Was der USB-C-Ausgang wirklich wert ist
Das Solarpanel EcoFlow 60W (USB-C) besitzt einen USB-C-Ausgang, das zentrale Verkaufsargument seiner Produktseite: Telefon, Tablet oder Laptop direkt anschließen, ganz ohne Power Station. In der Praxis ist dieser USB-C-Anschluss auf 15 W begrenzt (5 V/3 A), ein Wert, der von mehreren Fachhändler-Datenblättern übereinstimmend bestätigt wird.
Diese Obergrenze von 15 W reicht aus, um ein Telefon oder Tablet in angemessener Geschwindigkeit zu laden: Als grobe Orientierung würde ein Smartphone-Akku von etwa 4 000 mAh (15 Wh) bei konstanten 15 W etwas über eine Stunde zum Aufladen benötigen, Umwandlungsverluste nicht mitgerechnet. Für einen Laptop dagegen bedeuten 15 W eine sehr langsame Zusatzladung: Die meisten aktuellen Laptops benötigen 45 bis 100 W für eine normale Aufladung, und 15 W bremsen bestenfalls die Entladung des Akkus während der Nutzung, ohne ihn wirklich aufzuladen.
Die auf der Verpackung angegebenen 60 W fließen also nicht über den USB-C-Anschluss, sondern über einen zweiten, weiter unten beschriebenen Anschluss, der vor allem für das Laden einer Power Station gedacht ist. Dieser Unterschied wird auf der Produktseite und in der Marketingkommunikation nicht erläutert, obwohl er konkret bestimmt, was sich mit diesem Panel je nach zu ladendem Gerät tatsächlich anfangen lässt.
Gewicht und Format, das eigentliche Argument des Produkts
Ausgeklappt misst das Panel 135,6 x 30,9 cm bei 2,5 cm Dicke. Zusammengefaltet in vier Segmente passt es in ein Format von 31,7 x 30,9 x 4,5 cm, kaum dicker als ein gebundenes Buch, bei einem angegebenen Gewicht von 2 kg.
Damit gehört es zu den Panels, die sich am leichtesten in einen Wanderrucksack oder ein Gepäckstück dieser Leistungsklasse stecken lassen. Es ist jedoch schwerer und sperriger als sein kleiner Bruder, das Solarpanel EcoFlow 45W (1,4 kg, gleiche TOPCon-Zellkonstruktion), das für eine Gewichtsersparnis von 600 g auf 15 W Nennleistung verzichtet. Ein einfacheres Solarladegerät wie das BigBlue 28W (rund 0,65 kg) bleibt dagegen noch leichter, liefert aber kaum mehr als die Hälfte der Nennleistung des 60W.
Das Panel wird mit einer Transporttasche geliefert, die einen neigbaren Standfuß enthält und im zusammengefalteten Zustand zugleich als Schutz dient. Zur Haltbarkeit dieses Faltmechanismus nach längerer, wiederholter Nutzung wurden für diese genaue Version keine unabhängigen Daten gefunden.
Realer Wirkungsgrad: was die 25% TOPCon und die 60 W wirklich bedeuten
EcoFlow gibt für dieses Panel einen Umwandlungswirkungsgrad von bis zu 25% an, dank monokristalliner TOPCon-Zellen (Tunnel Oxide Passivated Contact) vom N-Typ. Dieser Wert, gemessen unter genormten Industriebedingungen (STC: 1 000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, Referenzspektrum AM1.5), bleibt eine Herstellerangabe, wie bei nahezu allen mobilen Solarpanels auf dem Markt.
In der Praxis liegt die Ausgangsleistung für dieses genaue Modell, gemessen am weiter unten beschriebenen DC-Anschluss, zwischen 53 und über 60 W bei direkter, voller Sonne, ein hoher Anteil des angegebenen Nennwerts. Keine unabhängige Messung mit veröffentlichtem Protokoll (Art der Last, Abstand, genau beschriebene Sonnenbedingungen) wurde für diese genaue Version des Produkts gefunden, was es verbietet, einen genaueren Prozentsatz für die Abweichung zwischen Angabe und Realität zu nennen.
Wie bei jedem mobilen Solarpanel sinkt die Leistung deutlich, sobald sich der Himmel bewölkt oder der Einfallswinkel der Sonne von der Senkrechten abweicht, ein Phänomen, das der gesamten Produktkategorie gemeinsam ist und für diese Version nicht genau beziffert wurde. Zellen vom N-Typ verhalten sich in der Regel thermisch stabiler bei voller Sonne als die auf Einsteiger-Panels verbreiteteren P-Typ-Zellen, was den Wirkungsgradverlust an den heißesten Tagen theoretisch begrenzt.
