Zwei fast baugleiche EcoFlow-Batterien, sogar die offizielle Website verwechselt sie
EcoFlow verkauft unter fast identischen Namen („RAPID 25K“, „RAPID Power Bank 25000mAh“) zwei unterschiedliche Produkte, die sich anhand ihrer internen Referenz unterscheiden lassen. Das erste (EF-HB-001) ist dasjenige, das dieser Fiche entspricht: zwei im Gehäuse integrierte, ausziehbare USB-C-Kabel, jeder Port auf 100 W begrenzt, Ladeeingang mit maximal 100 W, Ladestufen bei 26 Min. / 53 Min. / 80 Min. für 50, 80 und 100 %. Das zweite (EF-HB-002) hat kein integriertes Kabel, jeder Port kommt auf 140 W, der Ladeeingang nimmt 140 W an, und 50 % sind nach etwa 20 Minuten erreicht.
Die Verwechslung geht nicht nur auf Drittanbieter zurück: Die offizielle europäische Produktseite von EcoFlow für das Modell mit integrierten Kabeln zeigt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes einen Ladeeingang von 140 W und eine Zeit von 20 Minuten, also genau die Werte des anderen Modells. Die amerikanische Seite desselben Produkts nennt dagegen 100 W und 26 Minuten, passend zu den Angaben dieser Fiche. Jede online gefundene Angabe von „140 W Ladeeingang“ oder „20 Minuten“ für dieses Produkt sollte daher vor der Übernahme geprüft werden: Sie betrifft sehr wahrscheinlich die andere Referenz oder eine fehlerhafte Regionalseite.
87,5 W gemessen an einem echten Notebook, 170 W nie in Kombination überprüft
Am Hauptport erhält ein angeschlossenes MacBook Pro bei aktivem 100-W-Power-Delivery-Profil 87,5 W, gemessen mit einem USB-Multimeter, eine normale Abweichung von der Herstellerangabe, da die tatsächlich gezogene Leistung von der Ladekurve des Computers abhängt und nicht allein vom Limit des Ports. Mit derselben Methode ergeben sich 90 W am Eingang bei einem 100-W-Netzteil.
Für die Aufteilung der angegebenen 170 W auf beide Ports gleichzeitig (zum Beispiel 100 W plus 70 W) wurde dagegen kein unabhängiger Test mit Wattmeter gefunden. Das ist mit den offiziellen Spezifikationen mathematisch stimmig (jeder Port maximal 100 W, insgesamt 170 W), doch bis heute gibt es keine unabhängige Überprüfung dieser Aufteilung, noch der Priorität zwischen den beiden Ports bei gleichzeitiger Nutzung.
Thermisches Verhalten bei Volllast: eine vollständige Leerstelle
Trotz gezielter Suche auf mehreren Kontinenten wurden keine verwertbaren Daten zum thermischen Verhalten bei 170 W gefunden. Selbst die vollständigsten identifizierten technischen Unterlagen, die im Übrigen die internen Bauteile des Geräts im Detail beschreiben, enthalten weder eine Infrarot-Thermografie noch einen Dauerlasttest mit Temperaturmessung noch einen Alterungstest.
Der dokumentierte interne Aufbau (Graphitfolien, erhöhter Metallkühlkörper auf der Platine, Überwachungsthermistoren) spricht dafür, dass das Thema bei der Konzeption berücksichtigt wurde, ersetzt aber keine Messung. Eine manchmal mit dieser Produktart assoziierte Drosselungszahl (Halbierung der Leistung nach 8 bis 12 Minuten) stammt tatsächlich aus einem Test an einem anderen Modell, einem Gerät von Ugreen: Sie lässt sich nicht auf die Rapid 25K übertragen und wird hier nicht berücksichtigt. Das ist, neben der Zuverlässigkeit der integrierten Kabel weiter unten, der größte blinde Fleck dieses Dossiers.
Zwei integrierte, ausziehbare Kabel: das zentrale Argument, ohne Erfahrungswerte aus der Praxis
Die beiden ausziehbaren USB-C-Kabel (67 cm und 26 cm) sind das Hauptverkaufsargument des Produkts: kein separates Kabel mehr mitzuführen. EcoFlow gibt für den ausziehbaren Mechanismus einen Verwindungstest mit 10000 Zyklen und einen Steck-/Abziehtest mit 3000 Zyklen an, eine Herstellerangabe, die nicht unabhängig überprüft wurde.
Trotz gezielter Suche in mehreren Sprachen und über einem Jahr Vermarktung wurde kein dokumentiertes Nutzerfeedback zu Verschleiß, Bruch oder einem sich nach mehreren Monaten Nutzung lösenden Steckverbinder gefunden. Diese Abwesenheit kann entweder einen zuverlässigen Mechanismus widerspiegeln oder schlicht das geringe Volumen an verfügbaren Rückmeldungen zu einem für die Marke in diesem Segment noch jungen Produkt: Beide Hypothesen bleiben offen, und genau diese Unsicherheit selbst verdient es, vor dem Kauf eines Produkts bekannt zu sein, dessen zentrales Argument vollständig auf diesem Mechanismus beruht.
