Jackery Explorer 500 v2: unsere ausführliche Einschätzung

Tragbare Powerstation mit 512 Wh in LiFePO4-Technik, deren tatsächlich abgegebene Kapazität je nach Messung zwischen 460 und 498 Wh liegt (90 bis 97 %). Die vollständige Netzladung, die selbst im Datenblatt des Herstellers einmal mit 78 Minuten und einmal mit etwa 1 Stunde angegeben wird, liegt tatsächlich bei 78 Minuten: der Wert, der der gemessenen Realität am nächsten kommt. Die angegebene Spitzenleistung von 1000 W hielt dagegen einem Testgerät mit 800 W nicht stand: Die Überlastschutzschaltung schaltete nach 41 Sekunden ab, die tatsächliche Leistung pendelte sich bei etwa 700 W ein. Keine unabhängige Messung bestätigt bislang die angegebene Umschaltzeit von 10 ms für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), die dennoch für den Einsatz als Notstromversorgung oder im medizinischen Bereich beworben wird.

Unsere Note
3,7/5
Kapazität und Wirkungsgrad: 3,8 von 5 (Gewichtung 25 %)Kapazität3,8Leistung: 3,6 von 5 (Gewichtung 25 %)Leistung3,6Aufladung: 3,9 von 5 (Gewichtung 15 %)Laden3,9Anschlüsse und Steuerung: 3,7 von 5 (Gewichtung 15 %)Anschlüsse3,7Verarbeitung und Ausdauer: 3,6 von 5 (Gewichtung 12 %)Verarbeitung3,6Geräusch: 3,8 von 5 (Gewichtung 8 %)Geräusch3,8
Tragbare Powerstation Jackery Explorer 500 v2 vor hellem Hintergrund

Das Wichtigste

Die Explorer 500 v2 macht gegenüber ihrer Vorgängerin echte Fortschritte: LiFePO4-Akku statt klassischem Lithium, geringeres Gewicht (5,7 kg statt 6,4 kg), Netzladung von 7 bis 8 Stunden auf etwa 78 Minuten verkürzt und eine auf 200 W verdoppelte Solareingangsleistung. Die tatsächlich abgegebene Kapazität bleibt jedoch unsicher: Sie liegt zwischen 90 und 97 %, wobei die einzige verfügbare Messung je Kontinent spürbar auseinanderweicht, ohne dass eine Kreuzbestätigung vorliegt. Die angegebene Spitzenleistung von 1000 W hält einem resistiven Gerät nahe dieser Grenze nicht stand: Die Schutzschaltung schaltet nach 41 Sekunden ab, bei einem Gerät mit 800 W, das bereits über der Dauerleistung von 500 W liegt. Keine unabhängige Messung bestätigt bislang die angegebene USV-Umschaltzeit von 10 ms, obwohl sie vom Hersteller für den elektrischen Notfalleinsatz und sogar für medizinische Anwendungen (CPAP) beworben wird. Die Angabe von 6000 Zyklen bei 70 % Kapazität ist schließlich weder unüberprüfbar noch übertrieben gemessen an den Standards der Branche, doch der gewählte Schwellenwert von 70 % (gegenüber 80 % anderswo) lässt sie rein rechnerisch höher ausfallen, ohne einen echten technischen Durchbruch darzustellen. Bislang betrifft kein Rückruf dieses Modell.

Stärken

  • Echter Fortschritt gegenüber dem Vorgängermodell: LiFePO4-Akku, Gewicht auf 5,7 kg reduziert, Netzladung auf etwa 78 Minuten verkürzt statt 7 bis 8 Stunden
  • Auf 200 W verdoppelte Solareingangsleistung bestätigt (gegenüber 100 W beim Vorgängermodell)
  • Gemessener Geräuschpegel je nach Last zwischen 0,5 und 2,1 Sone, was zu einem unauffälligen Betrieb im alltäglichen Gebrauch passt
  • Leiser Betrieb im alltäglichen Gebrauch
  • Bislang betrifft kein Produktrückruf dieses Modell
  • Angegebene Zyklenzahl (6000 bei 70 %) im Einklang mit den aktuellen Standards der Branche, ohne erkennbare Marketing-Übertreibung

