1024 Wh angegeben, 890 bis 946 Wh tatsächlich verfügbar
Die auf dem Gehäuse angegebenen 1024 Wh sind eine LiFePO4-Zellkapazität, gemessen vor dem Wechselrichter. An der Steckdose hängt die tatsächlich nutzbare Energie von der abgerufenen Leistung ab, und bei diesem Modell bleibt der Abstand gering.
Die Werte liegen übereinstimmend in einer Spanne von 890 bis 946 Wh, die je nach Last an 230 V abgegeben werden, also 87 bis 92 % der Nennkapazität. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für diese kompakte Formatklasse: der Wirkungsgrad bei der Abgabe steigt unter einer moderaten Last von 500 W sogar auf 92 %, bevor er bei voller Leistung leicht auf 88 % zurückgeht.
Der Gesamtwirkungsgrad, von der Steckdose an der Wand bis zur Ausgabe, liegt bei rund 82 % im Hin- und Rückweg über das Netz, und bei knapp 91 % am oberen Ende der Abgabe. Für eine vollständige Ladung sind rund 1140 Wh über den Zähler nötig, was zu den gespeicherten 1024 Wh passt. Bei den DC-Ausgängen steigt der Wirkungsgrad noch weiter: rund 86 % über USB-C, aber nur 66 % über die USB-A-Anschlüsse, spürbar schwächer.
70 Minuten angegeben: real, aber nur bei aktiviertem TurboBoost
Im TurboBoost-Modus dauert die Vollladung 66 bis 70 Minuten, ebenso gut oder besser als angegeben. Die 80 % werden in etwa 50 Minuten erreicht, etwas mehr als die angegebenen 45.
Weiterer Punkt: ein regelmäßiger Einsatz des schnellen Lademodus beansprucht den Akku auf Dauer stärker. Für eine tägliche Ladung ohne Zeitdruck bleibt der Standardmodus eine vernünftige Wahl, auch wenn dabei Geschwindigkeit verloren geht.
Beim Solareingang nimmt die Station bis zu 1000 W an, das großzügigste ihrer kompakten Klasse. Sie läuft aber über einen einzigen XT60-Anschluss, was die Zahl kombinierbarer Module in der Praxis ohne zusätzlichen Adapter begrenzt.
30 dB angegeben, bis zu 49 dB tatsächlich bei voller Ladung
Der vom Hersteller genannte Wert von 30 dB stimmt, gilt aber nur unter einer Last von weniger als 600 W. Sobald die Station im TurboBoost lädt oder nahe ihrer maximalen Leistung arbeitet, steigt der Pegel auf 48 bis 49 dB(A) auf einen Meter, eine Obergrenze, die sich zwischen Schnellladung und Entladung bei 1800 W nicht verändert.
Positiv ist, dass diese Obergrenze auch bei voller Last nicht weiter steigt: die Lüfter werden thermisch gesteuert und gehen darüber nicht hinaus. In einem Einzelfall lief der Lüfter auch bei sehr geringer Last (rund 15 W) nahezu ununterbrochen, im Widerspruch zum sonst beschriebenen Verhalten: eher im Auge zu behalten als zu verallgemeinern, da es sich um einen einzelnen Fall handelt.
An der Oberfläche wird die Station nicht bedenklich warm: rund 38 bis 45 °C nach 30 Minuten bei voller Leistung, bei einer Umgebungstemperatur von 25 °C.
Nur zwei Steckdosen, und ein Standby-Verbrauch, den man im Blick behalten sollte
Mit nur zwei Steckdosen braucht die Elite 100 V2 mitunter eine Mehrfachsteckdose, um mehrere Geräte gleichzeitig anzuschließen, während ein Teil der direkten Konkurrenz das Dreifache bietet. Der Rest der Anschlüsse bleibt großzügig: zwei USB-C-Anschlüsse (einer davon mit 140 W), zwei USB-A-Anschlüsse und zwei DC-Ausgänge.
Bei eingeschalteter Steckdosenausgabe ohne angeschlossenes Gerät verbraucht die Station je nach Modus zwischen 10 und 16 W, mit einem Spitzenwert von rund 13 W im Modus der erweiterten Zeitsteuerung. Das ist über mehrere Tage Standby nicht vernachlässigbar, auch wenn ein Energiesparmodus existiert, um diesen Verbrauch zu senken.
Ein echter Anlauffehler bei Kompressorlasten zum Marktstart, seither behoben
Zum Marktstart betraf ein reales und reproduzierbares technisches Problem den Anlauf mancher kleiner Kompressor-Kühl- und Gefrierschränke: das Gerät tat sich beim Start schwer, die Innenbeleuchtung des Kühlschranks flackerte, und die von der Station angezeigte Leistung wich deutlich von der tatsächlich aufgenommenen Leistung ab.
