Zendure AiO 2400: unsere ausführliche Einschätzung

All-in-one-Solarspeichersystem für Balkonkraftwerke mit 2400 Wh (Hub und LiFePO4-Batterie in einem einzigen Gehäuse vereint), zu koppeln mit einem externen Mikrowechselrichter für die Netzeinspeisung. Ein Brand wurde auf einer Anlage in Neuenhaus (Deutschland) Ende März 2025 dokumentiert, zwei Wochen nach ihrer Inbetriebnahme: Der Hersteller führt die Ursache auf einen Kontaktfehler an einem Solareingang in Kombination mit einem länger andauernden Verlust der Netzwerkverbindung des Mikrowechselrichters zurück, nicht auf die Batteriezellen selbst. Die bis zu -20 °C angekündigte Selbstheizfunktion zeigt im einzigen ermittelten unabhängigen Test bereits bei 5 bis 7 °C Schwächen. Bislang wurde kein Produktrückruf ausgesprochen; der Hersteller hat Korrekturmaßnahmen an seinen Warnsystemen angekündigt.

Unsere Note
3,6/5
Wirkungsgrad: 3,6 von 5 (Gewichtung 25 %)Wirkungsgrad3,6Kapazität und Erweiterbarkeit: 3,9 von 5 (Gewichtung 20 %)Kapazität3,9Solareingang und MPPT: 3,6 von 5 (Gewichtung 20 %)Solar3,6Steuerung und Intelligenz: 3,5 von 5 (Gewichtung 15 %)Steuerung3,5Installation und Konformität: 3,6 von 5 (Gewichtung 10 %)Installation3,6Verarbeitung und Ausdauer: 3,5 von 5 (Gewichtung 10 %)Verarbeitung3,5
Solar-Speichersystem Zendure AiO 2400 vor hellem Hintergrund

Das Wichtigste

Der AiO 2400 hält sein Versprechen der Einfachheit: Hub und 2400-Wh-Batterie in einem einzigen Gehäuse vereint, eine tatsächlich abgegebene Kapazität von gemessenen 96 % bei der Entladung, und eine angekündigte Kompatibilität mit nahezu allen Mikrowechselrichtern des Marktes. Doch zwei Punkte fallen schwer ins Gewicht. Erstens ein dokumentierter Brand auf einer Anlage in Deutschland, nur zwei Wochen nach ihrer Inbetriebnahme: Der Hersteller schließt ein Versagen der Zellen aus und macht einen Kontaktfehler in Kombination mit einem länger andauernden Verlust der Netzwerkverbindung des Mikrowechselrichters dafür verantwortlich, ohne dass eine unabhängige Untersuchung diese Darstellung bislang bestätigt oder widerlegt hat. Zweitens die Zuverlässigkeit der Verbindung zum Mikrowechselrichter EZ1-M (wiederkehrende Verbindungsabbrüche, genau jene, die auch beim Vorfall eine Rolle spielte) und reale Zweifel an der Selbstheizfunktion, die bei einer deutlich milderen Temperatur als den angekündigten -20 °C Schwächen zeigte. Bislang existiert keine unabhängige Wirkungsgradmessung für genau dieses Modell: Die online kursierenden Werte betreffen ein anderes Produkt der Reihe. Auch der französische Rechtsrahmen ändert sich seit September 2025, mit dem Ende des einfachen Steckdosenanschlusses für jede neue Installation. Bei diesem Produkt ist Vorsicht geboten.

Stärken

  • Tatsächlich einfach umzusetzendes All-in-one-Konzept: Hub und 2400-Wh-Batterie in einem einzigen Gehäuse, ohne komplexe Verkabelung zwischen mehreren Komponenten
  • Tatsächlich abgegebene Kapazität von gemessenen 96 % bei der Entladung (2297 Wh von den angekündigten 2400 Wh)
  • Funktionierendes Doppel-MPPT-System, mit einer gemessenen Solarleistung nahe der realen elektronischen Obergrenze von 1200 W
  • Angekündigte Kompatibilität mit nahezu allen Mikrowechselrichtern des Marktes (Hoymiles, DEYE, APsystems, NEP, Enphase, Tsun), nicht nur dem markeneigenen EZ1-M
  • Angekündigte Zyklenzahl (4000 bei 80 %, 8000 bei 70 %) im Einklang mit den aktuellen Standards von hochwertigem LiFePO4, ohne erkennbare Marketing-Übertreibung
  • Bislang kein Produktrückruf, und vom Hersteller angekündigte Korrekturmaßnahmen an seinen Warnsystemen

