Die angegebenen 37 Wh gegenüber den tatsächlich verfügbaren 27,5 Wh
Die Xiaomi Mi Power Bank 3 Ultra Compact (Referenz PB1022ZM) zeigt 10.000 mAh auf ihrem Gehäuse, ein Wert, der der Nennenergie ihrer zwei parallel verschalteten 5.000-mAh-Zellen von Lishen entspricht, also 37 Wh bei deren Nennspannung von 3,7 V. Diese Rohzahl entspricht jedoch nie dem, was das Gerät einem per USB angeschlossenen Smartphone tatsächlich liefert.
Xiaomi beziffert diese Umwandlung selbst in seinen offiziellen technischen Daten: Die angegebene Nutzkapazität liegt bei 5.500 mAh bei 5 V und 3 A, also rund 27,5 Wh, was einer von Xiaomi angegebenen Umwandlungsrate von 74 % entspricht. Diese Lücke von rund einem Viertel zwischen der bei 3,7 V gespeicherten und der bei 5 V gelieferten Energie ist nichts Ungewöhnliches: Dieselbe Umwandlungstechnik erklärt, warum keine Powerbank jemals ihre aufgedruckte mAh-Zahl unverändert weitergibt, und diese Rate liegt im oberen Bereich ihrer Kategorie.
Konkret laden diese 27,5 Wh ein aktuelles Smartphone, dessen Akku je nach Modell meist zwischen 12 und 18 Wh fasst, etwas weniger als zweimal vollständig auf. Für ein Wochenende oder einen langen Tag ohne Steckdose ist das für dieses Format eine solide, aber keine außergewöhnliche Reserve: Sie entspricht in etwa dem, was konkurrierende Powerbanks gleicher Nennkapazität bieten, sei es die neuere Xiaomi 10000 Lite oder die weiter unten in dieser Einschätzung behandelten Anker-Modelle ähnlicher Größe.
22,5 W allein, 15 W geteilt bei mehreren Geräten: die wahre Leistung
Der auf der Verpackung hervorgehobene Wert von 22,5 W stimmt: So viel liefert wahlweise der USB-C-Port oder einer der beiden USB-A-Ports maximal, sofern nur ein Gerät gleichzeitig lädt und Kabel sowie Smartphone die dafür nötige Spannungsstufe (9 V) aushandeln können.
Die offiziellen technischen Daten von Xiaomi legen jedoch eine deutlich weniger beworbene Grenze fest: Sobald mehrere Ports gleichzeitig Geräte laden, teilt sich die Gesamtleistung zwischen ihnen auf und sinkt insgesamt auf 15 W bei 5 V und 3 A. Das ist weder ein Defekt noch ein verborgener Mangel, sondern eine physikalische Grenze der internen Wandlerschaltung, die dem Werbeversprechen „3 Geräte gleichzeitig laden" aber teilweise widerspricht: Alle drei Ports arbeiten zwar tatsächlich gleichzeitig, teilen sich dabei jedoch ein Budget von 15 W zu dritt, im Schnitt kaum 5 W pro Gerät, deutlich unter einer Schnellladung.
In der Praxis betrifft diese Grenze vor allem die Nutzung mit mehreren Geräten. Wer nur ein einzelnes Smartphone auflädt, was bei einer Reserve-Powerbank dieser Größe der häufigste Anwendungsfall bleibt, hat die vollen 22,5 W von Anfang bis Ende der Ladung zur Verfügung, ohne weitere verborgene Stufe.
Die Batterie selbst laden: schnell mit dem richtigen Ladegerät, sonst langsam
Am Eingang akzeptiert die Mi Power Bank 3 Ultra Compact bis zu 22,5 W über ihren USB-C-Port (9 V, 2,5 A) oder bis zu 18 W über ihren Micro-USB-Port (9 V, 2 A), wobei Letzterer ausschließlich der Stromzufuhr dient und kein externes Gerät laden kann.
Mit einem USB-Power-Delivery-Ladegerät ab 24 W und einem USB-C-auf-USB-C-Kabel gibt Xiaomi eine vollständige Ladung in rund 3,5 Stunden an. Mit einem gewöhnlicheren, auf 5 V und 2 A begrenzten Ladegerät, sei es ein altes Handyladegerät oder je nach Verkaufskanal das mitgelieferte Minimum, steigt diese Zeit auf rund 6 Stunden. Der Unterschied hängt vollständig vom verwendeten Ladegerät ab: Da je nach Anbieter kein Schnellladegerät automatisch in der Verpackung liegt, erlebt ein Teil der Käuferinnen und Käufer die langsame Version dieses Versprechens, ohne es überhaupt zu bemerken.
Ein Schwachstrom-Lademodus, der durch doppeltes Drücken der Ladestandstaste im Ruhezustand aktiviert wird, ermöglicht außerdem das sichere Laden kabelloser Kopfhörer oder einer Smartwatch, Geräte, die die meisten Reserve-Powerbanks unterhalb einer bestimmten Stromschwelle nicht erkennen. Dieser Modus schaltet sich nach zwei Stunden automatisch ab oder lässt sich durch einen einzelnen Tastendruck verlassen.