Das Phänomen betraf gezielt kleine Lasten mit klassischem Kompressor, nicht aber große Geräte oder Inverter-Kompressoren, die von Anfang an normal funktionierten. Ein Firmware-Update hat dieses Verhalten für die betroffenen Lasten seither behoben, nachdem es zunächst als Testversion auf einem Teil der Geräte verteilt und danach allgemein ausgerollt wurde.
Endgültige Abschaltungen und eine zwiespältige Firmware
Ein zweiter, vom ersten unabhängiger Fehlergrund betrifft einen Teil der im Umlauf befindlichen Geräte: ein vollständiger und endgültiger Stillstand der Station, ohne Neustart über die Taste oder die App. In einem Fall dauerte es über einen Monat, bis ein autorisiertes Reparaturzentrum nach dem Warten auf Ersatzteile eine Diagnose stellen konnte.
Weitere Firmware-Updates haben genauso störende, umgekehrte Verhaltensweisen eingeführt: unmöglich, das Gerät durch langes Drücken auszuschalten, oder im Gegenteil eine Weigerung, nach einem Update neu zu starten, wobei als einziger Ausweg blieb, eine Energiequelle am Solareingang anzuschließen, um das Gerät zu wecken.
Es existiert keine öffentliche Ausfallstatistik, und die Gesamtbewertungen auf den Märkten, auf denen sie vorliegen (rund 4,5 bis 4,7 von 5), deuten nicht auf eine massive Ausfallhäufung hin. Diese Fälle bleiben dennoch real, ohne dass sich ihre genaue Häufigkeit beziffern lässt.
5 Jahre Garantie angegeben, ein zu klärender Punkt in der offiziellen Dokumentation
Die fünf Jahre Garantie, die in den Produktblättern genannt und auf den Verkaufsseiten bestätigt werden, weisen einen merkwürdigen Punkt auf: die offizielle Herstellerseite, die die Garantiedauer je Modell auflistet, nennt dieses genaue Produkt nicht, sondern nur ältere Modelle der Reihe. Diese Dauer steht also nicht schriftlich an der erwarteten Stelle.
Ein positiver Punkt: für die Standardgarantie ist keine Produktregistrierung nötig, das Kaufdatum auf dem Kaufbeleg genügt. Die für andere Produkte der Marke angebotene Garantieverlängerung ist für dieses Modell dagegen ausdrücklich nicht verfügbar.
Drei Namensfallen, die man vor dem Kauf kennen sollte
Der Name „Elite 100 V2“ deckt mehrere Realitäten ab, die man besser unterscheidet, bevor man Preise oder Einschätzungen vergleicht.
Es gibt eine Version „Bio-based“ mit elektrisch strikt identischen Spezifikationen, nur das Gehäusematerial ändert sich (biobasierter Kunststoff). Beide Versionen lassen sich technisch also uneingeschränkt vergleichen.
Die „Premium 100 V2“ dagegen, oft im Geschäft direkt daneben präsentiert, ist ein anderes Modell mit einer höher angegebenen Leistung. Die beiden beim Preis- oder Datenvergleich nicht verwechseln.
Auf dem japanischen Markt schließlich wird genau dasselbe Produkt unter einem völlig anderen Namen verkauft, was die scheinbare Seltenheit japanischer Einschätzungen unter dem in Europa verwendeten Namen erklärt.
Gegenüber Wettbewerbern vergleichbarer Kapazität um 1000 bis 1070 Wh hebt sich die Elite 100 V2 durch ihren großzügigen Solareingang und einen Wirkungsgrad ab, der zu den besten ihrer Klasse zählt, verliert aber bei der Zahl der Steckdosen und beim Katalogpreis, der spürbar über dem auf dem Markt beobachteten Preis liegt.
Für wen sie geeignet ist, und für wen nicht
Sie eignet sich für alle, die ein kompaktes, einhändig tragbares Format suchen, für Camping, mobiles Arbeiten unterwegs oder eine gelegentliche Notstromversorgung zu Hause, mit gutem Wirkungsgrad und schneller Ladung bei aktiviertem passenden Modus. Ihre USV-Funktion, die an einem Arbeitsplatz-PC ohne spürbare Unterbrechung arbeitet, macht sie zu einer verlässlichen Basis zum Schutz empfindlicher Geräte.
Weniger geeignet ist sie für alle, die mehr als zwei Netzgeräte gleichzeitig anschließen müssen, ein großes Haushaltsgerät dauerhaft versorgen wollen, oder sie als Kühlschrank-Notstromversorgung einsetzen wollen, ohne vorher zu prüfen, ob die Firmware aktuell ist.



