9.000 oder 18.000 mAh: derselbe Akku mit 66,6 Wh
Die technischen Angaben der Tronsmart Bang 2 kursieren in zwei Versionen, die sich scheinbar widersprechen: eine Kapazität von 9.000 mAh, oder eine Kapazität von 18.000 mAh. Beide Werte beschreiben in Wirklichkeit genau denselben Akku, nur ausgedrückt nach zwei unterschiedlichen Spannungskonventionen. Das interne Pack verbindet Zellen in einer 7,4-V-Konfiguration: bei dieser Spannung liegt die Kapazität bei 9.000 mAh. Dieselbe Energie, umgerechnet auf die Nennspannung von 3,7 V einer einzelnen Lithium-Ionen-Zelle (die bei Powerbank-Herstellern gängigere Konvention), ergibt 18.000 mAh. In beiden Fällen ist die insgesamt verfügbare Energie identisch: 66,6 Wh (9.000 mAh x 7,4 V, oder 18.000 mAh x 3,7 V).
Zur Einordnung dieser Kapazität: 66,6 Wh liegen deutlich über dem, was konkurrierende Lautsprecher mit einer ähnlichen zusätzlichen Powerbank-Funktion bieten. Das ist ein beachtliches Energiereservoir, doch sein tatsächlicher Nutzen hängt vollständig davon ab, was sich darüber tatsächlich aufladen lässt, ein Punkt, der weiter unten in dieser Einschätzung behandelt wird.
90 W: 66 W für den zentralen Tieftöner, 12 W für jeden Hochtöner
Tronsmart gibt für die Bang 2 insgesamt 90 W an, ein Plus von 50 % gegenüber den 60 W der ersten Bang. Die offizielle Dokumentation des Herstellers schlüsselt diese Verteilung auf: ein einzelner ovaler Mitteltöner für Mitten und Bässe, der 66 W erhält, sowie zwei eigene Hochtöner für die Höhen mit je 12 W. Zwei seitliche Passivmembranen ergänzen das System zur Verstärkung des Basses, ohne dabei eigenen Strom zu verbrauchen.
Diese Verteilung, bei der mehr als zwei Drittel der Gesamtleistung allein auf den zentralen Töner entfallen, erklärt den grundsätzlichen Klangcharakter des Geräts: ein präsenter, kräftiger Bass, getragen von einem einzigen leistungsstarken Treiber, ergänzt durch zurückhaltendere Höhen. Der vom Hersteller angegebene maximale Schalldruck erreicht 105 dB, ein Wert aus dem Datenblatt, der zum Zeitpunkt dieser Einschätzung nicht mit einer Messung bei fester Distanz abgeglichen werden konnte.
Was oberhalb von etwa 70 % der Lautstärke nachlässt
Oberhalb von etwa 70 % der verfügbaren Lautstärke verschlechtert sich der Klang der Bang 2 deutlich: die Höhen werden schrill und unangenehm, und der Bass verliert so stark an Kontrolle, dass er in die Mitten hineinreicht. Unterhalb dieser Schwelle bleibt das Signal sauber, mit präsentem Bass und gut verständlichen Stimmen.
Umgekehrt wird der Bass unterhalb von etwa 40 % der Lautstärke zurückhaltender, und die Bassverstärkung verliert an Wirkung. Bleibt diese Verstärkung bei geringer Lautstärke dennoch aktiv, setzt der Ton wiederholt kurz aus, bevor er bei höherer Lautstärke wieder normal wird. Der eigentliche klangliche Komfortbereich des Geräts liegt also eher zwischen 40 und 70 % der Lautstärke: geeignet für die Nutzung in Innenräumen oder im Freien auf mittlerer Distanz, nicht für den Betrieb am oberen Anschlag.
26 Stunden angegeben, im Partymodus nur noch 7
Tronsmart gibt eine Laufzeit von bis zu 26 Stunden an, bei 50 % Lautstärke und ausgeschalteter Beleuchtung. Dieser Wert sinkt deutlich, sobald Klangleistung und RGB-Beleuchtung ins Spiel kommen: bei voller Lautstärke mit aktiven LEDs fällt die angegebene Laufzeit auf 7 Stunden. Vor allem die Beleuchtung und die Bassverstärkung, weit mehr als die Lautstärke allein, sind für diesen Rückgang verantwortlich: bei geringer Lautstärke, aber mit aktiver RGB-Beleuchtung und Bassverstärkung, liegt die Gesamtlaufzeit eher bei etwa 16 Stunden, weniger als die angegebene Laufzeit bei 50 % Lautstärke ohne Beleuchtung.
| Konfiguration | Laufzeit |
|---|---|
| 50 % Lautstärke, Beleuchtung aus | 26 Std. |
| Geringe Lautstärke, RGB-Beleuchtung und Bassverstärkung aktiv | etwa 16 Std. |
| 100 % Lautstärke, RGB-Beleuchtung aktiv (Partymodus) | 7 Std. |
Der Mechanismus dahinter ist derselbe wie bei jedem mobilen Lautsprecher mit eingebauter Beleuchtung: die RGB-LEDs und die Schaltung der Bassverstärkung ziehen einen konstanten Strom, unabhängig von der Ausgangslautstärke. Läuft die Beleuchtung durchgehend, wird sie zum größten Stromverbraucher, noch vor der eigentlichen Klangleistung.
