Was die angekündigten 100 W tatsächlich wert sind
Die INIU P63 wirbt mit 100 W über USB-C, und dieser Wert bestätigt sich, wenn nur ein einziges Gerät am Hauptport angeschlossen ist: Ein Laptop, eine tragbare Konsole oder ein aktuelles Smartphone handelt das USB-PD-3.0-Protokoll problemlos aus und erhält die volle Leistung. Der zweite USB-C-Port ist bei 45 W gedeckelt, der USB-A-Port bei 18 W. Addiert man die drei Werte, ergeben sich auf dem Papier 163 W. Das ist nicht das, was tatsächlich passiert, sobald mehrere Geräte gleichzeitig angeschlossen sind.
Arbeiten beide USB-C-Ports zusammen, liegt die verfügbare Gesamtleistung bei 110 W, aufgeteilt auf beide, bereits weniger als die 145 W, die eine schnelle Lektüre des Datenblatts vermuten ließe. Kommt der dritte Port (USB-A) hinzu, fällt die Gesamtleistung auf 80 W, aufgeteilt auf alle drei Ausgänge, und der zweite USB-C-Port, eigentlich mit 45 W angegeben, liefert in dieser Konfiguration nur noch 15 W. Diese Grenze steht auf keinem Datenblatt und zeigt sich erst im Betrieb, wenn ein Computer, ein Smartphone und ein drittes Gerät gleichzeitig angeschlossen werden.
91 Wh real: Was sie tatsächlich aufladen, und die echte Ladezeit
Die angegebenen 25.000 mAh entsprechen, umgerechnet auf die Nennspannung der Zellen, rund 91 Wh, der Wert, der tatsächlich zählt, um zu wissen, was die Batterie aufladen kann. Diese Energiemenge reicht grob für 4 bis 5 vollständige Smartphone-Ladungen, anderthalb Ladungen eines 13 Zoll iPad Pro oder eine vollständige Ladung eines 14 Zoll Laptops, je nach laufender Arbeitslast. Bei einer tragbaren Konsole wie der Steam Deck verbraucht eine vollständige Ladung der Konsole rund 69 Prozent der Kapazität der P63, was etwas mehr als eine vollständige Ladung der Konsole pro vollem Zyklus der Powerbank erlaubt.
Beim Laden der P63 selbst nimmt der Hauptport bis zu 65 W Eingangsleistung an, und INIU gibt eine vollständige Ladung in 84 Minuten mit einem Ladegerät dieser Leistung oder mehr an. Dieser Wert setzt von Anfang bis Ende günstige Bedingungen voraus; im Alltag liegt eine vollständige Ladung eher bei 1h40 und kann sich je nach verwendetem Ladegerät zwei Stunden nähern. Der Unterschied erklärt sich zu einem guten Teil durch das übliche Abflachen jedes Lithium-Akkus gegen Ende der Ladung, wenn der Strom sinken muss, um die Zellen zu schonen: Die letzten Minuten zählen unabhängig vom Ladegerät zu den langsamsten.
Das Versprechen der 100 W, und seine wahren Bedingungen
Die 100 W über USB-C zählen nur bei Geräten, die sie tatsächlich abrufen können. Ein 14 Zoll MacBook Pro erreicht mit dem mitgelieferten Kabel in etwa 30 Minuten wieder rund 70 Prozent Ladung, eine Geschwindigkeit, die der eines gleichwertigen Netzladegeräts sehr nahekommt. Ein neueres MacBook Air dagegen, dessen eigenes Ladegerät meist bei 65 bis 70 W liegt, fordert den Port nie bis zum Maximum: Die zusätzliche Leistungsreserve des Hauptports nützt diesem leichteren Gerätetyp nichts. Die 100 W sind daher nur bei Laptops oder Konsolen voll nutzbar, die sie auch abrufen können, typischerweise die anspruchsvollsten 14 oder 16 Zoll Modelle.
Bei Smartphones handelt die P63 die wichtigsten markenspezifischen Schnellladeprotokolle korrekt aus: Ein aktuelles Samsung-Spitzenmodell erreicht über Super Fast Charging 2.0 in 30 Minuten rund 75 Prozent Ladung, und ein aktuelles iPhone überschreitet im gleichen Zeitraum 75 bis 80 Prozent. Diese Geschwindigkeiten gelten, solange kein weiterer Port gleichzeitig genutzt wird: Der Betrieb mit nur einem Gerät liefert die besten Werte.