Ein zweiter Anschluss, für den Anschluss an eine EcoFlow Station
Neben dem USB-C-Anschluss besitzt das Panel einen zweiten Anschluss vom Typ DC5521, der tatsächlich die angegebene maximale Leistung von 60 W liefert (22 V/2,94 A am Punkt maximaler Leistung, bei einer Leerlaufspannung von rund 25,6 V). Ein Adapterkabel von DC5521 auf XT60i liegt bei, wodurch sich das Panel ohne separat zu kaufendes Zubehör direkt an den Solareingang einer EcoFlow Station der Serien River oder Delta anschließen lässt.
Dieser doppelte Ausgang unterscheidet das Panel von anderen mobilen Panels mit direktem USB-Ausgang seiner Kategorie, wie dem BigBlue 28W (nur USB-A) oder seinem eigenen kleinen Bruder, dem 45W: Er erlaubt wahlweise das direkte Laden eines Geräts oder einer kompatiblen Station, ohne je nach Anlass ein anderes Panel wählen zu müssen. Die Kehrseite dieser Vielseitigkeit ist die mögliche Verwechslung durch den Namen "USB-C" des Produkts, der vermuten lässt, die gesamte Leistung fließe über diesen Anschluss, während tatsächlich der DC-Anschluss diese Rolle übernimmt.
Wird dieses Panel an eine Station einer anderen Marke angeschlossen, ist ein Adapter im Format des Solareingangs dieser Station nötig, da der DC5521-Anschluss und sein XT60i-Kabel vor allem für das EcoFlow-Ökosystem gedacht sind.
IP68 und Verarbeitung: der Wetterschutz
Das Panel ist nach IP68 zertifiziert, der höchsten Schutzstufe der genormten Skala gegen Wasser und Staub, gleichauf mit den bestbewerteten mobilen Panels dieses Vergleichs (EcoFlow 45W, bifaziale Panels 110W bis 400W derselben Marke). Seine Zellen sind durch eine ETFE-Beschichtung und Glasfaser-Leiterplatten geschützt, eine Bauweise, die inzwischen bei mobilen Panels der mittleren und oberen Preisklasse üblich ist.
Diese Temperaturspanne bleibt eine Herstellerangabe, die für diese genaue Version des Produkts nicht unabhängig überprüft wurde. Bis heute wurde kein Ausfall von Scharnier oder Anschluss für dieses Panel festgestellt, doch die verfügbare Erfahrung ist naturgemäß begrenzter als bei den bifazialen Panels 110W bis 400W derselben Reihe, die bereits länger auf dem Markt sind und breiter behandelt wurden.
Ein Name, der zwei sehr unterschiedliche Versionen abdeckt
Bevor man diese Einschätzung mit anderen online gefundenen Informationen vergleicht, lohnt sich ein Hinweis: Der Name "EcoFlow 60W Solar Panel" bezeichnet mindestens zwei Produkte mit unterschiedlichen Eigenschaften. Eine Version ganz ohne USB-C-Anschluss, nur mit MC4-Anschluss und ausschließlich zum Laden einer Power Station gedacht, wird weiterhin parallel verkauft: Sie gibt einen geringeren Zellwirkungsgrad an (21 bis 22%) und ein höheres Gewicht (laut mehreren Händlern rund 3,2 kg). Der offizielle Support der Marke bestätigt ausdrücklich, dass diese Version über keinerlei USB-C-Ausgang verfügt.
| Merkmal | Version ohne USB-C (MC4) | Version mit USB-C (dieses Panel) |
|---|---|---|
| USB-C-Anschluss | Keiner | Ja, bei 15 W gedeckelt |
| Hauptanschluss | MC4 | DC5521 (XT60i-Kabel inklusive) |
| Angegebener Zellwirkungsgrad | 21 bis 22% | Bis zu 25% (TOPCon) |
| Angegebenes Gewicht | Rund 3,2 kg | 2 kg |
Der kleine Bruder dieses Panels, das EcoFlow 45W, folgt derselben Logik bei geringerer Nennleistung: angegebene TOPCon-Zellen mit bis zu 25%, gleiche Grundkonstruktion, integriertes USB-C. Kein Zubehör erlaubt es, mehrere Panels dieser kompakten Baureihe miteinander zu verbinden, um ihre Leistung zu addieren, anders als bei manchen größeren Panels des Marktes.
Verarbeitung und Garantie: die kürzeste Laufzeit der EcoFlow-Reihe
EcoFlow wurde 2017 in Shenzhen, China, gegründet und hat sich seitdem als einer der Referenzanbieter auf dem Markt für tragbare Power Stations etabliert, mit einem breiten Ökosystem aus Panels, Akkus und untereinander kompatiblem Zubehör. Bis heute wurde kein Rückruf für dieses Panel festgestellt.
