Das Gewicht: das wichtigste Argument eines mobilen Solarmoduls
Das EcoFlow 160W Solarmodul gibt auf seinem Datenblatt 3,8 kg an, bei aufgeklappten Maßen von 167,7 x 59,8 cm und einer Dicke von 2,6 cm. Zusammengefaltet in drei Segmente ergibt sich ein Packmaß von 60,9 x 59,8 cm, etwa die Größe eines großen Aktenordners, inklusive fest angebrachtem Tragegriff. Dieses Gewicht fügt sich in eine recht lineare Entwicklung innerhalb der eigenen EcoFlow Modellreihe ein: das 110W Modul wiegt 3,3 kg, das 220W 5,1 kg und das 400W 10,2 kg.
Im Vergleich zu anderen bereits besprochenen mobilen Solarmodulen auf dieser Seite liegt das 160W eher im leichteren Bereich: das Jackery SolarSaga 100W wiegt 3,6 kg bei nur 100 W, das Goal Zero Nomad 100 kommt bei gleicher Leistung auf 4,6 kg, und das Anker Solix PS200 (4,8 kg) bleibt bezogen auf seine 200 W das leichteste. Umgerechnet auf 100 W Nennleistung ergibt sich beim EcoFlow 160W ein Wert von etwa 2,4 kg, sehr nah am Wert des PS200 und deutlich unter dem des SolarSaga oder des Nomad 100. Ein Vorbehalt bleibt: Dieser Wert von 3,8 kg stammt vom Datenblatt und wurde bislang durch keine unabhängige Nachwiegung überprüft.
Der bifaziale Mehrertrag: was "bis zu 25%" wirklich bedeutet
EcoFlow bewirbt dieses Modul mit "bis zu 25% Mehrertrag", eine Formulierung, die eine genauere Erklärung verdient: Gemeint ist nicht der Wirkungsgrad der Zellen selbst (der Anteil der Sonneneinstrahlung, der in Strom umgewandelt wird), sondern der zusätzliche Ertrag, den die bifaziale Rückseite gegenüber einem monofazialen Modul gleicher Nennleistung liefert. Die Zellen selbst werden als N-Type-Technologie angegeben, eine Bauart, die sich bei steigender Temperatur in der Regel stabiler verhält als die auf Einsteiger-Solarmodulen üblicheren P-Type-Zellen, was den Ertragsverlust an einem heißen Sommertag theoretisch begrenzt.
Der tatsächliche bifaziale Mehrertrag hängt fast ausschließlich vom Untergrund unter dem Modul ab. Auf stark reflektierendem Untergrund (Albedo), hellem Sand, frischem Schnee oder Beton kann die Rückseite tatsächlich einen spürbaren Anteil reflektierten Lichts einfangen. Auf Gras oder dunkler Erde, dem beim Camping häufigsten Untergrund, liegt die Albedo meist bei etwa 0,20, und der daraus resultierende bifaziale Mehrertrag bleibt meist unter 10%, weit unter dem vom Hersteller beworbenen Höchstwert von 25%. Das ist keine Schwäche, die nur dieses Modul betrifft: Es handelt sich um eine physikalische Grenze, die für bifaziale Technik allgemein gilt, auf der Verpackung aber selten erklärt wird.
Auf der elektrischen Seite gibt das Datenblatt eine Leerlaufspannung (Voc) von 21,4 V, einen Kurzschlussstrom (Isc) von 9,2 A, eine optimale Spannung (Vmp) von 18,8 V und einen optimalen Strom (Imp) von 8,7 A an. Das sind normierte Werte aus einer festgelegten Testbedingung (1000 W/m² Einstrahlung und eine Referenz-Zelltemperatur), die im Freien nie ganz erreicht werden: Einfallswinkel der Sonne, Bewölkung und die Erwärmung des Moduls in praller Sonne drücken die tatsächlich verfügbare Leistung nach unten. Zur tatsächlich gelieferten Spitzenleistung dieser aktuellen Generation wurde bislang keine unabhängige Zahl gefunden, weshalb sich die genaue Lücke zwischen den nominellen 160 W und der realen Leistung nicht beziffern lässt.
