84 x 48 x 14 mm: das flachste Gehäuse der Nexode-Pro-Reihe
Das Ugreen Nexode Pro 65W Slim ist ein dreiportiges GaN-Netzteil, das die Kompaktheit weiter treibt als alles andere in der Nexode-Pro-Reihe: ein flaches Gehäuse, angeblich 55% kleiner als ein herkömmliches 65W-Ladegerät, gedacht für eine Laptop-Hülle, ohne dabei aufzutragen. Es ist die flachste Variante der Reihe, zu unterscheiden vom würfelförmigen Nexode Pro 65W und vom Standard-Nexode 65W, beide bei gleicher Nennleistung spürbar dicker.
Das Gehäuse ohne Stecker wiegt 104 Gramm bei 84 x 48 x 14 mm. Sobald der austauschbare Netzstecker eingerastet ist, gewinnt die Einheit etwas an Volumen und Gewicht: mit montiertem Stecker steigt sie auf etwa 120 Gramm bei einer Dicke von knapp 1,5 cm. Die beiden Werte widersprechen sich nicht, sie beschreiben schlicht dasselbe Gehäuse in zwei unterschiedlichen Zuständen, einmal nackt, einmal mit montiertem Wechselstecker.
Als Technologie kommt GaN Infinity zum Einsatz, ein Gallium-Nitrid-Chip, der der Pro-Serie vorbehalten ist, kombiniert mit dem Temperaturüberwachungssystem ThermalGuard. Ugreen gibt zudem eine bis zu 117% höhere Energiedichte gegenüber einem klassischen Silizium-Ladegerät gleicher Leistung an, das technische Argument, das 65W in einem derart flachen Gehäuse unterbringt.
Die 65W des Hauptanschlusses: ein gehaltenes Versprechen
Jeder Anschluss hat eine eigene Grenze im Alleinbetrieb: 65W am Haupt-USB-C-Anschluss, 30W am zweiten USB-C-Anschluss, 22,5W am USB-A-Anschluss. Die erste dieser drei Zahlen ist das zentrale Argument des Produkts, und sie ist auch die einzige, die die Marke wirklich in den Vordergrund stellt.
An einem Laptop hält das Versprechen stand: Ein MacBook Air M2 an diesem Anschluss lädt laut Ugreen in 30 Minuten von 0 auf 51%. An einem 13 Zoll MacBook Air erreicht die Ladung nach einer vollen Stunde ebenfalls etwa 70%, ein Verlauf, der zu einer Schnellladung passt, die sich jenseits der Hälfte des Akkus naturgemäß verlangsamt.
Zwei Geräte, volles Budget; drei Geräte, spürbare Bremse
Die eigentlich entscheidende Frage bei einem Mehrport-Ladegerät ist nicht die Grenze jedes einzelnen Anschlusses, sondern das, was passiert, sobald mehrere Geräte gleichzeitig angeschlossen sind. Hier gelingt dem Nexode Pro 65W Slim bei zwei Geräten eine bemerkenswerte Aufteilung: Die beiden gemeinsam genutzten USB-C-Anschlüsse teilen sich 45W und 20W, insgesamt 65W, das komplette angegebene Budget, ganz ohne Verlust.
Bei drei Geräten zeigt sich die Nuance, genau wie bei anderen Mehrport-Ladegeräten derselben Marke: Der Hauptanschluss behält die Priorität mit 45W, doch die beiden sekundären Anschlüsse (USB-C2 und USB-A) fallen dann auf jeweils etwa 7,5W zurück. Ein drittes Gerät lädt weiter, aber sehr langsam: 7,5W reichen kaum, um einen Akkustand zu halten, statt ein Smartphone schnell zu laden. Das Gesamtbudget rutscht so von 65W auf etwa 60W, ein im Verhältnis kleinerer Verlust als bei anderen Mehrport-Ladegeräten desselben Segments, wo der Rückgang bei drei Geräten mehr als 15% der angegebenen Gesamtleistung ausmachen kann.
