Voltcraft VC-GP40: unsere ausführliche Einschätzung

Mit 460 Wh in LiFePO4-Zellen und einem Ausgang, der auf 300 W klettert, ist die VC-GP40 von Voltcraft längst keine gewöhnliche Powerbank mehr, ohne wirklich eine echte Powerstation zu sein. Selbst die offizielle Dokumentation ist uneins mit sich selbst: 144.000 oder 36.000 mAh, Display oder einfache LEDs. Hier ist, was hinter diesen Zahlen wirklich Bestand hat.

Unsere Note
3,9/5
Kapazität und Laufzeit: 4,6 von 5 (Gewichtung 25 %)Kapazität4,6Ausgangsleistung: 4,0 von 5 (Gewichtung 20 %)Leistung4,0Format und Gewicht: 3,0 von 5 (Gewichtung 20 %)Format3,0Anschlüsse und Kabel: 4,2 von 5 (Gewichtung 15 %)Anschlüsse4,2Aufladung: 3,3 von 5 (Gewichtung 10 %)Laden3,3Verarbeitung und Ausdauer: 4,1 von 5 (Gewichtung 10 %)Verarbeitung4,1

Wie wird diese Note berechnet?

Voltcraft VC-GP40 Powerbank von schräg vorne, Tragegriff sowie 12-V-, USB-C- und USB-A-Anschlüsse an der linken Seite sichtbar

Das Wichtigste

Die Voltcraft VC-GP40 bietet eine Energiereserve, an die in der Powerbank-Rubrik nichts anderes heranreicht: 460 Wh reale Kapazität in LiFePO4, eine Zahl, die zwei unabhängige Rechnungen trotz widersprüchlicher Verkaufsangaben bestätigen. Ihre Anschlussvielfalt ist groß und wirklich vollständig, mit einem 12-V-Ausgang, der seine angegebenen 300 W hält, zwei weiteren 12-V-Ausgängen, USB-C mit Power Delivery 3.0 und einem eigenen Solareingang. Doch aus dem gewohnten Powerbank-Format auszubrechen hat seinen Preis: 4,6 kg zum Abstellen statt zum Einstecken in eine Tasche, keine 230-V-Steckdose, eine Ladung, die nie über 100 W hinauskommt, und ein schlichtes LED-Band anstelle eines echten Displays. Ohne unabhängigen Test und ohne Nutzererfahrung bis heute ist sie eine vertretbare Wahl für alle, die eine große mobile Reserve über USB und 12 V brauchen, aber eine schlechte Wahl für alle, die eine leichte Powerbank oder eine echte Station mit eingebautem Wechselrichter suchen.

Stärken

  • 460 Wh reale Kapazität in LiFePO4: zwei unabhängige Rechenwege kommen trotz widersprüchlicher Verkaufsangaben (144.000, dann 36.000 mAh) auf dieselbe Zahl
  • Ein 12-V/25-A-Ausgang, der die angegebenen 300 W tatsächlich erreicht, dazu zwei 12-V/15-A-Ausgänge und ein USB-C-Anschluss mit 100 W über Power Delivery 3.0
  • Ein Preis je gespeicherter Wh, der weit unter dem jeder Powerbank im Katalog liegt: rund 0,45 Euro pro Wh, gegenüber über einem Euro bei Modellen mit 20.000 bis 48.000 mAh
  • LiFePO4-Chemie: bessere thermische Sicherheit und Langlebigkeit als das Lithium-Ionen der Konkurrenz-Powerbanks
  • 3 Jahre Herstellergarantie, deutlich über den sonst üblichen 12 bis 24 Monaten in diesem Segment
  • Ein eigener 100-W-Solareingang zusätzlich zum Netzanschluss, dazu eine große eingebaute LED-Leuchtfläche statt einer einfachen Taschenlampe

