2688 Wh angegeben, real rund 2390 Wh nutzbar
Die LiFePO4-Chemie der Solarbank 3 E2700 Pro speichert insgesamt 2688 Wh. Doch zwischen dem, was in die Batterie hineinfließt, und dem, was wieder herauskommt, behalten der Wechselrichter und die Umwandlungselektronik einen realen Anteil ein.
| Messbedingung | Ergebnis |
|---|---|
| Ladung und Entladung getrennt angegeben (Herstellerangabe) | je 90,4 % |
| Kontinuierliche Entladung mit 400 W bis 10 % Restkapazität | 2127 Wh entnommen |
| Vollständiger Lade-Entlade-Zyklus, Ausgang 230 V AC | 82,1 % |
| Entladung mit nur 150 W | 71,6 % |
Die Herstellerangabe von 90,4 % bezieht sich auf Ladung und Entladung getrennt betrachtet, nicht auf einen vollständigen Lade-Entlade-Zyklus. Jede Umwandlung, also das Laden der Batterie und anschließend das Entladen, verursacht dabei einen eigenen Verlustanteil: Diese addieren sich über einen vollständigen Zyklus, was den Abstand zu den 82 bis 83 % im vollständigen Zyklus erklärt. Das ist kein Widerspruch, sondern zwei unterschiedliche Messgrößen.
Noch aussagekräftiger für den Balkoneinsatz: Bei nur 150 W Entladeleistung fällt der Wirkungsgrad auf 71,6 %. Das ist genau die typische Leistung eines leichten Haushaltsverbrauchs am Abend, die häufigste Situation für dieses Produkt. Die real nutzbare Kapazität liegt, über alle Bedingungen hinweg, bei rund 2390 Wh der angegebenen 2688 Wh, also etwa 89 %.
3600 W Solareingang, aber nicht für die Einzeleinheit
Mit ihren 4 MPPT-Reglern bietet die Solarbank 3 E2700 Pro den großzügigsten Solareingang der gesamten Anker-Solix-Reihe in diesem Format: genug, um mehrere unterschiedlich ausgerichtete Module ohne Ertragsverlust anzuschließen, ein echter Vorteil auf einem Balkon oder einer Fassade, die im Tagesverlauf ungleichmäßig besonnt wird.
Eine Nuance verdient es, vor dem Kauf bekannt zu sein: Die 3600 W Solareingang werden erst erreicht, sobald die Einheit mit mindestens einer Zusatzbatterie kombiniert wird. Allein liegt die Solarbank 3 E2700 Pro bei maximal 1800 W PV-Eingang. Das ist kein Mangel, sondern eine Architektur, die zur Erweiterbarkeit des Produkts passt, aber wer plant, vier Einsteiger-Module an die Einzeleinheit anzuschließen, muss seine Rechnung nach unten korrigieren.
Im Vergleich zur Vorgängergeneration ist der Fortschritt real: Die beste Variante der Solarbank 2 (die Pro-Version) war auf ihren eigenen 4 MPPT bei 2400 W begrenzt, während die aktuelle Version mit Erweiterung 3600 W verspricht. Noch eine Generation davor bot die allererste Solarbank nur einen einzigen MPPT-Regler und keinen integrierten Wechselrichter.
1200 W auf dem Papier, 800 W in der Praxis: die Nuance, die alles verändert
Der bidirektionale Mikrowechselrichter der Solarbank 3 E2700 Pro ist mit einer Hardwareleistung von 1200 W angegeben, eine Zahl, die bei mehreren Händlern sogar im Produkttitel auftaucht. Das ist korrekt, aber unvollständig: Diese Leistung ist nicht die, die im Alltag ins Hausnetz eingespeist wird.
800 W ist der Standardwert, der für diese Art Balkon-Solarkit gilt, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, wo diese vereinfachte Regelung im Rahmen des Solarpakets I längst bekannt ist. Die 1200 W sind eine verfügbare Hardwareleistung im Insel- bzw. Notstrombetrieb ohne Netz, oder in der App freischaltbar, ausdrücklich unter der Bedingung, dass die örtlichen Vorschriften eingehalten werden. Wer in Deutschland lebt, sollte diese Freischaltung nicht aktivieren, ohne vorher zu prüfen, ob die eigene Situation das zulässt: Das ist keine einfache Komfortoption zum Anklicken.
