Was die angegebenen 166,5 Wh wirklich wert sind
Die Xtorm Fuel Series 5 67 W 45.000 mAh gibt eine nominale Kapazität von 166,5 Wh an, berechnet aus ihren 45.000 mAh Zellen bei einer üblichen Spannung von 3,7 V. Über fünf verschiedene Ausgangsstufen hinweg gibt sie zwischen 142,6 und 158,1 Wh ab, je nach abgerufener Leistung also 86 bis 95 % dieses Nominalwerts.
Der Mechanismus liegt in der Spannungswandlung: Der Sprung von einer Zellspannung nahe 3,6 bis 4,2 V auf 20 V am Ausgang kostet mehr Energie als das Halten von 5 oder 9 V. Die Kapazitätsabgabe ist deshalb bei niedriger Spannung am höchsten, bis zu 95 % bei 9 V und 1 A, und bei hoher Spannung und starkem Strom am niedrigsten, 86 % bei 20 V und 3 A, also genau in der Konfiguration, die zum Schnellladen eines Laptops verwendet wird.
Über alle fünf Stufen hinweg liegt der Durchschnitt bei rund 152,7 Wh, dem Wert, der in dieser Einschätzung als Bezugsgröße für die reale Kapazitätsabgabe verwendet wird.
Der 67-W-Anschluss hält sein Versprechen, aber nur einer von drei tut das
Der Haupt-USB-C-Anschluss liefert bis zu 67 W Power Delivery, mit erweiterter PPS-Unterstützung von 3,3 bis 20,3 V und bis zu 3 A, einem für diese Produktart ungewöhnlich breiten Bereich. Dieser Anschluss hält sein Versprechen ohne Einschränkung.
Die beiden anderen Anschlüsse sind deutlich bescheidener: Der zweite USB-C-Anschluss ist auf 27 W begrenzt (PPS von 3,3 bis 11 V), und der USB-A-Anschluss auf 18 W mit Quick Charge 3.0. Zwei Laptops gleichzeitig mit voller Geschwindigkeit zu laden ist damit unmöglich: Nur ein Gerät profitiert jeweils von den vollen 67 W.
Kein unabhängiger Test hat bestätigt, wie sich das gesamte Leistungsbudget verhält, wenn alle drei Anschlüsse gleichzeitig genutzt werden: Dieser Punkt muss je nach Kombination der angeschlossenen Geräte im Einzelfall geprüft werden.
Pass-Through und gleichzeitiges Laden: ein echter Vorteil unterwegs
Die Pass-Through-Funktion erlaubt es, die Powerbank selbst über eine Steckdose aufzuladen, während sie gleichzeitig ein oder mehrere an ihre drei Anschlüsse angeschlossene Geräte versorgt. Das ist bei längeren Reisen nützlich: Powerbank und Laptop abends am selben Netzteil anschließen und morgens beide vollgeladen vorfinden, ohne zwei getrennte Ladevorgänge nacheinander verwalten zu müssen.
Der Hersteller integriert außerdem Schutzmechanismen gegen Überladung, Kurzschluss und Überhitzung, mittlerweile Standard bei dieser Produktart, aber weiterhin eine notwendige Grundlage für eine Powerbank, die täglich in einer Tasche transportiert wird.
Das Versprechen: ein Smartphone neunmal, ein Laptop zweimal geladen
Der Hersteller verspricht genug Energie für rund neun vollständige Smartphone-Ladungen oder zwei Laptop-Ladungen. Eine solche Angabe geht in der Regel von einer Kapazitätsabgabe nahe 100 % der Nominalkapazität gegenüber Referenzbatterien aus (rund 18 bis 20 Wh für ein aktuelles Smartphone, 55 bis 60 Wh für einen Laptop). Bei einer realen Abgabe von 86 bis 95 % statt 100 % liegt die tatsächlich erreichte Anzahl vollständiger Ladungen leicht unter der Angabe, in einem Verhältnis, das direkt mit der weiter oben beschriebenen Abgabelücke zusammenhängt.