Schwächen

  • 4,573 kg bei 380 x 220 x 81 mm: 5- bis 9-mal so schwer wie eine Powerbank mit 40.000 bis 48.000 mAh in derselben Preisklasse, ein Format zum Abstellen statt zum Mitnehmen
  • Keine 230-V-Steckdose: ohne Wechselrichter läuft alles über USB, 12 V oder die runden Ausgänge
  • Ladung auf 100 W begrenzt, am Netz wie an der Solarbuchse, für eine volle Ladung, die theoretisch mindestens 4:36 Stunden dauert und in der Praxis vermutlich einige Stunden mehr
  • Ein einfaches Band aus 4 LEDs zeigt den Ladestand an, nicht das detaillierte Display, das die Produktdokumentation nahelegt
  • Kein unabhängiger Test und keine Nutzererfahrung bislang gefunden: das Produkt kam im April 2026 auf den Markt und fehlt auf den großen Verkaufsplattformen
  • Die offizielle Dokumentation selbst schwankt je nach Seite zwischen 144.000 und 36.000 mAh, was die Orientierung nicht erleichtert
Voltcraft VC-GP40: Datenblatt und Preis ansehen →

460 Wh, aber drei Zahlen für eine einzige Batterie

Die Dokumentation der VC-GP40 ist nicht einmal mit sich selbst einig. Der Katalogeintrag und die Hauptverkaufsseite des Händlers nennen 144.000 mAh. Das ausführliche technische Datenblatt desselben Händlers, für dieselbe EAN 4064161491257 und dasselbe Produkt (4,573 kg, 380 x 220 x 81 mm, auf allen Abbildungen identisches Gehäuse), gibt dagegen 36.000 mAh an. Ein exakter Faktor 4 Unterschied, beim selben Gerät.

Eine Milliamperestunde misst keine Energie, sondern eine Ladungsmenge. Um daraus eine Energie zu machen, muss man sie mit einer Spannung multiplizieren, und genau diese Spannung unterscheidet sich zwischen den beiden Zahlen. Die VC-GP40 verwendet LiFePO4-Zellen mit einer Nennspannung von 3,2 V pro Zelle. 144.000 mAh mal 3,2 V ergeben 460,8 Wh. Der komplette Pack läuft dagegen mit nominell 12,8 V, der Spannung einer Reihenschaltung aus 4 Zellen, derselben Spannung, die auch die 12-V-Zigarettenanzünder-Ausgänge speist. 36.000 mAh mal 12,8 V ergeben genau denselben Wert, 460,8 Wh. Beide Zahlen beschreiben dieselbe Energie, gezählt auf zwei verschiedenen Ebenen desselben Packs: die einzelne Zelle für die eine, der 4er-Zellenblock in Reihe, wie er das Gerät tatsächlich versorgt, für die andere.

Die Kapazitätsangaben der VC-GP40, von der verkaufsträchtigsten bis zur realsten
AngabeWertWas sie bezeichnet
Verkaufsangabe144.000 mAhGesamtladung, berechnet bei 3,2 V, der Nennspannung einer einzelnen LiFePO4-Zelle
Gespeicherte Energie460 WhWas der Pack tatsächlich enthält, unabhängig von der verwendeten mAh-Zahl
Reale Pack-Kapazität36.000 mAhDieselbe Ladung, berechnet bei 12,8 V, der Spannung der Reihenschaltung aus 4 Zellen, die das Gerät versorgt

Nur im zweiten Vertriebskanal, dort wo das Produkt zum Zeitpunkt der Prüfung tatsächlich auf Lager ist, wird standardmässig die Zahl 36.000 mAh angezeigt. Die Varianten mit 96.000 und 144.000 mAh bleiben überall, wo sie auftauchen, als nicht verfügbar markiert. Das ist kein endgültiger Beweis, aber ein weiterer Hinweis darauf, dass 36.000 mAh bei 12,8 V die Art ist, wie der Hersteller seinen eigenen Pack intern beschreibt, während 144.000 mAh die für das Verkaufsschaufenster gewählte Umrechnung ist, eindrucksvoller neben einer gewöhnlichen Smartphone-Powerbank.

