Ein dokumentierter Brand, eine bislang nicht unabhängig bestätigte Erklärung des Herstellers
Ende März 2025 brach auf einer AiO-2400-Anlage in Neuenhaus, Niedersachsen (Deutschland), ein Brand aus, nur zwei Wochen nach ihrer Inbetriebnahme. Das System, gekoppelt an rund 1780 W Solarmodule, wurde von einem Nachbarn bemerkt; die Feuerwehr hatte den Brand nach 2 Stunden unter Kontrolle. Der Technikraum und ein Teil der Heizungsanlage wurden in Mitleidenschaft gezogen, die Dachkonstruktion musste überprüft werden, der Rest des Wohnhauses blieb bewohnbar.
Der Hersteller teilte seine Erklärung nach eigener Untersuchung mit: Das Kunststoffgehäuse der Batteriepacks wies weder Verformung noch Aufblähung auf, weshalb er die Zellen als Brandursache ausschließt. Seine bevorzugte Hypothese kombiniert mehrere Faktoren: einen möglichen Kontaktfehler am 400-W-MPPT-Eingang, der eine lokale Temperaturerhöhung verursacht habe, sowie einen Verlust der Netzwerkverbindung des Mikrowechselrichters über rund 10 Stunden, während derer das System mit beeinträchtigter Stabilität weiterlief, ohne dass die Warnmeldung den Nutzer erreichte.
Dies ist die Erklärung des Herstellers selbst, mitgeteilt nach seiner eigenen Untersuchung vor Ort: Keine unabhängige Untersuchung hat sie bislang bestätigt oder widerlegt. Es wurde kein Produktrückruf ausgesprochen. Der Hersteller hat mehrere Korrekturmaßnahmen angekündigt: eine App-Oberfläche, die Fehlermeldungen deutlicher sichtbar macht, eine verstärkte Notabschaltung bei Störungen mit hohem Risiko, sowie zusätzliche Benachrichtigungskanäle (insbesondere per E-Mail), um nicht mehr ausschließlich von einer Warnung in der App abhängig zu sein.
Selbstheizung bis zu -20 °C angekündigt: reale Zweifel, unter Extrembedingungen noch nicht überprüft
Der Hersteller kündigt eine automatische Selbstheizfunktion an, die die Batterie bis zu -20 °C betriebsbereit halten soll. Der einzige ermittelte unabhängige Test wurde nicht bei dieser Temperatur durchgeführt: Bei nur 5 bis 7 °C, deutlich milder als angekündigt, löste das System Temperaturwarnungen aus und blockierte die Entladung der Batterie. Der Tester merkt ausdrücklich an, dass die Heizfunktion offenbar noch nicht einwandfrei funktioniert. Ein weiterer Nutzerbericht schildert klirrende Kälte ohne sichtbares Anzeichen einer aktivierten Heizung.
Kein Test konnte die tatsächliche Funktion bei -20 °C unter winterlichen Bedingungen überprüfen: Die ermittelten Versuche fanden alle bei mildem bis leicht kühlem Wetter statt. Der Energieverbrauch, der nötig ist, um die Batterie frostfrei zu halten, ist je nach Bedingungen mit 0 bis 70 W dokumentiert, in manchen Fällen bis zu 100 W.
Solar-Wirkungsgrad: keine unabhängige Messung für genau dieses Modell
Online kursiert eine häufige Verwechslung: Die meisten Round-Trip-Wirkungsgrad-Werte, die dem AiO 2400 zugeschrieben werden, betreffen in Wirklichkeit ein anderes Produkt der Zendure-Reihe (SolarFlow 2400 AC+/Pro), das über eine andere Umwandlungsarchitektur aus dem Stromnetz lädt, nicht den AiO 2400 selbst. Bislang wurde keine unabhängige, speziell für den AiO 2400 durchgeführte Messung des Round-Trip-Wirkungsgrads ermittelt.
Was für genau dieses Modell gemessen wurde: eine gesamte Solar-Eingangsleistung von 1243 W unter kontrollierten Bedingungen (regelbares Netzteil zur Simulation der Module), davon 1185 W tatsächlich in die Batterie eingespeist, bei einer realen elektronischen Ladeobergrenze von 1200 W. Der vom Hersteller hervorgehobene Wert von 1560 W entspricht der Modulleistung, die sich anschließen lässt (die offizielle Dokumentation unterscheidet ausdrücklich zwischen „Modulkompatibilität bis 1560 W" und „PV-Eingang bis 1200 W"), nicht dem, was die Elektronik selbst aufnehmen kann. Eine vollständige Entladung bei konstant 300 W ergab zudem 2297 Wh von den angekündigten 2400 Wh, also 96 %.
