Was die angegebenen 1024 Wh wirklich wert sind
DJI gibt für die Power 1000 V2 1024 Wh an, dieselbe Kapazität wie bei der ersten Generation. Diese Zahl beschreibt die in den Zellen gespeicherte Energie, nicht das, was am Ende tatsächlich aus einer Steckdose kommt, nachdem der Wechselrichter seinen Anteil genommen hat.
Zwei unabhängige Messungen, auf zwei Kontinenten mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt, verorten die reale Ausbeute zwischen 820 und 880 Wh. Die Differenz von rund 7 % zwischen beiden erklärt sich vermutlich eher durch unterschiedliche Protokolle (kontinuierliche ohmsche Last auf der einen, ein standardisierter Vergleich über Dutzende Stationen auf der anderen Seite) als durch eine tatsächliche Abweichung zwischen Geräten. Diese Übereinstimmung ist ein gutes Zeichen: Die Power 1000 V2 liegt im oberen Mittelfeld ihrer Klasse, ohne in diesem Punkt zu glänzen oder zu enttäuschen.
Der Verlust von etwa 15 bis 20 % verteilt sich auf den Umwandlungswirkungsgrad des Wechselrichters und den Eigenverbrauch der Steuerelektronik. Das entspricht dem, was bei den meisten LiFePO4-Stationen dieser Leistungsklasse üblich ist: weder besonders gut noch schlecht. Im Alltag entsprechen diese rund 850 nutzbaren Wh etwa vierzig vollständigen Smartphone-Ladungen, sechs bis sieben Laptop-Ladungen oder mehreren Stunden Betrieb einer kleinen Camping-Kühlbox. Große, punktuelle Verbraucher wie ein Raclette-Ofen oder ein Wasserkocher bleiben das eigentliche Einsatzgebiet dieser Station: Genau für solche Lasten wurden ihre 2600 W ausgelegt.
2600 W, eine Leistung, die tatsächlich gehalten wird
Die Power 1000 V2 hebt die Dauerleistung auf 2600 W an, gegenüber 2200 W bei der ersten Generation. Diese Zahl ist kein reines Verpackungsversprechen: Eine unabhängige Messung gibt einen Spitzenwert von 4400 W an, eine komfortable Reserve vom 1,7-Fachen der Dauerleistung, die den Einschaltstrom von Motoren oder Heizwiderständen abfedert, ohne dass eine Schutzschaltung auslöst.
| Kombinierte Geräte | Gesamtleistung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Mikrowelle und Wasserkocher | etwa 2323 W | läuft ohne Abschaltung |
| Mikrowelle und Keramikheizer | etwa 1800 W | läuft ohne Abschaltung |
| Wasserkocher und Keramikheizer | etwa 2023 W | läuft ohne Abschaltung |
Diese Kombinationen, nahe an der maximalen Dauerleistung, lösten keine Schutzabschaltung aus. Das spricht für eine ehrliche Auslegung: Die Station hält ihr Versprechen, statt es auf wenige Sekunden Spitzenlast zu beschränken, bevor die Leistung wieder einbricht, ein bei diesem Produkttyp verbreiteter Trick.
Gegenüber der ersten Power 1000 öffnen die zusätzlichen 400 W Dauerleistung (2200 auf 2600 W) den Zugang zu Geräten, die sie zuvor allein nicht versorgen konnte: ein Raclette-Ofen, ein leistungsstarker Staubsauger oder zwei gleichzeitig angeschlossene Kreativarbeitsplätze. Der Ausgleich dafür zeigt sich, folgerichtig, bei Geräusch und Gewicht, dazu weiter unten mehr.
37 Minuten versprochen: das am besten bestätigte Argument
DJI gibt eine Ladung von 0 auf 80 % in 37 Minuten am Netz an, eine vollständige Ladung in 56 Minuten. Das ist das am stärksten beworbene Argument dieses Produkts, und zugleich dasjenige, das unabhängige Messungen am deutlichsten bestätigen.
| Messung | Erzieltes Ergebnis | Abweichung von der Angabe |
|---|---|---|
| Angabe von DJI | 80 % in 37 Min., 100 % in 56 Min. | Referenz |
| Erste unabhängige Messung | 100 % in etwa 54 Min. | sehr nah, etwas schneller |
| Zweite unabhängige Messung | 86 % in 37 Min. | etwas besser als angegeben |
| Dritte unabhängige Messung | 100 % in etwa 64 Min., 50 % in 24 Min. | langsamer, vermutlich anderer Stromkreis |
Zwei von drei Messungen bestätigen die Angabe von DJI oder übertreffen sie sogar leicht. Die dritte, langsamere Messung stammt vermutlich von einem anderen Stromkreis oder einer anderen Netzspannung als die übrigen: Die Ladegeschwindigkeit einer Station hängt direkt davon ab, wie viel Leistung der Wandanschluss liefern kann, ein Wert, der von Land zu Land und von Installation zu Installation selten gleich ist. Insgesamt hält das Werbeversprechen der Überprüfung gut stand, was auf diesem Markt keineswegs selbstverständlich ist.
