Das Gewicht: das eigentliche Markenzeichen dieses Moduls
Das EcoFlow 110W Solarmodul bringt 3,3 kg auf die Waage, bei einem aufgeklappten Format von 194,4 x 41,3 cm und einer Dicke von 2,6 cm. Zusammengeklappt schrumpft es auf 54,4 x 41,3 x 3,6 cm, etwa die Größe einer großen Aktentasche. Es ist das leichteste Modul der gesamten faltbaren bifazialen Reihe von EcoFlow: Das 160W wiegt 3,8 kg, das 220W 5,1 kg und das 400W 10,2 kg, ein nahezu linearer Anstieg mit der angegebenen Leistung.
Im Vergleich zu bereits vorgestellten mobilen Modulen ähnlicher Leistung fällt das 110W deutlich auf: Das Jackery SolarSaga 100W wiegt 3,6 kg bei etwas geringerer angegebener Leistung (100 W), und das Goal Zero Nomad 100 klettert auf 4,6 kg bei gleicher Leistung. Das EcoFlow 110W ist damit bislang das leichteste mobile Modul dieser Leistungsklasse, das auf dieser Seite verglichen wird.
Diese Leichtigkeit hat allerdings eine Kehrseite: Einmal auf seinem integrierten Ständer aufgestellt, hält das Modul starkem Wind (Mistral, Tramontane) mangels jeder Beschwerung nur schlecht stand. Nichts an seiner Bauweise beschwert es zusätzlich oder verankert es am Boden, und genau seine Leichtigkeit, ein klarer Vorteil beim Transport, wird zum Nachteil, sobald der Wind auffrischt.
Ein Produktname für zwei sehr unterschiedliche Generationen
Bevor man dieses Modul mit anderen online gefundenen Bewertungen vergleicht, lohnt sich ein Blick auf einen wichtigen Punkt: Der Name "EcoFlow 110W Solarmodul" bezeichnete nacheinander zwei Produkte mit deutlich unterschiedlichen Eigenschaften. Eine ältere, monofaziale Version wiegt rund 4 kg, gibt einen Zellwirkungsgrad von 22 bis 23 % an und verfügt über keinen integrierten verstellbaren Ständer, wobei die Tragetasche als fester Ersatzständer dient. Die aktuelle Version, die dieser Beitrag beschreibt und auf die die Produktseite dieser Website verweist, ist bifazial, wiegt 3,3 kg und verfügt über einen integrierten, von 30 bis 60° verstellbaren Ständer.
| Merkmal | Vorgängerversion | Aktuelle bifaziale Version |
|---|---|---|
| Bauweise | Monofazial | Bifazial |
| Zellen | Standard-Monokristallin | TOPCon-Monokristallin vom Typ N |
| Angegebene Leistung | 110 W (nur Vorderseite) | 110 W (STC), bis zu 122 W angegeben unter bifazialen Bedingungen |
| Ständer | Tragetasche als fester Ersatzständer | Integrierter, von 30 bis 60° verstellbarer Ständer |
| Angegebenes Gewicht | Rund 4 kg | 3,3 kg |
Diese Verwechslung ist kein Einzelfall des 110W: Bereits veröffentlichte Bewertungen zu den EcoFlow Solarmodulen 160W und 220W auf dieser Seite weisen auf dasselbe Muster hin, da jede Größe der aktuellen bifazialen Reihe ebenfalls eine ältere, schwerere, nicht bifaziale Version abgelöst hat.
110 W oder 122 W: was der bifaziale Wert wirklich bedeutet
EcoFlow gibt für dieses Modul eine Nennleistung von 110 W unter den branchenüblichen Standardtestbedingungen an (STC: 1000 W/m², 25 °C Zelltemperatur, Spektrum AM1.5), ausgestattet mit monokristallinen TOPCon-Zellen vom Typ N. Unter seinem eigenen bifazialen Testprotokoll gibt der Hersteller eine Leistung an, die auf 122 W steigt, ein Wert, der den Beitrag der Rückseite einrechnet. Dieses bifaziale Testprotokoll ist herstellereigen: Für diese aktuelle Generation des Produkts wurde keine unabhängige Messung im Freien gefunden, die diesen Wert bestätigt.
Wie bei den anderen bifazialen Größen der Reihe hängt dieser Mehrertrag vor allem von der Albedo, also der Reflexionsfähigkeit, des Untergrunds unter dem Modul ab: Er bleibt auf Gras oder dunkler Erde, dem in Campingsituationen häufigsten Untergrund, meist begrenzt und kann sich auf sehr hellem Untergrund (Sand, Schnee, Beton) der angegebenen Obergrenze annähern. Das ist keine Einschränkung, die nur dieses Modul betrifft: Es handelt sich um eine physikalische Eigenschaft der gesamten bifazialen Technologie, die auf der Verpackung selten erklärt wird.