Schwächen

  • Spitzenleistung von 1000 W, die einem resistiven Gerät nahe dieser Grenze nicht standhält: Die Schutzschaltung schaltet nach 41 Sekunden ab, bei einem Gerät mit 800 W
  • Tatsächlich abgegebene Kapazität unsicher: Die beiden einzigen verfügbaren unabhängigen Messungen (je eine pro Kontinent) weichen spürbar voneinander ab, zwischen 90 und 97 %
  • Keine unabhängige Messung bestätigt die USV-Umschaltzeit von 10 ms, die dennoch für Notfall- und sogar medizinische Anwendungen beworben wird
  • Die Anzeige für den Netzausgang bleibt auch dann leuchten, wenn die Schutzschaltung die Stromversorgung unterbrochen hat, was fälschlich den Eindruck erwecken kann, ein angeschlossenes Gerät werde weiterhin versorgt
  • Das Display scheint sehr geringe Ausgangsleistungen nicht korrekt anzuzeigen (in einem gemeldeten Fall 0 W angezeigt, obwohl ein Notebook tatsächlich geladen wurde)
  • Die Angabe von 6000 Zyklen bei 70 % ist nicht direkt mit den anderswo üblichen 3000 bis 4000 Zyklen bei 80 % vergleichbar: Ein großzügigerer Messschwellenwert lässt die angezeigte Zyklenzahl rein rechnerisch steigen
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78 Minuten für eine vollständige Ladung, nicht „etwa 1 Stunde“

Die offizielle Dokumentation des Herstellers enthält selbst einen Widerspruch: Eine Marketing-Überschrift verspricht eine vollständige Ladung „in einer Stunde“, während die detaillierte Spezifikationstabelle 1,3 Stunden angibt, also 78 Minuten. Die detaillierte Angabe ist der Wert, der der gemessenen Realität am nächsten kommt: 78 Minuten, bei zwei Gelegenheiten gestoppt, gegenüber einer einzigen abweichenden Messung von 110 Minuten. Eine plausible Erklärung für die verkürzte Marketingaussage: Eine kombinierte Ladung aus Netzstrom und zwei gleichzeitig angeschlossenen Solarmodulen wurde ebenfalls mit „knapp 1 Stunde“ gestoppt, ein anderes Szenario als die reine Netzladung.

Die Ladung über die Zigarettenanzünderbuchse eines Fahrzeugs dagegen dauert ab leerem Akku etwa 6 Stunden, ein auf zwei Kontinenten übereinstimmender Wert.

200 W Solareingang: doppelt so viel wie beim Vorgängermodell

Die maximal akzeptierte Solarleistung beträgt 200 W über einen DC8020-Anschluss (Spannungsbereich 16 bis 60 V), gegenüber 100 W beim Vorgängermodell. Ein einzelnes Modul mit 100 oder 200 W lässt sich direkt anschließen; für zwei gleichzeitige Module mit 100 W ist ein separat erhältlicher Y-Adapter nötig. Eine Solarladung mit zwei Modulen à 100 W wurde unter guten Bedingungen je nach Messung mit etwa 2,8 bis 3,5 Stunden gestoppt. Wie stets bei der Solareingabe hängt die tatsächlich von einem Modul gelieferte Leistung stark von der realen Sonneneinstrahlung ab und bleibt in der Regel unter der Nennleistung.

1000 W Spitzenleistung angegeben, doch die Schutzschaltung greift vorher ein

Bei einem resistiven Heizgerät mit 800 W stieg die Ausgangsleistung nur auf knapp über 700 W, bevor der Überlastschutz die Stromversorgung unterbrach, nach 41 Sekunden Betrieb im unteren Leistungsbereich. Ein Gerät mit 800 W liegt bereits über der angegebenen Dauerleistung von 500 W: Diese Abschaltung ist also teilweise eine normale Schutzreaktion gegen eine anhaltende Überlast. Dennoch bleibt die tatsächlich beobachtete Abschaltschwelle von etwa 700 W unter den angegebenen 1000 W Spitzenleistung, und keine unabhängige Messung bestätigt, dass dieser Spitzenwert an einem eigens dafür konzipierten Testgerät tatsächlich erreicht wird.