Über 12 V, im Fahrzeug, dauert eine vollständige Ladung bei 1000 W etwa 78 Minuten. Das ist eine nützliche Option auf einem Roadtrip, auch wenn sie die Bordelektrik des Fahrzeugs stark beansprucht und einer intakten Lichtmaschine vorbehalten bleiben sollte.
Geräusch: eine deutliche Lücke zwischen Datenblatt und realer Last
DJI wirbt mit einem Geräuschpegel von 26 dB, ein Wert, der dem Ruhezustand oder Standby entspricht. Sobald die Station tatsächlich arbeitet, sei es bei Leistungsabgabe oder Schnellladung, dreht der Lüfter höher, und der Geräuschpegel steigt spürbar.
| Situation | Geräuschpegel |
|---|---|
| Ruhezustand oder Standby | etwa 26 dB (Angabe von DJI) |
| Leistungsabgabe oder Ladung nahe 1000 W | etwa 37 bis 42 dB |
| Schnellladung oder Leistung über 1800 W | etwa 50 bis 52 dB |
Die Lücke zwischen dem beworbenen Wert und der Praxis ist auf diesem Markt nichts Ungewöhnliches: Die meisten Hersteller kommunizieren ihren günstigsten Wert. Vor dem Kauf lohnt es sich trotzdem, das zu wissen, besonders für den Einsatz im Schlafzimmer oder in einem geschlossenen Raum: Eine nächtliche Schnellladung ist deutlich zu hören. Die einfachste Lösung besteht darin, die Schnellladung vor dem Schlafengehen statt über Nacht zu starten, oder eine längere, dafür leisere Standardladung zu akzeptieren. Dieser Anstieg gegenüber der Vorgängergeneration (26 dB statt der angegebenen 23 dB) ist die direkte Kehrseite des Leistungszuwachses: Ein Wechselrichter, der dauerhaft 400 W mehr liefert, erzeugt mehr Abwärme, und die Lüftung muss entsprechend mithalten.
Solareingang: großzügig auf dem Papier, nie serienmäßig dabei
Die Power 1000 V2 akzeptiert bis zu 1200 W Solareingang, eine hohe Obergrenze für eine Station dieser Größe. Diese Zahl setzt allerdings eine Ausrüstung voraus, die die Station nicht mitliefert: Solarpanels lassen sich nicht direkt an den SDC-Anschluss anschließen, dafür ist ein separat verkaufter DJI-MPPT-Adapter nötig.
Mit diesem Adapter ergibt eine an einem vollständig sonnigen Tag durchgeführte Messung zwischen 850 und 950 W tatsächlich empfangene Solarleistung, bei Panels mit angegebenen 1200 W. Dieses Verhältnis von etwa 70 bis 80 % der theoretischen Obergrenze ist für die Kategorie recht gut: Die meisten mobilen Solaranlagen erreichen kaum 50 bis 60 % der angegebenen Spitzenleistung ihrer Panels, sobald Ausrichtung, Zellentemperatur und Kabelverluste berücksichtigt werden.
Der eigentliche Vorbehalt betrifft weniger die Leistung des Solareingangs selbst als seine Abhängigkeit von einem optionalen Zubehörteil: Wird der Adapter zu Reisebeginn vergessen oder erst gar nicht gekauft, ist der Solareingang vollständig unbrauchbar. Das ist eine Konstruktionsentscheidung, die die interne Elektronik der Station vereinfacht, aber die Kosten und den logistischen Aufwand auf den Käufer verlagert.
Das SDC-System: ein echter Vorteil für DJI-Creator, eine Einschränkung für alle anderen
Zwei proprietäre SDC-Anschlüsse heben die Power 1000 V2 vom übrigen Markt ab. Sie erlauben das direkte Laden von Akkus für DJI-Drohnen und -Gimbals, mit einer Geschwindigkeit, die über der eines gewöhnlichen Netzladegeräts liegt.
