99,36 Wh: eine der größten Kapazitäten, die im Flugzeug erlaubt bleiben
Die auf dem Gehäuse der Aukey PB-Y63 angegebenen 27600 mAh entsprechen bei der Nennspannung der Zellen (3,6 V) umgerechnet 99,36 Wh, dem Wert, der für die Beurteilung einer Powerbank tatsächlich zählt. Diese Zahl bringt die PB-Y63 an die Spitze ihrer Klasse: Sie speichert mehr Energie als die Anker 737 (86,4 Wh) oder die Ugreen Nexode 145W (92,5 Wh), bleibt dabei aber unter der Grenze von 100 Wh, ab der die meisten Fluggesellschaften eine vorherige Genehmigung verlangen, meist begrenzt auf zwei Exemplare pro Passagier.
Eine Powerbank über 100 Wh, was auf viele Notebook-Powerbanks mit sehr hoher Kapazität zutrifft, fällt in eine Kategorie, in der die Mitnahme von der vorherigen Zustimmung der Fluggesellschaft abhängt, oft begrenzt auf zwei Exemplare pro Passagier. Knapp unter dieser Grenze zu bleiben und dabei 140 W Ausgangsleistung zu bieten, ist ein Balanceakt, den bei dieser Kapazität nur wenige Hersteller schaffen: Das ist die stärkste Karte der PB-Y63 gegenüber Konkurrentinnen, die auf dem Papier manchmal großzügiger wirken, aber bereits am Flughafenschalter eine Genehmigung voraussetzen.
140 W pro Anschluss, 145 W zum Teilen, sobald beide zusammenarbeiten
Jeder USB-C-Anschluss der PB-Y63 ist einzeln mit 140 W angegeben, genug, um ein anspruchsvolles Notebook wie ein 16-Zoll-MacBook-Pro oder eine Creator-/Gaming-Maschine mit einem gleich starken USB-C-Ladegerät auf voller Geschwindigkeit zu laden. Dieser Wert bestätigt sich, solange nur ein Anschluss gleichzeitig arbeitet.
Die Nuance zeigt sich, sobald beide USB-C-Anschlüsse gleichzeitig beansprucht werden: Das Gesamtbudget von 145 W verdoppelt sich nicht, es teilt sich auf. Ein Anschluss erhält dann 100 W, der andere 45 W, niemals 140 W auf beiden gleichzeitig. Das ist kein verstecktes Manko: Das Datenblatt des Produkts selbst nennt eine Gesamtleistung von 145 W und nicht 280 W. Doch der Unterschied zwischen den groß aufgedruckten "140 W" auf der Verpackung und der Realität bei zwei gleichzeitig genutzten Geräten sollte bekannt sein, bevor man die PB-Y63 kauft, um damit ein Notebook und ein zweites leistungshungriges Gerät gleichzeitig zu versorgen.
Der USB-A-Anschluss ergänzt das Angebot mit 22,5 W, ein üblicher Wert für ein älteres Smartphone oder Zubehör ohne USB-C-Schnellladung. Auch er greift auf dasselbe Gesamtbudget von 145 W zu, wenn alle drei Ausgänge gleichzeitig aktiv sind.
Was 140 W für ein Notebook wirklich verändern
Viele Powerbanks werben mit 65 W oder 100 W über USB-C, genug für ein Smartphone oder ein kleines Notebook, aber weit entfernt vom Tempo eines Originalladegeräts bei einer Kreativ- oder Gaming-Maschine, die 96, 120 oder sogar 140 W verlangt. An einem einzigen Anschluss erreicht die PB-Y63 dieses Niveau und lädt ein 16-Zoll-MacBook-Pro oder ein vergleichbares Notebook im selben Tempo wie das mitgelieferte Netzteil, ohne die typische Verlangsamung einer unterdimensionierten Powerbank.
Bei den Protokollen setzt die Ausgangsseite auf USB PD 3.1 mit PPS, die neueste Version, die die Spannung in Schritten von 20 mV statt in festen Werten regelt. In der Praxis verringert das die beim Schnellladen entstehende Wärme bei kompatiblen Smartphones (insbesondere aktuellen Samsung-Galaxy-S- und -Note-Modellen), eine echte Verbesserung, die im Alltag aber nicht sichtbar wird. Am Eingang bleibt die PB-Y63 mit USB PD 3.0 und Quick Charge 3.0 kompatibel, zwei älteren Protokollen: Ein vor einigen Jahren gekauftes USB-C-Ladegerät reicht also aus, um sie zu laden, nur langsamer als mit den akzeptierten 100 W.
650 g, 47 mm Dicke: der Preis einer echten mobilen Energiezentrale
160 x 58 x 47 mm und 650 g auf der Waage: Die PB-Y63 passt nicht wie eine kleine Smartphone-Powerbank in eine Jackentasche, sie reist in einer Tasche mit. Das ist der logische Kompromiss für 99,36 Wh bei dieser Leistungsklasse, auch wenn der Name "Spark Sling" ("sling" bedeutet im Englischen Schlaufe oder Trageriemen) ein kompakteres Format vermuten lassen könnte.
