Was das SP001 wirklich ist: ein USB-Ladegerät, kein 12-V-Batterieerhalter
Auf dem Papier wurde das Allpowers SP001 21W lange als kleines Modul beworben, das eine 12-V-Batterie im Auto, Motorrad oder Wohnmobil über Klemmen oder einen Zigarettenanzünder erhalten kann. Das ist nicht, was dieses Produkt tut. Die offizielle Dokumentation des Herstellers, auf seinen amerikanischen, britischen und deutschen Shops, beschreibt ein Modul mit nur zwei Anschlüssen: einem USB-A-Anschluss und einem USB-C-Anschluss, beide fähig, mehrere Spannungsstufen auszuhandeln (5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A). Kein separater DC-Stecker erscheint auf den Produktfotos oder in der Dokumentation.
Die Spannungsstufe „12 V" in diesem Schnellladeprofil erklärt höchstwahrscheinlich die Verwechslung: Ein Anschluss, der auf 12 V hochgeht, um das Laden eines Telefons zu beschleunigen, hat nichts mit einem DC-12V-Ausgang zu tun, der eine Fahrzeugbatterie erhalten soll. Das ist eine technische Nuance, die leicht übersehen wird und die lange Zeit auch in den auf dieser Seite veröffentlichten Merkmalen falsch wiedergegeben wurde.
Konkret lädt das SP001 direkt ein Telefon, ein Tablet oder eine Powerbank in der Sonne. Es ersetzt weder ein Ladegerät für Fahrzeugbatterien noch eine Steckdose für einen intensiven Alltagsgebrauch: Es ist ein mobiles Zusatzzubehör, gedacht, damit einem fernab einer Steckdose nie der Akku ausgeht.
SP001 gegen SP002: eine Namensverwechslung, die Allpowers selbst nährt
Der Name „SP001" gehört zu einer Allpowers-Reihe, in der zwei sehr ähnliche Referenzen nebeneinander bestehen. Das hier beschriebene SP001 ist ein reines Modul, ganz ohne Akku, mit seinen zwei USB-Anschlüssen als einziger Konnektivität. Das parallel verkaufte SP002 integriert einen Akku mit 10.000 mAh und bietet eine andere Anschlussausstattung, für eine hybride Funktion als Solar-Powerbank.
| Merkmal | SP001 (dieses Produkt) | SP002 |
|---|---|---|
| Integrierter Akku | Keiner | 10.000 mAh |
| Angegebenes Gewicht | 610 g | Etwa 800 g |
| Gefaltetes Format | 220 x 208 x 20 mm | Etwa 305 x 180 x 20 mm |
| Angegebene Wasserdichtigkeit | IP67 (Stoff) | IPX4 |
Diese Namensnähe schafft eine echte kommerzielle Verwechslung: Manche als SP001 dargestellten Angebote übernehmen fälschlicherweise Argumente, die eigentlich zum SP002 gehören (Powerbank-Funktion, mehrere USB-Eingänge), was einen Käufer glauben lassen kann, er erhalte einen integrierten Akku, obwohl das nicht der Fall ist. Vor einem Kauf bleibt die Prüfung, dass das eingesehene Angebot keinen Hinweis auf „integrierten Akku" oder „Powerbank" enthält, der einfachste Weg, um sicherzustellen, dass es sich wirklich um das in diesem Beitrag beschriebene reine Modul handelt.
21 W angegeben: was sich in der Sonne realistisch erwarten lässt
Allpowers gibt für das SP001 einen Zellwirkungsgrad von 22 bis 25 % an, ein monokristalliner Wert im oberen Bereich seiner Kategorie. Für dieses genaue Modell liegt bislang keine unabhängige Messung vor: weder ein Laborprotokoll noch ein veröffentlichter Messwert zu diesem Modul.
Bei faltbaren Modulen vergleichbarer Nennleistung (rund 20 W) bleibt die reale Produktion bei voller Sonne meist deutlich unter dem Nennwert und sinkt stark, sobald der Himmel bedeckt ist oder die Ausrichtung vom Idealwert abweicht. Der physikalische Mechanismus bleibt markenunabhängig derselbe: Eine kleine Zellfläche lässt kaum Spielraum, sobald die Bedingungen nicht optimal sind.