512 Wh angegeben: zwischen 460 und 498 Wh abgegeben, je nach Messung

Es gibt zwei unabhängige Messungen der tatsächlich abgegebenen Kapazität, je eine pro Kontinent, und sie stimmen nicht vollständig überein: 498 Wh der angegebenen 512 Wh (97 %) bei einer in Europa gemessenen Dauerentladung, gegenüber 460 Wh (89,84 %) bei einer vollständigen Entladung mit einem Halogenheizstrahler in Asien. Keine der beiden Messungen konnte durch eine dritte unabhängige Quelle bestätigt werden.

Tatsächlich abgegebene, gemessene Kapazität: zwei unabhängige Messungen auf zwei Kontinenten498 Wh (97%)460 Wh (90%)Europa-MessungAsien-Messung
Tatsächlich abgegebene Kapazität, gemessen an den angegebenen 512 Wh: zwei unabhängige Messungen ohne gegenseitige Bestätigung.

Ein als leise gemessener Betrieb, mit einem qualitativen Vorbehalt

Der Geräuschpegel wurde in der psychoakustischen Einheit Sone gemessen, die die wahrgenommene Störung besser abbildet als ein reiner Dezibelwert: 0,5 Sone bei 100 W Last, 1,7 Sone bei Netzladung und 2,1 Sone bei voller Last von 500 W. Eine ergänzende Messung in Dezibel ergibt weniger als 28 dB bei 200 W, allerdings ohne vergleichbare Messung bei voller Last. Diese gemessenen Werte passen zu einem insgesamt unauffälligen Betrieb.

Ein Vorbehalt bleibt jedoch bestehen: Eine qualitative Rückmeldung beschreibt den Lüfter unter Last als laut, während eine andere ihn als sehr leise beschreibt, ohne dass ein Messwert diesen Widerspruch auflöst. Das Gerät bietet keinen eigenen leisen Modus.

Die USV-Umschaltzeit von 10 ms: ein bislang nicht überprüftes Versprechen

Der Hersteller bewirbt eine USV-Funktion mit einer angegebenen Umschaltzeit von 10 ms, insbesondere für IT-Notfallausrüstung und medizinische Anwendungen wie ein CPAP-Gerät. Die Umschaltung wird als unauffällig wahrgenommen: Ein Router und eine Internet-Box blieben während eines tatsächlichen Stromausfalls online. Keine dieser Beobachtungen beruht jedoch auf einer instrumentierten Messung der Umschaltzeit selbst: Es handelt sich um eine visuelle Feststellung („es ist nicht ausgefallen“), nicht um eine Zeitmessung. Bislang wurde keine unabhängige, zahlenmäßig belegte Messung der tatsächlichen Umschaltzeit gefunden, ebenso wenig wie eine Rückmeldung zu empfindlicherer Ausrüstung als einem haushaltsüblichen Router.

Zwei konkrete Bedienungsmängel, die man vor dem Kauf kennen sollte

Die Anzeige für den Netzausgang bleibt auch dann leuchten, wenn der Überlastschutz die Stromversorgung bereits unterbrochen hat, ohne ein klares Signal dafür, dass angeschlossene Geräte tatsächlich nicht mehr versorgt werden. Dieses Verhalten wurde bei einem Test mit einem Heizgerät beobachtet, das die Schutzschaltung auslöste.

Ein weiterer gemeldeter Fall zeigt das Display bei 0 W Ausgangsleistung, obwohl ein Notebook tatsächlich geladen wurde, was darauf hindeutet, dass das Gerät sehr geringe entnommene Leistungen nicht korrekt erkennt oder anzeigt.

