145W, vier Anschlüsse, ein eingebautes Kabel: das All-in-one-Versprechen
Das Ugreen Nexode 145W Autoladegerät steht an der Spitze der Kfz-Ladegeräte-Reihe der Marke. Es kombiniert ein fest eingebautes, ausziehbares USB-C-Kabel, zwei zusätzliche USB-C-Anschlüsse und einen USB-A-Anschluss, insgesamt vier Ausgänge, die gleichzeitig aus der einzigen 12V-Buchse des Fahrzeugs genutzt werden können. Die Besonderheit liegt weniger in der Leistung selbst, die es auch anderswo in der Reihe gibt, als im eingebauten Kabel, das die Suche nach einem eigenen USB-C-Kabel überflüssig macht.
Das Gehäuse wird direkt in die Zigarettenanzünder-Buchse gesteckt und verträgt sowohl 12V als auch 24V, womit es sich für Pkw ebenso wie für Nutzfahrzeuge oder Wohnmobile eignet. Vier Geräte können theoretisch gleichzeitig laden: das eingebaute Kabel, die beiden zusätzlichen USB-C-Anschlüsse und der USB-A-Anschluss. Was dieses Versprechen tatsächlich wert ist, sobald alle vier Ausgänge gleichzeitig genutzt werden, folgt weiter unten im Detail.
Das ausziehbare Kabel: 70cm, die sich mit einem Zug verstauen
Das eingebaute USB-C-Kabel lässt sich bis zu 70cm herausziehen und rastet in acht verschiedenen Positionen ein, genug, um einen Passagier auf der Rückbank oder die Mittelkonsole zu erreichen, ohne den Mechanismus übermäßig zu belasten. Lässt man es los, zieht es sich automatisch wieder ins Gehäuse zurück. Ugreen gibt den Mechanismus für mindestens 25.000 Auszieh- und 10.000 Ladezyklen an, eine Größenordnung, die auf jahrelangen täglichen Gebrauch ausgelegt ist.
Dieses Kabel liefert allein bis zu 60W, genug für ein Tablet oder ein Smartphone mit Schnellladung. Die tatsächliche Leistung liegt zwischen 57 und 62W, nahe am angegebenen Maximum statt deutlich darunter, ein Ergebnis, das bei einem beweglichen Mechanismus dieser Art keineswegs selbstverständlich ist, da jeder Auszieh-Zyklus die elektrischen Kontakte mechanisch beansprucht.
Der 100W-USB-C-Anschluss: genug für einen Laptop
Auf der Rückseite des Gehäuses liefert ein zweiter USB-C-Anschluss bis zu 100W, die Leistung, die nötig ist, um ein 16-Zoll-MacBook Pro oder ein USB-C-Power-Delivery-kompatibles Windows-Ultrabook direkt aus der 12V-Buchse mit voller Geschwindigkeit zu laden. Die tatsächliche Leistung liegt zwischen 95 und 106W, entsprechend dem angegebenen Maximum ohne nennenswerten Abfall, ein besseres Ergebnis als beim 100W-Anschluss des Ugreen 130W derselben Reihe, dessen Leistung nach einigen Minuten durchgehender Ladung deutlich einbricht.
Gleichzeitig genutzt, können das eingebaute Kabel und dieser USB-C-Anschluss zusammen bis zu 145W erreichen, die volle angegebene Gesamtleistung des Ladegeräts: Diese Kombination erreicht bis zu 100W plus 45W, exakt die Gesamtobergrenze. Das Kabel gibt also einen Teil seines Spielraums ab (60W allein, 45W in Kombination), damit der USB-C-Anschluss sein eigenes Maximum erreichen kann, ein logischer Kompromiss, da das Gehäuse ohnehin nie mehr als 145W insgesamt liefern kann.