Bezogen auf das Gewicht bleibt die transportierte Energie dennoch wettbewerbsfähig gegenüber der Anker 737, die trotz ähnlichem Gewicht weniger dicht ist: etwa 15,3 Wh pro 100 g Gesamtgewicht gegenüber 13,7 Wh pro 100 g bei der Anker (86,4 Wh bei 630 g). Die Ugreen Nexode 145W, die leichteste Powerbank in diesem Vergleich, schneidet bei diesem einen Kriterium noch besser ab.
Das digitale Display, der nützlichste Vorteil im Alltag
Das LCD-Display der PB-Y63 zeigt gleichzeitig den verbleibenden Prozentsatz, die momentane Eingangs- oder Ausgangsleistung jedes aktiven Anschlusses und eine Schätzung der verbleibenden Zeit bis zur vollen Ladung oder vollständigen Entladung an. Das ist deutlich umfangreicher als eine einfache Prozentanzeige in 25-%-Schritten, wie sie bei Powerbanks vergleichbarer Leistung noch häufig zu finden ist.
Dieser Detailgrad erlaubt es, in Echtzeit zu prüfen, ob ein angeschlossenes Gerät tatsächlich die erwartete Leistung erhält, ein echter Vorteil, um die weiter oben beschriebene Aufteilung der Ladeleistung zwischen den beiden USB-C-Anschlüssen im Blick zu behalten. Bei der Anker 737 zeigt ein ebenso vollständiges Display zusätzlich die Zellentemperatur und die Zyklenzahl an, eine Angabe, die dem Display der PB-Y63 fehlt: Bei der Informationstiefe behält die Anker einen kleinen Vorsprung, auch wenn das Grundprinzip ähnlich bleibt.
Gegen die Anker 737 und die Ugreen Nexode 145W: das Datenblatt erzählt nicht alles
Auf dem Papier gewinnt die PB-Y63 den Kapazitätsvergleich gegenüber ihren beiden meistgenannten direkten Konkurrentinnen in dieser Leistungsklasse: 27600 mAh gegenüber 24000 bei der Anker 737 und 25000 bei der Ugreen Nexode 145W. Sie erreicht deren angegebene Gesamtleistung und schneidet bei der Herstellergarantie besser ab als die Anker.
| Kriterium | Aukey PB-Y63 | Anker 737 Power Bank | Ugreen Nexode 145W |
|---|---|---|---|
| Kapazität | 27600 mAh / 99,36 Wh | 24000 mAh / 86,4 Wh | 25000 mAh / 92,5 Wh |
| Gesamtleistung | 145 W (140 W an einem Anschluss) | 140 W angegeben (93 W bei direktem USB-C) | 145 W (140 W an einem Anschluss) |
| Gewicht | 650 g | 630 g | 505 g |
| Ladung, max. Eingang | 100 W | 100 W | 65 W |
| Herstellergarantie | 24 Monate | 18 Monate | 24 Monate |
| Verfügbarkeit | nur über die Aukey-eigene Website | breit verfügbar | breit verfügbar |
Doch das Datenblatt erzählt nicht alles. Der deutlichste Fall ist die Ugreen Nexode 145W: eine nahezu identische Leistungsarchitektur (145 W insgesamt, 140 W an einem einzeln genutzten Anschluss), bei 145 g weniger Gewicht und einer ebenso langen Garantie, zu einem offiziellen Preis von 52,99 € gegenüber 103,99 € bei der PB-Y63. Dafür nimmt sie eine langsamere Eingangsladung in Kauf (65 W statt 100 W) und speichert etwas weniger Energie (92,5 Wh statt 99,36 Wh). Von den dreien ist der reale USB-C-Höchstwert der Anker 737 (93 W bei direktem USB-C) der einzige mit Gewissheit belegte, auch wenn er auf dem Papier niedriger liegt als bei den beiden anderen. Sowohl die Anker als auch die Ugreen sind zudem breit verfügbar, mit einem überall dort erreichbaren Kundendienst, wo sie verkauft werden, anders als die PB-Y63, die von einem einzigen Vertriebskanal abhängt.
Nicht mit der PB-Y45 Sprint X verwechseln: gleiche Eckdaten
Eine kurze Suche zur PB-Y63 führt regelmäßig zu einem weiteren Aukey-Produkt, der PB-Y45 "Sprint X", die ebenfalls mit 27600 mAh und 140 W sowie einem digitalen Display beworben wird. Beide Powerbanks teilen dieselbe Marketingausrichtung und einen Großteil ihrer Eckdaten, doch es handelt sich um zwei unterschiedliche Produkte: verschiedene Handelsnamen ("Spark Sling" oder "Spark Mega" bei der Y63, "Sprint X" bei der Y45), unterschiedliche Produktcodes und vermutlich unterschiedliche Generationen oder interne Bauteile.