USB PD, PPS, Quick Charge, SCP: solide Abdeckung, nicht die breiteste ihrer Klasse
Das Nexode Pro 65W Slim beherrscht die wichtigsten Schnellladeprotokolle: USB Power Delivery 3.0, PPS (das Protokoll für Schnellladung bei Samsung-Galaxy-Geräten bis 45W), Quick Charge 4 und SCP, das eigene Protokoll von Huawei und Honor. Diese Kombination deckt einen großen Teil des aktuellen Android- und Apple-Bestands ohne besondere Einstellung ab.
Diese Liste bleibt dennoch eine Stufe unter dem, was manche direkten Wettbewerber der Marke bei anderen Ladegerät-Segmenten bewerben, wo mitunter eine breitere Abdeckung (zusätzlich AFC für Samsung und FCP für Huawei) beworben wird. In der Praxis betrifft der Unterschied vor allem Randfälle: Die Basis aus PD, PPS, QC und SCP genügt der großen Mehrheit aktueller USB-C-Smartphones, -Tablets und -Laptops, ob iPhone oder Android. Die generelle Grenze bleibt dieselbe wie bei jedem herstellerunabhängigen Ladegerät: Die schnellsten, exklusiven Lademodi mancher Marken, etwa SuperVOOC bei Oppo oder Warp Charge bei OnePlus, aktivieren sich nur mit dem Netzteil des jeweiligen Herstellers.
Der Preis der Schlankheit: Hitze, Wirkungsgrad und Pfeifen
Ein 65W-Ladegerät auf 14 mm zu verschlanken lässt mechanisch weniger Raum für die Wärmeableitung als ein klassisches würfelförmiges Gehäuse. Das ist genau der Punkt, den die Produktseite nirgends anspricht, und er verdient eine klare Einordnung.
Nichts davon stellt die Sicherheit des Produkts infrage: 68,6 °C sind eine hohe Oberflächentemperatur für die Hand, aber weit von jeder gefährlichen Schwelle entfernt, und das System ThermalGuard ist darauf ausgelegt, die Innentemperatur laufend zu überwachen und zu begrenzen. Dieser Nachteil relativiert jedoch das Versprechen eines rekordverdächtigen Formats ohne Kompromisse: Die extreme Schlankheit dieses Gehäuses erkauft sich ein weniger großzügiges Wärmemanagement und einen geringeren Wirkungsgrad als bei einem dickeren GaN-Ladegerät gleicher Leistung, ein Kompromiss, den Käufer kennen sollten, bevor sie dieses Format einem klassischeren würfelförmigen Modell vorziehen.
Gewicht und Wechselstecker: das Reiseargument
Über seine Schlankheit hinaus ist dieses Ladegerät als Reisebegleiter konzipiert. Es akzeptiert eine Eingangsspannung von 100 bis 240V, was nahezu jedes Stromnetz weltweit abdeckt, und wird mit drei austauschbaren Steckern geliefert, US, UK und EU, die sich werkzeuglos einrasten und wieder lösen lassen. Auf einer Reise durch mehrere Länder erspart das den zusätzlichen Reiseadapter neben dem Ladegerät selbst.
| Konfiguration | Gewicht | Dicke |
|---|---|---|
| Gehäuse ohne montierten Stecker | 104 g | 14 mm |
| Mit montiertem Wechselstecker | ≈ 120 g | ≈ 15 mm |
Dieser Unterschied bei Gewicht und Dicke bleibt im Alltag gering, verdient aber Beachtung, bevor man diesen Wert mit dem eines Wettbewerbers vergleicht, der einem anderen Zustand des Gehäuses entsprechen kann, nackt oder mit montiertem Stecker. In beiden Fällen bleibt das Gehäuse spürbar flacher als ein vergleichbares würfelförmiges Ladegerät und passt tatsächlich in das Fach einer Laptoptasche, ohne merklich aufzutragen.
Verarbeitung, Finish und elektrische Sicherheit
Das Finish der Pro-Serie hinterlässt einen Qualitätseindruck über dem Durchschnitt des Segments, mit einer Oberfläche, die trotz Kunststoffgehäuse fast metallisch wirkt. Kein Rückruf und kein wiederkehrender Fabrikationsfehler ist bislang zu diesem konkreten Modell bekannt.
