24W auf dem Papier, ein realer Spielraum über das Datenblatt hinaus
Dieses Anker Ladegerät bringt zwei USB-A-Anschlüsse für eine Gesamtleistung von 24W mit. Der Hersteller gibt den Ausgang mit 5V und insgesamt 4,8A an, also 2,4A (12W) je Anschluss. Der Eingang akzeptiert 100 bis 240V bei 50 oder 60Hz, was nahezu jedes Stromnetz weltweit abdeckt.
Diese 24W sind keine theoretische Grenze, die in der Praxis nie erreicht wird. Ein einzelner Anschluss liefert bis zu 3A, etwas über der individuellen Grenze von 2,4A. Beide Anschlüsse zusammen erreichen eine volle Stunde lang im Dauerbetrieb bis zu 6A, ohne dass die Innentemperatur zum Problem wird: Der heißeste Punkt der Schaltung, am Gleichrichter, liegt unter diesen extremen Bedingungen bei rund 83,1 °C, ohne dass eine Schutzschaltung auslöst oder eine Abschaltung erfolgt. In derselben Stunde unter Volllast bleiben die kühlsten Punkte der Schaltung über 63,5 °C.
Das elektrische Rauschen am Ausgang bleibt unabhängig von der Last sehr gering: 8 bis 14 Millivolt effektiv je nach abgerufenem Strom, mit Spitzenwerten von nie mehr als 330 Millivolt. Für das Laden eines Smartphones oder Tablets hat dieser Wert keine spürbare Auswirkung; er spiegelt vor allem eine saubere Ausgangselektronik wider, ein Punkt, der für besonders rauschempfindliche, über USB angeschlossene Geräte zählt.
Zwei Anschlüsse gleichzeitig mit voller Leistung, eine seltene Aufteilung
Viele einfache Doppel-Ladegeräte teilen sich einen einzigen Leistungsvorrat zwischen ihren beiden Anschlüssen: Sobald ein zweites Gerät angeschlossen wird, wird das erste langsamer. Hier ist das nicht der Fall. Das Datenblatt des Herstellers ist eindeutig: Jeder einzelne Anschluss liefert 2,4A, und beide Anschlüsse zusammen liefern je 2,4A, zusammen also 4,8A. Nichts deutet auf einen gemeinsamen Vorrat hin, der sich beim Anschließen eines zweiten Geräts leeren würde.
| Konfiguration | Anschluss 1 | Anschluss 2 | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 1 Anschluss genutzt | 2,4A | inaktiv | 2,4A (12W) |
| 2 Anschlüsse genutzt | 2,4A | 2,4A | 4,8A (24W) |
Dieses Prinzip geht über das eigene Datenblatt hinaus, sobald beide Anschlüsse dauerhaft ausgelastet sind: Der Gesamtwert steigt eine volle Stunde lang auf bis zu 6A, ohne dass eine Schutzschaltung auslöst. Bei zwei gleichzeitig geladenen Smartphones oder kleinen Zubehörteilen erhält also jedes Gerät seinen vollen Anteil ohne Abstriche, ein Ergebnis, das in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich ist.
Der Gegenpart lässt sich einfach benennen: Diese vollständige Aufteilung gilt nur für zwei USB-A-Anschlüsse mit je 2,4A. Keiner von beiden profitiert von einer feineren Spannungsaushandlung, Power Delivery oder Quick Charge, die ein kompatibles Gerät über diese Grenze hinaus treiben könnte, ein Punkt, der im nächsten Abschnitt behandelt wird.
PowerIQ und VoltageBoost: automatische Erkennung des passenden Stroms
PowerIQ ist die hauseigene Technologie, die den Gerätetyp an jedem Anschluss erkennt und ihm den schnellstmöglichen Strom liefert, den es aufnehmen kann, bis zur Grenze von 2,4A je Anschluss. VoltageBoost gleicht anschließend den Spannungsabfall im Kabel aus, damit das Gerät die angegebene Leistung auch bei einem etwas längeren oder dünneren Kabel erhält. Die folgende Tabelle stammt von älteren Geräten aus der Zeit, als dieses Ladegerät auf den Markt kam, doch das Prinzip dahinter bleibt mit jedem heute angeschlossenen USB-A-Gerät identisch: ein Strom, der sich am jeweiligen Gerät orientiert, statt an einem einzigen festen Wert.
| Gerät | Gelieferter Strom |
|---|---|
| iPhone 6 Plus | 1,74A |
| iPad 4 | 2,24A |
| Sony Xperia Z5 | 1,49A |
| Nexus 6 | 1,44A |
| Samsung Galaxy Note 3 | 1,67A |
| Generische Powerbank | 2,64A |
Der Fall der Powerbank zeigt den vorhandenen Spielraum deutlich: 2,64A liegen über der individuellen Grenze von 2,4A je Anschluss, in derselben Logik wie die weiter oben genannten 3A an einem einzelnen Anschluss. PowerIQ setzt also keine strikte Grenze exakt beim Wert des Datenblatts, sondern nutzt ihn eher als Sicherheitsuntergrenze.