Diese Lücke stellt die angegebene Größenordnung nicht infrage: Der Hersteller liegt insgesamt richtig. Sie erinnert lediglich daran, dass eine Angabe zu Mehrfachladungen immer eine theoretische Schätzung bleibt und keine vertragliche Garantie, und dass sie besonders empfindlich auf die genaue Akkugröße des geladenen Geräts sowie die tatsächlich genutzte Ladeleistung reagiert.
Die Powerbank selbst laden: 3,5 Stunden angegeben, rund 4 Stunden in der Praxis
Der Hersteller gibt eine vollständige Ladung in 3,5 Stunden mit einem ausreichend starken Ladegerät an. In der Praxis, bei 60 W oder mehr am Eingang, liegt diese Zeit eher bei rund 4 Stunden, also etwa 15 % über der Angabe.
Die Annäherung der beiden Werte bleibt insgesamt günstig: 166,5 Wh in 4 Stunden vollständig zu laden ist schnell für diese Kapazitätsklasse, wo mehrere ähnlich große Konkurrentinnen 6 bis 10 Stunden benötigen. Die Abweichung von der Herstellerangabe sollte vor dem Kauf trotzdem bekannt sein, besonders für alle, die eine Ladung über Nacht vor einer Abreise einplanen.
Der Hauptreibungspunkt: 722 g und ein Format, das auffällt
Mit 722 g bei 180 x 100 x 30 mm ist die Xtorm Fuel Series 5 67 W 45.000 mAh ein Gegenstand, den man in einer bereits vollen Tasche spürt. Das ist die direkte und zu erwartende Kehrseite einer Kapazität, die fast doppelt so hoch ist wie bei den gängigsten Powerbanks: Bei gleicher Energiedichte kann eine verdoppelte Kapazität nicht dasselbe Gewicht haben.
Das Format bleibt dennoch angemessen im Verhältnis zur transportierten Energie: rund 4,3 g je nominalem Wh, ein Verhältnis im oberen Durchschnittsbereich, aber nicht ungewöhnlich für Lithium-Polymer-Zellen in einem schützenden Gehäuse. Der Kompromiss ist also nachvollziehbar, aber real spürbar für alle, die im Alltag Wert auf Leichtigkeit legen.
Das LED-Display: nützlich, aber minimal
Ein LED-Display zeigt durchgehend den verbleibenden Ladeprozentsatz an, ein echter Vorteil gegenüber den einfachen, stufenweisen Leuchtpunkten in 20- oder 25-Prozent-Schritten, die viele Konkurrentinnen noch verwenden. Die Ablesung ist sofort und auf den Prozentpunkt genau.
Dieses Display bleibt jedoch minimal im Vergleich zu manchen direkten Konkurrentinnen derselben Preisklasse, die zusätzlich die momentane Leistung an jedem Anschluss, eine geschätzte Restzeit bis zur vollen Ladung oder einen Zellstatus-Indikator anzeigen. Nichts davon ist hier verfügbar: Sichtbar ist nur der Gesamtprozentsatz.
Ein besonderer Punkt vor dem Kauf: das Flugzeug
Mit 166,5 Wh liegt diese Powerbank deutlich über der Schwelle von 100 Wh, die von den meisten Fluggesellschaften ohne vorherige Genehmigung im Handgepäck erlaubt wird, und sogar über den 160 Wh, ab denen auch eine Sondergenehmigung nicht mehr weiterhilft. Der Hersteller weist selbst ausdrücklich auf seiner offiziellen Produktseite darauf hin: Sie ist nicht für Flugreisen gedacht.
Die Xtorm-Reihe bietet eine direkte Alternative für alle, die eine große Kapazität mit ins Flugzeug nehmen möchten: Dieselbe Fuel Series 5, in der Version mit 27.000 mAh und weiterhin 67 W Leistung, erreicht 99,9 Wh, knapp unter der Grenze von 100 Wh. Der Kompromiss ist klar: rund 40 % weniger Kapazität, dafür eine Nutzung im Handgepäck, die die 45.000-mAh-Version von vornherein ausschließt.