Vier Anschlüsse, ein Budget: was bleibt, wenn alles angeschlossen ist
Die Rechnung ist einfach: Das Kabel gibt bis zu 60W an, der dedizierte USB-C-Anschluss 100W, und die beiden übrigen Ausgänge, ein zweiter USB-C-Anschluss und der USB-A-Anschluss, jeweils bis zu 30W. Addiert erreichen diese vier Einzelmaxima 220W, deutlich über den tatsächlich verfügbaren 145W. Diese Lücke ist kein verstecktes Manko: Sie bedeutet lediglich, dass kein Ladegerät dieses Formats vier Geräte gleichzeitig mit ihrem jeweiligen Maximum versorgen kann, unabhängig von der Marke.
In der Praxis wendet das Gerät eine klare Prioritätenreihenfolge an. Der dedizierte USB-C-Anschluss und das eingebaute Kabel teilen sich den Großteil des Budgets, wie die oben beschriebene 145W-Kombination zeigt. Sobald die beiden übrigen Anschlüsse dazukommen, sinkt ihr Anteil auf ein Restniveau, je nach genauer Last im Moment zwischen wenigen Watt und etwa 20W, deutlich unter ihrem jeweiligen Maximum von 30W. Das Ladegerät wendet zudem ein gestuftes thermisches Throttling oberhalb einer bestimmten internen Temperaturschwelle an: Der dedizierte USB-C-Anschluss kann dann von 100 auf 65 und dann 45W sinken, das Kabel von 60 auf 45 und dann 30W, bevor beide nach dem Abkühlen wieder ihre volle Leistung erreichen.
Im Alltag bleibt dieser Mechanismus vorteilhaft: Ein Laptop am dedizierten Anschluss und ein Smartphone am Kabel teilen sich den Großteil der 145W ohne echte Einbußen. Das Werbeversprechen der "vier Geräte gleichzeitig" verdient jedoch eine Einordnung: Es gilt für vier kleine, genügsame Geräte, deutlich weniger für vier gleichzeitige Schnellladungen.
PD, PPS, QC, SCP, AFC: die breiteste Kompatibilität im Segment
Die Ladesteuerung des Ugreen 145W unterstützt eine für diese Art von Produkt ungewöhnlich breite Palette an Protokollen: USB Power Delivery 3.0 mit PPS für das Apple-Ökosystem und generische Android-Geräte, Quick Charge 3.0 und 4+ für einen großen Teil älterer Android-Hardware, sowie FCP, SCP und AFC, die proprietären Protokolle von Huawei/Honor beziehungsweise Samsung. Nur wenige Kfz-Ladegeräte bieten eine derart vollständige Liste: Das Ugreen 130W und das Anker 167,5W derselben Kategorie decken jeweils nur einen Teil davon ab, keines der beiden zeigt die vollständigen sechs Protokolle, die hier vereint sind.
Diese protokollarische Breite bedeutet konkrete Kompatibilität mit der großen Mehrheit aktueller Smartphones, vom iPhone 12 bis 17, iPads, Galaxy S23 Ultra bis S26, sowie Windows-Laptops und tragbaren Konsolen mit USB-C-Power-Delivery-Unterstützung. Der Wermutstropfen, der für die gesamte Reihe gilt: Kein älteres Apple-Lightning-Protokoll wird abgedeckt, da alle Ausgänge hier nativ USB-C sind.
Eingebautes Kabel: echter Komfort, aber nicht ohne Preis
Das eingebaute Kabel verändert den Alltag ganz konkret: kein Suchen mehr, ob noch ein Kabel im Handschuhfach liegt, kein Abstecken, um es einem Mitfahrer zu leihen, einfach ziehen und loslassen. Das ist das zentrale Argument dieses Ladegeräts gegenüber dem Ugreen 130W, das auf ein abnehmbares, für 100W zertifiziertes Kabel im Lieferumfang setzt, oder gegenüber dem Anker 167,5W, dem ein klassisches Ein-Meter-Kabel beiliegt.
