Zwei Anschlüsse, nur einer liefert wirklich die vollen 45W
Das tragbare EcoFlow 45W (USB-C) Solarpanel verdankt seinen Handelsnamen einem integrierten USB-C-Ausgang, der auf der Produktseite als zentrales Argument dargestellt wird: Telefon, Tablet oder elektrische Luftpumpe direkt anschließen, ohne Power Station dazwischen. Tatsächlich ist dieser USB-C-Anschluss auf 15W (5V/3A) begrenzt, ein vom Hersteller selbst festgelegter Wert.
Die auf der Verpackung angegebenen 45W fließen tatsächlich nur über einen zweiten Anschluss vom Typ DC5521, der die volle Nennleistung übertragen kann (45W ±5W, beziehungsweise 22V/1,98A am Punkt maximaler Leistung). Ein Adapterkabel von DC5521 auf XT60i liegt zusammen mit vier Aufhängehaken und der Bedienungsanleitung bei, wodurch sich das Panel direkt an den Solareingang einer EcoFlow Power Station der RIVER-Reihe anschließen lässt (RIVER 2 und RIVER 3 werden vom Hersteller ausdrücklich als kompatibel genannt), ohne zusätzliches Zubehör kaufen zu müssen.
Dieser Aufbau mit zwei Ausgängen entspricht genau dem des größeren Bruders EcoFlow 60W (USB-C), der bereits auf dieser Seite verglichen wurde: ein praktischer, aber begrenzter USB-C-Anschluss und ein DC-Anschluss, der die tatsächliche Leistung trägt. Er unterscheidet sich dagegen vom Jackery SolarSaga 40W Mini, der zwei USB-Anschlüsse bietet (USB-C mit 15W und USB-A mit 12W): Einen USB-A-Anschluss gibt es hier gar nicht, dieses EcoFlow-Panel bietet insgesamt nur einen einzigen USB-Zugang. Ebenso lassen sich mehrere Panels dieser kompakten Reihe nicht miteinander verbinden, um ihre Leistung zu addieren, eine Einschränkung, die diese gesamte Formatklasse bei EcoFlow teilt.
Leistung in der Praxis: was die angegebenen 25% TOPCon wert sind
EcoFlow gibt für dieses Panel einen Wirkungsgrad von bis zu 25% an, dank monokristalliner TOPCon-Zellen (Tunnel Oxide Passivated Contact) vom N-Typ, die bereits beim größeren Bruder 60W derselben Reihe zum Einsatz kommen. Dieser Wert, gemessen unter branchenüblichen Standardbedingungen (STC: 1000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, Referenzspektrum AM1.5), bleibt eine Herstellerangabe, wie bei nahezu allen tragbaren Solarpanels auf dem Markt.
In der Praxis erreicht die am DC5521-Anschluss gemessene Ausgangsleistung bei praller Sonne und guter Ausrichtung bis zu 41W bei 45W Nennleistung, also rund 91% des Nennwerts, ein hoher Anteil für ein so kompaktes Panel. Dieser Wert schwankt stark mit Jahreszeit und Breitengrad: Mitten im Winter sinkt die Leistung für nur wenige Stunden um die Mittagszeit unter 10W und fällt auf null, sobald auch nur eines der vier Faltsegmente teilweise im Schatten liegt.
In einer Stunde liefert dieses Panel in etwa 2350 mAh bei praller Sonne und noch rund 1390 mAh bei indirektem Licht oder bedecktem Himmel über denselben Zeitraum, also 59% des bei praller Sonne erzielten Werts: ein hoher Anteil, der es von den meisten kompakten Panels abhebt, die bei bedecktem Himmel in der Regel stärker einbrechen.
Wie bei jedem tragbaren Solarpanel beeinflusst der Einfallswinkel der Sonne die Leistung stark. Zellen der N-Typ-Technologie verhalten sich bei praller Sonne im Allgemeinen thermisch stabiler als die bei Einsteigerpanels verbreiteteren P-Typ-Zellen, was den Wirkungsgradverlust an den heißesten Tagen theoretisch begrenzt.
1,4 kg auf dem Papier, 1454 g real: Gewicht und Format im Detail
Aufgeklappt misst das Panel 98 x 30,9 cm bei 1,6 cm Dicke. Zusammengefaltet in vier Segmente passt es in ein Format von 22,2 x 30,9 x 4 cm, kaum dicker als ein gebundenes Buch, bei einem angegebenen Gewicht von 1,4 kg. Eine separate Wägung ergab jedoch 1454 g, rund 4% mehr als angegeben, ein kleiner, aber realer Unterschied.