Akkulaufzeit und Leistung im Alltag
Im Alltag hält die P63 ihre Ladung über mehrere Tage gemischter Nutzung (Smartphone, Tablet, Kamera) ohne spürbaren Kapazitätsverlust über einen Zeitraum von fünf Wochen wechselnder Nutzung, in einem konkreten Fall. Die Pass-through-Funktion, mit der sich die Powerbank selbst laden lässt, während sie gleichzeitig ein angeschlossenes Gerät versorgt, funktioniert tatsächlich: In einem konkreten Fall liegt die Eingangsleistung bei rund 60 W, während gleichzeitig rund 35 W Ausgangsleistung an einen Laptop fließen, ohne Unterbrechung der Übertragung.
Für Foto und Video erlaubt die verfügbare Kapazität, den Akku einer Kamera oder einer Drohne im Laufe eines Tages mehrfach nachzuladen. Für mobiles Arbeiten deckt eine vollständige Ladung rund fünfzehn Stunden kabelloses Surfen auf einem 13 Zoll Laptop zusätzlich zu dessen eigenem Akku ab, eine Größenordnung, die zu den verfügbaren 91 Wh passt.
Der Reibungspunkt: Gewicht und Dicke
391 g auf der Waage in der Theorie, in der Praxis je nach Exemplar zwischen 386 und rund 400 g, bei einem Gehäuse von 109 x 69 x 36 mm. Das ist der logische Gegenwert zu 91 Wh an Bord, doch in der Hosentasche macht sich das Gewicht deutlich bemerkbar: Die P63 lässt sich besser in einer Tasche oder einer geräumigen Jackentasche transportieren. Die 36 mm Dicke, mehr noch als Länge oder Breite, sorgen für diesen kompakten, aber dichten Block-Eindruck, ganz anders als bei einem einfachen Netzladegerät.
| Modell | INIU P63 | Ugreen Nexode 100W | Anker 737 (PowerCore 24K) | Baseus Blade 100W |
|---|---|---|---|---|
| Kapazität | 25.000 mAh / 91 Wh | 20.000 mAh / 72 Wh | 24.000 mAh / 86 Wh | 20.000 mAh / 74 Wh |
| Gewicht | 391 g | ≈ 420 g | ≈ 630 g | ≈ 506 g |
Der Vergleich mit direkten Konkurrentinnen gleicher Leistungsklasse fällt zugunsten der P63 aus: Die Anker 737 wiegt rund 630 g bei 24.000 mAh, und die Baseus Blade 100W rund 506 g bei 20.000 mAh. Die P63 bietet gegenüber beiden Modellen mehr Kapazität bei einem um 25 bis 40 Prozent geringeren Gewicht, was sie allein nach diesem Kriterium zur leichtesten ihrer Klasse bei gleicher Hauptport-Leistung macht.
Display und abnehmbares Kabel: eine verbesserungswürdige Nebenfunktion
Das LCD-Display zeigt den verbleibenden Ladestand in Schritten von 1 Prozent an, eine Genauigkeit, die ausreicht, um den Ladestand über den Tag zu verfolgen. Es bleibt jedoch auf diesen einen Wert beschränkt, ohne Angabe von Spannung oder Stromstärke während der Ladung, und die Ablesbarkeit sinkt bei direktem Sonnenlicht oder selbst bei hellem Tageslicht im Freien deutlich, sodass das Gehäuse zum Prüfen des Ladestands gekippt werden muss. Die glänzende Oberfläche des Displays zeigt außerdem schnell Fingerabdrücke.
Das mitgelieferte abnehmbare USB-C-Kabel dient zugleich als Trageschlaufe: Es lässt sich seitlich am Gehäuse befestigen, damit es nie verloren geht, ein cleveres Detail, das ein separates Kabel überflüssig macht. Der Gegenwert ist seine Länge von etwa 30 cm, die eher auf diese Trageschlaufen-Funktion als auf einen bequemen Abstand zwischen Gerät und Powerbank ausgelegt ist. Auf dem Eingangsport wird kein Erhaltungslademodus (Trickle Charging) angeboten, eine Option, die für alle interessant gewesen wäre, die die P63 dauerhaft als Notreserve am Netz lassen.
