Ein Gen'24-Faltpanel mit vier SunPower-Zellen
Das Xtorm SolarBooster 28W gehört zu der Generation, die die Marke selbst als „Gen'24" bezeichnet. Es handelt sich um ein faltbares, tragbares Solarpanel ohne integrierten Akku, gedacht zum Laden von Smartphone, Tablet, GoPro oder Powerbank direkt in der Sonne. Es klappt sich in vier Segmente auf, jedes mit einer monokristallinen SunPower-Zelle bestückt, für eine Gesamtnennleistung von 28 W.
Aufgeklappt misst es rund 88,7 x 23,6 cm bei 2,3 cm Dicke. Zwei USB-Ports (ein USB-A, ein USB-C) erlauben das gleichzeitige Laden zweier Geräte, und ein integriertes LCD-Display zeigt die abgegebene Stromstärke live an. Ohne internen Akku speichert dieses Panel nichts: Ein Gerät oder eine Powerbank muss während der Sonnenexposition angeschlossen bleiben, damit die erzeugte Energie tatsächlich genutzt wird.
Die Preislage in Deutschland, je nach Händler zwischen rund 90 und 100 €, platziert es deutlich über vergleichbar starken faltbaren USB-Panels, die auf dieser Seite bereits getestet wurden, was einen direkten Vergleich vor dem Kauf sinnvoll macht.
Ein Wirkungsgrad, der nie in Prozent genannt wird
Die Dokumentation von Xtorm hebt die Zelltechnologie hervor (monokristallines Silizium, ETFE-Struktur, Marke SunPower) und behauptet einen höheren Wirkungsgrad als bei klassischen polykristallinen Panels, nennt aber zu keinem Zeitpunkt einen konkreten Prozentwert für dieses Modell. Das ist ein bemerkenswerter Unterschied zum BigBlue 28W, dessen Datenblatt ausdrücklich 24 % Zellwirkungsgrad angibt.
Eine unabhängige Messung für dieses Modell liegt bislang nicht vor, was für nahezu alle kleinen Faltpanels dieser Kategorie gilt. Bei Panels vergleichbarer Nennleistung bleibt die reale Produktion in voller Sonne meist deutlich unter dem Nennwert und fällt bei bewölktem Himmel oder flachem Lichteinfall markenübergreifend stark ab.
In der Praxis verhält sich dieses Panel damit wie fast jedes kleine USB-Panel seiner Klasse: eine Ladeleistung, die stark von der direkten Sonneneinstrahlung abhängt, nützlich als Ergänzung über mehrere Stunden, aber keine Alternative zur Steckdose für eine schnelle Ladung.
910 g: das schwerste Panel seines eigenen Vergleichs
Zusammengefaltet wiegt das SolarBooster 28W 910 g und passt in die mitgelieferte Transporttasche. Das ist ein vertretbares Gewicht für ein Panel dieser Leistung, aber es ist auch, ziemlich genau, das schwerste der vier Panels, die Xtorm selbst in seiner eigenen Vergleichstabelle heranzieht.
Der Vergleich fällt besonders ungünstig gegenüber dem BigBlue 28W aus: bei exakt gleicher Nennleistung (28 W) beträgt der Unterschied 230 g, also 34 % mehr auf der Waage. Selbst das um 12 W stärkere Elfcam 40W bleibt laut den von Xtorm selbst veröffentlichten Zahlen leichter.
Das aufgeklappte Format (88,7 x 23,6 cm, 2,3 cm Dicke) bleibt kompakt und passt in die mitgelieferte rucksacktaugliche Tasche. Aber bei einem Produkt, dessen zentrales Verkaufsargument die Tragbarkeit ist, fällt dieses zusätzliche halbe Pfund gegenüber der nächstliegenden Alternative bei der Kaufentscheidung ins Gewicht.
IPX4: Schutz vor Wasser, keine Angabe zu Staub
Das SolarBooster 28W ist nach IPX4 zertifiziert: Es widersteht Spritzwasser und leichtem Regen für kurze Zeit, aber das „X" anstelle der ersten Ziffer bedeutet, dass für dieses Produkt überhaupt kein Schutzgrad gegen Staub oder feste Fremdkörper angegeben wird. Das ist nicht dasselbe wie ein völliges Fehlen von Staubschutz, aber eine Angabe, die der Hersteller schlicht nicht macht.
| Produkt | Xtorm SolarBooster 28W | BigBlue 28W | Elfcam 40W | FlexSolar 25W Pocket |
|---|---|---|---|---|
| Angegebener Schutzgrad | IPX4 | IP44 | IPX5 | Spritzwassergeschützt (Wert nicht angegeben) |
| Angegebener Staubschutz | Nicht angegeben | Ja (Stufe 4) | Nicht angegeben | Nicht angegeben |
In diesem Punkt ist das SolarBooster 28W das einzige der vier genannten Panels ohne jede Staubschutzangabe: Das BigBlue 28W (IP44) deckt beide Aspekte ab, und das Elfcam 40W gibt bei Wasser allein einen höheren Wert an (IPX5). Keiner dieser Werte wurde bislang öffentlich unabhängig überprüft, es handelt sich durchweg um Herstellerangaben.
Im Wander- oder Van-Life-Alltag bleibt diese Nuance zweitrangig, solange das Panel nicht stundenlang starkem Regen ausgesetzt oder auf sehr staubigem Untergrund abgelegt wird. Sie verdient dennoch, vor dem Kauf bekannt zu sein statt erst danach entdeckt zu werden.