In der Praxis verhält sich dieses Modul also wie fast alle kleinen USB-Module seiner Klasse: eine langsame und schwankende Ladung, nützlich als Zusatzladung über mehrere Sonnenstunden, aber kein Ersatz für eine Steckdose, wenn es um schnelles Laden eines Geräts geht.
Zwei Anschlüsse mit 18 W: der großzügigste Plafond seiner Kategorie
Das SP001 bietet zwei Ausgangsanschlüsse, einen USB-A- und einen USB-C-Anschluss, beide laut offizieller Herstellerdokumentation mit maximal 18 W angegeben (Stufen 5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A). Bezogen auf die nominalen 21 W des Moduls entspricht dieser Plafond 86 % der angegebenen Leistung.
Das ist das beste Verhältnis in diesem gesamten Vergleich mobiler Solarmodule mit USB-Ausgang, die bereits auf dieser Seite besprochen wurden. Umgekehrt begrenzen mehrere leistungsstärkere Module (SolarSaga 40W Mini, EcoFlow 45W und 60W) ihren einzigen oder besten Anschluss auf einen deutlich niedrigeren Anteil, eine Lücke, die bei voller Sonne zum eigentlichen limitierenden Faktor werden kann.
Die Kehrseite dieser guten Nachricht: Das SP001 bietet weder einen DC-Ausgang noch einen MC4-Stecker. Es kann nicht direkt an eine Energiestation angeschlossen werden, anders als zum Beispiel das SolarSaga 40W Mini mit seinem DC8020-Stecker. Diese Wahl ergibt bei einem Modul dieser Leistung Sinn, das fast nie zur Versorgung einer Station genutzt wird, schließt diesen Einsatz jedoch endgültig aus.
Ein weiterer Punkt zur Vorsicht: Manche Angebote zum SP001 geben einen anderen Plafond an, begrenzt auf 15 W (5V/3A) ohne die höheren Stufen, während die von der Marke selbst hervorgehobene Dokumentation Stufen bis 12V/1,5A nennt. Diese fehlende Einheitlichkeit in der Vermarktungsdokumentation sollte im Hinterkopf bleiben, bevor man unter allen Umständen auf 18 W setzt.
610 g und 2 cm gefaltet: das kompakteste Format seiner Kategorie
Auf der Waage zeigt das Allpowers SP001 610 g, das geringste Gewicht aller auf dieser Seite bereits verglichenen mobilen Solarmodule mit USB-Ausgang. Gefaltet in drei Segmente misst es 220 x 208 x 20 mm, ein Format, das mit nur 2 cm Dicke in eine Handfläche passt.
Der Unterschied ist nicht nur eine Frage der Gramm: Mit 20 mm Dicke im gefalteten Zustand ist das SP001 auch das dünnste in dieser gleichen Liste, vor den 35 mm des BigBlue 28W und weit vor den 70 mm des Bluetti PV60. Für den Einsatz zu Fuß (Wandern, leichtes Reisen) macht diese Kombination aus Gewicht und Dicke es zu einem ernsthaften Kandidaten, sobald es um minimales Packmaß geht, selbst auf Kosten der verfügbaren Leistung.
Der Stoff verfügt über eingearbeitete Aussparungen zwischen den Segmenten, sichtbar sobald das Modul entfaltet ist, die als Tragegriffe dienen. Keine integrierte Stütze erscheint in der Produktdokumentation: Es liegt flach auf oder lehnt sich an eine vor Ort gefundene Unterlage, anstatt von selbst zu stehen.
IP67 auf dem Papier, ein ehrlicher Vorbehalt beim Gehäuse
Der Stoff des SP001 wird von der offiziellen Herstellerdokumentation mit IP67 angegeben, ein Niveau, das theoretisch ein kurzes Untertauchen erlaubt. Doch dieselbe Dokumentation stellt klar, dass das Gehäuse, das die beiden USB-Anschlüsse bündelt, nicht auf Wasserdichtigkeit ausgelegt ist: Bei Regen auf dieses Gehäuse wird empfohlen, es vollständig trocknen zu lassen, bevor man es wieder anschließt.
Der angegebene Betriebsbereich reicht von -20 °C bis 60 °C, eine breite Spanne, die sowohl einen winterlichen Einsatz im Gebirge als auch einen Sommertag in praller Sonne auf dem schwarzen Stoff der Zellen abdeckt.