Damit ist es das kompakteste und leichteste Panel der gesamten auf dieser Seite verglichenen EcoFlow-Reihe mit DC-Anschluss, noch vor dem 60W (2 kg) und weit vor den bifazialen 110W- bis 400W-Panels derselben Marke. Es bleibt jedoch schwerer als sein nächster direkter Konkurrent, der Jackery SolarSaga 40W Mini (1,18 kg, 3 cm gefaltete Dicke), für lediglich 5W mehr Nennleistung. Gemessen am gesamten Markt tragbarer Solarladegeräte, von den leichtesten reinen Telefon-Ladegeräten bis zu großen Panels, liegt 1,4 kg eher im oberen Bereich: Das BigBlue 28W etwa wiegt nur rund 0,65 kg, fast halb so viel, allerdings bei einer um etwa 40% geringeren Nennleistung und deutlich schwächerem Wetterschutz (IPX4 gegenüber dem hier angegebenen IP68).
| Panel | EcoFlow 45W (USB-C) | EcoFlow 60W (USB-C) | Jackery SolarSaga 40W Mini |
|---|---|---|---|
| Angegebenes Gewicht | 1,4 kg | 2 kg | 1,18 kg |
| Gefaltete Dicke | 4 cm | 4,5 cm | 3 cm |
| Nennleistung | 45W | 60W | 40W |
Das Panel wird mit vier Aufhängehaken statt einem integrierten Ständer geliefert: Anders als bei größeren Panels gibt es kein eigenes System, um es präzise am Boden zur Sonne auszurichten. Es liegt flach oder wird an einem Rucksack, einem Ast oder einer Zeltleine aufgehängt, eine brauchbare Lösung für den mobilen Einsatz, die aber mehr Handgriffe erfordert als ein ausklappbarer Ständer.
Angegebenes IP68, ETFE-Verarbeitung: die Wetterbeständigkeit im Detail
Das Panel wird vom Hersteller mit IP68 angegeben, der höchsten Schutzklasse der Norm gegen Wasser und Staub, gleichauf mit dem 60W und den bifazialen Panels derselben Marke, die bereits auf dieser Seite verglichen wurden. Seine Zellen sind durch eine ETFE-Beschichtung und Leiterplatten aus Glasfaser geschützt, eine Konstruktion, die bei tragbaren Panels im mittleren und oberen Preissegment inzwischen üblich ist.
Bislang wurde kein Scharnier- oder Anschlussdefekt für dieses konkrete Panel festgestellt. Der verfügbare Erfahrungswert bleibt naturgemäß begrenzter als bei den bifazialen 110W- bis 400W-Panels derselben Reihe, die bereits länger und weiter verbreitet auf dem Markt sind.
Ein Name für zwei sehr unterschiedliche Panels
Bevor man diese Einschätzung mit anderen online gefundenen Informationen vergleicht, lohnt sich ein wichtiger Hinweis: Der Name "EcoFlow 45W" bezeichnet nicht ein einziges Produkt. Parallel dazu ist eine deutlich einfachere Version im Umlauf, ausschließlich mit fest verbautem MC4-Anschluss, ganz ohne USB-Anschluss, mit einem Gewicht von rund 2 kg und mit IP67 statt IP68 angegeben. Diese Version, die ausschließlich zum Laden einer Station über ein rund 1,5 Meter langes MC4-Kabel gedacht ist, erlaubt keinerlei direktes Laden eines Geräts und teilt mit der in dieser Einschätzung beschriebenen Version weder das Gewicht noch die Anschlüsse noch die Schutzklasse.
| Eigenschaft | MC4-Version (ohne USB) | USB-C-Version (dieses Panel) |
|---|---|---|
| USB-Anschluss | Keiner | USB-C, max. 15W |
| Hauptanschluss | Fest verbautes MC4 | DC5521 (XT60i-Kabel inklusive) |
| Angegebenes Gewicht | Rund 2 kg | 1,4 kg |
| Angegebene Schutzklasse | IP67 | IP68 |
Die in dieser Einschätzung beschriebene Version erkennt man an der ausdrücklichen Angabe "USB-C" oder "Type-C" im genauen Produktnamen (Herstellerreferenz EFSOLAR45-TYPE-C), an ihrem Gewicht von 1,4 kg und an ihren zwei Ausgängen (USB-C und DC5521). Dieselbe Art von Verwechslung besteht bereits beim EcoFlow 60W Panel derselben Reihe, die bereits auf dieser Seite vermerkt wurde: Die Angabe "USB-C" zu prüfen, bevor man diese Einschätzung mit anderen online gefundenen Informationen vergleicht, bleibt für diese Produktreihe die zuverlässigste Gewohnheit.
Verarbeitung und Garantie: derselbe Kompromiss wie beim 60W
EcoFlow wurde 2017 in Shenzhen, China, gegründet und hat sich seitdem als einer der führenden Anbieter auf dem Markt für tragbare Power Stations etabliert, mit einem breiten Ökosystem aus Panels, Akkus und untereinander kompatiblem Zubehör. Bislang wurde kein Rückruf für dieses Panel festgestellt.
