Allpowers R600: unsere ausführliche Einschätzung

Für 269 € verspricht die R600 299 Wh, 600 W und eine volle Ladung in einer Stunde mit integriertem Induktionsladegerät, eine für diesen Preis seltene Ausstattung. Doch die tatsächlich abgegebene Kapazität fällt auf rund 250 Wh, und ein anormaler Ladungsverlust im Ruhezustand betrifft manche Exemplare, ohne dass ein defektes Bauteil das Phänomen erklärt. Die 5-Jahre-Garantie wiederum gilt nicht automatisch.

Unsere Note
3,6/5
Kapazität und Wirkungsgrad: 3,4 von 5 (Gewichtung 25 %)Kapazität3,4Leistung: 3,7 von 5 (Gewichtung 25 %)Leistung3,7Aufladung: 3,6 von 5 (Gewichtung 15 %)Laden3,6Anschlüsse und Steuerung: 3,9 von 5 (Gewichtung 15 %)Anschlüsse3,9Verarbeitung und Ausdauer: 3,3 von 5 (Gewichtung 12 %)Verarbeitung3,3
Tragbare Powerstation Allpowers R600 auf dem Boden, LCD-Display zeigt den Ladezustand an

Das Wichtigste

Die Allpowers R600 spielt eine klare Karte: eine vollständige Ausstattung (Induktionsladegerät, zwei Steckdosen, USB-C mit 100 W, Wechselrichterfunktion) zu einem Preis unter den meisten ihrer direkten Konkurrentinnen. Der reine Sinus-Wechselrichter arbeitet sauber, und die Notstromumschaltung funktioniert wie angegeben. Zwei Vorbehalte wiegen jedoch schwer: Die tatsächlich abgegebene Kapazität liegt bei rund 250 Wh statt der angegebenen 299 Wh, und ein anormaler Ladungsverlust im Ruhezustand betrifft manche Exemplare, ohne dass ein Bauteildefekt dies erklärt. Die als Verkaufsargument herausgestellte 5-Jahre-Garantie gilt nur nach Online-Registrierung, die Basis ohne weiteres Zutun liegt bei 24 Monaten. Eine gute Ausstattung für ein knappes Budget, sofern man diese Vorbehalte akzeptiert, statt sie erst nach dem Kauf zu entdecken.

Stärken

  • Sehr umfangreiche Ausstattung für den Preis: integriertes Induktionsladegerät, 2 Steckdosen, USB-C mit 100 W, USB-A, 12-V-Ausgang
  • Reiner Sinus-Wechselrichter bestätigt sauber, nahe an den idealen Werten für Spannung und Frequenz
  • Wechselrichterfunktion (USV) mit Notstromumschaltung unter 10 ms
  • Vollladung in etwas mehr als einer Stunde für den größten Teil der Ladung
  • LiFePO4-Akku angegeben für 3500 Zyklen bis 80 %, Chemie und interne Komponenten von angemessener Qualität
  • Einer der niedrigsten Preise ihrer Kategorie bei vergleichbarer Ausstattung

Schwächen

  • Tatsächlich abgegebene Kapazität von rund 250 Wh, also etwa 84 % der angegebenen 299 Wh
  • Anormaler Ladungsverlust im Ruhezustand bei manchen Exemplaren, ohne identifizierbare Hardware-Ursache
  • 5-Jahre-Garantie an eine Online-Registrierung geknüpft, die Basis ohne Registrierung beträgt nur 24 Monate
  • Lauter Lüfter, der bereits beim Anschluss ans Stromnetz anspringt, auch ohne laufenden Ladevorgang, keine dB-Messung auf dem Markt verfügbar
  • Deutliche Abweichung zwischen dem angegebenen Gewicht (5,6 kg) und dem tatsächlich gemessenen Gewicht (bis zu 7,3 kg), Ursache nicht ermittelt
  • Bluetooth-App gilt als wenig ausgereift
Allpowers R600: Datenblatt und Preis ansehen →

Auf dem Papier: eine seltene Ausstattung zu diesem Preis

Mit 299 Wh LiFePO4-Kapazität, einer Ausgangsleistung von 600 W (1200 W Spitze) und einem angegebenen Preis von 269 € positioniert sich die Allpowers R600 von Anfang an über das Verhältnis von Ausstattung zu Preis. Sie vereint zwei Steckdosen, zwei USB-C-Anschlüsse, davon einer mit 100 W, zwei USB-A-Anschlüsse, einen 12-V-Ausgang und vor allem ein integriertes Induktionsladegerät auf der Oberseite, eine Ausstattung, die nur wenige Konkurrentinnen zu diesem Preis bieten. Die Netzladung wird mit einer Stunde für eine vollständige Ladung angegeben, und die Station akzeptiert auch Solarstrom über einen MPPT-Regler (220 W maximal, XT60-Anschluss).