Was es nicht kann: kein Power Delivery, kein Quick Charge, kein PPS
Dieses Ladegerät bietet nur zwei USB-A-Anschlüsse, ganz ohne USB-C-Anschluss. Kein modernes Schnellladeprotokoll ist mit dabei: weder USB Power Delivery (PD), noch PPS, noch Quick Charge. Anker selbst weist auf der eigenen Produktseite darauf hin und verweist für Quick Charge 2.0 auf ein anderes Modell der eigenen Reihe. PowerIQ bleibt eine firmeneigene Technologie zur Stromanpassung bei fester Spannung (5V), kein Aushandlungsprotokoll für die Spannung wie PD oder QC.
Dieses Fehlen ist kein Fertigungsmangel, sondern eine bewusste Entscheidung innerhalb der Produktreihe: Dieses Modell besetzt das Einstiegssegment, während Anker an anderer Stelle deutlich neuere USB-C-Ladegeräte mit PD und PPS anbietet. Für einen Einsatz, der ausschließlich auf klassisches Laden setzt (ältere Smartphones, E-Book-Reader, Kopfhörer, Kameras, kleines USB-A-Zubehör), reicht die Grenze von 2,4A je Anschluss vollkommen aus. Für ein aktuelles Smartphone oder Tablet, das mit seinem Original-Ladegerät eine Ladung von 65% in 30 Minuten verspricht, verändert diese Grenze alles: Dieselbe Ladung dauert hier deutlich länger.
Ein kompaktes Format aus der Zeit vor GaN
Anker stellt dieses Ladegerät als sehr kompakt heraus, laut Hersteller eines der kleinsten Modelle mit zwei Anschlüssen seiner Kategorie. Das eigene Datenblatt gibt ein Gewicht von 96g an, das reale Gewicht liegt jedoch eher bei 82g auf der Waage, rund 15% unter der offiziellen Angabe. Eine Abweichung in diese Richtung ist selten: Die meisten Datenblätter runden eher nach oben oder bleiben nah am realen Wert, selten darunter.
Bei den genauen Abmessungen weichen die verfügbaren Angaben dagegen deutlich voneinander ab, je nachdem ob die ausgeklappten Steckerstifte mitgezählt werden, eine bei solchen kleinen, um einklappbare Stifte gebauten Zubehörteilen häufige Unschärfe. Eine einzige zuverlässige Zahl lässt sich daraus nicht ableiten.
Dieses kompakte Format verdankt sich jedoch nicht der GaN-Technologie (Galliumnitrid), die hier fehlt: Bei nur 24W ist ein klassisches Ladegerät auf Siliziumbasis schon von Natur aus klein, eine viel zu geringe Leistung, als dass GaN die Baugröße so radikal verändern könnte wie bei einem 65W- oder 140W-Modell. Die Kompaktheit dieses Modells ist also vor allem eine Folge seiner geringen Leistung, keine aktuelle technologische Meisterleistung.
Sicherheit: MultiProtect und eine solide elektrische Isolierung
Anker verbaut sein MultiProtect-System in diesem Ladegerät: Schutz vor Überspannung, Überhitzung und Kurzschluss, ein Standard in der gesamten Produktreihe der Marke. Über diese angegebenen Schutzfunktionen hinaus übersteht die elektrische Isolierung zwischen Netz und Niederspannungsausgang 2830V und danach 4242V ohne den geringsten Fehler, ein sehr großer Abstand zu den 230V des europäischen Hausnetzes.
Was die Vorgeschichte angeht, betreffen die bekannten Sicherheitsrückrufe bei Anker ausschließlich Batterien mit fest verbauten Zellen wie Powerbanks, ein Brandrisiko, das an das verbaute Lithium gebunden ist. Dieses Netzteil besitzt keine interne Zelle: Es wandelt nur den Netzstrom um und gibt ihn weiter, gespeichert wird nichts. Bislang betrifft kein Rückruf diese Produktfamilie.
Bei längerem Betrieb bringt eine volle Stunde unter Volllast (4,8A über beide Anschlüsse) den heißesten Punkt der internen Schaltung, am Gleichrichter, auf 83,1 °C, ohne dass eine Schutzschaltung auslöst oder eine Abschaltung erfolgt. Dieser Wert betrifft ein internes Bauteil, nicht das Gehäuse, das die Nutzerin oder der Nutzer tatsächlich berührt: Dieses bleibt im normalen Gebrauch deutlich kühler.
Glänzendes Finish, kein Bildschirm, 18 Monate Garantie
Das glänzende Gehäuse des Ladegeräts hinterlässt frisch ausgepackt einen guten Eindruck, doch genau diese Oberfläche nutzt sich nach einigen Wochen im Alltag sichtbar ab und bekommt Kratzer, bei der schwarzen Farbe deutlicher als bei Weiß, wo Mikrokratzer weniger auffallen. Das ist kein funktionaler Mangel, nur eine kosmetische Alterung.
