DJI stellt sein erstes Balkonkraftwerk vor

DJI macht aus seiner Power 2000 ein steckerfertiges Balkonkraftwerk, vorgestellt auf der IFA 2026 in Berlin. Der Start erfolgt zunächst in Deutschland, Frankreich und Spanien sollen folgen. Funktionsweise, versprochene Einsparungen und offene Fragen im Überblick.

DJI Power 2000 auf einem Balkon, verbunden mit einem Solarmodul und an eine Haushaltssteckdose angeschlossen

Hat DJI wirklich ein Balkonkraftwerk angekündigt?

Ja, und das ist eine Premiere für die Marke. DJI zeigte das neue System auf der IFA 2026, der großen Berliner Verbraucherelektronikmesse, die vom 3. bis 8. September auf dem DJI-Stand (Halle 20-129) stattfand, mit einem eigenen Medien-Launch am 3. September. Bislang vor allem für Drohnen und zuletzt für die Power-Reihe an tragbaren Stromspeichern bekannt, wagt sich das chinesische Unternehmen nun ins Balkonkraftwerk-Segment, das bislang von EcoFlow, Anker und Bluetti dominiert wird.

Im Zentrum steht kein neues Gerät, sondern die DJI Power 2000, die bereits in unserem Katalog steht und in unserem ausführlichen Test geprüft wurde. Diese Station mit 2048 Wh Kapazität, 3000 W Dauerleistung und einer Erweiterbarkeit bis 22.528 Wh mit Zusatzakkus wird hier zum Speicherkern eines Balkonkraftwerks, nach demselben Prinzip wie die steckerfertigen Sets, die bereits in Millionen Haushalten in Deutschland installiert sind.

Wie funktioniert das System mit der Power 2000?

Das Prinzip entspricht dem klassischen Balkonkraftwerk, ergänzt um die Power 2000. Solarmodule speisen einen Mikrowechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in 230-V-Wechselstrom umwandelt und diesen über eine normale Haushaltssteckdose ins Hausnetz einspeist, im sogenannten netzgekoppelten Betrieb. Die Power 2000 wird in diese Kette eingebunden, um tagsüber erzeugten Überschuss zu speichern und ihn später, typischerweise abends, wieder abzugeben, statt ihn ungenutzt verpuffen zu lassen.

💡 Gut zu wissen: Die DJI Power 2000 bietet für sich genommen bereits 2048 Wh Kapazität, 3000 W Dauerleistung und eine Erweiterbarkeit bis 22.528 Wh mit Zusatzakkus. Das sind die technischen Daten der Station selbst, unabhängig vom auf der IFA gezeigten Solar-Set.

Auf dem Papier ist das genau das, was Systeme wie das Zendure SolarFlow oder die Anker Solix Solarbank bereits versprechen: Module, Mikrowechselrichter und Speicher kombinieren, um die Solarerzeugung über den Tag zu glätten. Der Unterschied ist, dass DJI eine Station wiederverwendet, die für mobile Nutzung mit hoher Leistung konzipiert wurde, statt eines Speichers, der ausschließlich für den Hausgebrauch gedacht ist.

Was noch fehlt: DJI hat weder die Leistung der mitgelieferten Module noch das genaue Modell des Mikrowechselrichters noch den Preis des Komplettsets genannt. Die auf dem Stand gezeigten Visualisierungen reichen aus, um das Prinzip zu verstehen, nicht aber, um das Preis-Leistungs-Verhältnis zu beurteilen.

680 Euro Ersparnis pro Jahr: eine Zahl mit Vorbehalt

Auf seinem Stand nennt DJI eine geschätzte Ersparnis von 680 Euro pro Jahr. Diese Zahl beruht auf zwei Annahmen, die DJI selbst zugrunde legt: eine jährliche Solarerzeugung von 2160 kWh und eine Eigenverbrauchsquote von 90 %.

Die DJI-Annahme im Vergleich zu klassischen Balkonkraftwerken
SystemAngegebene ErzeugungAngegebene Ersparnis
Klassisches Set 400 bis 800 W300 bis 950 kWh/Jahr60 bis 180 €/Jahr
DJI-Power-2000-Set (Annahme des Herstellers)2160 kWh/Jahr680 €/Jahr

Eine Erzeugung von 2160 kWh pro Jahr setzt eine deutlich größere Anlage voraus als ein einfaches 400- bis 800-W-Set am Balkongeländer, also mehr Module, eine bessere Ausrichtung oder beides, wobei DJI weder Fläche noch Spitzenleistung dazu nennt. DJI weist selbst darauf hin, dass die Rechnung Anschaffungskosten, Installation, Wartung, Steuern und mögliche Förderungen ausklammert: eine Marketingzahl des Herstellers, keine unabhängige Messung, und sie sagt nichts über die tatsächliche Amortisationszeit des Sets aus.

Zuerst Deutschland, Frankreich und Spanien sollen folgen

Der Rollout beginnt in Deutschland, dem Ursprungsland des Balkonkraftwerks, wo DJI das Set im Bundle mit der Power 2000 anbieten will. Die netzgekoppelte Firmware sei Berichten zufolge auch für Frankreich und Spanien freigeschaltet, was auf eine recht zügige Ausweitung auf diese beiden Märkte hindeutet, ohne dass bislang ein fester Zeitplan genannt wurde.

