Wirkungsgrad: eher eine Frage der Zelle als des ganzen Moduls
Callsun gibt für dieses Modul 25 % Wirkungsgrad an, eine Zahl, die vor jedem Vergleich präzisiert werden sollte. Sie beschreibt die Zelle selbst, monokristallines N-Type-Silizium mit sechzehn Busbars (16BB) und 182 mm Kantenlänge, nicht das fertige Modul samt Rahmen, Scharnieren und Anschlusstasche. Die N-Type-Technik beruht auf einer neueren Architektur als das PERC, das die meisten mobilen Module verbaut haben: Sie begrenzt den Leistungsverlust, wenn sich die Zelle erwärmt, was in praller Sonne systematisch passiert, und verlangsamt die Alterung von Jahr zu Jahr. Die sechzehn Busbars verkürzen zudem den Weg, den der Strom bis zur Sammlung zurücklegen muss, was resistive Verluste senkt und die Toleranz gegenüber Mikrorissen verbessert.
Bezogen auf die Gesamtfläche des entfalteten Moduls (122,5 x 58,4 cm, also 0,715 m²), ergibt die Leistung von 110 W eine Dichte von rund 154 Watt pro Quadratmeter, also 15,4 % Wirkungsgrad auf Modulebene, deutlich unter den für die reine Zelle angegebenen 25 %. Dieser Unterschied ist nicht Callsun-spezifisch: Dieselbe Rechnung, angewandt auf die offiziellen Maße und Leistungen der drei anderen Module dieses Vergleichs, ergibt 149 W/m² beim Jackery SolarSaga 100W, 137 W/m² beim EcoFlow 110W und 130 W/m² beim Allpowers SP029 140W. Der auf der Verpackung genannte Prozentwert sagt also nichts über den realen Wirkungsgrad pro Quadratmeter aus, eine Zahl, die für alle nützlicher ist, die das Modul auf begrenztem Raum unterbringen müssen, etwa auf einem Van-Dach oder einer Wohnmobil-Markise.
Bei dieser Rechnung liegt das Callsun an der Spitze des Vergleichs, sogar vor dem günstigsten Wert des EcoFlow 110W (bis zu rund 152 W/m² unter optimalen bifazialen Bedingungen, einer Messung unter anderen Bedingungen, die nicht direkt mit der obigen Rechnung vergleichbar ist). Der reale Vorteil der N-Type-Technik zeigt sich also nicht im angegebenen Prozentwert, der dem mancher Konkurrenten ähnelt, sondern in dieser Leistungsdichte und im besseren Temperaturverhalten, das die Technik verspricht. Eine unabhängige externe Messung, die den Alterungsunterschied über die Zeit für dieses konkrete Modell beziffert, wurde dagegen nicht gefunden.
Ein Format, das wirklich mitgenommen wird
Das Callsun 110W wiegt 3,64 kg bei einem entfalteten Format von 122,5 x 58,4 cm und 3 cm Dicke. Zusammengefaltet über ein Mittelscharnier und einen eingebauten Griff misst es 62,1 x 58,4 x 4 cm, etwa die Größe eines großen, etwas dickeren Notebooks. Der Hersteller wirbt mit einem Schnellöffnungs- und -schließsystem in 5 Sekunden, das lästiges Entwirren von Gurten bei jedem Aufbau erspart.
Mit 3,64 kg bei 110 W liegt das Callsun praktisch gleichauf mit dem Jackery SolarSaga 100W (3,6 kg bei 100 W) und deutlich vor dem Allpowers SP029 140W (4,49 kg). Nur das EcoFlow 110W ist leichter (3,3 kg), dank einer schlankeren bifazialen Bauweise, allerdings um den Preis geschlossener Anschlüsse ganz ohne direkten USB-Port. Auf die Leistung bezogen ergibt das rund 30 W pro Kilo beim Callsun, gegenüber 33 beim EcoFlow, 31 beim Allpowers und 28 beim Jackery.
Zwei verstellbare Stützen klappen werkzeuglos aus, um das Modul zur Sonne auszurichten, eine Funktion, die auch EcoFlow und Allpowers in diesem Vergleich bieten. Zu diesem konkreten Punkt, etwa zur Haltbarkeit von Scharnieren und Stützen nach Dutzenden wiederholter Faltzyklen, liegen kaum Erfahrungswerte vor: Das Modell ist auf dem europäischen Markt noch zu neu, als dass sich eine mehrjährige Nutzung bereits hätte dokumentieren lassen.