Eine zweite, noch weniger sichtbare Bedingung betrifft die Ladegeschwindigkeit: Sie sinkt bei kaltem Wetter deutlich. Unterhalb von 10 °C fällt die zulässige Ladeleistung auf einen Bruchteil des Maximums, und erst oberhalb von 22 °C wird sie vollständig erreicht. Ein im Winter nach Norden ausgerichteter Balkon lädt deshalb nie so schnell nach, wie es die Werbeaussage vermuten lässt.
Vier Generationen, neun Varianten: nicht die falsche Solarbank erwischen
Die Anker-Solix-Solarbank-Reihe ist seit ihrem Start rasch gewachsen, bis hin zu einem Punkt, an dem sie für unbedarfte Käufer schwer zu überblicken ist. Hier die wirklichen Unterschiede zwischen den Generationen.
| Generation | Markteinführung | Kapazität | Solar | Integrierter Wechselrichter |
|---|---|---|---|---|
| Solarbank (1) | Juni 2023 | 1600 Wh | 1 MPPT | Keiner, externe MI80-Box nötig |
| Solarbank 2 Plus | April 2024 | 1600 Wh | 2 MPPT, 1200 W | 800 W |
| Solarbank 2 Pro | April 2024 | 1600 Wh | 4 MPPT, 2400 W | 800 W |
| Solarbank 2 AC | April 2024 | 1600 Wh | 2 MPPT, 1200 W | 800 W, + 800 W Netzladung |
| Solarbank 3 E2700 Pro | April 2025 | 2688 Wh | 4 MPPT, 3600 W mit Erweiterung | 1200 W Hardware / 800 W standardmäßig |
| Solarbank 4 E5000 Pro | 2026 | 5024 Wh | 4 MPPT, 5000 W | 2500 W netzfern / 800 W Einspeisung |
Zwei konkrete Fallstricke sollte man kennen. Zunächst: Die allererste Solarbank, ohne Zusatzbezeichnung, hat keinen integrierten Wechselrichter: Ohne die separat verkaufte MI80-Box speichert sie nur, ohne jemals ins Netz einzuspeisen. Zweitens: Die zweite Generation gliedert sich in drei unterschiedliche Modelle, die denselben Reihennamen tragen, aber nicht dieselben Eigenschaften: Nur die AC-Version lädt aus dem Netz, nur die Pro-Version erreicht 4 MPPT. Vermischt ein Händler oder ein Vergleichsportal diese drei Varianten auf einer einzigen Produktseite, entsteht eine reale Verwirrung, die selbst auf spezialisierten Websites vorkommt.
Anker Intelligence: ein zentrales Argument, das seinen Preis hat
Das am stärksten beworbene Argument dieses Produkts ist seine KI, Anker Intelligence: Sie analysiert den Verbrauch des Haushalts, die Wetterprognose und die Marktpreise, um allein zu entscheiden, wann gespeichert, wann abgegeben und wie viel eingespeist wird.
Ein Punkt wird nicht mit derselben Klarheit kommuniziert: Ein separat verkaufter intelligenter Anker-Stromzähler ist nötig, um diese Funktion voll zu aktivieren. Ohne dieses Zubehör lässt sich die KI mangels des nötigen Zählers gar nicht vollständig nutzen, und die Steuerung bleibt dann auf den manuellen Modus beschränkt.
Zum tatsächlichen Nutzen dieser KI wurde bislang keine unabhängige und belastbare Messung gefunden, weder bei Anker noch bei der Konkurrenz. Das ist ein blinder Fleck der gesamten Branche und keine Schwäche, die nur dieses Produkt betrifft: Das sollte man wissen, statt sich auf einen nicht überprüfbaren Ersparnisprozentsatz zu verlassen.
