Ein kompaktes Ladegerät mit zwei Steckplätzen für den mobilen Einsatz
Der Xtar VC2L ist ein intelligentes Ladegerät mit zwei unabhängigen Steckplätzen für Li-Ion-Akkus und NiMH/NiCd-Batterien. Er hebt sich vom Rest der Xtar-Reihe durch eine bewusste Entscheidung ab: weniger Steckplätze als der VC4, der VC4SL oder der VC8, dafür ein deutlich kompakteres Format und ein günstigerer Preis. Sein LCD-Display übernimmt die Optik eines Auto-Tachometers statt des schlichten Ziffernblocks klassischer Ladegeräte: Eine Skala zeigt den Ladestrom, eine zweite die Akkuspannung, ergänzt um eine geladene Kapazität in mAh für jeden Steckplatz.
Das offizielle Handbuch des Herstellers listet 23 unterstützte Akku- und Batterieformate: bei 3,6/3,7-V-Li-Ion vom 10440 bis zum 26650, einschließlich der gängigen 14500, 16340, 18650, 20700 und 21700 (auch geschützte Zellen, die etwas länger als eine nackte Zelle sind); bei 1,2-V-NiMH/NiCd von AAAA bis C. Das Format D, das manche Produktseiten angeben, taucht in keiner der zehn Sprachversionen des Xtar-Handbuchs auf.
Sehr breite Kompatibilität, mit einer Ausnahme
Bei Li-Ion deckt der VC2L eine breite Palette ab: 10440, 14500, 16340, 18350, 18650, 20700, 21700 bis zum 26650, laut offiziellem Handbuch siebzehn Formate insgesamt. Bei NiMH/NiCd akzeptiert er die Formate AAAA, AAA, AA, A, SC und C. Jeder Steckplatz arbeitet unabhängig: Man kann gleichzeitig einen 18650 und eine AA-Batterie laden, jede mit ihrem eigenen Profil, ohne dass sich beide gegenseitig beeinflussen, ein echter Vorteil gegenüber Einsteigergeräten, die passende Paare erzwingen.
Ein bemerkenswerter Unterschied zu manchen Produktseiten, die auch das Format D angeben: Das Xtar-Handbuch, identisch in seinen zehn Sprachversionen, endet bei der Zelle C. Eine D-Zelle misst etwa 34 mm im Durchmesser, gegenüber 26 mm bei einem 26650, der breitesten offiziell akzeptierten Zelle: Sie dürfte kaum ohne Adapter, der nicht mitgeliefert wird, in die Steckplätze des VC2L passen.
Ein von 0,5 bis 2 A einstellbarer Strom, mit präziser Abschaltung
Der VC2L lädt in drei Stufen (TC-CC-CV): ein schwacher Strom ganz zu Beginn des Zyklus, um die Chemie des eingelegten Akkus zu erkennen, dann ein konstanter Strom, dann eine Konstantspannungsphase ganz am Ende der Ladung. Eine einzige Taste wählt den Strom: 2 A, 1 A oder 0,5 A im Wechsel bei einem belegten Steckplatz, 1 A oder 0,5 A bei zwei belegten Steckplätzen. Die Abschaltung erfolgt bei 4,2 ± 0,05 V für Li-Ion, mit einem Abschaltstrom von maximal 150 mA, zwei vom Hersteller mit für dieses Preissegment ungewöhnlicher Präzision festgelegte Schwellenwerte.
Bei einem auf 2 A eingestellten 21700 sinkt der USB-Eingangsstrom ganz am Ende der Ladung auf etwa 0,15 A, gegenüber einem Spitzenwert von knapp 1,9 A zu Beginn des Zyklus: Der Unterschied erklärt sich durch die Spannungswandlung (der am Display angezeigte Strom entspricht dem Strom auf Akkuseite bei 4,2 V, während der Eingangsstrom auf der USB-Seite mit 5 V fließt) und durch den normalen Stromabfall in der Konstantspannungsphase, nicht durch einen Präzisionsfehler. Ein mit 3000 mAh angegebener 18650, an beiden Steckplätzen mit je 1 A geladen, erreicht die volle Ladung in 3h18, während ein mit 4000 mAh angegebener 21700, auf einem Steckplatz mit 2 A geladen, 2h47 benötigt.