IP67, mit einem Vorbehalt, den der Hersteller selbst nennt
Das Modul ist mit IP67 zertifiziert: vollständige Staubdichtheit und Toleranz gegenüber kurzzeitigem Untertauchen, ein offizieller, konkreter Wert, wo sich viele Konkurrenten mit einem vagen „spritzwasserfest" begnügen. Die ETFE-Oberflächenbeschichtung, widerstandsfähiger gegen UV und Abrieb als das PET günstigerer Modelle, ergänzt diesen Schutz, ebenso wie die wasserdichte Rückseite aus Oxford-Gewebe.
Ein wichtiger Vorbehalt, vom Hersteller selbst dokumentiert und nicht bloß eine Kommunikationslücke: Das Anschlussgehäuse, das die USB-Ausgänge und die Solarkabel bündelt, ist von dieser Zertifizierung nicht erfasst. Die offizielle Dokumentation ist an dieser Stelle eindeutig und empfiehlt, das Gehäuse trocken zu halten, mit einer dafür mitgelieferten Reißverschlusstasche. Die Schutzart IP67 schützt also die Modulfläche, nicht die Elektronik, die dazugehört, eine Nuance, die bei dieser Art Produkt selten hervorgehoben wird.
Auf dieser Achse bleibt das Callsun eine Stufe unter den beiden bereits auf dieser Seite besprochenen Modulen gleicher Leistung: Der Jackery SolarSaga 100W und das EcoFlow 110W tragen beide die Schutzart IP68, auf dem Papier höherwertig, da sie längeres statt nur kurzzeitiges Untertauchen toleriert. Beim Camping oder im Van, wo keines der beiden Module je wirklich untergetaucht wird, bleibt der Unterschied weitgehend theoretisch, existiert aber und verdient es, vor dem Kauf erwähnt zu werden.
Fünf Steckverbinder und drei direkte Ports: die beste Ausstattung im Vergleich
Das Callsun wird mit einem zwei Meter langen Fünf-in-eins-Solarkabel (XT60, Anderson, DC5521, DC7909) geliefert, ergänzt durch ein Zehn-in-eins-Adapterset, das in der Praxis nahezu jede Powerstation am Markt abdeckt. Der Hersteller nennt ausdrücklich die Kompatibilität mit den Reihen EcoFlow (Delta und River), Anker Solix (von der C300 bis zur F3800) und Bluetti (Elite, AC und Apex), sofern der Solareingang der Station eine Spannung über 18,8 V akzeptiert, was bei fast allen aktuellen Stationen der Fall ist.
Das Gehäuse integriert drei direkte Ports: einen Standard-USB-A (5 V/3 A), einen zweiten Schnelllade-USB-A (5 V/3 A, 9 V/2 A oder 12 V/1,5 A) und einen USB-C mit Power Delivery bis 15 V/3 A, also 45 W. Das ist dreimal so viel wie der auf 15 W begrenzte USB-C-Port des Jackery SolarSaga 100W, und vor allem zwei Ports mehr als das EcoFlow 110W, das gar keinen USB-Ausgang bietet und selbst zum Laden eines einfachen Handys eine Station zwischenschaltet.
| Modul | Solaranschlüsse | Direkte Ports | USB-C max. |
|---|---|---|---|
| Callsun 110W | XT60, Anderson, DC5521, DC7909 | 2x USB-A + USB-C | 45 W |
| Jackery SolarSaga 100W | Proprietärer Jackery-Ausgang | USB-A + USB-C | 15 W |
| EcoFlow 110W | XT60 | Keiner | Nicht zutreffend |
| Allpowers SP029 140W | Natives MC4 | 2x USB-A + 18-V-Ausgang | Nicht zutreffend (nur USB-A) |
Gegenüber dem Allpowers SP029 140W, das auf einen nativen MC4-Ausgang statt auf gestapelte Adapter setzt, zieht das Callsun bei der Anschlussvielfalt gleich und bietet dabei einen deutlich leistungsfähigeren direkten Ladeport (45 W über USB-C gegenüber einem nicht genormten 18-V/3-A-Ausgang beim Allpowers). Auf dieser konkreten Achse geht das Callsun als das am besten ausgestattete der vier verglichenen Module hervor.
