage erforderlich. Eine Installation durch eine Elektrofachkraft nach VDE-AR-N 4105 wird zusätzlich verpflichtend, wenn der Anschluss über einen eigenen Stromkreis statt über eine einfache Steckdose erfolgt: Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei Ihrem örtlichen Netzbetreiber.

Der SolidFlex 2000 bietet mehr Kapazität, doppelt so viele MPPT-Tracker und eine deutlich höhere bestätigte Erweiterung (10,8 gegenüber 4,9 kWh), kostet aber 200 € mehr und trägt, anders als der BK1600 Ultra, eine echte Lücke zwischen eigener Angabe und bestätigter Erweiterungsgrenze. Beide erhalten auf dieser Seite dieselbe Bewertung (4,0) für unterschiedliche Profile.