Bemerkenswert: Die Herstellergarantie dieses Panels beschränkt sich auf 12 Monate, dieselbe Dauer wie beim USB-C-Modell 60W derselben Marke, aber deutlich kürzer als die 5 Jahre (3 Basisjahre plus 2 zusätzliche Jahre bei Online-Registrierung) des Jackery SolarSaga 40W Mini, seines nächsten direkten Konkurrenten, und der 5 Jahre der bifazialen 110W- bis 400W-Panels von EcoFlow, die bereits auf dieser Seite verglichen wurden. Dieser Unterschied in der Garantiedauer ist für ein Zubehörteil, das dauerhaft Sonne und Witterung ausgesetzt ist, nicht unerheblich, auch wenn bislang kein wiederkehrender Verarbeitungsfehler für diese Version festgestellt wurde.
Im Vergleich zu anderen kleinen tragbaren Panels
Im Vergleich zu anderen bereits auf dieser Seite besprochenen tragbaren Panels belegt das EcoFlow 45W den kompaktesten Platz der EcoFlow-Reihe mit DC-Anschluss, knapp vor dem 60W, bleibt aber schwerer als sein nächster direkter Konkurrent bei der Nennleistung, der Jackery SolarSaga 40W Mini.
| Kriterium | EcoFlow 45W (USB-C) | EcoFlow 60W (USB-C) | Jackery SolarSaga 40W Mini | BigBlue 28W |
|---|---|---|---|---|
| Nennleistung | 45W | 60W | 40W | 28W |
| USB-Ausgänge | 1 (USB-C, max. 15W) | 1 (USB-C, max. 15W) | 2 (USB-C 15W + USB-A 12W) | 1 (USB-A) |
| Angegebene Schutzklasse | IP68 | IP68 | IP68 | IPX4 |
| Garantie | 12 Monate | 12 Monate | 5 Jahre (3+2) | Nicht angegeben |
| Beobachteter Preis | ≈ 79€ | ≈ 99€ | ≈ 109€ | ≈ 60€ |
Der Jackery SolarSaga 40W Mini bleibt zusammengefaltet leichter und dünner, mit einer deutlich längeren Garantie (5 statt 1 Jahr), doch seine USB-Anschlüsse summieren zwei begrenzte Anschlüsse (15W und 12W) gegenüber nur einem hier. Das 60W derselben Marke EcoFlow bietet 15W mehr Nennleistung für lediglich 600 g mehr Gewicht, bei genau derselben Anschlussarchitektur. Das BigBlue 28W bleibt das leichteste und günstigste der vier, liefert aber eine um etwa 40% geringere Nennleistung bei deutlich schwächerem Wetterschutz.
Preis und Einordnung in der Produktreihe
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Einschätzung liegt das EcoFlow 45W (USB-C) Solarpanel bei rund 79€ auf der Herstellerseite, ohne aktuell festgestellten Rabatt. Es wird zudem bei allgemeinen deutschen Outdoor- und Camping-Händlern geführt, ein Zeichen für eine breitere Distribution als der reine Direktvertrieb. Es liegt unterhalb seines größeren Bruders, des 60W (rund 99€), und deutlich unterhalb eines deutlich leistungsstärkeren Panels wie des Jackery SolarSaga 100W (rund 299€).
Vor dem Kauf bleibt die Prüfung der Angabe "USB-C" oder "Type-C" im genauen Produktnamen der beste Reflex, um zu vermeiden, eine andere Version als die in dieser Einschätzung beschriebene zu vergleichen oder zu bezahlen: Die MC4-Version ohne USB findet sich manchmal zu ähnlichen Preisen trotz sehr unterschiedlicher Eigenschaften.
Für wen sich dieses Panel eignet, und für wen nicht
Das EcoFlow 45W (USB-C) richtet sich zunächst an alle, die USB-Geräte (Telefon, Tablet, kleine Powerbank, elektrische Luftpumpe) direkt beim Wandern oder auf leichten Reisen laden möchten, ohne eine Power Station mitzuführen, während gleichzeitig über das mitgelieferte Kabel die Möglichkeit bleibt, eine kompatible kleine EcoFlow Power Station anzuschließen. Sein Gewicht von 1,4 kg und sein buchdünnes gefaltetes Format machen es zu einem guten mobilen Begleiter für genau diesen Einsatzzweck.
Wer dagegen das leichteste und dünnste mögliche Format mit langer Garantie sucht, greift besser zum Jackery SolarSaga 40W Mini. Wer eine Station größerer Kapazität schnell laden möchte, schaut sich eher nach einem bifazialen Panel ab 110W um, das mit einem nativen XT60-Kabel für genau diesen Zweck ausgestattet ist. Und wer dieses Modell mit der MC4-Version ohne USB verwechselt, die manchmal zu ähnlichem Preis zu finden ist, riskiert eine böse Überraschung bei Erhalt: Ein direktes Laden eines Geräts ist dann überhaupt nicht möglich.