200 g für 10.000 mAh: das Format, das ihren Ruf begründet hat
Mit 90 x 63,9 x 24,4 mm bei rund 200 g passt die Mi Power Bank 3 Ultra Compact in die hohle Hand und verschwindet in jeder Tasche, ohne aufzufallen. Xiaomi selbst bezeichnet sie als 16 % kleiner und 20 % leichter als die Vorgängergeneration, eine reale Verringerung, die den Zusatz „Ultra Compact" seit ihrer Markteinführung im Oktober 2020 rechtfertigt.
Im Vergleich zur fünf Jahre später erschienenen Xiaomi 33W Magnetic Power Bank 10000 mit derselben Nennkapazität ist sie sowohl leichter (200 g gegenüber 238 g) als auch kürzer und schmaler, allerdings etwas dicker (24,4 mm gegenüber 19,8 mm, was sich größtenteils durch Magnet und Ladespule ihrer magnetischen Cousine erklärt). Bezogen auf die tatsächlich gelieferte Energie erreicht sie ein günstigeres Gewicht-zu-Wattstunde-Verhältnis als diese neuere, magnetische Verwandte, was sie, abgesehen von Magnet und integriertem Kabel, zu einer der kompaktesten Powerbanks ihrer Kapazitätsklasse macht.
Mit 37 Wh Zellenenergie bleibt sie deutlich unter der Schwelle von 100 Wh, ab der Fluggesellschaften eine Genehmigung verlangen oder den Transport in der Kabine ganz verweigern. Sie reist damit ohne besondere Formalitäten, wie die überwiegende Mehrheit der Powerbanks für den Alltagsgebrauch dieser Kapazitätsklasse.
Drei echte Ports und ein Schwachstrom-Modus, der wirklich nützt
Die Anschlussausstattung beschränkt sich aufs Wesentliche, funktioniert dabei aber ohne Überraschungen: zwei USB-A-Ports, ein bidirektionaler USB-C-Port, der sowohl ein Gerät lädt als auch die Batterie selbst auflädt, sowie ein ausschließlich für den Eingang vorgesehener Micro-USB-Port. Vier LEDs zeigen den Ladestand in 25-%-Schritten an, ohne die genaue Prozentangabe, die ein Display wie beim Anker 533 PowerCore oder der Zolo 10000 bietet, zwei weiter unten in dieser Einschätzung behandelte Alternativen.
Der im vorherigen Abschnitt beschriebene Schwachstrom-Lademodus ist die eigentliche positive Überraschung dieser ansonsten schlichten Anschlussausstattung: Er ist bei Powerbanks dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich und verhindert den frustrierenden automatischen Ladeabbruch, den Kopfhörer oder eine Smartwatch an einem für Smartphones ausgelegten Port sonst erleiden.
Der bei neueren Powerbanks fehlende Micro-USB-Port mag 2026 überholt wirken, behält aber einen echten Vorteil: Er erlaubt es, im Notfall ein beliebiges altes Ladegerät oder Kabel aus der Schublade zu verwenden, während eine reine USB-C-Powerbank das passende Kabel griffbereit voraussetzt. Auch Pass-Through-Laden ist vorhanden, wodurch ein angeschlossenes Gerät weiterlädt, während die Batterie selbst über eine Steckdose geladen wird, ein echter Vorteil für alle, die mit wenigen freien Steckdosen unterwegs sind.
Ein Blick ins Innere: Zellen, Schutzschaltung und Verarbeitung
Im Inneren des Gehäuses sind zwei parallel verschaltete Pouch-Zellen von Lishen (力神) mit je 5.000 mAh, zertifiziert nach dem in China verpflichtenden 3C-Standard, mit einem eigenen Schutzchip sowie unabhängigen Schutztransistoren an jedem Ausgangsport verbunden. Portverwaltung, Erkennung der Ladeprotokolle und LED-Steuerung laufen über einen Hyundai-Mikrocontroller mit der Bezeichnung A94B458, während die eigentliche Spannungswandlung, also der Sprung von 3,7 V auf 5, 9 oder 12 V je nach genutztem Port, ein synchroner SouthChip-SC8934-Wandler übernimmt, ein Chip mit integrierten Leistungstransistoren sowie Schutz vor Überspannung, Unterspannung, Überstrom und Überhitzung.
Der interne Aufbau kombiniert Schaumstoff, Isolierplatten und Wärmeleitpads zur Befestigung und Wärmeableitung, bei einem hohen Integrationsgrad, der die Zahl der peripheren Bauteile gegenüber einer weniger durchdachten Konstruktion verringert. Das äußere Gehäuse hingegen bleibt geripptes Plastik: ein Material, das seinen Zweck erfüllt, nach einem Sturz aber recht leicht verkratzt und Gebrauchsspuren zeigt, ein Eindruck, der eher an Einstiegsware als an ein Premiumprodukt erinnert, ohne Auswirkung auf die Funktion der Elektronik.