Die Powerbank-Funktion: ein großes Reservoir, ein bescheidener Anschluss
Der große Akku der Bang 2 verschafft ihr eine zweite Funktion: als Powerbank ein Smartphone oder ein kleines Gerät über ihren einzigen USB-C-Anschluss aufzuladen. Es ist derselbe Anschluss, der sowohl zum Laden des Lautsprechers als auch zur Energieabgabe an ein externes Gerät dient: kein eigener Anschluss trennt die beiden Funktionen.
Die Ausgangsleistung an diesem Anschluss ist auf rund zehn Watt begrenzt, ohne anerkanntes Schnellladeprotokoll. Von den 66,6 Wh des Akkus lässt sich, bei einem üblichen USB-Wirkungsgrad von etwa 80 bis 85 %, tatsächlich eine Energiemenge von rund 53 bis 57 Wh übertragen. Ein aktuelles Smartphone fasst je nach Modell meist zwischen 11 und 20 Wh: die Bang 2 könnte es damit rechnerisch mehrfach vollständig aufladen, deutlich mehr als ein Party-Lautsprecher mit einem bescheideneren Zusatzakku. Diese Rechnung stützt sich auf die bekannten Eigenschaften des Akkus und einen typischen Wirkungsgrad, nicht auf eine Messung der tatsächlich durchgeführten Ladevorgänge.
In der Praxis bedeutet die Nutzung eines großen Teils dieses Reservoirs zum Aufladen eines Telefons, einen erheblichen Teil der eigenen Laufzeit des Lautsprechers zu opfern: sinnvoll bleibt die gelegentliche Nothilfe, nicht der Ersatz einer eigenen Powerbank.
Ladezeit: 4,5 Stunden für 66,6 Wh
Eine vollständige Ladung der Bang 2 dauert 4,5 Stunden, über denselben USB-C-Anschluss, mit einer auf 20 W begrenzten Eingangsleistung (9 V / 2,22 A). Die erste Bang lud in derselben Zeit (4,5 Stunden), allerdings mit halb so hoher Eingangsleistung (10 W, 5 V / 2 A) für einen Akku von nur rund 40 Wh. Die Bang 2 lädt damit einen um 67 % größeren Akku in derselben Zeit, dank doppelter Ladeleistung.
Über dieses feste Profil von 9 V / 2,22 A hinaus wird kein Schnellladeprotokoll angegeben: weder Power Delivery noch Quick Charge mit höherer Leistung. Für einen Akku dieser Größe ist eine Ladezeit von 4,5 Stunden ordentlich, aber nicht schnell im Sinne aktueller Powerbanks mit USB-C-Schnellladung.
IPX6-Schutz, Gewicht und Transport
Die Bang 2 ist nach IPX6 zertifiziert: sie widersteht starken Wasserstrahlen und strömendem Regen, doch diese Zertifizierung deckt kein Untertauchen ab. Anders als bei einer Zertifizierung nach IPX7 oder IPX8 darf sie nicht ins Wasser getaucht werden, auch nicht kurz.
Das Gehäuse verbindet eine feste Schale, ein robustes Stoffgitter und Gummiabdeckungen an den Anschlüssen. Der eingebaute Griff wirkt stabil, und ein abnehmbarer Gurt erleichtert den Transport über der Schulter, auch wenn er das Gerät je nach Position beim Tragen etwas hin und her schwingen lassen kann.
Mit 2,63 kg und den Maßen 389 x 208 x 158 mm bleibt die Bang 2 eindeutig ein Objekt der Boombox-Klasse: etwas, das man auf kurzen Strecken in der Hand oder über der Schulter trägt, nicht etwas für die tägliche Tasche. Das sind 450 Gramm weniger als bei der ersten Bang (3,08 kg), trotz größerem Gehäuse und größerem Akku, ein echter Fortschritt bei der mechanischen Effizienz von einer Generation zur nächsten, der aber nichts an der grundsätzlichen Gewichtsklasse des Geräts ändert. Für die weiter oben behandelte Powerbank-Funktion bleiben Gewicht und Größe weit von den Standards einer Powerbank entfernt, die man allein zu diesem Zweck mitnehmen würde.