460 Wh
reale Energie, unveränderlich
4 x
Unterschied zwischen den beiden angegebenen mAh-Zahlen
12,8 V
reale Pack-Spannung (4 Zellen in Reihe)
100 Wh
im Kabinengepäck erlaubte Grenze, deutlich überschritten

In der Sache stellt diese Zahl von 460 Wh die VC-GP40 in eine eigene Klasse innerhalb ihrer eigenen Rubrik. Die bestausgestattete Powerbank mit 45.000 mAh, die bereits auf dieser Seite bewertet wurde, kommt auf 166,5 Wh, eine mit 48.000 mAh auf 153,6 Wh. Die VC-GP40 speichert damit 2,7- bis 3-mal so viel Energie wie die größte klassische Powerbank im Katalog, in einem Gehäuse, das mit ihnen kaum noch etwas gemein hat, wie die folgende Grafik zeigt.

Vergleich der gespeicherten Energie zwischen der Voltcraft VC-GP40 und den kapazitätsstärksten bereits auf der Seite bewerteten Powerbanks. Die VC-GP40 speichert 460 Wh, gegenüber 166,5 Wh bei der Xtorm Fuel Series 5, 153,6 Wh bei der Ugreen 300 W 48.000 mAh und 90 Wh bei der Anker A1695.VC-GP40460 WhXtorm Fuel Series 5166,5 WhUgreen 300 W 48000153,6 WhAnker A169590 Wh
Gespeicherte Energie (Wh) der VC-GP40 im Vergleich zu den kapazitätsstärksten bereits auf der Seite bewerteten Powerbanks. Maßstab: 1 Pixel = 1 Wh.

Ein Format, das mit einer Taschen-Powerbank nichts mehr zu tun hat

460 Wh passen nicht in ein Smartphone-Gehäuse. Die VC-GP40 wiegt 4,573 kg bei 380 x 220 x 81 mm, mit einem starren Tragegriff und einer mitgelieferten Tasche statt einer Hülle. Gegenüber anderen Produkten der Powerbank-Rubrik der Seite ist der Unterschied deutlich: 5-mal so schwer wie eine Ugreen 300 W mit 48.000 mAh (1,637 kg), 6-mal so schwer wie eine Xtorm Fuel Series 5 (722 g), fast 8-mal so schwer wie eine Anker A1695 (595 g). Das ist kein Fertigungsmangel, sondern die direkte Folge zweier bewusster Entscheidungen: einer dreimal höheren Kapazität als der Rest der Kategorie und einer LiFePO4-Chemie, die weniger energiedicht ist als das klassische Lithium-Ionen dieser drei Konkurrentinnen.

Gewicht und Energiedichte der VC-GP40 im Vergleich zu den in Leistung oder Kapazität nächstliegenden Powerbanks
ProduktVC-GP40Ugreen 300 W 48000mAhXtorm Fuel Series 5Anker A1695
Gewicht4573 g1637 g722 g595 g
Energie460 Wh153,6 Wh166,5 Wh90 Wh
Dichte100,6 Wh/kg93,9 Wh/kg230,6 Wh/kg151,3 Wh/kg

Diese letzte Zeile relativiert den Befund. Pro Kilo ist die VC-GP40 gar nicht so schlecht platziert: Sie schlägt sogar die Ugreen 300 W, die ebenfalls das Gewicht eines 300-W-Ausgangs tragen muss, ohne den Vorteil der LiFePO4-Chemie zu haben. Sie bleibt weit hinter der Anker A1695 und vor allem der Xtorm zurück, deren klassisches Lithium-Ionen mehr als doppelt so viel Energie pro Kilo speichert. Das ist der bekannte Kompromiss dieser Chemie: thermisch stabiler und langlebiger, aber bei gleicher Energie auch mechanisch weniger kompakt. Die VC-GP40 verbirgt das nicht, sie trägt diesen Kompromiss im Maßstab eines Packs, der dreimal größer ist als der Durchschnitt ihrer Kategorie.