Für einen Piloten oder Videofilmer, der bereits DJI-Ausrüstung besitzt, macht sich der Unterschied über einen Drehtag deutlich bemerkbar: Einen Drohnenakku in einer halben Stunde statt in anderthalb Stunden wieder einsatzbereit zu haben, verändert die Organisation eines Location-Scoutings oder eines Sets ganz konkret. Das ist das zentrale Argument des Produkts, und es hält.
Für alle anderen Einsatzzwecke schließt diese Ausrichtung dagegen Türen, die die Konkurrenz offen lässt. Die Station bietet keinen nativen 12-V- oder Zigarettenanzünder-Ausgang: Um eine Kühlbox oder einen Fahrzeugstaubsauger zu betreiben, braucht es ein optionales Kabel, das den SDC-Anschluss in eine 12-V-Steckdose umwandelt, nicht serienmäßig enthalten. Dieselbe Logik gilt für Solar, wie bereits erwähnt. Zwei USB-C-Anschlüsse mit je 140 W (zusammen 280 W) und zwei USB-A-Anschlüsse mit je 24 W runden die Ausstattung ab, eine solide Basis für Laptop und Smartphone, die aber das Fehlen eines universellen 12-V-Ausgangs nicht ausgleicht.
Die App DJI Home ergänzt eine Fernsteuerung der Lade- und Entladeschwellen, nützlich, um den Akku über die Zeit zu schonen, sowie eine Verbrauchsanzeige in Echtzeit. Diese Steuerung ist jedoch an eine WLAN-Verbindung gebunden: Ohne App funktioniert die Station weiterhin, verliert aber den größten Teil ihrer Fernüberwachung. Eine weitere physische Einschränkung sei erwähnt: Die beiden eng beieinander liegenden Steckdosen erschweren die gleichzeitige Nutzung zweier großer Netzteile, ein Detail, das in keinem Datenblatt steht, im Alltag aber auffällt.
Bis zu 11264 Wh: eine Erweiterbarkeit, die kaum ein Käufer entdeckt
Entgegen einer verbreiteten Annahme ist die Power 1000 V2 keine Station mit fester Kapazität. DJI bietet einen Erweiterungsakku an, die Expansion Battery 2000, mit einer Kapazität von je 2048 Wh. Bis zu fünf lassen sich an die Station anschließen, was die Gesamtkapazität auf 11264 Wh bringt.
| Konfiguration | Gesamtkapazität |
|---|---|
| Station allein | 1024 Wh |
| Station und eine Erweiterung | 3072 Wh |
| Station und drei Erweiterungen | 7168 Wh |
| Station und fünf Erweiterungen | 11264 Wh |
Das ist eine reale Möglichkeit, die jedoch vor dem ersten Anschluss ein Firmware-Update erfordert und eine beachtliche Investition darstellt: Jeder Erweiterungsakku kostet fast so viel wie die Station selbst. Sie verändert dennoch den Charakter des Produkts für alle, die vorausplanen: Was wie eine mobile Zusatzstation wirkt, kann so zu einer glaubwürdigen mehrtägigen Notstromreserve für zu Hause werden, ohne das Gerät zu wechseln.
Für den einfachen mobilen Einsatz bleibt diese Erweiterbarkeit theoretisch. Für ein wachsendes Notstromkonzept zu Hause oder den schrittweisen Ausbau eines Wohnmobils lohnt es sich dagegen, sie vor dem Kauf zu kennen: Sie steht in der Vermarktung des Produkts nicht immer im Vordergrund.
Was die innere Konstruktion verrät
Im Inneren steckt die Power 1000 V2 sechzehn LiFePO4-Zellen mit je 3,2 V und 20 Ah, in Reihe geschaltet zu einem Block mit 51,2 V und 1024 Wh. Dieses zylindrische Zellformat, von einem auf stationäre Speicher spezialisierten chinesischen Zulieferer, unterscheidet sich von den prismatischen Zellen, die bei mehreren Mitbewerbern verbaut sind. Derselbe Zulieferer beliefert auch andere Hersteller stationärer Speicher, ein beruhigendes Zeichen für die industrielle Reife der verwendeten Chemie, auch wenn er der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt ist als die großen Namen bei zylindrischen Großformatzellen.