Bluetooth 5.3, TWS und Übertragung an mehrere Lautsprecher
Die drahtlose Verbindung setzt auf Bluetooth 5.3, mit einer angegebenen Reichweite von über 15 Metern. Der grundlegende Audio-Codec ist SBC, ohne hochauflösenden Codec wie aptX oder LDAC: ein echter Nachteil bei der Klangqualität gegenüber neueren Lautsprechern mit diesen Protokollen.
Zwei Bang 2 lassen sich im Stereo-Modus (TWS) koppeln, um den Klang in einen linken und einen rechten Kanal aufzuteilen. Über das Paar hinaus kann das Gerät seinen Audio-Stream und die synchronisierte Beleuchtung auch an mehr als 100 kompatible Lautsprecher der Marke übertragen, um eine größere Veranstaltung zu beschallen. Ein microSD-Steckplatz und ein 3,5-mm-Audioeingang ergänzen die Anschlüsse, zusätzlich zu einem USB-A-Anschluss, der Audiodateien direkt von einem FAT32-formatierten USB-Stick abspielen kann.
Im Vergleich zur Vorgängergeneration und zur direkten Konkurrenz
Die Bang 2 folgt auf die erste Bang, die mit einer deutlich bescheideneren Ausstattung auf den Markt kam. Der direkte Vergleich, Wert für Wert, zeigt das tatsächliche Ausmaß der Fortschritte dieser zweiten Generation.
| Kriterium | Bang 2 | Bang (1. Generation) |
|---|---|---|
| Leistung | 90 W | 60 W |
| Akku | 66,6 Wh (9.000/18.000 mAh) | etwa 40 Wh (10.800 mAh) |
| Angegebene Standard-Laufzeit | 26 Std. | 15 Std. |
| Angegebene Laufzeit im Partymodus | 7 Std. | 4 Std. |
| Vollständige Ladung | 4,5 Std. (20 W) | 4,5 Std. (10 W) |
| Gewicht | 2,63 kg | 3,08 kg |
| Schutzart | IPX6 | IPX6 |
Gegenüber der direkten Konkurrenz unter den Party-Lautsprechern mit Powerbank-Funktion hebt sich die Bang 2 vor allem durch die schiere Größe ihres Akkus ab: die JBL Charge 6 hat 34 Wh, die JBL Charge 5 27 Wh. Die Bang 2 übertrifft beide Werte deutlich, bleibt dabei aber bei einem einzigen USB-C-Anschluss mit rund zehn Watt Ausgangsleistung, eine Grenze, die sie mit beiden genannten Lautsprechern teilt.
Zuverlässigkeit, Bedienung und Reibungspunkte im Alltag
Die Verarbeitung verbindet eine robuste Schale, ein Stoffgitter und Gummiabdeckungen an den Anschlüssen, was angesichts des zugänglichen Preises solide wirkt. Für die Bang 2, die seit Juli 2025 erhältlich ist, ist bislang weder ein Rückruf noch ein verbreiteter Fabrikationsfehler bekannt.
Ein paar Reibungspunkte im Alltag fallen dennoch auf. Die Signaltöne beim Ein- und Ausschalten sowie bei der Lautstärkeregelung sind recht laut, was in ruhiger Umgebung stören kann. Auch muss die App bei jeder neuen Sitzung erneut geöffnet werden, um bestimmte Einstellungen wiederherzustellen, eher eine wiederkehrende Unannehmlichkeit als ein grundlegender Mangel. Bei geringer Lautstärke setzt der Ton bei aktivierter Bassverstärkung wiederholt kurz aus, bevor er bei höherer Lautstärke wieder normal wird.
Die vertragliche Garantiedauer wird je nach Verkaufsregion nicht einheitlich angegeben: ein Punkt, den man beim Kauf besser direkt beim Händler prüft, statt ihn als gegeben vorauszusetzen.
Für wen sie geeignet ist, für wen nicht
Geeignet ist sie für alle, die einen großen, mobilen Party-Lautsprecher suchen, der einen Garten, einen Strand oder einen Campingplatz einen ganzen Abend lang beschallen kann, und die es schätzen, nebenbei ein spürbares Energiereservoir zu haben, um unterwegs ein leeres Telefon zu retten.
Nicht geeignet ist sie für alle, die in erster Linie eine eigene, tragbare Powerbank suchen (Gewicht und Größe des Geräts ergeben für diesen alleinigen Zweck keinen Sinn), noch für alle, die makellose Klangqualität bei voller Lautstärke oder hochauflösende Bluetooth-Codecs erwarten.