Im Vergleich zur direkten Konkurrenz: Kapazität gegen Leistung
Im Segment der Powerbanks mit sehr hoher Kapazität, die auch einen Laptop laden können, trifft die Xtorm Fuel Series 5 67 W 45.000 mAh auf mehrere bekannte Konkurrentinnen.
| Kriterium | Xtorm Fuel Series 5 67 W 45.000 mAh | Anker 737 Power Bank | Anker A1695 |
|---|---|---|---|
| Angegebene Kapazität | 45.000 mAh (166,5 Wh) | 24.000 mAh (86,4 Wh) | 25.000 mAh (90 Wh) |
| Maximale Leistung | 67 W | 140 W | 165 W |
| Kapazitätsabgabe | 142,6 bis 158,1 Wh (86 bis 95 %) | 72,6 Wh (~84 %) | 74 Wh (~82 %) |
| Gewicht | 722 g | 630 g | 595 g |
| Flugzeugtauglich | Nein (166,5 Wh) | Ja (86,4 Wh) | Ja (90 Wh) |
Die Xtorm hebt sich deutlich durch ihre Kapazität ab, fast doppelt so hoch wie bei diesen beiden direkten Konkurrentinnen. Ihre Kapazitätsabgabe, zwischen 86 und 95 %, ist zudem anteilig die höchste der drei, auch wenn die absolut verfügbare Leistung (67 W) den 140 und 165 W der beiden Anker-Modelle deutlich unterlegen ist, die einen anspruchsvollen Laptop schneller laden. Das Gewicht folgt logisch der Kapazität: Die Xtorm ist die schwerste der drei, aber nicht unverhältnismäßig angesichts ihres Kapazitätsvorteils. Für einen Einsatz, bei dem die Reichweite wichtiger ist als die Ladegeschwindigkeit, behält sie einen klaren Vorteil; für alle, die vor allem einen leistungshungrigen Laptop laden und flugzeugtauglich bleiben wollen, bleiben die beiden Anker-Modelle die vielseitigeren Optionen.
Verarbeitung, Garantie und Zuverlässigkeit
Das Gehäuse besteht aus GRS-zertifiziertem (Global Recycled Standard) Recyclingkunststoff, ein umweltbewusster Ansatz, der nicht zulasten der Stabilität geht: Die Verarbeitung wird als nah am Premium-Segment dieser Preisklasse eingeschätzt.
Bei der Garantie bietet der niederländische Hersteller zwei Jahre Basisgarantie, die sich über eine kostenlose Produktregistrierung auf seiner offiziellen Website auf drei Jahre (2+1) verlängern lässt, eine Bedingung, die man nicht verpassen sollte, um sie voll zu nutzen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Einschätzung betrifft kein offizieller Rückruf dieses Modell.
Diese europäische und internationale Version beansprucht keine Zertifizierung für Wasser- oder Staubschutz. Das Xtorm-Sortiment umfasst daneben eigene, neuere Modelle mit anderer Kapazität, die auf Schutz vor Wasserspritzern und Staub ausgelegt sind: Diese sollten nicht mit dieser 45.000-mAh-Version verwechselt werden, die davon nicht profitiert.
Für wen sie geeignet ist, für wen nicht
Geeignet ist sie für alle, die mehrere Tage ohne einfachen Zugang zu einer Steckdose unterwegs sind (Auto, Wohnmobil, Bahn, ein mehrtägiger Trek), die eine komfortable Energiereserve für Smartphone und Laptop gleichzeitig wollen, und die den Gewichtskompromiss für eine sehr komfortable Reichweite in Kauf nehmen.
Nicht geeignet ist sie für alle, die regelmäßig fliegen und ihre Powerbank im Handgepäck mitnehmen müssen (die 27.000-mAh-Version derselben Serie ist dann die richtige Alternative), für alle, die im Alltag in der Stadt vor allem Leichtigkeit suchen, oder für alle, die zwei Laptops gleichzeitig mit voller Geschwindigkeit laden müssen.