Bei NiMH stellt die Mindeststufe von 0,5 A für die kleinsten Formate wie den 10440 (etwa 350 mAh) eine hohe Rate dar: mehr als 1C, rechnerisch eine volle Ladung in weniger als 45 Minuten, ein für eine so kleine Zelle überdimensioniertes Tempo, da eine niedrigere eigene Stufe fehlt. Eine AAA-NiMH-Batterie mit 750 mAh, mit 0,5 A geladen, erreicht die volle Ladung in 2h15, eine AA mit 2450 mAh in 6h20.
Die 0V-Aktivierungsfunktion: eine echte zweite Chance für Akkus
Viele Einsteigergeräte weigern sich schlicht, einen unter seine Mindestspannung gefallenen Akku zu erkennen, und stufen ihn fälschlich als tot ein. Der VC2L wendet eine Xtar-eigene Aktivierungsfunktion an: Ein sehr schwacher Strom von etwa 50 mA wird 10 Minuten lang an einen unter 2,9 V erkannten Akku angelegt. Steigt die Spannung in dieser Zeit an, läuft die Ladung mit einer stärkeren Rate (0,5 bis 1 A) bis etwa 90 % der Kapazität weiter und endet dann mit einem Strom von 80 mA bis zur Abschaltschwelle von 4,2 V. Steigt die Spannung innerhalb von 10 Minuten nicht an, wird der Akku als unbrauchbar eingestuft, und das Display zeigt den Code Err.
Eine technische Nuance ist erwähnenswert: Bei einem unter 2 V gefallenen Li-Ion-Akku wird die normale Erkennung der Chemie langsamer und braucht mehr Geduld, eine Einschränkung, auf die das Handbuch des Herstellers selbst hinweist. Oberhalb dieser Schwelle funktioniert die Aktivierung normal.
Ein Display im Tachometer-Stil, kein schlichter Ziffernblock
Das LCD-Display des VC2L übernimmt die Optik eines Auto-Tachometers: Eine halbrunde Skala zeigt den gewählten Ladestrom (0 bis 2 A), eine zweite die Akkuspannung, ergänzt um eine vierstellige Anzeige der geladenen Kapazität in mAh und einen Hinweis auf Ni-MH oder Li-Ion je nach erkannter Chemie. Das ist eine originelle Darstellung für dieses Segment, in dem sich die meisten Mitbewerber mit schlicht aneinandergereihten Ziffern begnügen.
Diese Originalität hat einen Nachteil: Eine Skala mit virtueller Nadel liest sich auf einen Blick etwas langsamer als ein direkter Zahlenwert, und der VC2L zeigt weder Innenwiderstand noch einen Gesundheitsindikator des Akkus an, zwei Angaben, die der Xtar VC4SL und der Nitecore UMS4 bieten. Eine einzige Taste genügt, um die Stromstufe zu wechseln; ein langer Druck schaltet die Hintergrundbeleuchtung aus oder wieder ein.
USB-C überall, mit zwei echten Reibungspunkten im Alltag
Der VC2L wird ausschließlich über einen USB-C-Anschluss versorgt, mit einer maximalen Eingangsleistung von 5 V/2,1 A: Er lässt sich an ein Handyladegerät, einen Computer, eine Powerbank oder eine bereits vorhandene Autosteckdose anschließen, ohne ein eigenes Netzteil zu benötigen. Der Hersteller weist darauf hin, dass sich der Ladestrom automatisch verringert, wenn die verfügbare Leistung nicht ausreicht, statt einen Strom zu erzwingen, den die Quelle nicht liefern kann.
Zwei echte Reibungspunkte zeigen sich im Alltag. Der erste: Ist bereits ein Li-Ion-Akku in einem Steckplatz eingelegt, wenn ein USB-C-Power-Delivery-Netzteil angeschlossen wird, startet das Ladegerät die Ladung nicht automatisch; der Akku muss entnommen und erneut eingesetzt werden, um die Erkennung auszulösen. Der zweite betrifft das Format 10440: Sein durch die Isolierung leicht vertiefter Minuspol kann den Kontakt unsicher machen, wenn die Zelle nicht sorgfältig zum oberen Rand des Steckplatzes geschoben wird, während sich eine AAA-Batterie dort problemlos positionieren lässt.
Ein kompaktes Format, eine im Detail zu lesende Garantie
Der VC2L misst etwa 137 x 68 x 34 mm und bringt 120 g auf die Waage, eines der kompaktesten und leichtesten Formate der gesamten Xtar-Reihe, weit entfernt von den rund 210 g des VC4 oder den 350 g des VC8. Das Gehäuse aus flammhemmendem Kunststoff ruht auf federnden Metallkontaktarmen, eine klassische und bewährte Bauweise für diese Art von Gerät. Sein Betriebsbereich reicht von 0 bis 40 °C.