Eine weitere mögliche Verwechslungsquelle betrifft die PB-Y63 selbst: Aukey vertreibt sie unter dem Namen "Spark Sling" auf ihrer europäischen Website, jener, die auch die Produktseite dieses Artikels trägt, aber unter dem Namen "Spark Mega" auf ihren nordamerikanischen und asiatischen Websites. Es handelt sich tatsächlich um dasselbe Produkt, denselben PB-Y63-Code, dieselben technischen Daten: Nur die Marketingbezeichnung ändert sich von einem Markt zum anderen. Umgekehrt sollte alles, was speziell die PB-Y45 Sprint X betrifft, nicht der hier besprochenen PB-Y63 zugeschrieben werden, und umgekehrt.
Was das Fehlen auf den großen Marktplätzen wirklich bedeutet
Im Mai 2021 sperrte Amazon die Verkäuferkonten von Aukey, zusammen mit denen von über 600 weiteren chinesischen Elektronikmarken, darunter RAVPower, wegen eines organisierten Fake-Bewertungssystems: Käufer wurden über PayPal entschädigt, im Austausch für eine Bestnote, die wenige Tage nach Erhalt des Produkts veröffentlicht wurde. Die Strafe war nicht symbolisch. Der gemeinsame Umsatz von Aukey und der Schwestermarke Tacklife fiel von etwa 222 Millionen US-Dollar auf 46 Millionen US-Dollar, ein Rückgang um 73,5 %. Auf Ebene des gesamten Konzerns (Augroup, die Muttergesellschaft von Aukey, die Ende 2024 an die Börse Hongkong ging) sank der Umsatz zwischen 2021 und 2022 um 21,7 %, bei einem Nettoverlust von 81 Millionen US-Dollar allein im Jahr 2021.
Seit diesem Vorfall verkauft Aukey die PB-Y63 nur noch über die eigene europäische Website, abseits der großen Marktplätze. Konkret ändert das nichts an den technischen Qualitäten des Produkts und steht in keinem Zusammenhang mit einem bekannten Rückruf dieses Modells, verringert aber die Möglichkeiten der Käuferin oder des Käufers im Streitfall: kein Käuferschutz durch Dritte, keine vereinfachte Rückgabe über einen Marktplatz, ein Kundendienst, der vollständig von der Marke selbst abhängt. Ein vollständiger Ausfall nach weniger als zwei Monaten Nutzung und eine wenig verständliche Anleitung treten vereinzelt auf, ohne dass sich darüber hinaus ein wiederkehrender Mangel abzeichnet.
Die PB-Y63 selbst laden: 100 W Eingang, eine unbestätigte Dauer
Die PB-Y63 akzeptiert am USB-C-Eingang bis zu 100 W, mit einer breiten Kompatibilität (USB PD 3.0, Quick Charge 3.0), die den Einsatz eines älteren Ladegeräts erlaubt, allerdings auf Kosten der Geschwindigkeit. Für dieses Modell liegt bislang keine unabhängig bestätigte vollständige Ladedauer vor.
Die grobe Rechnung liefert eine Größenordnung: 99,36 Wh mit verfügbaren 100 W zu laden ergibt eine theoretische Untergrenze von knapp einer Stunde, wenn die Leistung von Anfang bis Ende konstant bliebe. Das ist bei einem Lithium-Akku nie der Fall, dessen Ladestrom im letzten Viertel stets sinkt, um die Zellen zu schonen. In der Praxis sollte man daher mit einer spürbar längeren Dauer rechnen, vermutlich zwischen anderthalb und zwei Stunden, bis ein unabhängiger Wert diese Zahl genauer eingrenzt. Aukey gibt zudem nicht an, ob die PB-Y63 Pass-through unterstützt (den Akku laden und gleichzeitig ein angeschlossenes Gerät versorgen): Diese Information ließ sich nicht mit Sicherheit klären und wird hier daher nicht bestätigt.
Für wen sich die PB-Y63 eignet, und für wen nicht
Die PB-Y63 eignet sich für alle, die unterwegs tatsächlich ein anspruchsvolles Notebook laden müssen und dabei die Möglichkeit behalten wollen, sie ohne vorherige Formalitäten in der Kabine mitzunehmen. Ihre nahe an der erlaubten Grenze liegende Kapazität und ihre 140 W an einem einzeln genutzten Anschluss machen sie zu einer der wenigen Powerbanks, die einen intensiven beruflichen Einsatz fern jeder Steckdose durchhalten, mit dem zusätzlichen Vorteil eines Displays, das tatsächlich Anschluss für Anschluss zeigt, was gerade passiert.
Weniger geeignet ist sie für alle, die ein Taschenformat für ein Smartphone suchen, die lieber über einen bekannten Marktplatz mit einfacher Rückgabe im Problemfall kaufen, oder die vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten: Die Ugreen Nexode 145W deckt einen sehr ähnlichen Einsatzzweck für deutlich weniger Geld und Gewicht ab. Auch das geteilte Budget zwischen den beiden USB-C-Anschlüssen sollte man einplanen, bevor man die PB-Y63 kauft, um zwei leistungshungrige Geräte gleichzeitig zu versorgen: Sie kann es, nur nicht mit 140 W auf beiden zugleich.