Elektrisch gibt das Datenblatt eine Leerlaufspannung (Voc) von 23,5 V, einen Kurzschlussstrom (Isc) von 6,1 A, eine optimale Spannung (Vmp) von 19,5 V und einen optimalen Strom (Imp) von 5,9 A an. Das sind unter genormten Testbedingungen ermittelte Werte, die im Freien nie unverändert erreicht werden: Der Einfallswinkel der Sonne, die Wolkendecke und die Erwärmung des Moduls in praller Sonne drücken die tatsächlich verfügbare Leistung stets nach unten. Dieses Fehlen eines unabhängigen Abgleichs, das für die gesamte aktuelle bifaziale Reihe von EcoFlow gilt, verbietet es, eine genaue Abweichung zwischen den 110 W Nennleistung und dem tatsächlich im Feld erzielten Ertrag dieser aktuellen Generation zu nennen.
IP68: eine Schutzklasse auf dem Niveau der Besten der Kategorie
Das Modul ist mit IP68 zertifiziert, dem besten Schutz gegen Wasser und Staub in diesem Vergleich, gleichauf mit dem Jackery SolarSaga 100W und den anderen bifazialen EcoFlow-Modulen (160W, 220W). Diese Zertifizierung erlaubt es, das Modul bei einem Schauer draußen zu lassen, ohne es eilig hereinholen zu müssen.
TOPCon-Zellen vom Typ N verhalten sich thermisch in der Regel stabiler in praller Sonne als die auf Einsteigermodulen verbreiteten P-Typ-Zellen, was den Ertragsverlust an den heißesten Tagen theoretisch begrenzt. Diese aktuelle Generation zeigt bislang keinen bekannten Scharnier- oder Steckerdefekt, doch der verfügbare Erfahrungswert ist naturgemäß begrenzter als bei einem Produkt, das schon seit mehreren Jahren verkauft wird, ein ehrlicher Vorbehalt, der im Hinterkopf bleiben sollte, statt als erwiesener Mangel zu gelten.
Anschluss: integriertes XT60, aber kein USB
Das XT60-Kabel kommt bereits fest am Modul montiert, ein echter praktischer Vorteil: nichts, das man getrennt suchen oder anschließen muss, um das Gerät mit einer Powerstation der River- oder Delta-Serie zu verbinden. Es ist der native Anschluss des EcoFlow-Ökosystems, direkt kompatibel ohne Adapter mit nahezu allen Generatoren der Marke.
Die Kehrseite ist eine echte Einschränkung: Das Modul bietet keinerlei USB-A- oder USB-C-Ausgang. Ein Smartphone oder eine kleine Powerbank direkt zu laden, ohne über eine Powerstation oder einen Laderegler zu gehen, ist damit nicht möglich, anders als beim Jackery SolarSaga 100W, das neben seinem Hauptausgang USB-A- und USB-C-Anschlüsse integriert. Um dieses Modul an einen Generator oder Regler einer anderen Marke anzuschließen, ist ein XT60-Adapterkabel zum erwarteten Anschluss (MC4, Anderson oder ein anderer proprietärer Standard) nötig: XT60 ist im Ökosystem der tragbaren Powerstations verbreitet, erreicht aber nicht die Universalität von MC4, das bei fest installierten Solaranlagen und bei einem Teil der konkurrierenden mobilen Module weiter verbreitet ist.
Verarbeitung und Garantie: eine etablierte Marke, 5 Jahre Absicherung
EcoFlow wurde 2017 in Shenzhen, China, gegründet und hat sich seitdem als einer der Referenzanbieter auf dem Markt für tragbare Powerstations etabliert, mit einem breiten Ökosystem aus Modulen, Batterien und untereinander kompatiblem Zubehör. Das 110W Solarmodul profitiert von einer Herstellergarantie von 5 Jahren, derselben Dauer wie bei den anderen bifazialen EcoFlow-Modulen (160W, 220W), und bislang wurde kein Rückruf für dieses Produkt festgestellt.
Der Übergang von der Vorgängerversion (rund 4 kg, monofazial, ohne integrierten Ständer) zu diesem 3,3 kg schweren Modul mit verstellbarem Ständer entspricht eher einer vollständigen Neukonzeption als einer rein kosmetischen Änderung, über einen Vertriebszeitraum von mehreren Jahren zwischen den beiden Versionen hinweg. Diese Art von Generationswechsel findet sich auch beim 160W und beim 220W derselben Reihe wieder, was auf eine konsistente Erneuerungsstrategie für die gesamte faltbare bifaziale Modulreihe der Marke hindeutet und nicht auf einen Einzelfall.
