Was die angegebenen 3600 Wh wirklich wert sind
Die Delta Pro verwendet einen LiFePO4-Akku mit 3600 Wh, ausgelegt für 6500 Zyklen, bevor die Kapazität auf 50 % des Ursprungswerts sinkt. In einer Messung werden tatsächlich 3291 Wh am Netzausgang zurückgewonnen, das sind 91 % des Nennwerts. In einer zweiten Messung, auf einem anderen Kontinent mit einem anderen Protokoll durchgeführt, bleibt die Größenordnung stimmig, bei rund 85 %. Die beiden Messungen folgen nicht demselben genauen Protokoll und sind daher nicht auf die Kommastelle genau vergleichbar, konvergieren aber auf eine solide Spanne für diese Art von Produkt.
Die Angabe von 6500 Zyklen bleibt ein Herstellerwert, der auf vielen Websites einheitlich übernommen wird, bislang aber von keinem unabhängigen Labor reproduziert wurde. Die Redaktion von best-batteries.com besitzt und nutzt dieses Gerät seit Oktober 2021, bisher ohne die geringste Schwäche, ein langer und direkter Erfahrungswert zur Haltbarkeit der Zelle über die Zeit. Ein unabhängiger Erfahrungsbericht nach zwei Jahren täglicher Nutzung kommt zum gleichen Ergebnis, ohne merklichen Kapazitätsverlust. Beide positiven Signale betreffen die Batteriezelle selbst, zu unterscheiden von den weiter unten behandelten Einzelvorfällen, die eher die Schaltelektronik betreffen.
Eine Ausfallgeschichte im Notstrommodus, die man kennen sollte
Die Delta Pro verfügt über eine USV-Funktion (unterbrechungsfreie Stromversorgung), die bei einem Netzausfall automatisch auf Batteriebetrieb umschaltet. Genau in diesem bei EcoFlow als EPS bezeichneten Modus wurde 2022 eine Reihe schwerer Ausfälle dokumentiert: Knacken, Lichtblitze, Rauchentwicklung, mit einem auf mehreren einzelnen Geräten identifizierten Fehlercode 121. Die Ursache wurde von EcoFlow anerkannt (ein Fehler beim Umschalten des Wechselrichters in den EPS-Modus) und durch ein im Juli 2022 veröffentlichtes Firmware-Update behoben.
Ein jüngerer und eigenständiger Vorfall ist auf dem deutschen Markt dokumentiert: eine Stichflamme aus den Lüftungsgittern an einem Gerät, das zusammen mit einem Induktionskochfeld genutzt wurde, nach wiederholter Nutzung im Teilentladezustand. Der Vorgang wurde an die zuständigen örtlichen Behörden weitergeleitet, bislang ohne öffentlich verfügbares Ergebnis; die naheliegendste Spur weist eher auf eine Komponente des Wechselrichters als auf den Akku selbst hin.
Die Ladung, eine echte gemessene Stärke
In diesem Punkt schneidet die Delta Pro besser ab als ihr eigenes Datenblatt. Die oft zitierte Angabe von 2,7 Stunden bezieht sich in Wirklichkeit auf den amerikanischen Markt (1800 W bei 120 V); für Europa gibt EcoFlow rund 1,9 Stunden bei 2900 W an. Eine vollständige Ladung wird bei 98 Minuten mit tatsächlich gelieferten 2680 W gemessen, also schneller als die europäische Angabe selbst.
Die MultiCharge-Funktion, die Netz, Solar und Generator kombiniert, um die angegebenen bis zu 6500 W zu erreichen, war hingegen bislang Gegenstand keiner gefundenen eigenständigen unabhängigen Messung: Dieser kombinierte Wert bleibt ein nicht gegengeprüfter Herstellerwert.
Erweiterbar auf 25 kWh, auf dem Papier
Das zentrale Argument der Delta Pro bleibt ihr erweiterbares Ökosystem: Durch das Hinzufügen von Zusatzbatterien und die Kopplung zweier Einheiten über ein Smart Home Panel steigt die angegebene Kapazität auf bis zu 25 kWh. Über zwei Jahre Nutzung mit dieser Konfiguration (zwei Einheiten und Smart Home Panel) bleibt die Bilanz zufriedenstellend, mit einem bei einem Vorfall in weniger als zwei Wochen erhaltenen Garantieersatz.
Zudem wurde ein Fehler bei der ungleichen Ladeverteilung zwischen der Haupteinheit und den Zusatzbatterien dokumentiert (ein konkreter Fall: eine Einheit bei 1,5 % Ladung, während eine Zusatzbatterie bei 60 % verbleibt), teilweise behoben durch ein Firmware-Update Ende 2022, ohne Bestätigung einer vollständigen Lösung.
Ein konkreteres Problem heute: Die für dieses Modell vorgesehene Erweiterungsbatterie ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes selbst direkt bei EcoFlow ausverkauft. Das Erweiterbarkeitsargument, so real es auf dem Papier auch sein mag, wird für einen Neukäufer schwer umsetzbar, solange dieses Teil nicht verfügbar bleibt.
Kann man sie heute noch neu kaufen?
Das ist die wichtigste Frage, die man sich vor allem anderen stellen sollte. Die ursprüngliche Delta Pro ist als Neuware in Frankreich nahezu vollständig vom Markt verschwunden. Die offizielle EcoFlow-Website zeigt sie als ausverkauft an, mit nur einem E-Mail-Benachrichtigungsformular anstelle des Kaufbuttons. Die drei geprüften großen Elektronikhändler führen sie überhaupt nicht mehr, nur ihre Nachfolgerin, die Delta Pro 3, erscheint inzwischen in deren Sortiment.
Die wenigen noch sichtbaren Bestände finden sich auf Marktplätzen, zu Preisen deutlich über dem Katalogpreis von 1699 €, bis zu mehr als dem Doppelten. Ein französischer Käufer hat diese Differenz Anfang 2026 öffentlich gemeldet, nachdem er den deutlich niedrigeren offiziellen Preis entdeckt hatte, als der Kauf anderswo bereits erfolgt war.
Der Gebrauchtmarkt, eine realistischere Alternative
Anders als bei Neuware bleibt der Gebrauchtmarkt zwischen Privatpersonen aktiv und angemessen bepreist, ohne die auf professionellen Marktplätzen festgestellte Überbewertung: Einheiten wechseln üblicherweise für 1200 bis 1850 € den Besitzer, bei manchen Angeboten inklusive Zubehör und Verbindungskabel. Für alle, die eine reduzierte oder fehlende Garantie akzeptieren, ist dies heute der realistischste Weg, dieses Modell zu einem mit seiner ursprünglichen Positionierung stimmigen Preis zu erhalten.
Markenzuverlässigkeit und Kundendienst
Auf Markenebene und nicht nur beim einzelnen Produkt weist EcoFlow auf Trustpilot Frankreich eine Gesamtbewertung von 3,6 von 5 auf, über alle Produktreihen hinweg, mit einer Antwort auf etwa ein Drittel der negativen Bewertungen innerhalb einer durchschnittlichen Frist von einem Monat. Ein wiederkehrender Defekt erforderte in einem dokumentierten Fall mehrere Austausche über vier Monate bis zur Lösung. Umgekehrt wurde in einem anderen dokumentierten Fall ein Garantieersatz in weniger als zwei Wochen erhalten. Das Signal bleibt gemischt, im Einklang mit einer großen, breit aufgestellten Marke und nicht mit einem produktspezifischen Schwachpunkt.
Im Vergleich zu ihrer Nachfolgerin, der Delta Pro 3
Die Delta Pro 3 hat als Topmodell der High-Capacity-Reihe von EcoFlow übernommen, zu einem deutlich höheren Preis (3299 € zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes über fünf unabhängige Quellen bestätigt) für eine höhere Grundkapazität (4096 Wh) und eine höhere Leistung. Die ursprüngliche Delta Pro behält einen Vorteil auf dem Papier mit einer breiter angegebenen Erweiterbarkeit (25 kWh gegenüber 12 kWh) und einer höheren angegebenen Zyklenzahl, doch beide Argumente zählen weniger, solange Neuware schwer zu finden bleibt und ihre eigene Erweiterungsbatterie nicht verfügbar ist.
Für wen sie geeignet ist
Die Delta Pro eignet sich für alle, die sie noch zum Katalogpreis bei einem zuverlässigen Händler finden, oder die den Gebrauchtmarkt gegen einen stimmigen Preis akzeptieren: In diesem Fall ist sie eine solide Energiebasis mit einem soliden gemessenen Wirkungsgrad und einer Netzladung, die ihr eigenes Versprechen übertrifft. Für eine Nutzung im automatischen Notstrommodus wird besondere Aufmerksamkeit empfohlen, bei stets aktueller Firmware.
Sie eignet sich nicht für alle, die einen sofortigen Neukauf zum angegebenen Preis benötigen: Die aktuelle Verfügbarkeit macht dieses Ziel in Frankreich unrealistisch, und die Delta Pro 3 oder eine andere vorrätige Referenz bleiben für diesen Fall die direktere Wahl.