Der fairste Vergleich ist vielleicht gar nicht der mit einer Powerbank, sondern mit einer nackten 12-V-LiFePO4-Batterie für Solar-Kits oder den Campervan-Ausbau, mit derselben Chemie und derselben Pack-Architektur. Eine Batterie dieser Art, mit 200 Ah/2560 Wh, kostet rund 0,18 Euro je gespeicherter Wh, ganz ohne Anschluss, Display oder Gehäuseschutz: Sie ist eine Komponente zum Einbauen, kein fertiges Produkt. Die VC-GP40 kostet je gespeicherter Wh mehr (0,45 Euro), bringt dafür aber die Anschlüsse, das Display, den Griff und den Schutz mit, die einer nackten Batterie fehlen. Am ehrlichsten lässt sie sich damit an der Schnittstelle zweier Familien verorten: zu schwer und zu voluminös, um mit einer Taschen-Powerbank zu konkurrieren, zu wenig ausgestattet, um eine echte Station zu ersetzen.

Die reale Anschlussbelegung, jenseits des Worts „Anderson“

Die Produktseite nennt einen „Large-Anderson-Ausgang mit 300 W“ neben „zwei 12-V-Buchsen“. Die offiziellen Fotos des Händlers aus mehreren Blickwinkeln zeigen eine ganz andere Verteilung: drei runde Zigarettenanzünder-Ausgänge, deutlich auf dem Gehäuse selbst beschriftet, keiner davon in der rechteckigen Zweistift-Form eines echten Anderson-Powerpole-Steckers. Die drei Ausgänge sind mit 12V/15A OUT, 12V/25A OUT und 12V/15A OUT beschriftet. Nur der 25-A-Ausgang erreicht 300 W (12 V x 25 A). Die beiden anderen sind bei jeweils 180 W begrenzt (12 V x 15 A).

Der Rest der Anschlüsse entspricht dagegen der Angabe: zwei USB-A-Ausgänge, ein USB-C-Anschluss, der sowohl als Lade-Eingang als auch als Ausgang funktioniert (Power Delivery 3.0, bis zu 100 W), ein zweiter reiner USB-C-Ausgang und ein eigener „SOLAR-IN“-Anschluss für ein Solarmodul mit bis zu 100 W, getrennt vom Netzeingang unter einer eigenen Abdeckung. Ein zentraler Knopf dient als Ein-/Ausschalter und Steuerung für die LED-Leuchte.

Wichtig zu wissen: Um die angegebenen 300 W tatsächlich zu nutzen, muss das Gerät an den genau mit 12V/25A beschrifteten Ausgang angeschlossen werden, nicht an einen der beiden anderen runden Ausgänge, die identisch aussehen, aber bei 180 W begrenzt sind. Die Bezeichnung „Anderson“ aus der Katalogseite entspricht keiner am Gerät selbst sichtbaren Buchse.

Die Bilanz bleibt positiv: sieben nutzbare Ausgänge (zwei 12 V mit 15 A, einer mit 12 V und 25 A, zwei USB-A, zwei USB-C) plus ein eigener Solareingang, eine für die Kategorie große Ausstattung, die die meisten Powerbanks mit nur einem 100-W-USB-C-Ausgang an Vielfalt übertrifft. Die einzige wirkliche Unklarheit betrifft die Leistungsaufteilung zwischen den beiden USB-C-Anschlüssen bei gleichzeitiger Nutzung: Weder die Produktseite noch die Händlerdokumentation geben an, ob jeder gleichzeitig 100 W liefern kann oder ob sich beide eine gemeinsame Gesamtleistung teilen, eine Frage, die nur ein physischer Test klären könnte.

300 W in der Praxis: was sie wirklich versorgen kann

Auf dem Papier reichen 300 W Dauerleistung für die meisten anspruchsvollen mobilen Geräte: einen Laptop über sein eigenes, auf 12 V angepasstes Ladegerät, einen Kompressorkühlschrank im ausgebauten Van (meist 40 bis 80 W), einen Deckenventilator im Wohnmobil, eine 12-V-Wasserpumpe oder mehrere kleine USB-Geräte gleichzeitig. Das ist reale Leistung, verfügbar an einem einzigen DC-Ausgang, während die meisten Powerbanks der Kategorie bei 100 oder 140 W über USB-C enden.