Mikrowechselrichter EZ1-M: wiederkehrende Verbindungsprobleme
Der Mikrowechselrichter EZ1-M, der mit dem AiO 2400 kombiniert wird, ist ein von APsystems entwickeltes Gerät, das unter der Marke Zendure vertrieben wird. Die erste Kopplung weist wiederkehrende Bluetooth-/WLAN-Verbindungsprobleme auf, mit einer identifizierten technischen Ursache: einer Inkompatibilität mit Android 14 zum Zeitpunkt der Ersteinrichtung (ein Gerät mit Android 13 für diese erste Kopplung umgeht das Problem). Fehlfunktionen der intelligenten Steuerung in Verbindung mit einem Smart-Meter eines Drittanbieters sowie spontane Systemabschaltungen, die einen manuellen Neustart erfordern, werden ebenfalls berichtet. Ein Bruch des MC4-Steckverbinders ist ein wiederkehrender Hardwarefehler.
Der AiO 2400 verfügt außerdem über keinerlei Notstromfunktion bei einem Stromnetzausfall, im Unterschied zu anderen Produkten derselben Marke (SolarFlow 800 Pro, SolarFlow 2400 AC+), die einen dedizierten Notstromausgang bieten: Die gespeicherte Energie ist ausschließlich über den Mikrowechselrichter zugänglich, der selbst vom Stromnetz gespeist wird.
In Frankreich das Ende des wirklich einfachen Steckdosenanschlusses für neue Installationen
Die Norm NF C15-100 hat sich in Frankreich zum 1. September 2025 geändert: Der direkte Anschluss eines Solarkits an eine klassische Haushaltssteckdose ist für neue Installationen nicht mehr zulässig, sie müssen künftig über einen eigenen Stromkreis mit eigenem Fehlerstromschutzschalter laufen. Vor diesem Datum installierte Anlagen bleiben im bestehenden Zustand toleriert. Das ist eine grundlegende Änderung für ein Produkt, dessen zentrales Verkaufsargument die Einfachheit des Anschlusses ist.
Die vom AiO 2400 an den Mikrowechselrichter gesendete Leistung wird manuell in der App eingestellt, einstellbar von 0 bis 1200 W: Das Gerät ist werkseitig nicht auf eine bestimmte Obergrenze begrenzt, es liegt an den Nutzenden, sie entsprechend dem eigenen Grundverbrauch einzustellen. Der manchmal als Grenze für die Einspeisung ohne Vertrag zum Stromverkauf genannte Schwellenwert von 800 W entspricht eher einem in der Branche weithin angewandten Dimensionierungsrichtwert als einem einzelnen, konkret bezifferten Gesetzestext. Es wurde kein Bericht eines französischen Nutzers identifiziert, der sein eigenes Vorgehen bei Enedis oder Consuel für dieses Produkt genau dokumentiert.
4000 Zyklen bei 80 %, 8000 bei 70 %: ein branchenüblicher Wert
Der Hersteller gibt 4000 Zyklen bei 80 % Restkapazität an, beziehungsweise 8000 Zyklen bei 70 %. Dieser Wert steht im Einklang mit den aktuellen Standards von hochwertigem LiFePO4, ohne außergewöhnlich zu sein: Die eigene, neuere Reihe tragbarer Batterien der Marke beansprucht bis zu 6000 Zyklen bei 70 %, wodurch sich der AiO 2400 im unteren bis mittleren Bereich dessen einordnet, was die Marke andernorts angibt, statt in einer isolierten optimistischen Position.
Bislang konnte kein unabhängiger Alterungstest des Akkupacks durchgeführt werden: Das Gerät existiert erst seit zweieinhalb Jahren, und die Bestätigung mehrerer Tausend vollständiger Zyklen nimmt strukturell mehrere Jahre in Anspruch, selbst bei beschleunigtem Zyklustest. Dieser Wert bleibt somit eine unverifizierte Herstellerangabe, plausibel gemessen an den Standards der Branche.
Für wen er geeignet ist, für wen nicht
Er eignet sich für alle, die die Einfachheit eines All-in-one-Gehäuses bevorzugen und sich die Wahl des Mikrowechselrichters offenhalten möchten (kompatibel mit den meisten Marken des Marktes), für eine vor der regulatorischen Änderung im September 2025 installierte Anlage oder eine Installation über einen eigenen Stromkreis.
Er eignet sich nicht für alle, die eine Notstromfunktion bei einem Stromausfall suchen (hier nicht vorhanden), ebenso wenig für alle, die sich unvorbereitet auf die Selbstheizung für einen anspruchsvollen Wintereinsatz verlassen, da die Funktion bei niedrigen Temperaturen bislang unzureichend überprüft ist.