Bei der elektrischen Sicherheit sorgt das System ThermalGuard für eine laufende Temperaturüberwachung, ein erwartbarer Grundstandard für ein Gerät, das während der gesamten Ladedauer dauerhaft am Netz hängt. Ein Detail sei erwähnt, ohne daraus einen Mangel zu machen: Bei der Version mit US-Stecker besitzt der Netzstecker nur zwei Kontakte ohne Erdungsstift, eine für diese Art kleiner Ladegeräte übliche Wahl, die aber in manchen Wandsteckdosen einen etwas weniger festen Sitz ergeben kann.
Das Produkt ist noch zu kurz auf dem Markt, um seine Langlebigkeit im gleichen Maß zu beurteilen wie ein seit mehreren Jahren erhältliches Zubehörteil: Das ist ein Vorsichtshinweis, kein festgestellter Mangel. Das einzige mechanisch bewegliche Teil, das über die Zeit im Auge zu behalten ist, ist die Verriegelung des Wechselsteckers, die bei jedem Steckerwechsel beansprucht wird.
Gegenüber dem Standard-Nexode 65W, dem Nexode Pro 100W und dem Anker Nano II 65W
Wie schlägt sich dieses Slim-Format gegenüber dem Rest der Ugreen-Reihe und einem direkten Wettbewerber?
| Kriterium | Nexode Pro 65W Slim | Standard-Nexode 65W | Nexode Pro 100W | Anker Nano II 65W |
|---|---|---|---|---|
| Gesamtleistung | 65W | 65W | 100W | 65W |
| Format | Ultraflach (14 mm) | Kompakt (Würfel) | Kompakt (Würfel) | Kompakt (Würfel) |
| Anschlüsse | 3 (2 USB-C + USB-A) | 3 (2 USB-C + USB-A) | 3 (2 USB-C + USB-A) | 3 (2 USB-C + USB-A) |
| Wechselstecker | US / UK / EU | US / UK / EU | Nicht angegeben | Nein |
| Beobachteter Preis | 47,99 € | 35,99 € | 59,99 € | 29,59 € |
Gegenüber dem Standard-Nexode 65W bietet das Slim exakt dieselbe Leistung und dieselben Reisestecker bei begrenztem Preisunterschied: Die Wahl reduziert sich dann allein auf die Gehäusedicke, um den Preis der oben beschriebenen thermischen Kehrseite. Gegenüber dem leistungsstärkeren, für anspruchsvollere Laptops ausgelegten Nexode Pro 100W reicht das Slim für MacBook Air, iPad oder Smartphone völlig aus, ohne diese zusätzliche Leistungsreserve zu benötigen. Gegenüber dem günstigeren Anker Nano II 65W ohne Wechselstecker rechtfertigt das Slim seinen höheren Preis durch sein eigenständiges Format und das Reiseargument, nicht durch einen Leistungsvorsprung.
Für wen es geeignet ist, für wen nicht
Dieses Ladegerät eignet sich besonders gut für alle, die mit Laptop (MacBook Air, iPad, Windows-Ultrabook) und gleichzeitig zu ladendem Smartphone reisen und minimalem Packmaß in Tasche oder Hülle echten Wert beimessen. Die austauschbaren US-, UK- und EU-Stecker machen es zu einer sinnvollen Wahl für alle, die regelmäßig zwischen verschiedenen Regionen unterwegs sind.
Weniger gut geeignet ist es für alle, die regelmäßig drei anspruchsvolle Geräte gleichzeitig laden, ein Szenario, in dem das reale Budget auf 60W mit einem Leistungsrinnsal an den beiden sekundären Anschlüssen zurückfällt, oder für alle, die unabhängig vom Format den geringstmöglichen Wirkungsgradverlust und die niedrigste Temperatur suchen, ein Fall, in dem ein dickeres, günstigeres GaN-Ladegerät wie das Standard-Nexode 65W derselben Marke die nüchternere Wahl bleibt. Wer einen Laptop mit einem Bedarf über 65W laden muss, ist mit dem Nexode Pro 100W derselben Reihe besser bedient.