Die praktische Grenze liegt nicht bei der Leistung, sondern beim Kabel. Der 12V/25A-Ausgang ist eine runde Zigarettenanzünder-Buchse, ein Format, das die meisten für einen echten Anderson-Stecker oder einen direkten Batterieanschluss ausgelegten Geräte ohne Adapter nicht aufnehmen. Für den Einsatz im Wohnmobil oder Van, wo die 12-V-Zigarettenanzünder-Buchse bereits De-facto-Standard ist, ist das kein Problem. Für den Anschluss eines externen Wechselrichters oder eines Geräts mit nativer Anderson-Buchse muss das passende Kabel gesondert beschafft werden, da es laut Lieferumfang offenbar nicht mitgeliefert wird.

Der USB-C-Anschluss mit 100 W deckt seinerseits problemlos das Laden eines Laptops mit voller Geschwindigkeit ab, auch anspruchsvoller Modelle, die normalerweise mit einem 90- bis 100-W-Netzteil geliefert werden. Zusammen mit der Reserve von 460 Wh ergibt das rein theoretisch, ohne jeden Umwandlungsverlust, genug, um einen Laptop mit 60-Wh-Akku mehr als 6-mal vollständig zu laden, bevor die VC-GP40 leer ist, oder einen kleinen 45-W-Kühlschrank rund 10 Stunden lang durchgehend zu betreiben.

Die Ladung: die 100-W-Grenze

Sowohl der Netz- als auch der Solareingang der VC-GP40 sind auf 100 W begrenzt. Weder die Produktseite noch die Händlerdokumentation nennen eine vollständige Ladezeit, was für ein Produkt dieser Preisklasse an sich schon eine Lücke ist. Die Rechnung ist einfach: Einen Speicher von 460 Wh über einen auf 100 W begrenzten Zufluss zu füllen, dauert bei der unrealistischen Annahme einer von Anfang bis Ende konstanten Eingangsleistung mindestens 4:36 Stunden. In der Praxis sinkt, wie bei jeder Lithiumbatterie, der zulässige Strom, je näher die Zellspannung gegen Ende der Ladung kommt: Eine reale volle Ladung dürfte eher 6 bis 7 Stunden dauern, eine Dauer, die derzeit keine öffentlich verfügbare Messung genauer bestätigen kann.

Das ist einer der wenigen Bereiche, in denen die VC-GP40 deutlich hinter viel kleineren Powerbanks zurückbleibt: Eine Batterie mit 20.000 bis 25.000 mAh lädt an einem leistungsstarken USB-C-Eingang meist in 1 bis 2 Stunden voll. Hier ist der Ausgleich für eine 3- bis 5-mal größere Reserve eine mechanisch längere Füllzeit, ohne dass eine Schnellladeoption dies ausgleicht.

Der eigene Solareingang, ebenfalls auf 100 W begrenzt, ändert das Bild für die Nutzung fernab des Netzes: An ein mobiles 100-W-Panel bei voller Sonne angeschlossen, kann er einen bedeutenden Teil der Reserve innerhalb eines Tages wieder auffüllen, ohne auf eine Steckdose angewiesen zu sein. Das ist ein Vorteil, den fast keine klassische Powerbank der Kategorie bietet, da die meisten nur Netz- oder USB-C-Eingang akzeptieren.

Das LED-Band und die Leuchte: weniger Display, mehr Licht

Die Produktseite kündigt ein LCD-Display an. Die offiziellen Fotos des Händlers zeigen auf keiner sichtbaren Seite des Gehäuses so etwas: Der Ladestand wird über ein senkrechtes Band aus 4 blauen LEDs angezeigt, ein System in 25-%-Schritten wie bei den meisten Powerbanks auf dem Markt, kein digitales Display mit genauem Prozentwert, momentaner Leistung oder Temperatur. Das ist nach den mAh-Zahlen die zweite Ungenauigkeit der offiziellen Dokumentation, und wer vor dem Kauf gezielt eine detaillierte Anzeige sucht, sollte das wissen.