Bei der Ausstattung beschränkt sich dieses Modell auf das Nötigste: zwei USB-A-Anschlüsse, einklappbare Steckerstifte für die Aufbewahrung, und nichts weiter. Weder ein Kontrollbildschirm, der die aktuelle Leistung anzeigt, noch eine einfache Statusanzeige sind vorhanden, im Unterschied zu mehreren neueren und teureren Mehrfach-Ladegeräten im Katalog. Das Ladekabel liegt der Verpackung nicht bei, ebenso wenig eine Tragetasche: Beides muss separat besorgt werden.
Dieses Modell wird seit über einem Jahrzehnt unter sehr ähnlichen Bezeichnungen verkauft (PowerPort 2, später PowerPort 2 Elite), stets mit denselben elektrischen Kenndaten. Eine solche kommerzielle Langlebigkeit ohne größere Änderung der Konstruktion wäre für ein Produkt mit einem wiederkehrenden Problem innerhalb einer Reihe, die sonst Dutzende andere Modelle umfasst, unwahrscheinlich.
Im Vergleich zu anderen Ladegeräten des Katalogs
Innerhalb derselben Produktfamilie zielen mehrere Ladegeräte des Katalogs auf einen ganz anderen Einsatzzweck: ein einzelner USB-C-Anschluss, höhere Leistung, vollständige Schnellladeprotokolle. Die folgende Tabelle ordnet dieses Modell im Vergleich zu drei davon ein.
| Kriterium | Dieses 24W-Ladegerät | Apple 20W USB-C | Belkin BoostCharge 30W | Anker 140W GaN |
|---|---|---|---|---|
| Anschlüsse | 2x USB-A | 1x USB-C | 1x USB-C | 4x USB-C |
| Gesamtleistung | 24W | 20W | 30W | 140W |
| Protokolle | PowerIQ (firmeneigen) | USB PD, ohne PPS | USB PD und PPS | USB PD und PPS |
| Aufteilung zwischen Anschlüssen | 2,4A + 2,4A ohne Abstriche | einzelner Anschluss | einzelner Anschluss | 134W zusammen bei 4 aktiven Anschlüssen |
| Reales Gewicht | rund 82g | rund 55 bis 58g | nicht angegeben | rund 290 bis 295g |
Dieses Ladegerät nimmt in dieser Liste eine Sonderstellung ein: Es ist das einzige der vier, das seine Leistung ohne jeden Abstrich auf zwei USB-A-Anschlüsse aufteilt, wenn beide gleichzeitig genutzt werden, aber auch das einzige ganz ohne standardisiertes Schnellladeprotokoll. Gegenüber dem Apple 20W oder dem Belkin 30W, die zumindest PD aushandeln, fällt es zurück, sobald das angeschlossene Gerät von einer höheren Spannung profitieren könnte. Gegenüber dem Anker 140W GaN ergibt der Vergleich kaum Sinn: zwei völlig unterschiedliche Einsatzzwecke, einmal für ein einzelnes sehr leistungshungriges Gerät, einmal für zwei einfache Geräte gleichzeitig.
Für wen sich dieses Ladegerät eignet, für wen nicht
Dieses Ladegerät ist vor allem für alle sinnvoll, die im Alltag oder auf Reisen zwei einfache Geräte gleichzeitig laden müssen: ein älteres Smartphone zusammen mit Kopfhörern, einem E-Book-Reader, einer Smartwatch, oder ein zweites Telefon für Begleitung. Seine universelle Eingangsspannung (100 bis 240V) und die einklappbaren Steckerstifte machen es zu einem glaubwürdigen Reisebegleiter, und das völlige Fehlen von Abstrichen zwischen den beiden Anschlüssen garantiert eine Ladung mit voller Leistung auf beiden Seiten, selbst gleichzeitig.
Weniger geeignet ist es für alle mit einem aktuellen Smartphone oder Tablet, das Schnellladung beherrscht: Die Grenze von 2,4A je Anschluss ignoriert USB Power Delivery, PPS oder Quick Charge vollständig, und der Geschwindigkeitsunterschied zu einem modernen USB-C-Ladegerät summiert sich über eine volle Ladung auf mehrere Dutzend Minuten. Es eignet sich auch nicht zum Laden eines Laptops, unabhängig von dessen Leistungsaufnahme, ebenso wenig für alle, die einen Kontrollbildschirm oder auch nur eine einfache Statusanzeige suchen, die an beiden Anschlüssen fehlen.
Als Ersatzladegerät, für den Nachttisch oder die Reisetasche, wo Geschwindigkeit weniger zählt als Zuverlässigkeit und universelle Kompatibilität, bleibt dieses Ladegerät eine vernünftige Wahl, sofern man seine altersbedingten Grenzen von vornherein akzeptiert.