Ein besonderer Einsatzbereich: mobiles Gaming
Die Steam Deck und die ROG Ally gehören zu den Einsatzbereichen, in denen die P63 ihr Format am besten ausspielt: Der Hauptport versorgt diese Konsolen beim Spielen mit voller Geschwindigkeit, ohne die laufende Partie zu verlangsamen, was unterwegs mehrere zusätzliche Stunden Spielzeit bringt. Eine vollständige Ladung der Konsole verbraucht rund 69 Prozent der Kapazität der P63, was noch genug Spielraum lässt, um bei derselben Gelegenheit zusätzlich ein Smartphone zu laden.
Die Nintendo Switch profitiert vom gleichen Prinzip. In allen drei Fällen bleibt der Bildschirm der Konsole die praktische Grenze: Durchgehendes Spielen bei gleichzeitigem Laden verbraucht mehr Energie als im Standby, was die Zahl der vollständigen Ladungen aus einer einzigen Ladung der P63 entsprechend verringert.
Im Vergleich zur INIU-Reihe und zur Konkurrenz
Innerhalb der eigenen INIU-Reihe liegt die P63 zwischen der P62, kompakter und an ihrem Hauptport auf 65 W begrenzt (20.000 mAh), und der P64, die sich mit 140 W Ausgangsleistung an die anspruchsvollsten Laptops richtet. Die P63 bietet gegenüber der P62 20 W mehr Eingangsleistung (65 W statt 45 W), bei einer Ladezeit der eigenen Batterie, die trotz 5.000 mAh mehr fast gleich bleibt.
| Kriterium | INIU P63 | Ugreen Nexode 100W | Anker 737 (PowerCore 24K) | Baseus Blade 100W |
|---|---|---|---|---|
| Hauptport | 100 W | 100 W | 140 W (2 Ports kombiniert) | 100 W |
| Kabel | Abnehmbares USB-C, Trageschlaufe | USB-C enthalten | USB-C enthalten | 2 fest verbaute USB-C-Kabel |
| Garantie | 3 Jahre | 18 Monate | 18 Monate | 18 Monate |
Bei gleicher Hauptport-Leistung bietet die P63 das beste Verhältnis aus Kapazität und Gewicht der Gruppe: mehr mAh als die Ugreen Nexode 100W und die Baseus Blade 100W, bei geringerem Gewicht als alle drei anderen. Die Anker 737 behält die Oberhand, wenn man ihre beiden Ports für insgesamt 140 W zusammenrechnet, allerdings bei einem um mehr als 60 Prozent höheren Gewicht.
Zuverlässigkeit, Garantie und Kundendienst
INIU gibt auf die P63 3 Jahre Garantie, deutlich über den für diese Art Produkt üblichen 12 bis 18 Monaten. Über die bereits genannten Punkte hinaus (Display, Kabel, Leistungsaufteilung) zeigt sich kein für die P63 typischer wiederkehrender Mangel: Gehäuse und TinyCell/HyperStack-Zellen scheinen mehrere Wochen intensiver Nutzung gut zu überstehen.
Für wen sich die INIU P63 eignet, und für wen nicht
Die P63 eignet sich für alle, die eine einzige externe Batterie wollen, die mit einem Laptop, einem Smartphone und einer tragbaren Spielkonsole mithält, ohne für eine Reise oder einen Tag unterwegs mehrere Ladegeräte jonglieren zu müssen. Ihr Verhältnis aus Kapazität und Gewicht, das beste dieses Vergleichs gegenüber Konkurrentinnen gleicher Leistungsklasse, macht sie zur logischen Wahl für regelmäßige mobile Nutzung oder Flugreisen, da ihre Kapazität unter der Schwelle von 100 Wh bleibt.
Weniger geeignet ist sie für alle, die das leichtestmögliche Format für den gelegentlichen Gebrauch mit nur einem Smartphone suchen: Eine kleinere und günstigere Batterie reicht in diesem Fall aus und erspart es, 391 g Kapazität mit sich zu tragen, die nie voll ausgenutzt wird. Auch das Verhalten bei drei gleichzeitig angeschlossenen Geräten, mit dem Leistungseinbruch am zweiten USB-C-Port, sollte man kennen, bevor man dauerhaft mit drei Geräten gleichzeitig plant.