Eine Garantie, die deutlich vom restlichen Markt abweicht
Callsun ist eine Marke mit echter industrieller Präsenz: Der Hersteller nennt vier Produktionsstandorte in China, Vietnam, Indonesien und Saudi-Arabien mit zusammen über 100.000 m² Produktionsfläche, eine Struktur, die weit über die eines einfachen Wiederverkäufers hinausgeht, der nur sein Logo auf ein generisches Produkt setzt.
Die Garantiedauer ist dagegen auf dieser Achse der schwächste Punkt. Die offizielle Garantietabelle des Herstellers stuft seine faltbaren tragbaren Solarmodule derselben Reihe, die Versionen 100 W und 200 W N-Type, auf nur ein Jahr ein, weit hinter den zehn bis zwölf Jahren seiner starren Module und den fünf Jahren seiner flexiblen Module. Das 110W wird dort nicht namentlich aufgeführt, doch nirgendwo sonst wird für dieses konkrete Modell eine längere Garantie angegeben, weder auf den Produktseiten noch bei den hier geprüften Händlerangeboten in Frankreich, Deutschland und den USA.
Gegenüber den drei anderen Modulen dieses Vergleichs ist der Abstand deutlich: Der Jackery SolarSaga 100W ist 3 Jahre abgedeckt, das Allpowers SP029 140W 2 Jahre, und das EcoFlow 110W 5 Jahre, die beste Abdeckung der Kategorie. Das Callsun bietet damit, vorbehaltlich einer Aktualisierung durch den Hersteller, die kürzeste Garantie der vier, ein Punkt, der gegen den niedrigeren Kaufpreis abzuwägen ist.
Gegenüber dem EcoFlow 110W, seinem direktesten Konkurrenten
Gleiche Nennleistung (110 W), gleiche Preisklasse: Das bifaziale EcoFlow 110W ist der naheliegendste Vergleichspunkt für das Callsun. Die beiden technischen Wetten gehen dabei in entgegengesetzte Richtungen. EcoFlow setzt auf Bifazialität, eine Rückseite, die vom Boden reflektiertes Licht einfängt, um unter herstellereigenen Testbedingungen bis zu 122 W zu erreichen, und auf eine besonders schlanke Bauweise mit 3,3 kg. Callsun setzt auf eine monofaziale N-Type-Zelle mit hohem Zellwirkungsgrad und auf Anschlüsse, die direkt nutzbar sind, ohne über eine Station zu gehen.
| Kriterium | Callsun 110W | EcoFlow 110W |
|---|---|---|
| Zelltechnik | N-Type 16BB, monofazial | TOPCon N-Type, bifazial |
| Berechnete reale Dichte | 154 W/m² | 137 bis 152 W/m² je nach Protokoll |
| Angegebenes Gewicht | 3,64 kg | 3,3 kg |
| Schutzart | IP67 (Gehäuse ausgenommen) | IP68 |
| Direkte USB-Ausgänge | 2x USB-A + USB-C 45 W | Keiner |
| Garantie | 1 Jahr | 5 Jahre |
| Festgestellter Preis | 149,99 € | 179,00 € |
Das Ergebnis ist eine klare Aufteilung der Stärken. Das EcoFlow gewinnt bei der Schutzart, beim Gewicht und vor allem bei der Garantie, fünfmal so lang. Das Callsun gewinnt bei der oben berechneten realen Leistungsdichte und deutlich bei den direkten Anschlüssen, mit drei Ladeports, davon einer mit 45 W, gegenüber keinem einzigen beim EcoFlow, das selbst zum Laden eines einfachen Handys eine Station zwischenschaltet. Bei nahezu gleichem Preis hängt die Wahl also vor allem vom geplanten Einsatz ab: kleine Geräte im Alltag direkt anschließen, oder ganz auf Langlebigkeit und Schutzart setzen, um den Preis geschlossener Anschlüsse im EcoFlow-Ökosystem.