LCD-Display und Ständer: das echte Unterscheidungsmerkmal
Hier punktet das SolarBooster 28W tatsächlich. Sein integriertes LCD-Display zeigt die live abgegebene Stromstärke an, was eine präzise Ausrichtung zur Sonne erlaubt, um die Energieaufnahme zu optimieren, statt den richtigen Winkel zu erraten. Xtorm selbst gibt in seiner eigenen Vergleichstabelle an, dass keines der drei zum Vergleich herangezogenen Panels (BigBlue 28W, Elfcam 40W, FlexSolar 25W) diese Funktion bietet.
Bei der reinen Konnektivität liegen beide Ports (USB-A und USB-C) bei je 15 W (5V/3A), ein Wert, der bei identischer Panel-Nennleistung (28 W) exakt dem BigBlue 28W entspricht. Keines der beiden Panels bietet einen DC- oder MC4-Ausgang: eine direkte Verbindung zu einer Energiestation mit eigenem Solareingang ist bei beiden nicht möglich, eine Einschränkung, die fast alle USB-Panels dieses Formats teilen.
Der eigentliche Unterschied liegt woanders: Das BigBlue 28W bietet insgesamt drei Ports (2x USB-C und 1x USB-A) gegenüber zwei beim SolarBooster. Für alle, die regelmäßig mehr als zwei Geräte gleichzeitig laden, ist das ein echter praktischer Unterschied. Das SolarBooster gleicht das teilweise mit seinem integrierten Ständer aus, der eine Positionierung im besten Winkel zur Sonne ohne improvisierte Stütze erlaubt, sowie mit seinem Karabiner, praktisch zur Befestigung am Rucksack unterwegs: zwei ergonomische Details, die das BigBlue 28W nicht bietet.
Im Vergleich zum BigBlue 28W: gleiche Leistung, sehr unterschiedlicher Preis
Bei exakt gleicher Nennleistung (28 W) ist das BigBlue 28W der direkteste Konkurrent des SolarBooster, und es handelt sich zudem um ein Produkt, das auf dieser Seite bereits getestet wurde. Der Vergleich, Kriterium für Kriterium, fällt bei mehreren objektiven Punkten eindeutig aus.
| Kriterium | Xtorm SolarBooster 28W | BigBlue 28W |
|---|---|---|
| Nennleistung | 28 W | 28 W |
| Angegebener Zellwirkungsgrad | Nicht angegeben | 24 % |
| Gewicht gefaltet | 910 g | 680 g |
| Ausgangsports | 2 (USB-A, USB-C, je 15 W) | 3 (2x USB-C, 1x USB-A, je 15 W) |
| Kontrolldisplay | LCD (Stromstärke) | Keines |
| Integrierter Ständer und Karabiner | Ja | Nein |
| Angegebener Schutzgrad | IPX4 | IP44 |
| Angegebene Garantie | 2 Jahre (3 Jahre über 2+1) | 2 Jahre |
| Preis in Deutschland | ≈ 90 bis 100 € | ≈ 70 € |
Das BigBlue 28W liegt vorn bei Gewicht, angegebenem Schutzgrad, Portanzahl und Preis. Das SolarBooster kontert mit einem echten LCD-Display und ergonomischen Extras (Ständer, Karabiner), die dem BigBlue fehlen, plus einem zusätzlichen Garantiejahr über sein 2+1-Programm. Dennoch bleibt der beobachtete Preisunterschied von rund einem Drittel deutlich, gemessen an dem, was diese beiden Vorteile im Alltag tatsächlich bringen.
Eine solare Ergänzung, keine eigenständige Energiequelle
Wie jedes akkulose Faltpanel dieser Leistung dient das SolarBooster 28W als Ergänzung, nicht als primäre Energiequelle. Ohne internen Speicher muss die erzeugte Energie sofort vom angeschlossenen Gerät oder einer daneben liegenden Powerbank genutzt werden: Sobald die Sonne verschwindet oder das Panel abgesteckt wird, stoppt die Produktion sofort.
Die Scharniere zwischen den vier Segmenten sind recht steif, mit einer Tendenz der äußeren Segmente, sich von selbst wieder zu schließen, wenn nichts sie nach dem Aufklappen am Boden flach hält. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Punkt, den man kennen sollte: Die Ecken mit Steinen oder den mitgelieferten Gurten zu beschweren, vermeidet das Problem.
Bei mehrtägigen Wanderungen, im Van oder beim Camping hält dieser Panel-Typ vor allem ein Smartphone oder eine Powerbank über mehrere Tage ohne Netzanschluss geladen, statt eine schnelle Ladung in völliger Autarkie zu liefern. Das LCD-Display des SolarBooster hilft gerade bei dieser Ergänzungsnutzung, indem es das Auffinden des besten verfügbaren Sonnenwinkels erleichtert.
Für wen sich das SolarBooster 28W eignet
Mit einem USB-A- und einem USB-C-Kabel geliefert, richtet sich das Xtorm SolarBooster 28W an Reisende, Wanderer und Van-Life-Fans, die dem LCD-Display und den ergonomischen Extras (Ständer, Karabiner) echten Wert beimessen und bereit sind, dafür spürbar mehr zu bezahlen.
Wer vor allem das beste Verhältnis zwischen Preis und verfügbarer Leistung sucht, ohne eine visuelle Stromanzeige zu benötigen, deckt mit dem BigBlue 28W denselben Bedarf an mobiler USB-Ladung im Freien zu einem spürbar günstigeren Preis, mit einem Port mehr und 230 g weniger Gewicht. Wer mehr Rohleistung braucht, findet im von Xtorm selbst genannten Elfcam 40W 12 W mehr für einen mit dem BigBlue vergleichbaren Preis.
Das SolarBooster 28W bleibt damit eine vertretbare Wahl für ein bestimmtes Publikum, das visuelles Ladefeedback und den Ruf einer etablierten Outdoor-Marke schätzt, aber keine naheliegende Wahl für die meisten mobilen Solar-Ladebedürfnisse.