Der elektronische Schutz stützt sich auf eine Mehrzellen-Überwachungsschaltung in Kombination mit drei parallel geschalteten 40-A-Sicherungen und einem hochpräzisen Messwiderstand, eine Architektur, die den in dieser Preisklasse üblichen Standards entspricht. Das Wechselrichtermodul mit vergossenen Leiterplatten und einer eigenen doppelten Kühlung zeigt eine konstruktive Sorgfalt, die bei neueren Herstellern auf diesem Markt nicht immer zu finden ist.
Beim Support sind im Jahr nach der Markteinführung zwei fehlerbehebende Firmware-Updates erschienen, ohne dass eines davon Geräte lahmgelegt hätte. Die Garantie beträgt standardmäßig 5 Jahre. Eine echte Schwachstelle bleibt, bereits erwähnt: Die Anschlüsse, ob Steckdosen oder USB- und SDC-Anschlüsse, bieten keinerlei Schutz gegen Spritzwasser oder Staub. Für ein Produkt, das auch auf Camping und Van-Einsatz zielt, ist das Fehlen von Abdeckungen oder Dichtungen eine echte Lücke, die sich nur durch etwas zusätzliche Vorsicht im Freien ausgleichen lässt.
Gegenüber der ersten Power 1000 und der direkten Konkurrenz
Der Vergleich mit der Vorgängergeneration fasst die Ausrichtung dieser V2 gut zusammen: mehr Leistung, schnellere Ladung, zusätzlich ein Display und WLAN-Überwachung, auf Kosten von etwas mehr Gewicht und Geräusch.
| Kriterium | Power 1000 (1. Generation) | Power 1000 V2 |
|---|---|---|
| Dauerleistung | 2200 W | 2600 W |
| Ladung 0 auf 80 % | 50 Min. | 37 Min. |
| USV-Umschaltung | 20 ms | 10 ms |
| Display und WLAN | fehlt | LCD-Display, WLAN, App DJI Home |
| Gewicht | 13 kg | 14,2 kg |
| Angegebener Geräuschpegel | 23 dB | 26 dB |
Gegenüber der direkten Konkurrenz mit ähnlicher Kapazität bleibt die Power 1000 V2 die am schnellsten ladende und im Dauerbetrieb stärkste Station. Die EcoFlow Delta 2 kommt auf maximal 1800 W, die Jackery Explorer 1000 v2 auf 1500 W, beide bei diesem konkreten Kriterium deutlich im Nachteil. Keine der beiden bindet die Käuferin oder den Käufer allerdings so stark an ein herstellereigenes Lade-Ökosystem: In diesem Punkt hängt die richtige Wahl vor allem davon ab, welche Ausrüstung bereits vorhanden ist.
Ein Hinweis für Leserinnen und Leser außerhalb Europas: Der US-Markt erhält eine Version mit vier Steckdosen statt zwei, ein realer Unterschied, der auf den Produktfotos nicht zu erkennen ist, da diese von Markt zu Markt identisch sind.
Für wen sie geeignet ist
Diese Station ist zunächst für ein bestimmtes Profil gedacht, und dafür eignet sie sich ausgesprochen gut.
Bestens geeignet ist sie für Creator oder Piloten, die bereits mit DJI-Ausrüstung arbeiten: Die Ladegeschwindigkeit von Drohnenakkus über die SDC-Anschlüsse spart auf dem Dreh real Zeit, und die verfügbare Leistung versorgt problemlos mehrere Kreativarbeitsplätze oder ein Set-Licht. Sie eignet sich auch für alle, die vor allem schnelle Ladung und hohe Leistung in einem transportablen Format suchen, ohne einen 12-V-Anschluss oder einen integrierten Solareingang zu benötigen.
Weniger gut geeignet ist sie für drei Profile. Wer im Van campt und im Alltag auf Solarenergie setzt, muss den MPPT-Adapter zusätzlich zum Kaufpreis einplanen. Wer einen 12-V-Ausgang für eine Kühlbox oder einen Fahrzeugstaubsauger benötigt, muss ebenfalls ein optionales Kabel einplanen. Und wer im selben Raum wie die Station schläft, muss mit einer deutlich hörbaren Schnellladung leben.
Bleibt die Frage der Erweiterung. Für den einfachen mobilen Einsatz bleibt sie theoretisch. Für einen Haushalt, der eine mit der Zeit wachsende Notstromreserve plant, verändert die Möglichkeit, ohne Stationswechsel bis auf 11264 Wh zu skalieren, die Rechnung spürbar, sofern die steigenden Kosten akzeptabel sind.