Schwächen

  • Ein Brand wurde auf einer Anlage in Deutschland Ende März 2025 dokumentiert, zwei Wochen nach ihrer Inbetriebnahme: Der Hersteller schließt ein Versagen der Zellen aus, doch seine Erklärung (Kontaktfehler kombiniert mit einem länger andauernden Verlust der Netzwerkverbindung) wurde bislang nicht durch eine unabhängige Untersuchung bestätigt
  • Reale Zweifel an der bis zu -20 °C angekündigten Selbstheizfunktion: Der einzige ermittelte unabhängige Test, durchgeführt bei einer deutlich milderen Temperatur (5 bis 7 °C), löste Temperaturwarnungen aus und blockierte die Entladung
  • Wiederkehrende Verbindungsprobleme mit dem Mikrowechselrichter EZ1-M (fehlgeschlagene Kopplungsversuche, Verbindungsabbrüche, spontane Abschaltungen, die einen manuellen Neustart erfordern), dieselbe Verbindung, die auch beim Vorfall vom März 2025 eine Rolle spielte
  • Keine Notstromfunktion bei einem Stromausfall, im Unterschied zu anderen Produkten derselben Marke
  • Bislang existiert keine unabhängige Messung des Solar-Wirkungsgrads für genau dieses Modell: Die kursierenden Zahlen betreffen in Wirklichkeit ein anderes Produkt der Zendure-Reihe
  • Die französischen Vorschriften haben sich im September 2025 geändert: Jede neue Installation muss inzwischen über einen eigenen Stromkreis laufen, die einfache Steckdose reicht nicht mehr aus
Zendure AiO 2400: Datenblatt und Preis ansehen →

Ein dokumentierter Brand, eine bislang nicht unabhängig bestätigte Erklärung des Herstellers

Ende März 2025 brach auf einer AiO-2400-Anlage in Neuenhaus, Niedersachsen (Deutschland), ein Brand aus, nur zwei Wochen nach ihrer Inbetriebnahme. Das System, gekoppelt an rund 1780 W Solarmodule, wurde von einem Nachbarn bemerkt; die Feuerwehr hatte den Brand nach 2 Stunden unter Kontrolle. Der Technikraum und ein Teil der Heizungsanlage wurden in Mitleidenschaft gezogen, die Dachkonstruktion musste überprüft werden, der Rest des Wohnhauses blieb bewohnbar.

Der Hersteller teilte seine Erklärung nach eigener Untersuchung mit: Das Kunststoffgehäuse der Batteriepacks wies weder Verformung noch Aufblähung auf, weshalb er die Zellen als Brandursache ausschließt. Seine bevorzugte Hypothese kombiniert mehrere Faktoren: einen möglichen Kontaktfehler am 400-W-MPPT-Eingang, der eine lokale Temperaturerhöhung verursacht habe, sowie einen Verlust der Netzwerkverbindung des Mikrowechselrichters über rund 10 Stunden, während derer das System mit beeinträchtigter Stabilität weiterlief, ohne dass die Warnmeldung den Nutzer erreichte.

Dies ist die Erklärung des Herstellers selbst, mitgeteilt nach seiner eigenen Untersuchung vor Ort: Keine unabhängige Untersuchung hat sie bislang bestätigt oder widerlegt. Es wurde kein Produktrückruf ausgesprochen. Der Hersteller hat mehrere Korrekturmaßnahmen angekündigt: eine App-Oberfläche, die Fehlermeldungen deutlicher sichtbar macht, eine verstärkte Notabschaltung bei Störungen mit hohem Risiko, sowie zusätzliche Benachrichtigungskanäle (insbesondere per E-Mail), um nicht mehr ausschließlich von einer Warnung in der App abhängig zu sein.

Selbstheizung bis zu -20 °C angekündigt: reale Zweifel, unter Extrembedingungen noch nicht überprüft

Der Hersteller kündigt eine automatische Selbstheizfunktion an, die die Batterie bis zu -20 °C betriebsbereit halten soll. Der einzige ermittelte unabhängige Test wurde nicht bei dieser Temperatur durchgeführt: Bei nur 5 bis 7 °C, deutlich milder als angekündigt, löste das System Temperaturwarnungen aus und blockierte die Entladung der Batterie. Der Tester merkt ausdrücklich an, dass die Heizfunktion offenbar noch nicht einwandfrei funktioniert. Ein weiterer Nutzerbericht schildert klirrende Kälte ohne sichtbares Anzeichen einer aktivierten Heizung.