299 Wh
angegebene LiFePO4-Kapazität (3500 Zyklen bis 80 %)
600 W
Dauerleistung (1200 W Spitze)
269
festgestellter Preis zum offiziellen Tarif

Reale Kapazität: rund 250 Wh, nicht 299 Wh

Die tatsächlich abgegebene Kapazität liegt bei rund 250 bis 252 Wh, also etwa 84 % der angegebenen 299 Wh. Das ist ein stabiler Wert und kein Einzelfall. Die Abweichung schwankt stark je nach genutztem Ausgang: Über USB-C steigt die Abgabe auf 97-98 % des Nennwerts, während sie an der Steckdose bei geringer Leistung auf etwa 75 % fällt. Dieses Verhalten erklärt sich durch einen einfachen physikalischen Mechanismus: Der Wechselrichter verbraucht für seinen Betrieb eine annähernd feste Leistung, die bei geringer Last proportional stärker ins Gewicht fällt. Konkret gibt die R600 bei kurzen, hohen Lasten einen größeren Anteil ihrer Kapazität ab als bei länger anhaltender Nutzung mit geringer Leistung.

Der gravierendste Punkt: ein anormaler Ladungsverlust im Ruhezustand

Ein anormaler Ladungsverlust im Ruhezustand betrifft manche Exemplare: Der Akku kann sich in etwas mehr als einem Tag entleeren, selbst wenn nichts angeschlossen ist, sobald der Steckdosenausgang aktiviert bleibt. Dieser Defekt betrifft mehrere unterschiedliche Exemplare, was die Annahme eines einzelnen Einzelfalls ausschließt. Ein nicht funktionierender Ladeanschluss, ein eigenständiges Problem, betrifft zudem ein weiteres Exemplar.

Im Inneren verwendet die R600 LiFePO4-Zellen im Format 32700 in einer 8S2P-Konfiguration, ein Batteriemanagementsystem (BMS) und ein Wechselrichtermodul mit Komponenten von angemessener Qualität, ohne erkennbaren Konstruktions- oder Montagefehler. Diese interne Fertigungsqualität deutet im Vergleich zum beobachteten Ladungsverlust eher auf ein Kalibrierungs- oder Software-Einstellungsproblem des BMS hin als auf ein defektes Bauteil. Ein Update oder eine Anpassung könnten diesen Punkt theoretisch beheben, doch bislang wurde keine derartige Korrektur bestätigt.

Die Ladung in einer Stunde: für den Großteil zutreffend, nicht für die gesamte Ladung

Das Versprechen einer vollen Ladung in einer Stunde bestätigt sich für den größten Teil des Ladevorgangs, getragen von einer gemessenen Eingangsleistung zwischen 200 und 300 W. Die letzten Prozente verlangsamen sich deutlich, die Eingangsleistung fällt gegen Ende der Ladung auf etwa 50 W, was rund 30 zusätzliche Minuten bis 100 % bedeutet, statt genau zur angegebenen Stunde zu enden: ein Verhalten, das alle Lithiumbatterien am Ende einer Ladung zeigen, kein spezifischer Mangel der R600. Ein weiterer Punkt verdient Beachtung: Die R600 verbraucht weiterhin etwa 13 W dauerhaft, wenn sie am Stromnetz angeschlossen bleibt, ohne zu laden, ein Standby-Verbrauch, der nicht bei null liegt.

Solarladung: die 220-W-Obergrenze bleibt ungeprüft

Der Solarladeanschluss (XT60, 12 bis 60 V, 8,8 A, maximal 220 W) entspricht nachweislich den angegebenen Eigenschaften. Bei Solarpanels mit 100 W oder weniger bleibt die tatsächlich eingefangene Leistung stark von der Sonneneinstrahlung abhängig, zwischen 50 und 70 W je nach Wetterlage, ein Ergebnis, das eher mit der Leistung dieser Panels zusammenhängt als mit einer eigenen Grenze der Station. Nichts belegt hingegen, dass die R600 mit einem Panel nahe dieser Obergrenze tatsächlich die angegebenen 220 W erreicht.

Der Lüfter: der beständigste Reibungspunkt

Der Lüfter erweist sich als der am häufigsten genannte Reibungspunkt. Er arbeitet im Alles-oder-Nichts-Modus statt mit stufenloser Regelung, was ihn ab seiner Aktivierung besonders hörbar macht. Er springt bereits beim Anschluss ans Stromnetz an, auch ohne laufenden Ladevorgang, mit einem beobachteten Zyklus von etwa 4 Minuten Stille zu 2,5 Minuten Betrieb bei einer Last von 50 W. Bei reiner USB-Nutzung springt er dagegen nicht an. Bis heute existiert keine bezifferte Dezibel-Messung für dieses Produkt, trotz eines klaren qualitativen Konsenses darüber, dass er hörbar ist: Das ist eine echte Datenlücke auf diesem Markt, keine Zahl, die an seiner Stelle geschätzt werden sollte.

Die 5-Jahre-Garantie: eine Zahl, die Präzisierung verdient

Die 5-Jahre-Garantie, die in der Kommunikation des Herstellers herausgestellt wird, gilt nicht automatisch ab dem Kauf. Die offizielle Herstellerdokumentation ordnet die R600 in eine verlängerbare Garantiekategorie ein, mit einer Basis von 24 Monaten ohne weiteres Zutun, die sich auf 60 Monate verlängert, sofern das Produkt über die offizielle Website registriert wird, gerechnet ab dem Datum des Erhalts. Die Garantie deckt zudem nur Käufe ab, die über den offiziellen Vertriebsweg getätigt wurden.