Aufladung wie angegeben, funktionales Display, keine App
Die Aufladung der Batterie selbst folgt der angegebenen Kurve: 50 % in 26 Minuten, 80 % in 53 Minuten, 100 % in 80 Minuten (1 Std. 20 Min.) bei 100 W. Das integrierte Farbdisplay zeigt in Echtzeit den Ladestand, die Leistung je Port, den Gesundheitszustand und die Temperatur. Anders als bei anderen EcoFlow-Produkten hat dieses Modell keine Begleit-App: kein Ladeverlauf, keine Firmware-Aktualisierung aus der Ferne, alles läuft über das physische Display.
Das Design der Bildschirmoberfläche wirkt veraltet, bleibt im Alltag aber funktional ausreichend. Keine weitere unabhängige Bewertung des Bildschirms wurde gefunden.
604 g gemessen gegenüber 565 g angegeben
Das tatsächlich gewogene Gewicht liegt bei 604 g, gegenüber 565 g auf dieser Fiche und rund 580 g auf der allgemeinen Seite von EcoFlow, also eine Abweichung von 24 bis 39 g (4 bis 7 %) zwischen dem gemessenen Gewicht und den Marketingangaben. Das ist keine massive Abweichung, aber sie geht systematisch in dieselbe Richtung: Die Batterie ist etwas schwerer, als die Fiche angibt, unabhängig davon, welche offizielle Seite man zurate zieht.
Teilweiser Wirkungsgrad: rund 80 % bei geringer Leistung, darüber hinaus nichts gemessen
Das vorgeschriebene Typenschild des Geräts nennt eine nominale Ausgangskapazität von 14500 mAh bei 5 V und 3 A, also 72,5 Wh, die an diesem präzisen Messpunkt abgegeben werden. Bezogen auf die angegebenen 92,5 Wh ergibt das einen impliziten Wirkungsgrad von rund 78 %; bezogen auf die aus den Zellen berechneten 90 Wh (25000 mAh bei nominal 3,6 V) steigt er auf rund 81 %. Dieser Messpunkt liegt jedoch bei geringer Leistung (15 W): Wandler dieser Art sind in der Regel nahe ihrer Nennleistung effizienter als bei geringer Last, weshalb dieser Wert nichts über den wahrscheinlichen Wirkungsgrad bei 100 W oder 170 W aussagt, den für die reale Nutzung beim Aufladen eines Notebooks relevantesten Leistungswerten. Für die Berechnung dieses Wirkungsgrads unter repräsentativeren Bedingungen wurde kein zeitgemessener Entladetest bei hoher Leistung gefunden.
Unter 100 Wh, aber die Angabe „TSA-genehmigt“ ist irreführend
Mit 92,5 Wh (oder rund 90 Wh auf Zellenbasis) bleibt die Rapid 25K unter der Schwelle von 100 Wh, oberhalb derer im Kabinengepäck in der Regel eine vorherige Zustimmung der Fluggesellschaft nötig ist. Eine Nuance sollte man kennen: Das bei dieser Produktart häufige Marketingetikett „TSA-genehmigt“ entspricht keinem namentlichen Genehmigungsverfahren der US-Behörde. Die TSA legt eine allgemeine Regel fest (unter 100 Wh ohne Formalität), ohne Produkte namentlich zu genehmigen. Manche Fluggesellschaften verlangen zudem, dass die Batterie während ihrer Nutzung in der Kabine sichtbar und zugänglich bleibt.
Nur ein einziger EcoFlow-Rückruf, ohne Bezug zu diesem Produkt, und ein sehr instabiler Preis
Bislang wurde nur ein einziger EcoFlow-Rückruf identifiziert, bei der Delta Max 2000, einer Powerstation und keiner Taschenbatterie, der durch ein Firmware-Update ohne Hardware-Rückruf behoben wurde. Nichts verbindet diesen Rückruf mit der Rapid-Reihe: Die durch Zerlegung identifizierten Zellen der Rapid 25K entsprechen klassischem Lithium-Ionen und nicht der üblichen Chemie großer Powerstations. Es wurde kein spezifischer Rückruf für externe EcoFlow-Batterien gefunden.
Der angezeigte Preis schwankt je nach Zeitraum und Händler stark, von 75 € bis über 115 € für dasselbe Produkt, bei einem angegebenen Listenpreis von 99,99 € oder 109,99 € je nach Version. Einen einzelnen Preis zu nennen wäre irreführend: Es handelt sich um eine nahezu dauerhafte Aktion, keine punktuelle Ausnahme, eine Funktionsweise, die sich mit dem Rest der Kategorie deckt.