Für deutsche Haushalte gilt weiterhin das, was in Deutschland ohnehin für jedes Balkonkraftwerk verpflichtend ist: die kostenlose Meldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur vor der Inbetriebnahme, sowie die Einhaltung der geltenden Normen für Wechselrichter und Anschluss. Nichts deutet darauf hin, dass DJI von diesen Vorgaben abweicht, die genauen Modalitäten für den deutschen Markt muss der Hersteller aber noch bestätigen.

Warum dieser Modus in den USA gesperrt bleibt

Der US-Markt ist von diesem Start vorerst ausgenommen, jedenfalls was die netzgekoppelte Funktion betrifft. Der Einspeisemodus ist auf in den USA verkauften Geräten nicht aktiviert, aus zwei getrennten regulatorischen Gründen. Zum einen benötigt ein Wechselrichter, der Strom ins Netz einspeist, dort eine UL-1741-Zertifizierung sowie die Genehmigung des örtlichen Netzbetreibers, ein Verfahren, das getrennt von der üblichen FCC-Zulassung läuft. Zum anderen unterliegen Geräte mit WLAN-Chip FCC-Vorschriften, die bestimmte Netzwerkfunktionen standardmäßig sperren, solange sie nicht eigens freigegeben wurden.

Es handelt sich also nicht um eine unternehmerische Entscheidung von DJI, sondern um eine regulatorische Vorgabe in den USA, dieselbe, die dort generell die Verbreitung von Balkonkraftwerken im Vergleich zu Europa bremst.

Unsere Einschätzung: nachvollziehbarer Schritt, noch viele offene Punkte

Vom Prinzip her ergibt DJIs Vorstoß Sinn: Die Power 2000 ist eine vielseitige Station, die bereits gut in ihrem Segment positioniert ist, wie wir in unserem ausführlichen Test zeigen, und Balkonkraftwerke sind ein stark wachsender Markt in Europa. Eine bestehende Station wiederzuverwenden, statt einen eigenen Hausspeicher zu entwickeln, ist eine schlüssige Strategie, von der bestehende Besitzer profitieren könnten.

Dennoch lässt die Ankündigung auf der IFA 2026 noch viele Fragen offen: kein Preis, keine Modulleistung, kein konkretes Modell des Mikrowechselrichters. Die auf dem Papier verlockende Zahl von 680 Euro Jahresersparnis beruht auf einer Erzeugungsannahme, die nur wenige Balkone tatsächlich erreichen dürften. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald DJI weitere Details nennt, und behalten die tatsächliche Verfügbarkeit im Auge.

In diesem Artikel erwähnte Produkte

DJI Power 2000

DJI Power 2000

Ansehen (8)

Mit 2048 Wh erweiterbar, 3000 W Ausgang, einer Aufladung 0-80 % in 45 Min und nahezu lautlosem Betrieb zielt die DJI Power 2000 auf die anspruchsvollsten Anwendungen.

Produkt ansehen
DJI Power 1000 V2

DJI Power 1000 V2

Ansehen (19)

Stärker und schneller: Die DJI Power 1000 V2 liefert 2600W aus 1024Wh und lädt in 37 Minuten auf 80 %. Die neue Generation für mobile Kreative.

Produkt ansehen
Zendure SolarFlow 800 Pro

Zendure SolarFlow 800 Pro

599.00€ (3)

Der Balkonspeicher, der den Eigenverbrauch wirklich lohnend macht: 800-W-Wechselrichter, LiFePO4-Akkus erweiterbar bis 11,52 kWh und Smart-Home-Steuerung.

Produkt ansehen
Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro

Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro

Ansehen

5 kWh Solarspeicher für Ihren Balkon: 4 MPPT, ein bidirektionaler PluginPower-2.0-Wechselrichter, IP66-Schutz und eine auf 30 kWh erweiterbare Kapazität.

Produkt ansehen

Häufige Fragen

Noch nicht flächendeckend. DJI hat es auf der IFA 2026 vorgestellt und plant den Start zunächst in Deutschland, im Bundle mit der Power 2000. Preis und ein fester Verfügbarkeitstermin für andere Märkte wurden bislang nicht genannt.

Nach bisherigem Kenntnisstand ist das Set um die Power 2000 herum aufgebaut, die als Speicher und Wechselrichter dient. DJI hat noch nicht mitgeteilt, ob das Set separat für Besitzer einer bereits gekauften Power 2000 erhältlich sein wird oder nur im Bundle mit einer neuen Station.

Es handelt sich um eine Herstellerrechnung auf Basis von 2160 kWh Jahreserzeugung und 90 % Eigenverbrauch, eine Annahme, die eine größere Anlage voraussetzt als ein typisches Balkonkraftwerk. DJI weist selbst darauf hin, dass die Zahl Anschaffungskosten, Installation, Wartung, Steuern und Förderungen ausklammert.

Der netzgekoppelte Modus ist auf US-Geräten der Power 2000 nicht aktiviert. Ein einspeisender Wechselrichter benötigt in den USA eine UL-1741-Zertifizierung und die Genehmigung des Netzbetreibers, zusätzlich zu FCC-Einschränkungen für Geräte mit WLAN-Chip.

Nichts deutet darauf hin, dass DJI von den geltenden Regeln abweicht: Wie jedes Balkonkraftwerk muss auch dieses Set vor der Inbetriebnahme kostenlos im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Die genauen Modalitäten muss der Hersteller noch bestätigen.

Quellen: