Zendure Ace 1500: unsere ausführliche Einschätzung

Der Zendure Ace 1500 ist keine gewöhnliche Powerstation, sondern ein Energie-Hub, der ohne Batterie verkauft wird und mit zusätzlichen AB1000- oder AB2000-Paketen kombiniert werden muss. Einmal eingerichtet, übernimmt er eine echte automatische USV-Funktion bei Stromausfall. Mehrere Punkte verdienen jedoch vor dem Kauf eine genauere Erklärung: Seine tatsächliche Leistung hängt direkt von der Anzahl angeschlossener Batterien ab, sein On-Grid-Modus speist nichts ins Hausnetz ein, und sein IP31-Gehäuse beschränkt ihn auf den geschützten Einsatz.

Unsere Note
3,4/5
Kapazität und Wirkungsgrad: 3,7 von 5 (Gewichtung 25 %)Kapazität3,7Leistung: 3,4 von 5 (Gewichtung 25 %)Leistung3,4Aufladung: 3,2 von 5 (Gewichtung 15 %)Laden3,2Anschlüsse und Steuerung: 3,6 von 5 (Gewichtung 15 %)Anschlüsse3,6Verarbeitung und Ausdauer: 3,0 von 5 (Gewichtung 12 %)Verarbeitung3,0
Tragbarer Energie-Hub Zendure Ace 1500, Display und Anschlüsse sichtbar

Das Wichtigste

Der Zendure Ace 1500 ist keine klassische Powerstation, sondern ein Energie-Hub ohne Batterie, der mit AB1000- oder AB2000-Paketen kombiniert werden muss, um eine echte Laufzeit zu erreichen. Einmal eingerichtet, funktioniert seine automatische USV-Funktion gut, mit einer Umschaltzeit von rund 20 ms, und seine Modularität erlaubt es, die Kapazität je nach Budget schrittweise zu erweitern. Mehrere Punkte verdienen jedoch vor dem Kauf eine genauere Erklärung: Der On-Grid-Modus speist nichts ins Hausnetz ein, die kontinuierliche Leistung von 1500 W setzt mindestens zwei Batterien voraus, und der Wirkungsgrad bei der Netzladung (rund 70 %) bleibt deutlich hinter dem der Entladung (rund 92 %) zurück. Die IP31-Schutzklasse des Gehäuses und Signale zur Softwarezuverlässigkeit auf Ebene der gesamten Produktreihe runden die Vorbehalte ab. Ein cleveres Produkt für alle, die genau verstehen, wie es funktioniert, weniger naheliegend für alle, die eine sofort einsatzbereite Lösung suchen.

Stärken

  • Zuverlässige automatische USV-Funktion, Umschaltzeit von rund 20 ms
  • Echte Modularität: bis zu 4 AB1000-/AB2000-Batterien, je nach Budget erweiterbar
  • 10 Jahre Batteriegarantie, bemerkenswert in dieser Kategorie
  • Bidirektionaler XT60-Anschluss (400 W Solareingang, 130 W Ausgang bei 12 V)
  • Sehr guter Wirkungsgrad bei der Entladung, rund 92 % der gespeicherten Energie nutzbar

Schwächen

  • Die kontinuierliche Leistung von 1500 W hängt von der Anzahl angeschlossener Batterien ab: Es sind mindestens zwei nötig, um sie zu erreichen
  • Wirkungsgrad bei der Netzladung deutlich niedriger als bei der Entladung, nur rund 70 %
  • Nur IP31 für den Hub, ein bescheidenes Schutzniveau, von dem der Hersteller selbst bei ungeschütztem Außeneinsatz abrät
  • Komplett aus Kunststoff gefertigt, mit beim Auspacken wahrgenommenem Kunststoffgeruch
  • Zu beachtende Signale zur Softwarezuverlässigkeit (App-Updates, Verbindungsprobleme), auch wenn die meisten der ausführlichsten Vorfälle ein anderes Produkt der Reihe betreffen
Zendure Ace 1500: Datenblatt und Preis ansehen →

Auf dem Papier: ein Hub, keine klassische Powerstation

Der Zendure Ace 1500 ist ein tragbarer Energie-Hub, der ausschließlich die Umwandlung und Verteilung von Energie übernimmt: Serienmäßig enthält er keinerlei Batterie. Seine Kapazität stammt vollständig von den zusätzlichen AB1000- (960 Wh) oder AB2000-Paketen (1920 Wh), die man ihm zuordnet, bis zu 4 Einheiten und insgesamt 7680 Wh. Er liefert bis zu 1500 W kontinuierlich (3000 W Spitze), mit zwei Netzsteckdosen, einem USB-C-Anschluss mit 65 W, einem USB-A-Anschluss und einem bidirektionalen XT60-Anschluss für Solarmodule. Kompakt (4 kg, 326 x 200 x 108 mm), wird er über Wi-Fi und Bluetooth per Zendure-App gesteuert.

1500 W
Maximalleistung (ab 2 Batterien)
4 kg
Gewicht des Hubs allein
7680 Wh
maximale Kapazität mit 4 Batterien

On-Grid: eine USV-Funktion, keine Netzeinspeisung

Der On-Grid-Modus des Ace 1500 sorgt leicht für Verwirrung: Anders als bei einem klassischen Balkonkraftwerk speist er nichts ins Hausnetz ein. On-Grid bedeutet hier lediglich, dass sich der Hub über das Stromnetz aufladen lässt (bis zu 900 W) und bei einem Stromausfall automatisch auf Batteriebetrieb umschaltet, eine klassische USV-Funktion mit einer Umschaltzeit von rund 20 ms über seine eigenen integrierten Steckdosen. Die Energie wird dabei stets über die Steckdosen und Anschlüsse des Hubs selbst abgegeben, nie über den Sicherungskasten der Wohnung. Für eine echte Netzeinspeisung nach Art eines Balkonkraftwerks braucht es ein anderes Produkt aus der Zendure-Reihe, das einen anderen Hub mit einem separaten Mikrowechselrichter kombiniert.

1500 W: eine Leistung, die von der Anzahl der Batterien abhängt

Die angegebene kontinuierliche Leistung von 1500 W ist keine feste Eigenschaft des Hubs allein: Sie hängt direkt von der Anzahl angeschlossener Batterien ab. Mit einer einzelnen AB1000 liegt die Obergrenze der kontinuierlichen Leistung bei 960 W, mit einer einzelnen AB2000 bei 1200 W. Erst ab zwei Batterien werden die angegebenen 1500 W erreicht. Wer mit nur einer Batterie startet, sollte seine Erwartungen an die Leistung entsprechend nach unten korrigieren.

Kontinuierliche Leistung je nach Batteriekonfiguration
KonfigurationKontinuierliche Leistung
1x AB1000960 W
1x AB20001200 W
2 Batterien oder mehr1500 W

6000 Zyklen: ein Marketingeffekt, den man einordnen sollte

Die zugeordneten Batterien (der Hub selbst hat keine eigenen Zyklen, er speichert nichts) werden mit 6000 Zyklen bei 70 % Restkapazität angegeben, eine Zahl, die auf den ersten Blick beeindruckt. Es handelt sich dabei jedoch um dieselbe Batterie, die andernorts mit 3000 Zyklen bei 80 % bewertet wird, dem Schwellenwert, den die meisten Konkurrenten dieser Gruppe verwenden. Bei gleichem Vergleichsschwellenwert (80 %) liegt die angegebene Lebensdauer im oberen Durchschnitt des Marktes, ohne außergewöhnlich zu sein: Die Zahl von 6000 Zyklen gewinnt ihre werbewirksame Aussagekraft vor allem dadurch, dass ein großzügigerer Messschwellenwert gewählt wird als der andernorts üblicherweise verwendete.

Ein asymmetrischer Wirkungsgrad zwischen Laden und Entladen

Der gemessene Wirkungsgrad ist nicht symmetrisch. Bei der Entladung erreicht die Energieabgabe rund 92 % der gespeicherten Energie, ein gutes Ergebnis. Bei der Netzladung dagegen steigt der Verlust auf rund 30 %, was einem Wirkungsgrad von nur rund 70 % entspricht. Die USB-C- und XT60-Ausgänge erreichen ihrerseits einen Wirkungsgrad von nahezu 97 %. Dieser stärkere Ladeverlust steht nicht allein da: Eine frühere Generation derselben Produktreihe zeigte dasselbe Verhalten, wobei der Wechselrichter bei Teillast besonders ineffizient arbeitete.

Garantie: 5 Jahre für den Hub, 10 Jahre für die Batterien

Die Garantie fällt für den Hub und für die Batterien unterschiedlich aus: 5 Jahre für den Ace 1500 selbst (1 Jahr auf Zubehör), aber 10 Jahre für die zugeordneten AB1000-/AB2000-Batterien, eine in dieser Kategorie bemerkenswerte Dauer. Ein weiterer Punkt, den man kennen sollte: Die ursprünglichen AB1000-/AB2000-Batterien werden derzeit aus dem Zendure-Katalog genommen und durch eine neuere Generation mit integriertem Aerosol-Löschsystem ersetzt. Das beim Kauf tatsächlich gelieferte Batteriemodell kann daher von dem hier beschriebenen abweichen.

IP31 und Kunststoffgehäuse: die eigentlichen Grenzen des Gehäuses

Das Gehäuse des Hubs ist nur nach IP31 zertifiziert, ein bescheidenes Schutzniveau gegen Witterungseinflüsse: Der Hersteller selbst rät von der Nutzung bei starkem Regen, Schnee oder Gewitter ab. Die zugeordneten AB1000-/AB2000-Batterien sind dagegen nach IP65 zertifiziert und damit deutlich widerstandsfähiger. Die Verarbeitung des Hubs ist komplett aus Kunststoff statt aus Aluminium, was als weniger hochwertig als beim Rest der Produktreihe eingestuft wird, und beim Auspacken ist ein Kunststoffgeruch wahrnehmbar.