6000 Zyklen bei 70 %: eine durch den Schwellenwert aufgeblähte Zahl, nicht durch die Chemie

Der Hersteller gibt 6000 Zyklen bei 70 % Restkapazität an, ein Wert deutlich über den anderswo in der Branche für hochwertiges LiFePO4 üblicherweise genannten 3000 bis 4000 Zyklen bei 80 %. Der methodische Punkt dabei: Der gewählte Schwellenwert für das Lebensdauerende (70 %) ist großzügiger als der übliche Standard (80 %), was die anzeigbare Zyklenzahl bei gleicher Zellqualität rein rechnerisch erhöht. Die beiden Angaben sind also ohne Normierung auf denselben Schwellenwert nicht direkt vergleichbar. Andere LiFePO4-Modelle desselben Herstellers geben mit demselben Schwellenwert von 70 % ähnliche oder höhere Werte an, was bestätigt, dass es sich um eine markenweite Kommunikationsentscheidung handelt und nicht um eine isolierte Leistung dieses einen Modells.

Da das Produkt erst seit 11 Monaten existiert, konnte kein unabhängiger Alterungstest diese Zahl bestätigen oder widerlegen: Eine Batterie 6000 Zyklen lang zu be- und entladen dauert selbst bei beschleunigtem Zyklustest mehrere Jahre.

Im Vergleich zum Vorgängermodell: echte, gemessene Fortschritte

Jackery Explorer 500 v2 im Vergleich zum Vorgängermodell
KriteriumExplorer 500 v2Explorer 500 (Vorgänger)
ChemieLiFePO4NMC
Gewicht5,7 kg6,4 kg
Vollständige Netzladung78 min7 bis 8 h
Max. Solareingang200 W100 W
USB-C-Anschlüsse2, mit Power DeliveryKeine

Diese Fortschritte sind auf beiden Seiten gemessen (insbesondere Gewicht und Ladegeschwindigkeit), nicht nur vom Hersteller angegeben. Ein Vorbehalt für den weiteren Verlauf dieses Vergleichs: Fast alle online gefundenen Vergleiche mit der direkten Konkurrenz verwechseln in Wirklichkeit dieses Vorgängermodell mit der aktuellen Version, was jeden unkritisch übernommenen Vergleich verfälscht. Zudem wurde bislang keine verlässliche und methodisch saubere Messung gefunden, die die Explorer 500 v2 nach demselben Protokoll mit direkten Konkurrenten vergleicht.

Für wen sie geeignet ist, für wen nicht

Geeignet ist sie für alle, die eine leichte und schnell ladende Station für Camping oder leichte mobile Nutzung suchen, mit Geräten, die unterhalb der Dauerleistung von 500 W bleiben.

Nicht geeignet ist sie für alle, die regelmäßig die Spitzenleistung von 1000 W mit leistungsstarken resistiven Geräten beanspruchen wollen, sowie für alle, die einen kritischen medizinischen Notfalleinsatz auf Basis der USV-Funktion planen, deren tatsächliche Umschaltzeit bislang durch keine unabhängige Messung bestätigt ist.

Das Produkt und seine Alternativen

Jackery Explorer 500 v2

Jackery Explorer 500 v2

Ansehen (6)

512 Wh in einer ultraleichten 5,7-kg-Station, die man mit einer Hand trägt: der ideale Begleiter für Camping, Vanlife und kleine Stromausfälle, in 1 Stunde geladen.

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Häufige Fragen

Etwa 78 Minuten für eine vollständige Ladung am Netz, der Wert, der der gemessenen Realität am nächsten kommt, trotz eines Hinweises auf „etwa 1 Stunde“, der ebenfalls in der Herstellerdokumentation zu finden ist.

Nicht garantiert. Bei einem resistiven Gerät mit 800 W stieg die Leistung nur auf knapp über 700 W, bevor der Überlastschutz die Stromversorgung unterbrach.

Keine unabhängige Messung bestätigt bislang die vom Hersteller für diesen Einsatz angegebene Umschaltzeit von 10 ms. Die verfügbaren Rückmeldungen sind qualitativ, nicht zeitlich gemessen.

Bislang wurde für dieses Modell kein Rückruf festgestellt. Ein älterer Rückruf betrifft die Explorer 1000 der ersten Generation, ein anderes Produkt mit einer anderen Akkuchemie.

Die Note im Detail

Unsere Note
3,7/5
Kapazität und Wirkungsgrad 3,8
Leistung 3,6
Aufladung 3,9
Anschlüsse und Steuerung 3,7
Verarbeitung und Ausdauer 3,6
Geräusch 3,8
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