Was die angegebenen 400W wirklich wert sind
Wie bei jedem Solarmodul entsprechen die 400W des PS400 einer genormten Nennleistung (1000 W/m² Einstrahlung, Standard-Zelltemperatur, Referenzspektrum), ein nützlicher Vergleichswert, der im Freien so aber nicht auftritt. In praller Mittagssonne bei klarem Himmel erreicht die Ausgangsleistung des PS400 368W von den 400W Nennleistung, also 92%, eine der besten Quoten in unserem Katalog mobiler Solarmodule.
An einem sonnigen Sommertag (9 bis 17 Uhr) liegt die durchschnittliche Leistung bei etwa 285W, insgesamt nahe 2280 Wh. Bei bewölktem Himmel sinkt die verfügbare Leistung auf 80 bis 120W, im Schnitt etwa 100W über 8 Stunden: ein für dieses Panelformat üblicher Rückgang, der nicht spezifisch für das PS400 ist. Bei etwa einem verschatteten Drittel des Panels bleibt die Leistung dank der eingebauten Bypass-Dioden nahe 220W, ein solides Verhalten, das einen vollständigen Leistungseinbruch vermeidet, anders als bei schlechter verschalteten Panels.
Das Gewicht: der eigentliche Kompromiss des 400W-Formats
Im aufgeklappten Zustand wiegt das PS400 laut Herstellerangabe 15,9 kg und ist damit das schwerste mobile Solarmodul unseres bisherigen Katalogs: mehr als dreimal so schwer wie das PS200 (4,8 kg) derselben Marke, und etwa 56% schwerer als ein EcoFlow-Panel gleicher Leistung (400W, 10,2 kg), das bereits auf der Produktseite verglichen wird. Es handelt sich also nicht nur um den mechanischen Effekt der verdoppelten Leistung: Bei gleicher Leistung ist ein direkter Konkurrent spürbar leichter.
Im zusammengeklappten Zustand (91,3 x 65,9 cm bei 4,7 cm Dicke) bleibt die Stellfläche des PS400 größer als beim kompakteren Fossibot SP200 (64 x 53 cm), ein angesichts des Leistungsunterschieds nachvollziehbarer Abstand. Zwei eingebaute Griffe erleichtern den Transport über kurze Strecken, doch bei diesem Gewicht handelt es sich klar um ein Panel, das vom Fahrzeug zum Aufstellort getragen wird, nicht um ein Format für den Rucksack beim Wandern.
Der Standfuß: der am häufigsten genannte Vorbehalt
Der Punkt, der beim PS400 am häufigsten zur Sprache kommt, betrifft weder seine Leistung noch seine Abdichtung, sondern seinen Standfuß. Das eingebaute System stützt die vier Segmente über die volle Breite des aufgeklappten Panels (2,59 m) nicht immer gleichmäßig: Die mittleren Segmente können leicht durchhängen, besonders auf unebenem Untergrund. Das ist kein Defekt, der die Funktion beeinträchtigt, aber ein echter Reibungspunkt bei einem Produkt dieser Preisklasse.
Dieser Punkt ist vor dem Kauf gut zu kennen, da er im Widerspruch zum sonst eher hochwertig ausgerichteten Datenblatt steht (verstärkter Rahmen, ETFE-Beschichtung, IP67). Eine sorgfältige Bodenverankerung über die dafür vorgesehenen Ösen begrenzt das Problem, beseitigt es bei einem so breiten Panel aber nicht vollständig.