Bemerkenswert: Die Herstellergarantie dieses Panels beschränkt sich auf 12 Monate, gegenüber 5 Jahren bei den bifazialen Panels 110W, 160W, 220W und 400W derselben Marke, die bereits auf dieser Seite besprochen wurden. Dieser Unterschied in der Laufzeit ist für ein dauerhaft Sonne und Witterung ausgesetztes Zubehör nicht unerheblich und sollte vor dem Kauf bekannt sein, auch wenn für diese Version bis heute kein wiederkehrender Fertigungsfehler festgestellt wurde.
Im Vergleich zu anderen mobilen Panels mit direktem USB-Ausgang
Im Vergleich zu anderen mobilen Panels mit direktem USB-Ausgang, die bereits auf dieser Seite besprochen wurden, liegt das EcoFlow 60W bei der Leistung im Mittelfeld, zwischen dem sehr kompakten BigBlue 28W und einem deutlich leistungsstärkeren Panel wie dem Jackery SolarSaga 100W, das eher auf das Laden einer Station ausgelegt ist.
| Kriterium | EcoFlow 60W (USB-C) | EcoFlow 45W (USB-C) | BigBlue 28W | Jackery SolarSaga 100W |
|---|---|---|---|---|
| Nennleistung | 60 W | 45 W | 28 W | 100 W |
| Direkter Geräteausgang | USB-C, max. 15 W | USB-C | USB-A | USB-C und USB-A |
| Angegebener Zellwirkungsgrad | Bis zu 25% | Bis zu 25% | ≈ 22% | ≈ 23% |
| Schutzart | IP68 | IP68 | IPX4 | IP65 |
| Angegebenes Gewicht | 2 kg | 1,4 kg | ≈ 0,65 kg | Hier nicht angegeben |
| Festgestellter Preis | ≈ 99 € | ≈ 79 € | ≈ 60 € | ≈ 299 € |
Das BigBlue 28W bleibt von den vieren das leichteste und günstigste, liefert aber kaum mehr als die Hälfte der Leistung und beschränkt sich mit IPX4 auf USB-A, deutlich unter dem IP68 der EcoFlow-Panels. Das Jackery SolarSaga 100W bietet fast die doppelte Nennleistung, mit einem USB-C- und einem USB-A-Anschluss, doch sein Hauptausgang bleibt XT60 zum Laden einer Station, und sein Preis liegt deutlich über dem des 60W. Der kleine Bruder EcoFlow 45W verfolgt denselben Ansatz bei geringerer Leistung und geringerem Preis.
Preis und Einordnung in die Produktreihe
Zum Zeitpunkt dieser Einschätzung liegt das Solarpanel EcoFlow 60W (USB-C) bei rund 99€ auf der Website des Herstellers. Es positioniert sich über seinem kleinen Bruder, dem 45W (rund 79€), und deutlich unter einem viel leistungsstärkeren Panel wie dem Jackery SolarSaga 100W (rund 299€).
Vor dem Kauf lohnt sich der Blick auf "USB-C" oder "Type-C" im genauen Produktnamen, um nicht eine Version zu vergleichen oder zu bezahlen, die nicht der in dieser Einschätzung beschriebenen entspricht: Die Version ohne USB-C wird zu ähnlichen Preisen angeboten, trotz eines geringeren angegebenen Zellwirkungsgrads und dem völligen Fehlen einer direkten Geräteladung.
Für wen sich dieses Panel eignet, und für wen nicht
Das EcoFlow 60W (USB-C) richtet sich zunächst an alle, die USB-Geräte (Telefon, Tablet, kleine Powerbank, elektrische Luftpumpe) beim Wandern, im leichten Camp oder auf Reisen direkt laden wollen, ohne eine Power Station mitzunehmen. Sein kompaktes Format und sein Gewicht von 2 kg machen es zu einem guten mobilen Begleiter für genau diesen Zweck, mit der zusätzlichen Möglichkeit, über das mitgelieferte Kabel eine kompakte EcoFlow Station anzuschließen.
Wer dagegen eine große Power Station schnell aufladen möchte, sollte sich einem dafür vorgesehenen bifazialen Panel derselben Marke zuwenden (110W, 160W, 220W oder 400W), leistungsstärker und mit einem für diesen Zweck gedachten nativen XT60-Kabel ausgestattet. Wer einen Laptop direkt in der Sonne schnell aufladen möchte, sollte sich ebenfalls anderswo umsehen, da 15 W dafür deutlich zu wenig bleiben. Und wer dieses Modell mit der Version ohne USB-C verwechselt, die mitunter zu einem ähnlichen Preis zu finden ist, aber keinerlei direktes Laden eines Geräts erlaubt, riskiert eine unangenehme Überraschung beim Auspacken.



