Was der angegebene Wirkungsgrad von 21 bis 24 % wirklich wert ist
Das Allpowers SP029 gibt eine Spitzenleistung von 140 W an, ermittelt unter genormten Laborbedingungen (Referenz-Sonneneinstrahlung, kontrollierte Zelltemperatur). Diese Konvention eignet sich zum Vergleich zweier Module, trifft im Freien aber nie exakt zu: Einfallswinkel, Bewölkung und die Erwärmung des Moduls in praller Sonne drücken die tatsächlich verfügbare Leistung immer nach unten, ein Effekt, der für die gesamte Kategorie gilt. Für dieses Format ist eine reale Leistung von 90 bis 110 W an einem guten Sommertag bei gut ausgerichtetem Modul die realistische Erwartung, mit deutlichem Einbruch, sobald der Himmel diesig wird oder der Einfallswinkel schlechter steht.
Beim Wirkungsgrad der Zellen selbst erzählen die Verkaufsseiten von Allpowers nicht überall dieselbe Geschichte. Die aktuelle offizielle Herstellerseite zu diesem Modell nennt Zellen aus „Polysilicon“ (polykristallin) mit 21 % Wirkungsgrad. Andere Seiten desselben Herstellers, auf anderen Märkten, sprechen von monokristallinen Zellen und nennen 22 bis 24 %. Ein Wirkungsgrad über 20 % ist für polykristalline Zellen schwer zu erreichen, eine Technologie, die üblicherweise bei 17 bis 18 % endet: Die glaubwürdigere Spur sind neuere monokristalline Zellen, doch die Unklarheit geht vom Hersteller selbst aus, nicht von einer externen Quelle. Diese Art von Widerspruch zwischen den eigenen Seiten eines Herstellers ist in dieser Reihe kein Einzelfall: Auch das Solax SE200 derselben Marke, bereits auf dieser Website verglichen, nennt eher eine Spanne (23 bis 25 %) als einen festen Wert.
Der MC4-Ausgang mit 25 A, das zentrale Argument des Produkts
Das SP029 gibt seine Leistung über einen MC4-Stecker ab, den am weitesten verbreiteten Standard im Solarmarkt, und verträgt dabei bis zu 25 Ampere. Genau das macht das Modul mit nahezu jedem heute verkauften Solargenerator kompatibel, unabhängig von der Marke, während manche Hersteller stattdessen einen proprietären Stecker vorschreiben. Das mitgelieferte Kabelset erweitert diese Kompatibilität zusätzlich: ein Anderson-Stecker, gängige DC-Hohlstecker und Krokodilklemmen zum direkten Laden einer 12-V-Autobatterie.
Ein weiteres nützliches Detail, das auf der Katalogseite dieser Website fehlt, aber in der Dokumentation des Herstellers steht: Das Modul verfügt über einen Anschluss zur Parallelschaltung mit einem zweiten, identischen SP029, um die Auffangfläche zu verdoppeln, sofern der Solareingang der empfangenden Station die kombinierte Leistung und Spannung beider Module verträgt. Der DC-Port selbst ist am Stecker auf bis zu 10 A ausgelegt, die tatsächlich abgegebene Leistung bleibt aber durch die Elektronik des Moduls auf 18 V und 3 A begrenzt, nicht durch die reine Belastbarkeit der Buchse.
Zwei USB-Anschlüsse: der Punkt, an dem es seinen Solax-SE200-Vetter schlägt
Neben dem MC4-Ausgang erlauben zwei USB-A-Anschlüsse mit je 5 V und 2,4 A den Betrieb des Moduls allein, ohne zwischengeschaltete Powerstation. Das ist ein echter Unterschied zum Solax SE200, dem 200-W-Modul derselben Marke, das bereits auf dieser Website verglichen wurde: Es bietet keinerlei Direktausgang und erfordert immer eine Station dazwischen. Beim SP029 lässt sich ein Handy oder eine kleine Powerbank direkt an der Sonne laden, auch wenn das Fehlen eines Pufferakkus bedeutet, dass die Ladung exakt der Sonneneinstrahlung folgt und bei der ersten Wolke abbricht.