Ein Produktname für zwei sehr unterschiedliche Versionen
Bevor man nach weiteren Bewertungen zu diesem Produkt sucht, lohnt sich ein wichtiger Hinweis: Der Name "EcoFlow 160W Solarmodul" hat im Laufe der Zeit zwei deutlich unterschiedliche Produkte bezeichnet. Eine ältere Version verfügt über keinerlei integrierten Ständer (die Tragetasche dient behelfsmäßig als Stütze), wirbt mit einem Wirkungsgrad von etwa 21 bis 22% und wiegt je nach Datenblatt meist um die 7 kg. Die aktuelle Version, die dieser Beitrag beschreibt und auf die die Produktseite dieser Website verweist, verfügt über einen klappbaren Metallständer, wirbt mit bis zu 25% bifazialem Mehrertrag und gibt ein Gewicht von 3,8 kg an.
| Merkmal | Ältere Version | Aktuelle bifaziale Version |
|---|---|---|
| Ständer | Keiner, Tragetasche als Stütze | Integrierter klappbarer Ständer |
| Angegebener Wirkungsgrad | Etwa 21 bis 22% | Bis zu 25% (bifazialer Mehrertrag) |
| Rückseite | Nicht bifazial | Bifazial |
| Angegebenes Gewicht | Je nach Datenblatt etwa 7 kg | 3,8 kg |
| Schutzklasse | IP65 | IP68 |
Dieselbe aktuelle Version wird je nach Markt unter unterschiedlichen Namen verkauft: in Europa schlicht "160W" oder "160W Light", in den USA "NextGen 160W". Die veröffentlichten technischen Daten (bifaziale Bauweise, verstellbarer Ständer, IP68, 5 Jahre Garantie) stimmen über die Märkte hinweg überein, was für ein und dasselbe, lokal umbenannte Produkt spricht und nicht für zwei getrennte Generationen zwischen Europa und den USA.
IP68: ein Wetterschutz auf dem Niveau der besten seiner Klasse
Das Modul trägt die Schutzklasse IP68, den besten Schutz gegen Wasser und Staub in diesem Vergleich, gleichauf mit dem Jackery SolarSaga 100W und dem BigBlue P35, und deutlich über der älteren Version desselben EcoFlow Moduls, die nur bis IP65 reicht. Diese Schutzklasse erlaubt es, das Modul bei einem Regenschauer draußen stehen zu lassen, ohne es eilig hereinholen zu müssen.
Für diese aktuelle Generation ist kein Ausfall von Scharnieren oder Steckverbindern bekannt. Die Faltung in drei Segmente, gegenüber zwei beim Anker Solix PS200 etwa, erhöht die Zahl der Nähte und Scharniere, die Feuchtigkeit und Staub ausgesetzt sind, gegenüber einer einfacheren Faltung leicht, ein Punkt, der angesichts der bislang noch geringen Erfahrungswerte über mehrere Jahre für diese neuere Version theoretisch bleibt.
Ausgänge: fest integriertes XT60, aber kein USB
Das XT60-Kabel ist bereits fest am Modul montiert, ein wirklich praktischer Vorteil: Es muss nichts separat gesucht oder angeschlossen werden, um das Modul mit einer Powerstation der River- oder Delta-Serie zu verbinden. Es ist der native Anschluss des gesamten EcoFlow Ökosystems und funktioniert ohne Adapter mit nahezu jedem Generator der Marke.
Die Kehrseite ist eine reale Einschränkung: Das Modul bietet keinen einzigen USB-A- oder USB-C-Ausgang. Ein Smartphone oder eine kleine Powerbank lässt sich also nicht direkt laden, ohne über eine Powerstation oder einen Laderegler zu gehen, anders als beim Jackery SolarSaga 100W, das zusätzlich zu seinem Hauptausgang USB-A- und USB-C-Anschlüsse bietet. Um dieses Modul an einen Generator oder Laderegler einer anderen Marke anzuschließen, ist ein XT60-Adapterkabel zum jeweils erwarteten Anschluss nötig (MC4, Anderson oder ein anderer proprietärer Standard): XT60 ist im Ökosystem mobiler Powerstations verbreitet, erreicht aber nicht die nahezu universelle Verbreitung von MC4, das bei festen Solaranlagen und bei einem Teil der konkurrierenden mobilen Module gebräuchlicher ist.
Verarbeitung und Garantie: 5 Jahre, die längste Dauer in diesem Vergleich
EcoFlow gewährt auf dieses Modul 5 Jahre Herstellergarantie, die längste Dauer in diesem Vergleich, gleichauf mit dem Anker Solix PS200 und deutlich vor den 3 Jahren des Jackery SolarSaga 100W oder den 2 Jahren des BigBlue P35.