Im Vergleich zu anderen mobilen Modulen ähnlicher Leistung
Im Vergleich zu bereits vorgestellten mobilen Modulen nimmt das EcoFlow 110W eine besondere Position ein: etwas leistungsstärker als ein klassisches 100W-Modul, zugleich aber das leichteste seiner Klasse, mit einem Anschluss, der auf das eigene Ökosystem ausgerichtet ist.
| Kriterium | EcoFlow 110W | Jackery SolarSaga 100W | Goal Zero Nomad 100 |
|---|---|---|---|
| Nennleistung | 110 W | 100 W | 100 W |
| Angegebenes Gewicht | 3,3 kg | 3,6 kg | 4,6 kg |
| Bauweise | Bifazial | Monofazial | Monofazial |
| USB-Ausgang | Nein | Ja (USB-A und USB-C) | Nein |
| Schutzklasse | IP68 | IP68 | Nicht angegeben |
| Garantie | 5 Jahre | 3 Jahre | Nicht angegeben |
Das Jackery SolarSaga 100W, trotz etwas geringerer Leistung (100 W), wiegt 300 g mehr (3,6 kg) und erreicht nicht die 5-jährige Garantie des EcoFlow, behält aber einen klaren praktischen Vorteil: zwei integrierte USB-Anschlüsse, mit denen sich ein Smartphone oder eine kleine Powerbank direkt laden lässt, ohne über eine Powerstation zu gehen, was kein bifaziales EcoFlow-Modul bietet. Das Goal Zero Nomad 100 setzt auf das Yeti-Ökosystem, klettert aber bei gleicher angegebener Leistung von 100 W auf 4,6 kg, und seine tatsächlich verfügbare Leistung liegt meist zwischen 50 und 80 W der angegebenen 100 W, eine Abweichung, die Goal Zero beim Kauf nicht kommuniziert. Das EcoFlow 110W hebt sich durch sein bereits integriertes Kabel, seine Leichtigkeit und seine 5-jährige Garantie ab, zum Preis eines geschlosseneren Anschlusssystems und des vollständigen Fehlens von USB.
Preis und Einordnung in die EcoFlow-Reihe
In Deutschland liegt das EcoFlow 110W Solarmodul zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags bei rund 179€, direkt beim Hersteller. Es ordnet sich am Einstieg der bifazialen EcoFlow-Reihe ein, unterhalb des 160W (rund 249€) und des 220W, einer stimmigen Reihe, mit der sich die Leistung an die vorhandene Powerstation anpassen lässt, ohne das Kabelökosystem zu wechseln.
| Modell | Leistung | Angegebenes Gewicht |
|---|---|---|
| EcoFlow 110W | 110 W | 3,3 kg |
| EcoFlow 160W | 160 W | 3,8 kg |
| EcoFlow 220W | 220 W | 5,1 kg |
Ein wichtiger Hinweis für Käufer: Die ältere, schwerere, nicht bifaziale Version dieses Moduls wird bei manchen Händlern zu einem ähnlichen oder sogar höheren Preis angeboten als die aktuelle Version, trotz schlechterer Werte bei nahezu allen Kriterien (Gewicht, Ständer, bifaziale Bauweise). Ein Blick auf der Produktseite auf den integrierten verstellbaren Ständer und das angegebene Gewicht (3,3 kg) hilft zu vermeiden, denselben oder einen höheren Preis für ein weniger ausgereiftes Produkt als das in diesem Beitrag beschriebene zu bezahlen.
Für wen sich dieses Modul eignet, und für wen nicht
Das EcoFlow 110W richtet sich vor allem an alle, die bereits eine kompakte Powerstation der Marke (River-Serie) besitzen oder in Erwägung ziehen und den leichtesten und am einfachsten zu transportierenden solaren Zuschuss der gesamten Reihe suchen: Das bereits integrierte XT60-Kabel erspart jede Suche nach einem Adapter, und das zusammengeklappte Format passt problemlos in eine Tasche oder einen kleinen Kofferraum.
Wer dagegen ein Smartphone oder eine kleine Powerbank direkt laden möchte, ohne eine Powerstation mitzunehmen, greift besser zu einem Modul mit USB-Anschlüssen wie dem Jackery SolarSaga 100W. Wer eine mittelgroße bis große Powerstation besitzt und sie schneller laden möchte, schaut besser zum 160W oder 220W derselben Reihe. Wer regelmäßig an einem windexponierten Ort campt, sollte für eine Beschwerung dieses sehr leichten Moduls sorgen. Und wer eine Powerstation einer anderen Marke nutzt, benötigt ein Adapterkabel, da XT60 außerhalb des EcoFlow-Ökosystems nicht der am weitesten verbreitete Standard ist.