Diese Entscheidung bringt zwei strukturelle Einschränkungen mit sich, die jedem eingebauten Kabel innewohnen und keinen Fertigungsmangel dieses konkreten Modells darstellen. Erstens nur ein Steckertyp an diesem Ausgang: Das Kabel ist ausschließlich USB-C, was ein iPhone mit Lightning-Anschluss (14 und älter) von vornherein ausschließt, das dann sein eigenes Kabel an einem der drei anderen Anschlüsse benötigt. Zweitens die Unumkehrbarkeit der Wahl: Ein abnehmbares Kabel, das verschleißt oder ausfranst, lässt sich für wenige Euro ersetzen, während ein eingebautes Kabel, das im Ausziehmechanismus klemmt oder reißt, das gesamte Ladegerät außer Betrieb setzt. Das Geflecht des Kabels selbst wird als weniger dick und weniger hochwertig beschrieben als bei einem separat verkauften Kabel, ein Unterschied in der Haptik, der die Ladeleistung nicht beeinträchtigt, aber im Gebrauch auffällt.
Eine weitere praktische Einschränkung: Die Verpackung enthält kein zusätzliches Kabel für die beiden weiteren USB-C-Anschlüsse oder den USB-A-Anschluss. Nur das eingebaute Kabel ist sofort einsatzbereit; die drei übrigen Ausgänge setzen bereits vorhandene, hochwertige eigene Kabel voraus.
118 Gramm: der physische Preis des eingebauten Kabels
Der Ausziehmechanismus hat einen direkten Einfluss auf die Baugröße. Das Gehäuse wiegt 118 Gramm bei etwa 106 x 62 x 36mm, deutlich mehr als andere Kfz-Ladegeräte derselben Preisklasse: mehr als doppelt so viel wie das Anker 167,5W (50g, 80 x 36 x 36mm), obwohl dieses leistungsstärker ist, und ebenso mehr als doppelt so viel wie das Ugreen 52,5W (57,2g) oder das Ugreen 130W (45g).
| Modell | Gesamtleistung | Gewicht | Abmessungen | Eingebautes Kabel |
|---|---|---|---|---|
| Ugreen 145W | 145W | 118g | 106 x 62 x 36mm | Ja, ausziehbar |
| Ugreen 130W | 130W | 45g | 76 x 36 x 36mm | Nein |
| Ugreen 52,5W | 52,5W | 57,2g | 65 x 30 x 30mm | Nein |
| Anker 167,5W | 167,5W | 50g | 80 x 36 x 36mm | Nein |
Ein Teil dieser Differenz erklärt sich folgerichtig durch die Ausziehspule, die den anderen drei Modellen fehlt, sowie durch einen zusätzlichen Anschluss gegenüber dem 52,5W und dem 130W. Doch der Abstand zum Anker 167,5W, das leistungsstärker und trotzdem nur halb so schwer ist, ganz ohne eingebautes Kabel, zeigt, dass das Format deutlich wuchtiger ausfällt, als die gelieferte Leistung allein erklären würde. Das Gehäuse stört einmal angebracht nicht den Schalthebel, ragt aber sichtbar weiter heraus als ein einfaches Kfz-Ladegerät.
Fünf Schutzfunktionen, ein flammhemmendes Gehäuse und zwei Jahre Garantie
Ugreen gibt fünf Schutzfunktionen für dieses Modell an: gegen Überspannung, Unterspannung, Überstrom, Kurzschluss und Überhitzung, letztere gesteuert durch das oben beschriebene gestufte thermische Throttling. Das Gehäuse besteht aus flammhemmendem Kunststoff der Klasse V-0, die Oberflächentemperatur soll auch bei anhaltender Volllast um 65 °C bleiben. Im Inneren sind die Lötstellen des Flachkabels, das die ausziehbare Spule versorgt, versiegelt, ein Fertigungsdetail, das gezielt den mechanisch am stärksten beanspruchten Punkt des Produkts betrifft.