Eine Gewichtsabweichung, die über eine reine Verpackungsdifferenz hinausgeht

Das angegebene Gewicht beträgt 5,6 kg. Die Produktseiten der Händler zeigen eher 5,8 kg, eine geringfügige Abweichung, die sich durch Rundung erklären lässt. Das tatsächlich gemessene Gewicht steigt jedoch deutlich höher, auf rund 7,3 kg, also eine Abweichung von über 30 % gegenüber dem angegebenen Wert. Diese Abweichung geht weit über das hinaus, was ein Unterschied bei Verpackung oder Tara erklären könnte, ohne dass hier eine genaue Ursache festgestellt werden konnte.

Anschlüsse und App: eine echte Stärke, eine App mit Nachholbedarf

Die Anschlussvielfalt bleibt der ausgereifteste Punkt der R600: zwei Steckdosen, zwei USB-C-Anschlüsse, davon einer mit 100 W (im realen Einsatz gelieferte Leistung nahe am angegebenen Wert), zwei USB-A-Anschlüsse, ein 12-V-Ausgang und ein integriertes Induktionsladegerät decken für dieses kompakte Format ein breites Spektrum ab. Die Bluetooth-Steuerungs-App gilt dagegen als wenig ausgereift und in ihrer Ergonomie verbesserungswürdig, ein Punkt, der immer wiederkehrt. Die Station verfügt nur über Bluetooth, ohne WLAN, was die Fernsteuerung außerhalb der Reichweite einschränkt.

Der real festgestellte Preis

Der festgestellte offizielle Preis liegt bei 269 €, gegenüber einem durchgestrichenen Preis von 319 €. Leicht niedrigere Preise, um 248 €, finden sich bei anderen Händlern. Punktuelle, deutlich günstigere Aktionen gibt es gelegentlich auf anderen Vertriebswegen, doch sie spiegeln nicht den normalerweise verlangten Preis wider. Das Produkt bleibt ohne direkten Nachfolger im Herstellerkatalog.

Für wen sie geeignet ist, für wen nicht

Sie eignet sich für alle, die eine gut ausgestattete erste Energiestation für ein knappes Budget suchen, für Camping, gelegentliches Homeoffice oder einen einfachen USV-Schutz, und die bereit sind, mit einer realen Kapazität näher an 250 Wh als an 299 Wh zu leben.

Sie eignet sich nicht für alle, die für einen kritischen Notfalleinsatz (CPAP jede Nacht, medizinische Geräte) absolute Zuverlässigkeit benötigen, angesichts des bei manchen Exemplaren auftretenden Ladungsverlusts im Ruhezustand, ebenso wenig für alle, die einen geräuschlosen Betrieb suchen.

In einem Satz: eine vollständige Ausstattung zum kleinen Preis, sofern man eine geringere reale Kapazität als angegeben und einen möglichen Ladungsverlust im Ruhezustand bei manchen Exemplaren akzeptiert.

Das Produkt und seine Alternativen

Allpowers R600

Allpowers R600

236.99€ (7)

Günstig und mit 5 Jahren Garantie bietet die Allpowers R600 299 Wh, 600 W und eine Aufladung in einer Stunde, sogar mit integriertem Wireless-Charger.

Produkt ansehen

Häufige Fragen

Rund 250 bis 252 Wh abrufbar, gegenüber den angegebenen 299 Wh, also etwa 84 % des Nennwerts. Der abgegebene Anteil variiert je nach genutztem Ausgang, höher über USB-C als an der Steckdose bei geringer Leistung.

Ein anormaler Ladungsverlust im Ruhezustand betrifft manche Exemplare, ohne intern erkennbaren Bauteildefekt. Das deutet eher auf ein Problem der Software-Kalibrierung als auf ein defektes Bauteil hin, doch bislang existiert keine bestätigte Korrektur.

Nicht automatisch. Die Basis ohne weiteres Zutun beträgt 24 Monate; die Verlängerung auf 60 Monate erfordert eine Registrierung des Produkts auf der offiziellen Website des Herstellers und gilt nur für Käufe über den offiziellen Vertriebsweg.

Er gilt als der am häufigsten genannte Reibungspunkt und schaltet sich bereits beim Anschluss ans Stromnetz im Alles-oder-Nichts-Modus ein. Bis heute ist keine bezifferte Dezibel-Messung verfügbar.

Der festgestellte offizielle Preis liegt bei 269 €, gegenüber einem durchgestrichenen Preis von 319 €. Leicht niedrigere Preise finden sich gelegentlich bei anderen Händlern.

Die Note im Detail

Unsere Note
3,6/5
Kapazität und Wirkungsgrad 3,4
Leistung 3,7
Aufladung 3,6
Anschlüsse und Steuerung 3,9
Verarbeitung und Ausdauer 3,3
Geräusch nicht gemessen
Allpowers R600: Datenblatt und Preis ansehen →