Kein Test konnte die tatsächliche Funktion bei -20 °C unter winterlichen Bedingungen überprüfen: Die ermittelten Versuche fanden alle bei mildem bis leicht kühlem Wetter statt. Der Energieverbrauch, der nötig ist, um die Batterie frostfrei zu halten, ist je nach Bedingungen mit 0 bis 70 W dokumentiert, in manchen Fällen bis zu 100 W.

Solar-Wirkungsgrad: keine unabhängige Messung für genau dieses Modell

Online kursiert eine häufige Verwechslung: Die meisten Round-Trip-Wirkungsgrad-Werte, die dem AiO 2400 zugeschrieben werden, betreffen in Wirklichkeit ein anderes Produkt der Zendure-Reihe (SolarFlow 2400 AC+/Pro), das über eine andere Umwandlungsarchitektur aus dem Stromnetz lädt, nicht den AiO 2400 selbst. Bislang wurde keine unabhängige, speziell für den AiO 2400 durchgeführte Messung des Round-Trip-Wirkungsgrads ermittelt.

Was für genau dieses Modell gemessen wurde: eine gesamte Solar-Eingangsleistung von 1243 W unter kontrollierten Bedingungen (regelbares Netzteil zur Simulation der Module), davon 1185 W tatsächlich in die Batterie eingespeist, bei einer realen elektronischen Ladeobergrenze von 1200 W. Der vom Hersteller hervorgehobene Wert von 1560 W entspricht der Modulleistung, die sich anschließen lässt (die offizielle Dokumentation unterscheidet ausdrücklich zwischen „Modulkompatibilität bis 1560 W" und „PV-Eingang bis 1200 W"), nicht dem, was die Elektronik selbst aufnehmen kann. Eine vollständige Entladung bei konstant 300 W ergab zudem 2297 Wh von den angekündigten 2400 Wh, also 96 %.

Mikrowechselrichter EZ1-M: wiederkehrende Verbindungsprobleme

Der Mikrowechselrichter EZ1-M, der mit dem AiO 2400 kombiniert wird, ist ein von APsystems entwickeltes Gerät, das unter der Marke Zendure vertrieben wird. Die erste Kopplung weist wiederkehrende Bluetooth-/WLAN-Verbindungsprobleme auf, mit einer identifizierten technischen Ursache: einer Inkompatibilität mit Android 14 zum Zeitpunkt der Ersteinrichtung (ein Gerät mit Android 13 für diese erste Kopplung umgeht das Problem). Fehlfunktionen der intelligenten Steuerung in Verbindung mit einem Smart-Meter eines Drittanbieters sowie spontane Systemabschaltungen, die einen manuellen Neustart erfordern, werden ebenfalls berichtet. Ein Bruch des MC4-Steckverbinders ist ein wiederkehrender Hardwarefehler.

Der AiO 2400 verfügt außerdem über keinerlei Notstromfunktion bei einem Stromnetzausfall, im Unterschied zu anderen Produkten derselben Marke (SolarFlow 800 Pro, SolarFlow 2400 AC+), die einen dedizierten Notstromausgang bieten: Die gespeicherte Energie ist ausschließlich über den Mikrowechselrichter zugänglich, der selbst vom Stromnetz gespeist wird.

In Frankreich das Ende des wirklich einfachen Steckdosenanschlusses für neue Installationen

Die Norm NF C15-100 hat sich in Frankreich zum 1. September 2025 geändert: Der direkte Anschluss eines Solarkits an eine klassische Haushaltssteckdose ist für neue Installationen nicht mehr zulässig, sie müssen künftig über einen eigenen Stromkreis mit eigenem Fehlerstromschutzschalter laufen. Vor diesem Datum installierte Anlagen bleiben im bestehenden Zustand toleriert. Das ist eine grundlegende Änderung für ein Produkt, dessen zentrales Verkaufsargument die Einfachheit des Anschlusses ist.