Auch die App selbst hat wiederkehrende Schwachstellen: unzuverlässige Produktionsprognosen, ein weiterhin als „Beta“ geführter Status, und das Fehlen einer manuell einstellbaren AC-Leistungsgrenze für alle, die lieber selbst die Kontrolle behalten, statt die Entscheidung der KI zu überlassen.
Ein nützlicher Kontextpunkt: Anker ist auf diesem Feld nicht allein. Zendure bietet auf einem Teil seiner Reihe eine eigene KI („ZENKI“) an, und auch der EcoFlow Stream Ultra X integriert eine automatisierte Steuerung nach Tarifen und Wetter. Der Unterschied liegt weniger im Vorhandensein einer KI als in ihrem Ansatz: individualisiertes Lernen der Haushaltsgewohnheiten bei Anker, gegenüber allgemeineren Markt- und Wetterregeln bei einem Teil der Konkurrenz.
2688 Wh Basis, bis zu 16 kWh mit Erweiterung
Die Basiskapazität von 2688 Wh deckt einen guten Teil des Abendverbrauchs eines gewöhnlichen Haushalts ab. Wer größer denken will, kann bis zu fünf Zusatzbatterien vom Typ BP2700 hinzufügen, was das Gesamtsystem auf etwas mehr als 16 kWh bringt.
Eine Einstellung verdient es, bekannt zu sein: Die minimale Batteriereserve, in der App auf 5 % oder 10 % einstellbar, übernimmt in der Praxis die Funktion der Entladetiefe. Der Hersteller veröffentlicht keinen eigenständigen DoD-Wert als Eigenschaft, diese Einstellung tritt an dessen Stelle.
Wichtig für alle, die eine Erweiterung erwägen: Jede zusätzliche BP2700-Batterie ist ein eigenständiger Kauf, in etwa derselben Preisklasse wie die Haupteinheit. Der Sprung von 2688 Wh auf 16 kWh bedeutet also ein Budget im Bereich mehrerer Tausend Euro, das man dem eigenen tatsächlichen Verbrauch gegenüberstellen sollte, bevor man sich von der auf dem Datenblatt gezeigten Maximalzahl verführen lässt.
Installation einfach, doch Formalitäten in Frankreich noch unklar
Die Montage selbst bleibt Plug-and-Play: die Module mit dem Mikrowechselrichter verbinden, das Gehäuse aufstellen, den Vorgang in der App abschließen. Für einen klassischen Balkoneinsatz ist innerhalb der oben beschriebenen Standard-Leistungsgrenzen kein Elektriker nötig.
Weniger eindeutig ist die Frage der Formalitäten. Die folgenden Angaben beziehen sich ausdrücklich auf Frankreich, wo dieses Kit ebenfalls verkauft wird; für den deutschen Markt gilt ein eigener Rechtsrahmen, der hier nicht behandelt wird. Für ein Balkon-Solarkit ohne Speicher ist in Frankreich unterhalb von 800 Wp aktuell keine Anmeldung nötig. Für ein Kit MIT Speicherbatterie wie diesem ist die Lage weniger klar umrissen: Möglicherweise ist eine gesonderte Consuel-Bescheinigung nötig, sobald der Anlage ein Speicher hinzugefügt wird, mit einer möglichen Ausnahme für zertifiziertes Plug-and-Play-Material nach der Norm NF EN 50549-1-4, wobei diese genaue Zertifizierung für dieses Modell zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt ist.
Geräuschentwicklung umstritten, noch wenig Erfahrung zur Zuverlässigkeit
Beim Geräuschverhalten widersprechen sich zwei Beschreibungen deutlich. Die eine nennt ein gelegentliches leises Brummen, im Außeneinsatz nicht störend. Die andere nennt einen deutlich höheren Geräuschpegel als bei der Konkurrenz, mit einem hörbaren Relaisklicken bei der Aktivierung. Für diesen Unterschied wurde keine Erklärung gefunden: Statt sich für eine Seite zu entscheiden, ist festzuhalten, dass das Thema uneinheitlich beurteilt wird.