Achtung: Eine neuere bifaziale Version trägt denselben Namen
Ein wichtiger Punkt, bevor man nach weiteren Einschätzungen zu diesem Produkt sucht: Der Handelsname "Anker Solix PS400" bezeichnet heute zwei Panels mit unterschiedlicher Hardware. Die in dieser Einschätzung beschriebene Version, auf die sich die Produktseite dieser Website bezieht, ist das ursprüngliche monofaziale Modell (klassische monokristalline Zellen, bis zu 23% angegebener Wirkungsgrad, IP67, 15,9 kg, 2 Jahre Garantie). Die offizielle Dokumentation des Herstellers listet inzwischen auch eine neuere bifaziale Version mit aktiver Rückseite, IP68-Schutzklasse und einem deutlich niedrigeren angegebenen Gewicht.
| Merkmal | Hier beschriebene Version (monofazial) | Neuere bifaziale Version |
|---|---|---|
| Zellen | Klassisch monokristallin | Bifazial |
| Schutzklasse | IP67 | IP68 |
| Angegebenes Gewicht | 15,9 kg | Deutlich niedriger |
| Garantie | 2 Jahre | Länger |
IP67 und Wetterbeständigkeit: was zu beachten ist
Das PS400 trägt die Schutzklasse IP67 gegen Wasser und Staub, eine Stufe unter dem IP68 des PS200 oder eines bereits im Katalog vorhandenen EcoFlow-400W-Panels. Die ETFE-Fluorpolymer-Beschichtung und der verstärkte Aluminiumrahmen sollen den Verschleiß durch wiederholte Handhabung im Freien begrenzen (Falten, Tragen, Ablegen am Boden).
Die offizielle Dokumentation des Herstellers gibt an, dass die Gummikappen der MC4-Anschlüsse vor jeglichem Regenkontakt geschlossen bleiben müssen: eine einfache Anweisung, die aber nicht zu vernachlässigen ist, da die Schutzklasse an dieser Stelle sonst nicht mehr gilt. Anker weist außerdem darauf hin, dass das Panel nicht für eine dauerhafte Installation im Freien gedacht ist, sondern zum Aufstellen und anschließenden Verstauen nach Gebrauch.
Ausgangsanschlüsse: vollständiges MC4-Set, aber ohne USB
Das PS400 gibt seine Leistung über MC4-Anschlüsse aus, den am weitesten verbreiteten Standard im Solarbereich, mit zwei mitgelieferten 3-Meter-Verlängerungskabeln. Ein kürzerer Adapter von MC4 auf XT-60 vervollständigt die Ausstattung: kein zusätzliches Kabel nötig, egal ob im Anker-Solix-Ökosystem oder an einem Laderegler oder einer Station eines anderen Herstellers mit MC4-Eingang.
Eine echte Einschränkung betrifft jedoch fast alle Panels dieser Leistungsklasse: kein USB-Ausgang. Ein Smartphone oder eine Powerbank lässt sich also nicht direkt laden, ohne eine Station dazwischenzuschalten. Die Leerlaufspannung von 60V macht es zudem nötig, vor dem Anschließen die maximale Eingangsspannung der eigenen Station oder des eigenen Ladereglers zu prüfen, besonders bei älteren oder einfacheren Geräten.
Kompatibilität mit Anker-Solix-Stationen und darüber hinaus
Anker empfiehlt die Kombination des PS400 mit der Station Solix F2000 und gibt eine vollständige Aufladung dieser Station in 5,7 Stunden mit diesem Panel unter günstigen Bedingungen an. Darüber hinaus bleibt die Ausgangsleistung des Panels mit jeder Station oder jedem Laderegler auf dem Markt kompatibel, die einen MC4-Eingang bis 60V akzeptieren, nicht nur mit dem Anker-Ökosystem.
Für alle, die bereits eine Anker-Solix-Station besitzen, erspart der mitgelieferte Adapter auf XT-60 einen Zukauf. Für alle mit einer Station eines anderen Herstellers funktioniert der native MC4-Ausgang direkt, sofern die maximale Eingangsspannung vorher geprüft wird.
Verarbeitung, Garantie und Zuverlässigkeit
Der verstärkte Aluminiumrahmen und die kratzfeste ETFE-Beschichtung zielen auf eine wiederholte Nutzung im Freien ohne schnellen Verschleiß ab. Bislang ist kein Rückruf für dieses Panel bekannt: Die bekannten Rückrufe der Marke Anker betreffen ausschließlich Produkte mit eingebautem Lithium-Akku (tragbare Ladegeräte, Powerbanks), niemals ihre passiven Solarmodule, die keine Speicherzelle und keine interne Ladeelektronik enthalten.