Ein Punkt zur Beachtung: Kein USB-C-Anschluss ist verbaut, nur klassisches USB-A. Gegenüber Laptops oder aktuellen Handys, die über USB-C schneller laden, ist das eine echte Einschränkung. Mehrere Seiten Dritter erwähnen einen USB-C-PD-Anschluss mit 60 W am SP029, doch diese Angabe taucht auf der aktuellen offiziellen Produktseite des Herstellers nicht auf, die nur die beiden USB-A-Anschlüsse und den DC-Ausgang nennt: Besser nicht darauf verlassen, bei Lieferung einen USB-C-Anschluss vorzufinden.
4,49 kg für 140 W: ein Modul fürs Wohnmobil, nicht für die Wanderung
Das SP029 wiegt 4,49 kg und entfaltet sich auf rund 1,68 m Länge bei 64 cm Breite, bevor es sich auf ein kompaktes Format von 64 x 36,5 x 3 cm zusammenfalten lässt. Bezogen auf die Leistung ist das ein guter Wert: 140 W bei 4,49 kg, umgerechnet rund 31 W pro Kilogramm, ein besseres Verhältnis als beim bereits auf dieser Website verglichenen Jackery SolarSaga 100W (rund 4,7 kg für 100 W, also 21 W pro Kilogramm).
Einmal entfaltet, ist das Modul so sperrig wie jedes Modul dieser Leistungsklasse: Es braucht freie, einigermaßen ebene Fläche, und ab einer gewissen Windstärke wird das Aufstellen zu zweit ratsam. Die integrierte, verstellbare Stütze erlaubt die Ausrichtung zur Sonne ohne weiteres Zubehör.
Eine Schutzart, die sich je nach gelesener Seite ändert
Diese Uneinheitlichkeit ist kein Alleinstellungsmerkmal des SP029: Sie spiegelt eine wenig sorgfältige Produktkommunikation wider, mehr als einen erwiesenen Materialfehler. Bislang wurde kein Rückruf für dieses Modul bekannt, ebenso wenig wie ein wiederkehrendes Problem durch eindringendes Wasser. Anschlussdose und Stecker bleiben trotzdem die am stärksten exponierten Stellen bei diesem Produkttyp: Bei anhaltendem Regen besser schützen, statt sich auf eine Schutzart-Angabe zu verlassen, die von Quelle zu Quelle schwankt.
Wie lange dauert es, eine Station in der Sonne zu füllen
Als grobe Orientierung, ausgehend von der oben genannten realen Leistungsspanne (90 bis 110 W), würde ein Allpowers R600 (299 Wh) in etwa 2:45 bis 3:20 Stunden gefüllt, ein Allpowers R1500 (1152 Wh) in etwa 10:30 bis 12:50 Stunden. Diese vereinfachte Rechnung blendet Umwandlungsverluste und die langsamere Ladung gegen Ende aus, liefert aber eine realistische Größenordnung für einen sonnigen Tag.
Der oben erwähnte Anschluss zur Parallelschaltung erlaubt es, ein zweites SP029 anzuschließen und diese Zeit ungefähr zu halbieren, sofern der Solareingang der empfangenden Station die kombinierte Leistung und Spannung beider Module verträgt: Das SP029 gibt an seinem Punkt maximaler Leistung bis zu 19,5 V ab.