Seit Oktober 2020 durchgehend im Handel, bringt es die Mi Power Bank 3 Ultra Compact auf sechs Jahre Marktpräsenz ohne Sicherheitsrückruf unter diesem Namen, eine seltene Zeitspanne, um die Haltbarkeit eines Elektronikprodukts für den Massenmarkt zu beurteilen, und ein deutlicher Kontrast zu neueren Generationen, die bislang erst ein oder zwei Jahre Erfahrungswerte vorweisen.
Ein von Fälschungen überschwemmter Markt: Echtheit vor dem Kauf prüfen
Der Erfolg und der niedrige Preis der Mi Power Bank 3 Ultra Compact haben sie zu einer der meistkopierten Powerbanks von Xiaomi gemacht. Ein echtes Exemplar wiegt rund 200 g; im Handel aufgetauchte Fälschungen sind spürbar leichter und beschränken sich häufig auf einfache 5 V am Ein- und Ausgang, ohne die auf der gefälschten Verpackung beworbenen Schnellladestufen bei 9 oder 12 V.
Diese Vorsicht beim Kauf stellt die Zuverlässigkeit des Originalprodukts nicht infrage: Sie erinnert lediglich daran, dass ein inoffizieller Verkaufskanal bei einem derart häufig kopierten Produkt vor der ersten Ladung eine Prüfung verdient und nicht blindes Vertrauen allein in die Optik der Verpackung.
Der Xiaomi-Rückruf von 2025 betrifft dieses Modell nicht
Xiaomi rief im September 2025 offiziell mehr als 100.000 Powerbanks zurück, nach einem Überhitzungs- und Brandrisiko infolge eines Qualitätsmangels bei Rohstoffen eines Zellenlieferanten. Betroffen ist die Xiaomi 33-W-Power-Bank mit 20.000 mAh und integriertem Kabel, Referenz PB2030MI, ausschließlich für zwischen August und September 2024 gefertigte Exemplare in den Farben Blau und Weiß.
Dieser Vorfall bleibt dennoch aufschlussreich, um die jüngere Zuverlässigkeit der Marke insgesamt einzuordnen, auch wenn er keinen direkten Bezug zu diesem älteren, einfacheren Modell hat, das weder das integrierte Kabel noch dieselbe Ladeelektronik wie die zurückgerufene Referenz besitzt.
Im Vergleich zur eigenen Reihe und zur direkten Konkurrenz
Wie schlägt sich die Mi Power Bank 3 Ultra Compact gegenüber ihren nächsten Alternativen, sowohl bei Xiaomi selbst als auch bei der Konkurrenz?
| Kriterium | Mi Power Bank 3 Ultra Compact | Xiaomi 10000 Lite | Anker 533 PowerCore | Anker Zolo 10000 |
|---|---|---|---|---|
| Kapazität | 10.000 mAh | 10.000 mAh | 10.000 mAh | 10.000 mAh |
| Leistung | 22,5 W | 22,5 W | 30 W | 30 W |
| Anzeige | 4 LEDs (25-%-Schritte) | 4 LEDs (25-%-Schritte) | Farbdisplay, genaue Prozentanzeige | LCD-Display, genaue Prozentanzeige |
| Integriertes Kabel | Nein | Nein | Nein, aber austauschbar | Ja, integriert |
| Gewicht | ≈ 200 g | ≈ 227 g | ≈ 200 g | ≈ 215 g |
| Üblicher Preis | ≈ 20 € | ≈ 13 € | ≈ 30 € | ≈ 30 € |
Beide Anker-Modelle heben sich durch ein Display mit genauer Prozentanzeige und 30 W statt 22,5 W ab, zu einem um etwa 10 Euro höheren üblichen Preis. Die neuere Xiaomi 10000 Lite bietet dieselbe Leistung in einem etwas schwereren Gehäuse, zu einem niedrigeren Preis. Die Wahl läuft dann auf eine Budget- und Prioritätenfrage hinaus: mehr bezahlen für ein präzises Display und mehr Watt, oder den niedrigsten Preis des Vergleichs für einen Reservebedarf nutzen, der keines von beidem verlangt.
Wem sie liegt, wem nicht
Diese Powerbank eignet sich gut für alle, die eine einfache, kompakte und günstige Notreserve für ein Smartphone suchen, ohne zwei Geräte gleichzeitig mit voller Geschwindigkeit laden oder eine genaue Prozentanzeige ablesen zu müssen. Ihr Format, das zu den kompaktesten ihrer Kapazitätsklasse zählt, ihr Schwachstrom-Modus für kleine Geräte und das Fehlen jedes dokumentierten Fertigungsmangels über sechs Jahre im Handel machen sie zu einem Kauf, bei dem man kaum etwas falsch machen kann.
Weniger geeignet ist sie für alle, die regelmäßig zwei oder drei Geräte gleichzeitig mit voller Leistung laden wollen, da die auf 15 W begrenzte Gesamtleistung den Nutzen der zusätzlichen Ports stark einschränkt, für alle, die den genauen Restprozentsatz auf einem Display verfolgen möchten, oder für alle, die eine Spitzenleistung über 22,5 W für anspruchsvollere Geräte als ein Smartphone suchen.