Die Herstellergarantie beträgt zwei Jahre, die längste und am klarsten angegebene der drei hier verglichenen Kfz-Ladegeräte: Beim 130W und beim 52,5W schwankt die Dauer je nach Händler, während beim Anker 167,5W bei 18 Monaten Schluss ist. Kein wiederkehrender Defekt oder Fertigungsmangel speziell dieses 145W-Modells ist aufgetaucht, anders als beim 100W-Anschluss des Ugreen 130W, zu dem nach einigen Monaten Nutzung Ausfallmeldungen vorliegen.
Im Vergleich zur restlichen Reihe und zur direkten Konkurrenz
Wie schlägt sich das Ugreen 145W gegenüber den drei nächstliegenden Kfz-Ladegeräten, innerhalb und außerhalb der Marke?
| Kriterium | Ugreen 145W | Ugreen 130W | Ugreen 52,5W | Anker 167,5W |
|---|---|---|---|---|
| Gesamtleistung | 145W | 130W | 52,5W | 167,5W |
| Stärkster Anschluss | 100W | 100W | 30W | 100W |
| Eingebautes Kabel | Ja, 70cm ausziehbar | Nein (abnehmbares Kabel enthalten) | Nein | Nein |
| Protokolle | PD, PPS, QC 3.0/4+, FCP, SCP, AFC | PD, PPS, QC 3.0/4.0, SCP | PD, PPS, QC 3.0, SCP | PD, PPS, PowerIQ 3.0 |
| Garantie | 2 Jahre | Je nach Händler | Je nach Händler | 18 Monate |
| Marktpreis | 32,99€ | 29,99€ | 12,59€ | 33,99€ |
Gegenüber dem 130W hält das 145W seine angegebene Leistung am dedizierten USB-C-Anschluss besser, mit einer längeren und klareren Garantie, auf Kosten eines wuchtigeren Gehäuses und eines auf mehr Ausgänge verteilten Leistungsbudgets. Gegenüber dem 52,5W zielt es auf einen deutlich anspruchsvolleren Einsatzzweck, bis hin zum Laptop-Laden, mit einem stets griffbereiten Kabel. Gegenüber dem Anker 167,5W, dem stärksten der vier, bringt das 145W den Komfort des eingebauten Kabels und eine breitere Protokollunterstützung mit, verliert aber bei der Baugröße und bei der Klarheit der Leistungsverteilung auf vier Anschlüsse, da das Anker seine drei Ausgänge verteilt, ohne einen zugunsten eines anderen drosseln zu müssen.
Für wen eignet sich das Ugreen 145W?
Dieses Ladegerät eignet sich zunächst für alle, die ein Familienauto oder ein Nutzfahrzeug mit einer vollständigen Ladestation ausstatten wollen, ohne je ein Kabel suchen zu müssen: Das eingebaute Kabel deckt die meisten Bedürfnisse eines Mitfahrers ab, und der dedizierte USB-C-Anschluss reicht, um unterwegs einen Laptop zu laden. Es eignet sich auch für alle, die eine lange Garantie und eine breite Protokollliste schätzen, nützlich in einem Haushalt mit iPhone, Android- und Huawei- oder Samsung-Geräten.
Weniger geeignet ist es für alle, die ein kompaktes Format bevorzugen: Das Anker 167,5W bleibt leistungsstärker und nur halb so schwer, ganz ohne eingebautes Kabel. Für einen einfacheren Einsatz, auf zwei Smartphones ausgerichtet und ohne Bedarf, einen Laptop zu laden, reicht das Ugreen 52,5W bei kleinerem Budget völlig aus. Und für alle, die ein zertifiziertes 100W-Kabel wollen, das abnehmbar statt eingebaut ist, bleibt das Ugreen 130W eine direkte Alternative innerhalb derselben Marke.