Die eingebaute Leuchte dagegen ist großzügiger, als der Begriff „LED-Taschenlampe“ vermuten lässt. Auf den offiziellen Fotos handelt es sich um eine große rechteckige Leuchtfläche, die die gesamte Breite einer Gehäuseseite einnimmt, näher an einem Lampenfeld einer Camping-Laterne als an einem schmalen Taschenlampenstrahl. Das reicht, um einen Tisch oder das Innere eines Zelts ohne Zubehör auszuleuchten, auch wenn keine offizielle Angabe Helligkeit in Lumen oder eigene Laufzeit nennt.

Warum keine Steckdose?

Die VC-GP40 hat keinen Wechselrichter und liefert daher überhaupt keine 230 V. Das ist der strukturelle Unterschied, der sie von einer echten Powerstation trennt, und er erklärt einen guten Teil ihres Preises. Eine EcoFlow River 3 mit 245 Wh, 300-W-Ausgang und eingebauter Steckdose kostet 259 Euro, also 54 Euro mehr als die VC-GP40, für kaum mehr als die Hälfte ihrer Energiereserve. Der Wechselrichter, der die 12-V-Gleichspannung des Packs in 230-V-Wechselspannung umwandelt, hat seinen Preis, sowohl bei den Bauteilen als auch beim Gewicht, und Voltcraft hat sich entschieden, darauf zu verzichten, um beim gleichen Budget mehr Wh zu bieten.

Für den Nutzer ist die Folge eindeutig: Jedes Gerät mit einfachem Netzstecker, ein gewöhnliches Smartphone-Ladegerät, ein Wasserkocher, kleine Haushaltsgeräte, kann nicht direkt an die VC-GP40 angeschlossen werden. Nur USB-Geräte, native 12-V-Geräte (Van-Kühlschränke, Beleuchtung, Pumpen) und solche mit dem passenden Kabel für den 25-A-Ausgang können davon profitieren. Das ist eine stimmige Wahl für den Einsatz in Wohnmobil oder Van, die bereits auf 12 V ausgelegt sind, aber deutlich einschränkender für alle, die sie als allgemeine Notstromversorgung zu Hause nutzen möchten.

Im Vergleich zu den Referenzen der Kategorie

Im Vergleich zur Anker A1695, der aktuellen Referenz der Powerbank-Rubrik, gewinnt die VC-GP40 deutlich bei der Kapazität (460 Wh gegenüber 90 Wh) und bei der Vielfalt der Anschlüsse (12-V-Ausgänge und ein Solareingang, den keine der beiden Anker-Versionen bietet), verliert aber klar bei der Tragbarkeit (4,573 kg gegenüber 595 g) und bei der Verfeinerung der Anzeige, da die A1695 den Gesundheitszustand ihrer Zellen anzeigt, während sich die VC-GP40 mit 4 LEDs begnügt. Die beiden Produkte erfüllen nicht denselben Bedarf, was einen Notenunterschied erklärt, der keiner Fertigungsschwäche auf der einen oder anderen Seite geschuldet ist.

Im Vergleich zur Ugreen 300 W mit 48.000 mAh ist der Vergleich direkter: Beide beanspruchen 300 W Ausgangsleistung. Die bereits auf dieser Seite veröffentlichte Einschätzung dokumentiert bei der Ugreen jedoch eine reale Abgabe von rund 65 % der Nennkapazität, eine Lücke, die ihre Li-Ionen-Chemie allein nicht vollständig erklärt. Für die VC-GP40 gibt es bislang keine vergleichbare Messung, und LiFePO4-Zellen liefern in der Regel einen besseren Anteil ihrer Nennenergie als klassisches Lithium-Ionen, doch ohne bezifferte Daten lässt sich nicht behaupten, dass die VC-GP40 hier besser abschneidet. Beim Preis je gespeicherter Wh schneidet sie dagegen klar besser ab: rund 0,45 Euro gegenüber 1,11 Euro bei der Ugreen.

Gegenüber einer nackten 12-V-LiFePO4-Batterie für Solar-Kits, die auf dieser Seite bereits gut bewertet ist (4,3 für eine 200-Ah-Einheit mit 2560 Wh), kostet die VC-GP40 je gespeicherter Wh mehr, 0,45 Euro gegenüber 0,18 Euro, bringt dafür aber von Anfang an die Anschlüsse, das Display und den Schutz mit, die eine nackte Batterie vollständig dem Installateur überlässt. Das Produkt wird hier an einem strengeren Maßstab gemessen als diese blanke Batterie, die weder USB-Anschluss noch Display noch einen zu schützenden Ausgang hat.