In diesem Punkt liegt das SP001 im Mittelfeld des Segments: Sein angegebenes IP67 übertrifft die IP44 und IP65 mehrerer weiter unten verglichener direkter Konkurrenten, doch der ausdrückliche Vorbehalt des Herstellers zum Anschlussgehäuse relativiert diesen Wert. Für dieses genaue Modell liegt keine unabhängige Rückmeldung zur Haltbarkeit der Scharniere nach längerem Gebrauch vor, ein Vertrauensvorbehalt, den man im Hinterkopf behalten sollte, statt ihn als erwiesenen Mangel zu werten.
Im Vergleich zu anderen kleinen USB-Solarmodulen
Im Vergleich zu den anderen kleinen mobilen Solarmodulen mit USB-Ausgang, die bereits auf dieser Seite besprochen wurden, nimmt das SP001 eine besondere Position ein: das leichteste und leistungsschwächste der Gruppe, mit dem besten Plafond-Verhältnis, aber ohne jeden Ausgang zu einer Station.
| Kriterium | Allpowers SP001 | BigBlue 28W | SolarSaga 40W Mini | EcoFlow 45W |
|---|---|---|---|---|
| Nennleistung | 21 W | 28 W | 40 W | 45 W |
| Angegebenes Gewicht | 610 g | 680 g | 1,18 kg | 1,4 kg |
| Bester Anschluss / Nennleistung | 86 % | 54 % | 38 % | 33 % |
| Ausgang zu einer Station | Keiner | Keiner | DC8020 | DC5521 |
| Garantie | 1 Jahr | 2 Jahre | 5 Jahre (3+2) | 1 Jahr |
| Note best-batteries.com | 3,8 | 3,7 | 4,0 | 4,0 |
Das BigBlue 28W bleibt beim Gewicht sehr nah dran, mit einer längeren Garantie (2 Jahre) und einem ordentlichen Anschluss-Verhältnis (54 %), aber einer realen Leistung deutlich unter der Angabe, wie sein eigener Beitrag auf dieser Seite im Detail zeigt. Das SolarSaga 40W Mini und das EcoFlow 45W bieten beide mehr Nennleistung und, beim ersten, einen echten Ausgang zu einer Station sowie eine deutlich längere Garantie, auf Kosten eines zwei- bis mehr als zweifach höheren Gewichts. Gegenüber diesen drei Referenzen hebt sich das SP001 durch einen bewussten Kompromiss ab: das kleinstmögliche Format, auf Kosten einer sehr begrenzten verfügbaren Leistung und ganz ohne Anbindung an eine Energiestation.
Ein Jahr Garantie, Einstiegspreis: für wen sich dieses Modul eignet
Die Garantie des SP001 deckt nur ein Jahr ab, die kürzeste Dauer in diesem gesamten Vergleich neben dem EcoFlow 45W. Dieses Modell zeigt kein besonderes Zuverlässigkeitsproblem, doch die geringe verfügbare unabhängige Abdeckung zu diesem Einstiegsprodukt bleibt für sich genommen ein Vertrauensvorbehalt, den man im Hinterkopf behalten sollte, statt ihn als abschließendes Urteil zu werten.
In Deutschland liegt das SP001 bei rund 50 €, ein bescheidener Betrag, der es dennoch zum günstigsten dieses Vergleichs macht, deutlich vor dem BigBlue 28W (rund 70 €), dem SolarSaga 40W Mini (rund 109 €) und dem EcoFlow 45W (rund 79 €).
Das SP001 richtet sich an alle, die das kleinstmögliche und leichteste solare Zusatzladegerät suchen, um beim Wandern, Reisen oder auf einem Festival nie mit leerem Akku auf Telefon oder Tablet dazustehen, ohne dass etwas anderes versorgt werden muss. Wer dagegen bereits eine Energiestation besitzt, sollte eher zu einem Modul mit echtem DC- oder MC4-Ausgang greifen, und wer eine schnelle, zuverlässige tägliche Ladung braucht, sollte sich einem gewöhnlichen Netzladegerät zuwenden. Das SP001 bleibt vor allem ein unauffälliges Notfallzubehör, das man in eine Tasche steckt und vergisst, bis es eines Tages wirklich aus der Patsche hilft.