Für diese aktuelle Generation des Moduls ist kein wiederkehrender Fertigungsfehler und kein Rückruf bekannt; sie ist neuer auf dem Markt als die oben beschriebene ältere Version (ohne integrierten Ständer, IP65, geringerer angegebener Wirkungsgrad). Die unabhängige Erfahrungsbasis zu dieser aktuellen Version bleibt naturgemäß dünner als bei einem Produkt, das bereits seit mehreren Jahren verkauft wird, ein ehrlicher Vorbehalt und kein nachgewiesener Mangel.
Im Vergleich zu anderen mobilen Modulen ähnlicher Leistung
Im Vergleich zu anderen bereits besprochenen mobilen Solarmodulen auf dieser Seite nimmt das 160W eine mittlere Position ein: leistungsstärker als ein typisches 100W-Modul, kompakter als ein 200W-Modul, mit einer Anschlussausstattung, die klar auf das eigene Ökosystem ausgerichtet ist.
| Kriterium | EcoFlow 160W | Jackery SolarSaga 100W | Goal Zero Nomad 100 | Anker Solix PS200 |
|---|---|---|---|---|
| Angegebene Nennleistung | 160 W | 100 W | 100 W | 200 W |
| Angegebenes Gewicht | 3,8 kg | 3,6 kg | 4,6 kg | 4,8 kg |
| Schutzklasse | IP68 | IP68 | Nicht angegeben | IP68 |
| USB-Ausgang | Nein | Ja (USB-A und USB-C) | Nein | Nein |
| Garantie | 5 Jahre | 3 Jahre | Nicht angegeben | 5 Jahre |
Das Jackery SolarSaga 100W bleibt dank seiner integrierten USB-Anschlüsse das vielseitigste der drei Module für den leichten mobilen Einsatz, liefert an der Spitze aber 60 W weniger. Das Goal Zero Nomad 100 setzt auf das geschlossene Yeti Ökosystem, doch seine tatsächlich verfügbare Leistung liegt meist zwischen 50 und 80 W der angegebenen 100 W, eine Lücke, die Goal Zero beim Kauf nicht offenlegt. Das Anker Solix PS200 geht bei der Leistung weiter und bietet einen universelleren MC4-Anschluss, kostet dafür aber mehr. Das EcoFlow 160W hebt sich durch sein bereits integriertes Kabel und seine 5 Jahre Garantie ab, auf Kosten einer geschlosseneren Anschlussausstattung.
Für wen sich dieses Modul eignet
Das EcoFlow 160W richtet sich in erster Linie an alle, die bereits eine kompakte bis mittelgroße Powerstation der Marke besitzen oder in Erwägung ziehen (River- oder Delta-Serie): Das bereits integrierte XT60-Kabel erübrigt jede Suche nach einem Adapter, und die angegebenen 160 W reichen aus, um eine solche Powerstation innerhalb weniger Stunden bei guter Sonneneinstrahlung aufzuladen. Zusammengefaltet auf etwa die Größe eines großen Aktenordners, passt es problemlos in einen ausgebauten Van oder den Stauraum eines Wohnmobils.
Wer dagegen ein Smartphone oder eine kleine Powerbank direkt laden möchte, ohne eine Powerstation mitzuführen, ist mit einem einfacheren Modul mit USB-Anschlüssen wie dem SolarSaga 100W besser bedient. Wer eine größere Powerstation besitzt und sie möglichst schnell aufladen möchte, sollte eher zum 220W derselben Reihe greifen oder zwei Module parallel verschalten. Und wer eine Powerstation einer anderen Marke nutzt, benötigt ein Adapterkabel, da XT60 außerhalb des EcoFlow Ökosystems nicht der verbreitetste Standard ist.
Preis und Einordnung in die EcoFlow Modellreihe
In Deutschland kostet das EcoFlow 160W Solarmodul zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags etwa 249 Euro, direkt über die Seite des Herstellers. Es ordnet sich zwischen dem 110W, günstiger und leichter, und dem 220W, teurer und leistungsstärker, ein, eine stimmige Modellreihe, die es erlaubt, die Leistung an die vorhandene Powerstation anzupassen, ohne die Technik oder das Kabelökosystem zu wechseln.
| Modell | Leistung | Angegebenes Gewicht |
|---|---|---|
| EcoFlow 110W | 110 W | 3,3 kg |
| EcoFlow 160W | 160 W | 3,8 kg |
| EcoFlow 220W | 220 W | 5,1 kg |
Vor dem Kauf hilft ein Blick auf der Produktseite auf den integrierten klappbaren Ständer und das angegebene Gewicht (3,8 kg), um dieses Modul nicht mit seiner älteren Version zu verwechseln, die auf manchen Marktplätzen noch zu einem mitunter ähnlichen Preis zu finden ist.