Preis je gespeicherter Wh der Voltcraft VC-GP40 im Vergleich zu drei Produkten aus dem Katalog. Eine 200-Ah-LiFePO4-Batterie kostet 0,18 Euro je Wh, die VC-GP40 0,45 Euro, die Anker A1695 1,47 Euro und die Ugreen 300 W 48000mAh 0,81 Euro.Vatrer 200Ah LiFePO40,18 EUR/WhVC-GP400,45 EUR/WhUgreen 300 W 480000,81 EUR/WhAnker A16951,47 EUR/Wh
Preis je gespeicherter Wh (Euro). Je kürzer der Balken, desto günstiger die gespeicherte Wh im Einkauf. Maßstab: 270 Pixel pro Euro.

Marke, Garantie und Zuverlässigkeit

Voltcraft ist die Hausmarke der deutschen Conrad-Gruppe, eines Elektronik- und Messtechnik-Händlers, der seit 1923 besteht. Traditionell deckt sie eher Messtechnik und Werkstattelektronik ab als mobile Consumer-Produkte, für die Marke also eher neues Terrain. Die VC-GP40, im April 2026 eingeführt, hat zum Zeitpunkt dieser Einschätzung erst wenige Monate Markterfahrung.

Für dieses Modell wurden weder Rückrufe noch wiederkehrende Defekte gefunden. Das muss jedoch eingeordnet werden: Das Produkt erscheint bislang auf keiner großen allgemeinen Verkaufsplattform, und weder eine unabhängige Testseite noch ein Fachforum hat bislang einen verwertbaren Erfahrungsbericht veröffentlicht. Das Fehlen gemeldeter Probleme ist damit ein ehrliches positives Signal, aber keine auf einer nennenswerten Rückmeldungsmenge beruhende Garantie.

Zwei Punkte sprechen für das Vertrauen in das Produkt: eine 3-jährige Herstellergarantie, deutlich über den sonst üblichen 12 bis 24 Monaten bei dieser Art von Produkt, und eine LiFePO4-Chemie, die für ihre thermische Stabilität bekannt ist und nicht das dokumentierte Risiko eines thermischen Durchgehens trägt, das klassisches Lithium-Ionen bei einem Zellfehler mitunter betrifft.

Für wen sich die VC-GP40 eignet, und für wen nicht

Die VC-GP40 zielt auf drei konkrete Einsatzbereiche und erfüllt sie recht gut: Wohnmobil und ausgebauter Van, bereits auf 12 V ausgelegt, wo ihr Format ein für alle Mal verstaut werden kann, statt täglich transportiert zu werden; Notstrom zu Hause bei einem Stromausfall, um USB- oder 12-V-Geräte über Stunden oder sogar Tage am Laufen zu halten; und längere mobile Fernarbeit, bei der ihre Reserve Laptop und Zubehör mehrfach ohne Netzanschluss aufladen kann.

Sie eignet sich nicht für alle, die eine Powerbank täglich in einer Tasche mitnehmen wollen: Gewicht und Volumen beschränken sie auf einen halbfesten Einsatz. Ebenso wenig eignet sie sich für alle, die ein Gerät mit gewöhnlichem Netzstecker versorgen müssen, mangels Wechselrichter, oder für alle, die ein Ökosystem mit bereits vorhandenen unabhängigen Tests und einer breiten Erfahrungsbasis bevorzugen, die dieses noch sehr junge Produkt bislang nicht bieten kann.

Die Note im Detail

Unsere Note
3,9/5
Kapazität und Laufzeit 4,6
Ausgangsleistung 4,0
Format und Gewicht 3,0
Anschlüsse und Kabel 4,2
Aufladung 3,3
Verarbeitung und Ausdauer 4,1
Voltcraft VC-GP40: Datenblatt und Preis ansehen →

Das Produkt und seine Alternativen

Voltcraft VC-GP40

Voltcraft VC-GP40

204.99€

Eine Powerbank der besonderen Art: 144000 mAh in LiFePO4, ein 300-W-Ausgang und zwei 12-V-Buchsen, um weit mehr als ein Smartphone zu versorgen.