Gegenüber dem Jackery SolarSaga 100W und dem Allpowers SP029 140W
Der Jackery SolarSaga 100W, einer der etablierten Namen am Markt, kommt beim Gewicht fast an das Callsun heran (3,6 kg gegenüber 3,64 kg) und trägt dieselbe Schutzart IP68 wie das EcoFlow, mit 3 Jahren Garantie. Er bleibt jedoch an zwei konkreten Punkten zurück: Sein USB-C-Port ist auf 15 W begrenzt gegenüber 45 W beim Callsun, und seine oben berechnete reale Leistungsdichte, 149 W/m², liegt leicht unter den 154 W/m² des Callsun. Der Name „SolarSaga" umfasst zudem mehrere Generationen und Varianten (Air, Prime, Light), die beim Kauf nicht verwechselt werden sollten, eine Falle, die das Callsun als neuerer Name in diesem konkreten Segment noch nicht hat.
Das Allpowers SP029 140W spielt eine andere Karte: 30 W mehr als das Callsun, für 850 g mehr (4,49 kg) und 30 € mehr (179,99 € gegenüber 149,99 €). Sein nativer MC4-Ausgang und seine beiden USB-A-Ports machen es bei den Anschlüssen zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten, doch sein Zellwirkungsgrad wird von einer Herstellerseite zur anderen uneinheitlich angegeben, je nach Quelle zwischen 21 und 24 %, und auch seine Schutzart schwankt je nach Quelle zwischen IP65 und IP67. Die Angaben zum Callsun dagegen bleiben auf den drei hier geprüften Märkten (Frankreich, Deutschland, USA) identisch und konsistent, kein kleiner Vorteil in einem Segment, in dem widersprüchliche Datenblätter häufig bleiben.
Das günstigste der vier, aber mit schrumpfendem Abstand
Zum Zeitpunkt der Recherche für diese Einschätzung, direkt auf der Produktseite und der Händlerseite geprüft, kostet das Callsun 110W 149,99 € und bleibt damit das günstigste der vier hier verglichenen Module. Der Abstand ist allerdings gegenüber dem Marktstart geschrumpft: Das EcoFlow 110W liegt inzwischen bei 179,00 €, das Allpowers SP029 140W bei 179,99 € und der Jackery SolarSaga 100W bei 277,30 €, Preise, die seit ihrer Einführung ihrerseits nach unten korrigiert wurden.
| Modul | Leistung | Festgestellter Preis |
|---|---|---|
| Callsun 110W | 110 W | 149,99 € |
| EcoFlow 110W | 110 W | 179,00 € |
| Allpowers SP029 140W | 140 W | 179,99 € |
| Jackery SolarSaga 100W | 100 W | 277,30 € |
Der Preis schwankt zudem spürbar von einem europäischen Markt zum anderen für eine strikt identische Referenz: Zum Zeitpunkt der Recherche war dasselbe Modul auf dem deutschen Markt rund 13 % günstiger als auf dem französischen. Der Preisvergleich am Kauftag bleibt also sinnvoll, selbst zwischen zwei Ländern derselben Währungszone.
Für wen sich dieses Modul eignet, und für wen nicht
Das Callsun 110W eignet sich zunächst für alle, die kleine Geräte direkt laden wollen, Handy, Tablet oder Stirnlampe, ohne zwingend eine Station zu besitzen, dank seiner drei direkten Ports und seines USB-C mit 45 W, während die Möglichkeit erhalten bleibt, über das mitgelieferte Fünf-in-eins-Kabel eine Station anzuschließen. Es ist auch eine rationale Wahl für alle, die vor allem das Einstiegsbudget unter Modulen ähnlicher Leistung vergleichen, da es das günstigste der vier hier verglichenen bleibt.
Wer dagegen die bestmögliche Schutzart oder die längste Garantie sucht, greift eher zum EcoFlow 110W mit seinem IP68 und 5 Jahren Garantie oder zum Jackery SolarSaga 100W, ebenfalls IP68, 3 Jahre Garantie und eine über die Zeit etabliertere Marke. Wer zusätzliche Watt braucht, ohne sich groß um das Gewicht zu kümmern, schaut eher zum Allpowers SP029 140W. Und wer häufig unter feuchten Bedingungen campt, sollte bedenken, dass das Anschlussgehäuse des Callsun, anders als die Modulfläche selbst, laut Hersteller nicht wasserdicht ist.