Die vom AiO 2400 an den Mikrowechselrichter gesendete Leistung wird manuell in der App eingestellt, einstellbar von 0 bis 1200 W: Das Gerät ist werkseitig nicht auf eine bestimmte Obergrenze begrenzt, es liegt an den Nutzenden, sie entsprechend dem eigenen Grundverbrauch einzustellen. Der manchmal als Grenze für die Einspeisung ohne Vertrag zum Stromverkauf genannte Schwellenwert von 800 W entspricht eher einem in der Branche weithin angewandten Dimensionierungsrichtwert als einem einzelnen, konkret bezifferten Gesetzestext. Es wurde kein Bericht eines französischen Nutzers identifiziert, der sein eigenes Vorgehen bei Enedis oder Consuel für dieses Produkt genau dokumentiert.

4000 Zyklen bei 80 %, 8000 bei 70 %: ein branchenüblicher Wert

Der Hersteller gibt 4000 Zyklen bei 80 % Restkapazität an, beziehungsweise 8000 Zyklen bei 70 %. Dieser Wert steht im Einklang mit den aktuellen Standards von hochwertigem LiFePO4, ohne außergewöhnlich zu sein: Die eigene, neuere Reihe tragbarer Batterien der Marke beansprucht bis zu 6000 Zyklen bei 70 %, wodurch sich der AiO 2400 im unteren bis mittleren Bereich dessen einordnet, was die Marke andernorts angibt, statt in einer isolierten optimistischen Position.

Bislang konnte kein unabhängiger Alterungstest des Akkupacks durchgeführt werden: Das Gerät existiert erst seit zweieinhalb Jahren, und die Bestätigung mehrerer Tausend vollständiger Zyklen nimmt strukturell mehrere Jahre in Anspruch, selbst bei beschleunigtem Zyklustest. Dieser Wert bleibt somit eine unverifizierte Herstellerangabe, plausibel gemessen an den Standards der Branche.

Für wen er geeignet ist, für wen nicht

Er eignet sich für alle, die die Einfachheit eines All-in-one-Gehäuses bevorzugen und sich die Wahl des Mikrowechselrichters offenhalten möchten (kompatibel mit den meisten Marken des Marktes), für eine vor der regulatorischen Änderung im September 2025 installierte Anlage oder eine Installation über einen eigenen Stromkreis.

Er eignet sich nicht für alle, die eine Notstromfunktion bei einem Stromausfall suchen (hier nicht vorhanden), ebenso wenig für alle, die sich unvorbereitet auf die Selbstheizung für einen anspruchsvollen Wintereinsatz verlassen, da die Funktion bei niedrigen Temperaturen bislang unzureichend überprüft ist.

Das Produkt und seine Alternativen

Zendure AiO 2400

Zendure AiO 2400

Ansehen (2)

Der All-in-one-Solarspeicher, der Hub und 2400-Wh-Akku in einem eleganten Metallgehäuse vereint: 2 MPPT, Selbstheizung -20 °C, IP65 und einfache Montage.

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Häufige Fragen

Ja. Ein Brand wurde auf einer Anlage in Deutschland Ende März 2025 dokumentiert, zwei Wochen nach ihrer Inbetriebnahme. Der Hersteller schließt ein Versagen der Zellen aus und führt die Ursache auf einen Kontaktfehler in Kombination mit einem länger andauernden Verlust der Netzwerkverbindung des Mikrowechselrichters zurück, bislang ohne unabhängige Bestätigung. Es wurde kein Produktrückruf ausgesprochen.

Es bestehen reale Zweifel. Der einzige ermittelte unabhängige Test, durchgeführt bei einer deutlich milderen Temperatur (5 bis 7 °C), löste Temperaturwarnungen aus und blockierte die Entladung. Kein Test hat die tatsächliche Funktion bei -20 °C überprüft.

Nicht für eine neue Installation seit dem 1. September 2025: Die Norm NF C15-100 verlangt inzwischen einen eigenen Stromkreis. Vor diesem Datum installierte Anlagen bleiben im bestehenden Zustand toleriert.

Nein. Im Unterschied zu anderen Produkten derselben Marke verfügt der AiO 2400 über keinerlei Notstromausgang: Die gespeicherte Energie ist ausschließlich über den Mikrowechselrichter zugänglich, der selbst vom Stromnetz gespeist wird.

Die Note im Detail

Unsere Note
3,6/5
Wirkungsgrad 3,6
Kapazität und Erweiterbarkeit 3,9
Solareingang und MPPT 3,6
Steuerung und Intelligenz 3,5
Installation und Konformität 3,6
Verarbeitung und Ausdauer 3,5
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