Im Vergleich zur direkten Konkurrenz von 100 bis 200 W
Bei rund 170 Euro konkurriert das SP029 mit Faltmodulen von 100 bis 200 W. So schlägt es sich gegen drei bereits auf dieser Website behandelte direkte Alternativen: das Allpowers SP033 200W, die leistungsstärkere Ausführung derselben Marke, das Jackery SolarSaga 100W und das EcoFlow 160W.
| Kriterium | Allpowers SP029 | Allpowers SP033 | Jackery SolarSaga 100W | EcoFlow 160W |
|---|---|---|---|---|
| Spitzenleistung | 140 W | 200 W | 100 W | 160 W |
| Gewicht | 4,49 kg | ≈ 8 kg | ≈ 4,7 kg | ≈ 7 kg |
| MC4-Ausgang | Ja, 25 A | Ja | Ja | Ja |
| Direktausgänge | 2 USB-A + 18 V DC | Keine | 1 USB-A + 1 USB-C | Keine |
| Beobachteter Preis | ≈ 169 € | ≈ 300 € | ≈ 250 € | ≈ 350 € |
Gegenüber dem SP033 derselben Marke gibt das SP029 60 W Leistung ab, kostet dafür aber fast die Hälfte und wiegt fast halb so viel: Für alle, die keine 200 W brauchen, ist das der rationalere Kompromiss. Gegenüber dem für seine Verarbeitung bekannten SolarSaga 100W von Jackery bietet das SP029 40 W mehr zu einem spürbar niedrigeren Preis, auf Kosten einer weniger etablierten Marke. Gegenüber dem EcoFlow 160W ist das SP029 leistungsschwächer, kostet aber etwa halb so viel und behält dabei Direktausgänge, die das EcoFlow nicht bietet.
Fertigung, Garantie und eine noch dünne Presseabdeckung
Allpowers wurde 2008 in Guangzhou, China, gegründet. Die Marke ist inzwischen im Segment der Powerstations und tragbaren Module gut etabliert, mit einem breiten Katalog, der in Europa, den USA und Großbritannien vertrieben wird. Die Herstellergarantie des SP029 läuft über 24 Monate, verlängerbar durch Registrierung des Produkts auf der offiziellen Website, eine Dauer im unteren Bereich des Segments gegenüber den 3 bis 5 Jahren mancher direkter Konkurrenten.
Bislang wurde kein Rückruf für dieses Modul bekannt. Die Kehrseite dieser sauberen Bilanz ist eine bislang sehr dünne Abdeckung durch die westliche Fachpresse für genau dieses Modell: Die meisten Seiten, die online darüber schreiben, sind Produktlisten oder Affiliate-Seiten, die dieselben Angaben voneinander übernehmen, ohne externen Abgleich oder ausführliche Erfahrungsberichte über mehrere Jahre. Das heißt nicht, dass das Produkt schlecht ist, sondern nur, dass die oben genannten Zahlen zu Wirkungsgrad und Schutzart derzeit keinen ernsthaften Gegencheck außerhalb der Seiten des Herstellers selbst haben.
Für wen sich das SP029 eignet, und für wen nicht
Das SP029 richtet sich zunächst an alle, die bereits eine Powerstation besitzen und sie mit Sonne statt mit einem Benzingenerator füllen wollen: Sein MC4-Ausgang mit 25 A und das Kabelset decken nahezu jeden Solargenerator am Markt ab. Die beiden USB-Anschlüsse machen es zudem zu einer sinnvollen Wahl für alle, die zusätzlich ein Handy oder eine kleine Batterie retten wollen, ohne die Station herauszuholen.
Wer dagegen ein Modul für Wanderung oder Rucksack sucht, findet anderswo Leichteres: 4,49 kg sind ein Gewicht fürs Wohnmobil, nicht für den Trekkingpfad. Wer schnelles USB-C-Laden für den Laptop will, sollte sich nach einem anderen Modell umsehen, da das SP029 keinen entsprechenden Anschluss bietet. Und wer eine einzige, garantierte Schutzart-Angabe wünscht, muss die oben genannte Unsicherheit hinnehmen oder sich für eine Referenz mit stabilerem Datenblatt entscheiden.