Softwarezuverlässigkeit: Signale, die man kennen sollte

Mehrere Signale, mit der gebotenen Vorsicht zu bewerten, deuten auf Probleme bei der Softwarezuverlässigkeit im SolarFlow-Ökosystem hin: App-Updates, die die Kontrolle über die Betriebsmodi eingeschränkt haben, WLAN-Verbindungsprobleme sowie in Einzelfällen unerklärte Ausgangsunterbrechungen beim Ace 1500 selbst. Die meisten der ausführlichsten Vorfälle betreffen jedoch ein anderes Produkt der Reihe, den Hub 2000, der mit denselben Batterien kombiniert wird: Leistungseinbrüche, Nichterkennung von Batterien und Überhitzung zählen zu diesen Vorfällen, mit einem langsamen, nach Eskalation aber letztlich wirksamen Kundensupport. Diese Angaben erlauben keine Bestimmung einer Ausfallquote, verdienen aber vor dem Kauf Beachtung.

Die Zahl 1707 W erklärt

Die manchmal für den Ace 1500 genannte Zahl von 1707 W addiert die Maximalwerte aller gleichzeitig genutzten Ausgänge: 1500 W am Netzausgang, 65 W über USB-C, 12 W über USB-A und 130 W am als Ausgang genutzten XT60-Anschluss. Das ist keine tatsächlich kumulierbare kontinuierliche Leistung, denn allein der Netzausgang liegt bereits bei maximal 1500 W. Der XT60-Anschluss ist zudem bidirektional: Er akzeptiert bis zu 400 W Solareingang, kann aber auch bis zu 130 W bei 12 V für ein kompatibles Zubehörteil abgeben, eine nützliche Information, die in der üblichen Produktpräsentation fehlt. Im Gegenzug bietet der Ace 1500 keinen klassischen 12-V-Zigarettenanzünderanschluss.

Für wen er geeignet ist, für wen nicht

Er eignet sich für alle, die ihre eigene Speicherkapazität in ihrem eigenen Tempo aufbauen möchten, mit einer echten automatischen USV-Funktion bei Stromausfall, ohne bei jeder Erweiterung die Umwandlungselektronik neu kaufen zu müssen.

Er eignet sich nicht für alle, die eine klassische, sofort einsatzbereite Powerstation suchen (der Preis des Hubs allein umfasst keinerlei Laufzeit), die Energie wie bei einem Balkonkraftwerk ins Hausnetz einspeisen möchten, oder die einen dauerhaften Außeneinsatz mit Witterungseinfluss benötigen.

In einem Satz: ein durchdachter modularer Hub für alle, die genau verstehen, was er tut und was nicht, vorausgesetzt, man budgetiert die Batterien ein und akzeptiert eine begrenzte IP31-Schutzklasse.

Das Produkt und seine Alternativen

Zendure Ace 1500

Zendure Ace 1500

399.00€ (4)

1500 W (3000 W Spitze) in einem 4-kg-Gehäuse, ohne Batterie: der Zendure-Hub, der sich frei mit AB1000- oder AB2000-Batterien kombinieren lässt.

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Häufige Fragen

Nein. Der Preis des Hubs allein umfasst keinerlei Laufzeit: Es muss mindestens ein separat erhältliches AB1000- oder AB2000-Paket hinzugefügt werden.

Nein, anders als bei einem klassischen Balkonkraftwerk. On-Grid bedeutet, dass sich der Hub über das Stromnetz aufladen und bei einem Stromausfall automatisch auf Batteriebetrieb umschalten kann, über seine eigenen Steckdosen. Für eine echte Netzeinspeisung ist ein anderes Produkt aus der Zendure-Reihe erforderlich.

Nein: Dafür sind mindestens zwei angeschlossene Batterien erforderlich. Mit einer einzelnen AB1000 liegt die Obergrenze der kontinuierlichen Leistung bei 960 W, mit einer einzelnen AB2000 bei 1200 W.

Es handelt sich um dieselbe Batterie, die andernorts mit 3000 Zyklen bei 80 % Kapazität bewertet wird, hier jedoch bei einem großzügigeren Schwellenwert von 70 % gemessen, der über dem Marktstandard liegt. Bei gleichem Schwellenwert bleibt die Lebensdauer im oberen Durchschnitt, ohne außergewöhnlich zu sein.

Das wird nicht empfohlen: Sein IP31 schützt nur gegen Staub und leichtes Spritzwasser, nicht gegen eine dauerhafte Wetterexposition. Die zugeordneten Batterien hingegen sind nach IP65 zertifiziert.

Die Note im Detail

Unsere Note
3,4/5
Kapazität und Wirkungsgrad 3,7
Leistung 3,4
Aufladung 3,2
Anschlüsse und Steuerung 3,6
Verarbeitung und Ausdauer 3,0
Geräusch nicht gemessen
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