Der reale Wirkungsgrad: sehr gut bei Volllast, schwach unterhalb von 150 W
Der Wirkungsgrad von DC nach AC liegt bei rund 89 % bei einer Ausgangsleistung von 800 W (beschriebenes Protokoll). Das ist ein guter Wert, deutlich über den vom Hersteller angegebenen 99 %, die sich in Wirklichkeit nur auf den MPPT-Umwandlungswirkungsgrad beziehen und nicht auf die gesamte Kette. Dieser Wirkungsgrad fällt bei 150 W Ausgangsleistung deutlich auf rund 79 % ab, und scheint bei sehr geringer Leistung, um die 50 W, noch niedriger zu liegen. Das ist ein wichtiger Punkt: Geringe Leistung ist genau die Situation, die auf einem Balkon bei bedecktem Himmel oder am späten Nachmittag am häufigsten vorkommt.
Die beiden MPPT-Tracker, tatsächlich unabhängig
Die beiden MPPT-Regler arbeiten gut unabhängig voneinander und liefern tatsächlich die angegebene Leistung, mit rund 900 W je Eingang, also rund 1800 W in Summe, was mit dem Datenblatt übereinstimmt. Es wurde keine künstliche Drosselung der Batterieladung festgestellt. Der genaue Effekt einer teilweisen Verschattung eines einzelnen Eingangs auf den anderen wurde bislang jedoch nicht präzise gemessen: Dieses Verhalten bleibt ungeprüft und sollte nicht als geprüft dargestellt werden.
Die eigentliche Schwachstelle: WLAN und Firmware
Das ist das am besten dokumentierte Thema zu diesem Produkt. Wiederkehrende WLAN-Verbindungsabbrüche werden vielfach gemeldet, mit einer automatischen Wiederverbindung, die manchmal versagt. Ein konkreter Firmware-Bug betrifft das Gerät: Die Ladung bleibt blockiert, obwohl Solarspannung anliegt, ohne dass zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes eine offizielle Lösung vorliegt. Auch bestimmte automatische Updates wurden als problematisch gemeldet, da sie die bestehende Konfiguration überschrieben. Das ist kein durchgängiger Ausfall, denn ein über mehrere Monate stabiler Betrieb bleibt möglich, aber es ist ein wiederkehrender und gut erkennbarer Reibungspunkt.
Die Mehrfachmodul-Erweiterung, ein echter Konstruktionsfehler
Das zentrale Marketingargument des NOAH 2000 ist seine Erweiterbarkeit auf bis zu 8192 Wh durch das Stapeln von 4 Modulen. In der Praxis tritt ein deutliches Ladungsungleichgewicht zwischen den gestapelten Einheiten regelmäßig auf, mit einer Differenz im Ladestand von teils über 20 Prozentpunkten. In bestimmten Betriebsmodi wird die Solarproduktion des untersten Moduls im Stapel schlicht nicht genutzt, wodurch ein erheblicher Teil der verfügbaren Energie verloren geht. Die identifizierte Ursache ist struktureller Art: Die gestapelten Module kommunizieren seriell, ohne aktiven Ladungsausgleich untereinander. Die Stärke des Problems variiert je nach verwendetem Modus und Firmware-Version, doch seine Existenz ist real.
Die DC-Kopplung und die Kompatibilität mit anderen Mikrowechselrichtern
Der NOAH 2000 wird gleichstromseitig gekoppelt, zwischen den Modulen und einem Mikrowechselrichter, statt ausgangsseitig am Wechselstrom wie bei den meisten Konkurrenten. Mit dem eigenen Growatt-Mikrowechselrichter ist die Installation nachweislich stabil und praktisch. Die Kompatibilität reicht auch zu Mikrowechselrichtern anderer Hersteller: Der Hoymiles HMS-800W-2T funktioniert stabil für die Nulleinspeisung, und auch der APsystems EZ1-M gilt nach der Behebung einer früheren Firmware-Drosselung als kompatibel. Ein älteres Modell, der Hoymiles HM-1500, gilt hingegen als inkompatibel. Wichtig zu wissen: Mit jedem Mikrowechselrichter, der nicht von Growatt stammt, geht die intelligente Steuerung der Nulleinspeisung verloren, das Gerät fällt dann auf eine feste Leistung zurück, statt sich am tatsächlichen Verbrauch des Haushalts zu orientieren.
Die Kältebeständigkeit, teilweise überprüft
Der Hersteller gibt einen Betrieb von -20 °C bis 45 °C dank einer integrierten Heizfolie an. Im Feld erweist sich die Beheizung bei -5 °C als aktiv und wirksam, wobei die Zieltemperatur innerhalb weniger Minuten erreicht wird. Das Versprechen von -20 °C bleibt hingegen eine nicht bestätigte Herstellerangabe. Mehrere Nutzer ergänzen im Winter zudem eine zusätzliche manuelle Isolierung, ein Zeichen für begrenztes Vertrauen in die integrierte Heizfolie allein.
Im Vergleich zur Konkurrenz: effizienter, aber weniger ausgestattet
Nach demselben Protokoll wie bei der Anker Solix Solarbank 3 Pro ermittelt, liegt der NOAH 2000 bei Volllast rund 7 Wirkungsgradpunkte darüber (89 % gegenüber 82 %). Im Gegenzug bietet er weniger Kapazität (2048 Wh gegenüber 2688 Wh), weniger MPPT-Tracker (2 gegenüber 4) und keinen integrierten Wechselrichter, im Unterschied zur Solarbank 3 Pro, die ihren eigenen mitbringt. Der NOAH 2000 ist trotzdem günstiger, auch wenn der genaue Abstand stark vom gewählten Händler abhängt. Das ist ein klarer Kompromiss: günstiger und bei Volllast effizienter, aber weniger vollständig ausgestattet und weniger einfach zu installieren für alle, die bei null anfangen.
Tatsächlich festgestellter Preis und Verfügbarkeit
Der Preis beim Händler, der von dieser Seite verlinkt wird, liegt bei rund 745 Euro inklusive Mehrwertsteuer für ein einzelnes Modul. Das liegt deutlich über den Preisen, die andernorts am Markt für dasselbe Produkt üblich sind, meist eher zwischen 380 und 480 Euro bei den konsultierten Vergleichsportalen und Händlern. Dieser Preisunterschied zwischen Vertriebskanälen ist real und deutlich: ein Preisvergleich mehrerer Händler lohnt sich vor dem Kauf, statt sich auf einen einzelnen angezeigten Preis zu verlassen. Der Vertrieb war ursprünglich auf Deutschland konzentriert und hat sich über mehrere Händler inzwischen auf Frankreich und Belgien ausgeweitet. Nahezu der gesamte verfügbare unabhängige Inhalt, von Fachforen bis zur Fehlerbehebung, bleibt dabei deutschsprachig: wer im deutschsprachigen Raum kauft, findet entsprechend die breiteste Auswahl an Erfahrungsaustausch und Hilfestellung bei Problemen.