Der Standby-Verbrauch liegt bei 9,5 W und damit spürbar über dem eines Teils der direkten Konkurrenz. Eine zweite Messung zur Bestätigung dieser Zahl fehlt bislang.
Zur Zuverlässigkeit gibt es bislang keine große Menge an Erfahrungswerten aus der Praxis: Das Produkt kam im April 2025 auf den Markt, ein zu kurzer Zeitraum für eine verlässliche Tendenz. Zwei Einzelfälle sind bekannt: Bei einem Gerät setzte der Solareingang nach einem Stromausfall nach rund zwei Monaten Nutzung aus; bei einem anderen fiel die Leistung nach drei Wochen ungewöhnlich niedrig aus, wobei nicht geklärt ist, ob Verschattung oder ein Software-Update die Ursache war. Zwei vereinzelte, nicht querverifizierte Fälle ergeben keine Tendenz, verdienen aber der Transparenz halber eine Erwähnung.
Die Herstellergarantie, laut offizieller Dokumentation bestätigt, läuft über zehn Jahre. Ein Begriff, den man nicht verwechseln sollte: Anker unterscheidet diese vertragliche Garantie ausdrücklich von einer geschätzten Lebensdauer von fünfzehn Jahren, einer schmeichelhafteren Zahl, die aber nicht denselben Verbindlichkeitswert hat.
Im Vergleich zum EcoFlow Stream Ultra X und zum Zendure-Ökosystem
In diesem noch jungen Segment tauchen im Vergleich immer wieder dieselben zwei Namen auf.
| Kriterium | Solarbank 3 E2700 Pro | EcoFlow Stream Ultra X |
|---|---|---|
| Basiskapazität | 2688 Wh | 3840 Wh |
| Erweiterbar | ≈ 16 kWh | ≈ 23 kWh |
| Wechselrichter | 1200 W / standardmäßig 800 W | 2300 W kontinuierlich |
| MPPT / Solareingang | 4 MPPT, 3600 W | 4 MPPT, 2000 W |
| Intelligente Steuerung | Anker Intelligence | Integrierte Tarif-/Wettersteuerung |
| Zyklen / Garantie | 6000 / 10 Jahre | 6000 / 10 Jahre |
| Preis | ≈ 1199 € | ≈ 1299 bis 1499 € |
Der EcoFlow Stream Ultra X zielt bei Kapazität und Erweiterbarkeit höher, mit einem im Dauerbetrieb stärkeren Wechselrichter, allerdings zu einem höheren Einstiegspreis. Auch er bringt eine automatisierte Steuerung nach Tarifen und Wetter mit, ist also keine Wahl „ohne Intelligenz“ gegenüber der Solarbank 3. Zendure wiederum bietet auf einem Teil seiner SolarFlow-Reihe eine eigene KI (ZENKI) an, ein modulares Ökosystem, das stärker auf den Einstiegspreis setzt als auf die Integration in einem einzigen Gehäuse.
Für einen maximalen Solareingang und eine bereits großzügige Erweiterbarkeit bei begrenztem Budget bleibt die Solarbank 3 E2700 Pro gut positioniert. Wer von Anfang an eine größere Basiskapazität anstrebt, für den hat der EcoFlow die Nase vorn, allerdings zum Preis einer höheren Anfangsinvestition.
Für wen sie geeignet ist, für wen nicht
Sie eignet sich für alle, die bereits Solarmodule auf dem Balkon oder an der Fassade besitzen und aufhören wollen, tagsüber nicht verbrauchte Energie zu verlieren, mit einer echten Erweiterungsreserve, um später größer zu denken, und für alle, die eine KI-gestützte Steuerung akzeptieren, statt vollständige manuelle Kontrolle zu verlangen.
Sie eignet sich nicht für alle, die vollständige Unabhängigkeit von einer App und einer Internetverbindung suchen, ebenso wenig für alle, die mit den auf dem Datenblatt angegebenen 1200 W als tägliche Einspeiseleistung rechnen, ohne vorher zu prüfen, was die eigene Situation tatsächlich erlaubt.