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Anker A1695 (165W)

Anker A1695 (165W)

99.99€ (48)

Mit 25.000 mAh, 165 W, zwei integrierten Kabeln und einem Display lädt die Anker A1695 sogar einen Laptop und bis zu 4 Geräte gleichzeitig.

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Ugreen 300W 48000mAh

Ugreen 300W 48000mAh

124.99€ (10)

Ausdauer der Extraklasse: 48000mAh aus LiFePO4, 300W zum Laden eines Laptops, ein Kontroll-Display, ein LED-Licht und ein Tragegriff.

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EcoFlow River 3

EcoFlow River 3

259.00€ (15)

Ultrakompakt (3,5 kg) und in einer Stunde geladen, schiebt die EcoFlow River 3 eine 245-Wh-Reserve in eine Tasche, um Ihre Essentials überall zu versorgen.

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Vatrer Power 200Ah LiFePO4 Bluetooth Batterie

Vatrer Power 200Ah LiFePO4 Bluetooth Batterie

Ansehen (4)

Eine kompakte 200Ah Lithium-Batterie mit Bluetooth-Steuerung und IP65-Schutz, für eine solide Stromreserve in Van, Boot oder Solarkit.

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Unsicher bei der Wahl?

Häufige Fragen

Weil beide Zahlen dieselbe Ladung bei zwei unterschiedlichen Spannungen desselben LiFePO4-Packs zählen. 144.000 mAh werden bei 3,2 V berechnet, der Nennspannung einer einzelnen Zelle. 36.000 mAh werden bei 12,8 V berechnet, der realen Spannung der Reihenschaltung aus 4 Zellen, die das Gerät versorgt. Beide ergeben dieselbe Energie, 460 Wh, die einzige Zahl, die sich unabhängig von der Zählweise nicht ändert.

Ja, aber nur an einem der drei runden 12-V-Ausgänge des Gehäuses, dem genau mit 12V/25A OUT beschrifteten. Die beiden anderen 12-V-Ausgänge, äußerlich identisch, sind bei 180 W begrenzt (12V/15A). Der USB-C-Anschluss ist separat bei 100 W über Power Delivery 3.0 begrenzt.

Nicht vollständig. Die VC-GP40 hat keinen Wechselrichter und liefert überhaupt keine 230-V-Steckdose: Sie versorgt nur USB-Geräte, native 12-V-Geräte oder solche mit dem passenden Kabel für ihren 25-A-Ausgang. Ein Gerät mit einfachem Netzstecker, etwa ein gewöhnliches Ladegerät oder ein kleines Haushaltsgerät, kann nicht direkt angeschlossen werden.

Weder Hersteller noch Händler nennen eine offizielle Dauer. Sowohl Netz- als auch Solareingang sind auf 100 W begrenzt, was bei konstanter Leistung ein theoretisches Minimum von 4:36 Stunden für ihre 460 Wh ergibt. In der Praxis, mit der üblichen Verlangsamung gegen Ende der Ladung bei einer Lithiumbatterie, dürfte eine reale volle Ladung eher 6 bis 7 Stunden dauern.

Nein. Mit 460 Wh liegt sie weit über der von Fluggesellschaften erlaubten Grenze von 100 Wh für das Kabinengepäck, unabhängig davon, welche mAh-Zahl zu ihrer Bezeichnung verwendet wird.

Dasselbe Produkt taucht je nach Seite auch in den Varianten 96.000 und 144.000 mAh auf, beide zum Zeitpunkt der Prüfung als nicht verfügbar markiert. Vorsicht: Die VC-GP40 sollte nicht mit der VC-GP50 verwechselt werden, einem anderen Produkt derselben Marke mit klassischer Lithium-Ionen-Chemie und USB Power Delivery 2.0, mit eigenen Spezifikationen.