Ein Punkt verdient dennoch Erwähnung: Die Herstellergarantie des PS400 beträgt nur 2 Jahre, deutlich weniger als die 5 Jahre des PS200 derselben Marke oder eines bereits im Katalog vorhandenen EcoFlow-400W-Panels. Das ist an sich kein Zeichen von Zerbrechlichkeit (das Fossibot SP200 unseres Katalogs trägt dieselbe Garantiedauer), aber ein objektiver Vergleichspunkt, den man vor dem Kauf kennen sollte, besonders gegenüber dem eigenen kleinen Bruder, der in diesem Punkt deutlich besser abgesichert ist.
Im Vergleich zu einem EcoFlow-Panel gleicher Leistung
Bei gleicher Leistung (400W) ist ein bereits im Katalog vorhandenes EcoFlow-Panel der direkteste Vergleich. Das PS400 behält seinen Vorteil beim Ständer mit 4 Winkeln, fällt aber bei Gewicht, Schutzklasse und Garantie deutlich zurück.
| Kriterium | Anker Solix PS400 | EcoFlow 400W |
|---|---|---|
| Zellen | Monokristallin (23%) | Bifazial (bis 25%) |
| Gewicht | 15,9 kg | 10,2 kg |
| Ständer / Winkel | 4 Winkel (30-80°) | 3 Winkel + Ausrichthilfe |
| Schutzklasse | IP67 | IP68 |
| Garantie | 2 Jahre | 5 Jahre |
| Katalogpreis | 549,99€ | 546,00€ |
Das EcoFlow-Panel liegt bei fast allen objektiven Kriterien vorn (Gewicht, Schutzklasse, Garantie), bei einem auf diesem Markt nahezu identischen Katalogpreis: Ein klarer Vorteil ohne nennenswerten Aufpreis. Das PS400 behält einen Vorteil, der an sein eigenes Ökosystem gebunden ist: Für alle, die bereits eine Anker-Solix-Station besitzen, vereinfachen die direkte Kompatibilität und der mitgelieferte Adapter den Kauf, ohne die Kompatibilität einer fremden Marke prüfen zu müssen.
Für wen sich das PS400 wirklich eignet
Das PS400 richtet sich vor allem an alle, die bereits eine große Anker-Solix-Station besitzen (allen voran die F2000-Reihe) und diese schnell in der Sonne aufladen wollen, für eine feste Basislager-Nutzung: ein mehrere Tage geparktes Wohnmobil, längeres Camping oder eine feste Notstromlösung. Seine hohe Ausgangsleistung macht es zu einer guten Wahl für alle, die viel Energie in kurzer Zeit benötigen, ohne allzu genau auf das Gewicht zu achten.
Wer dagegen ein wirklich portables Format sucht, das sich leicht von einem Ort zum anderen tragen lässt, sollte eher zu einem leichteren Panel wie dem PS200 (4,8 kg) derselben Marke greifen und dafür eine geringere Ausgangsleistung in Kauf nehmen. Und wer bereits eine Station einer anderen Marke mit derselben Eingangsleistung besitzt, findet im EcoFlow-400W-Panel einen leichteren, länger garantierten Konkurrenten zu einem auf diesem Markt vergleichbaren Preis.
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland liegt der Preis des PS400 zum Zeitpunkt dieser Einschätzung bei etwa 549,99€, gegenüber einem angezeigten Vergleichspreis von 899,00€. Die Preise schwanken je nach Händler und Zeitraum, meist deutlich unter dem ursprünglichen Katalogpreis.
Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf das angegebene Gewicht (15,9 kg) und das Fehlen des Begriffs "bifazial" auf der Produktseite oder beim Händler: Wie weiter oben erläutert, bezeichnet derselbe Handelsname inzwischen auch eine neuere, leichtere Version, die nicht mit dem hier beschriebenen Modell verwechselt werden sollte.