Die Garantie verdient es, im Detail gelesen statt in einer einzigen Zahl zusammengefasst zu werden. Die offizielle Bedienungsanleitung, identisch in ihren zehn Sprachversionen, beschreibt drei Stufen: einen kostenlosen Umtausch innerhalb von 15 Tagen nach dem Kauf, eine kostenlose Reparatur für 12 Monate, danach lebenslangen technischen Support, wobei Ersatzteile ab diesem Zeitpunkt berechnet werden. Das ist eine reale, schriftlich festgehaltene Zusage des Herstellers, aber eine engere als die rundere Garantiezahl, die andernorts für diese Art von Produkt meist genannt wird.
Gegenüber den Xtar-Geschwistern und Nitecore, ein bewusster Kompromiss
Der Xtar VC2L teilt den Großteil seiner technischen Basis mit dem Rest der VC-Reihe, positioniert sich aber klar am unteren Ende: weniger Steckplätze, weniger Diagnosefunktionen, dafür aber günstiger und deutlich kompakter. Die folgende Tabelle stellt ihn drei direkten Alternativen gegenüber: dem Xtar VC4SL (Innenwiderstand, bis zum 32650), dem Xtar VC8 (acht Steckplätze für einen großen Akkubestand) und dem Nitecore UMS4 (als einzigem in dieser Auswahl mit LiFePO4-Unterstützung).
| Kriterium | Xtar VC2L | Xtar VC4SL | Xtar VC8 | Nitecore UMS4 |
|---|---|---|---|---|
| Steckplätze | 2 | 4 | 8 | 4 |
| Li-Ion-Bereich | 10440 bis 26650 | 10440 bis 32650 | 10440 bis 26650 | 10440 bis 26650 |
| Chemien | Li-Ion, NiMH, NiCd | Li-Ion, NiMH, NiCd | Li-Ion, NiMH, NiCd | Li-Ion, LiFePO4, NiMH, NiCd |
| Max. Strom (1 Akku) | 2 A | 3 A | 3 A | 3 A |
| Innenwiderstand | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Stromversorgung | USB-C 5 V/2,1 A | USB-C QC3.0 | USB-C QC3.0 | USB-C (QC für volle Geschwindigkeit nötig) |
| Marktpreis | 33,64 € | 28,23 € | 36,00 € | 33,68 € |
Bei der reinen Kompatibilität muss sich der VC2L nicht verstecken: Er deckt denselben Li-Ion-Bereich wie der VC8 ab, und seine konkreteste Lücke, das trotz mancher Werbeaussagen fehlende Format D, macht sich im alltäglichen Gebrauch von Taschenlampen oder Kamera-Akkus selten bemerkbar. Zurückstecken muss er bei der erweiterten Diagnose (kein Innenwiderstand, anders als beim VC4SL und beim UMS4) und beim gleichzeitigen Volumen, mit halb so vielen Steckplätzen wie der VC4SL oder der UMS4 und einem Viertel der Steckplätze des VC8. Im Gegenzug bleibt er der günstigste dieser Auswahl und mit Abstand der kompakteste.
Für wen sich der VC2L eignet
Der VC2L richtet sich zuerst an alle, die ein Reise- oder Notfall-Ladegerät suchen, das in eine Tasche oder einen Kulturbeutel passt: gelegentliche Nutzer von Taschenlampen, Kamera-Akkus oder Haushaltsgeräten, die selten mehr als zwei Akkus gleichzeitig laden und die Kompaktheit sowie den Einstiegspreis der Xtar-Reihe schätzen. Seine 0V-Aktivierungsfunktion macht ihn zudem zu einer guten Wahl, um in einer Schublade vergessenen Akkus eine zweite Chance zu geben.
Weniger geeignet ist er für alle, die regelmäßig einen großen Akkubestand verwalten, ein Einsatzbereich, in dem sich der Innenwiderstandstest und die höhere Steckplatzzahl von VC4SL oder VC8 eher lohnen. Ebenso weniger geeignet ist er für alle, die gezielt das Format D oder die Chemie LiFePO4 benötigen, die dem VC2L beide fehlen: Hier bleibt der Nitecore UMS4 die Referenz, zu einem deutlich höheren Preis.



