Akkus und vernetzte Powerstations: Welche Daten sammeln ihre Apps wirklich?

EcoFlow, Anker, Bluetti, Jackery, Ugreen oder DJI Power: Ihre Begleit-Apps steuern unsere Akkus per Bluetooth, WLAN und manchmal über die Cloud. Wir zeigen, welche Daten wirklich gesammelt werden, was die DSGVO dazu sagt, und mit welchen Einstellungen Sie die Kontrolle zurückgewinnen.

Smartphone mit einer App zur Steuerung eines vernetzten Akkus neben einer tragbaren Powerstation

Welche Apps sind überhaupt betroffen?

EcoFlow, Anker (Solix-Reihe), Bluetti, Jackery, Ugreen oder DJI Power: Fast jeder Hersteller von Powerbanks und Powerstations bietet heute eine Begleit-App an. Ihre offizielle Aufgabe ist praktisch: den Ladezustand in Echtzeit anzeigen, Lade- und Entladezyklen programmieren, nachts einen stillen Modus aktivieren oder ein Firmware-Update ohne Kabel aufspielen.

Technisch gesehen bestehen zwei Ebenen. Die erste ist Bluetooth Low Energy (BLE), eine lokale Verbindung mit kurzer Reichweite zwischen Smartphone und Gerät: Sie erlaubt es, eine EcoFlow Delta 2 oder eine Anker Solix C1000 auch ohne Internetverbindung zu steuern, etwa in einem abgelegenen Wohnmobil. Die zweite ist WLAN mit Cloud-Konto: Sobald das Gerät mit dem heimischen Netzwerk verbunden und ein Konto angelegt ist, schaltet man die Fernsteuerung frei (vom Büro aus, im Urlaub) sowie die Synchronisierung mehrerer Geräte. Diese zweite, funktional reichere Ebene ist auch diejenige, über die mehr Daten an die Server des Herstellers übertragen werden.

Anders gesagt: Nicht jede App sammelt gleich viele Daten, und der gewählte Modus (nur Bluetooth oder Cloud-Konto) entscheidet konkret darüber, was das Gerät wirklich verlässt.

Welche Daten sammeln diese Apps wirklich?

In ihren jeweiligen Datenschutzerklärungen unterscheiden diese Hersteller in der Regel vier große Datenkategorien. Hier, was sich wirklich dahinter verbirgt.

Kontodaten

E-Mail-Adresse, Passwort (normalerweise gehasht gespeichert, nie im Klartext), manchmal eine Telefonnummer für die Zwei-Faktor-Authentifizierung, sowie die bei der Registrierung gewählte Sprache oder das Land. Nichts Gerätespezifisches an dieser Stelle: Das sind die klassischen Daten jedes Benutzerkontos.

Technische Produktdaten

Seriennummer, Firmware-Version, Ladezustand, Anzahl der Ladezyklen, momentane Ein- und Ausgangsleistung, Innentemperatur, Verlauf der erzeugten oder verbrauchten Energie (nützlich bei Stationen, die mit einem Solarpanel gekoppelt sind). Diese Daten dienen vor allem der Diagnose, der Garantieabwicklung und der Produktverbesserung.

Nutzungstelemetrie der App

Häufigkeit des App-Aufrufs, tatsächlich genutzte Funktionen, Absturzberichte, Smartphone-Modell und Betriebssystemversion. Das ist klassische Software-Telemetrie, vergleichbar mit der jeder anderen Verbraucher-App.

Standortdaten: der heikelste Punkt

Hier unterscheiden sich die Praktiken der Marken am stärksten. Manche Apps fragen die Standortberechtigung für eine konkrete, offengelegte Funktion ab: lokale Wettervorhersagen zur Optimierung eines Solarpanels, oder eine Funktion „Gerät wiederfinden“. Andere begnügen sich mit einer groben Standortbestimmung (Land, Zeitzone), die aus der IP-Adresse abgeleitet wird, ohne je die GPS-Berechtigung des Telefons abzufragen. In jedem Fall ist diese Berechtigung für die Grundfunktionen (Laden, Entladen, Überwachung des Ladezustands) nie zwingend erforderlich: Sie kann verweigert werden, ohne dass etwas Wesentliches verloren geht.

Gut zu wissen Eine Powerstation, die nur per Bluetooth gesteuert wird, ohne angelegtes Konto und ohne aktiviertes WLAN, überträgt praktisch keine Daten an die Server des Herstellers: Der Austausch bleibt lokal, zwischen Smartphone und Gerät, auf wenige Meter begrenzt.

Warum werden diese Daten überhaupt gesammelt?

Diese Datenerfassung ist nicht grundsätzlich verdächtig: Meist steckt ein reales, dokumentiertes Bedürfnis dahinter.

  • Kundendienst und Garantie: Bei einem Defekt erlaubt der technische Verlauf (Zyklen, Temperaturen, Fehlercodes) dem Support, aus der Ferne zu diagnostizieren, ohne dass das Gerät eingeschickt werden muss.
  • Produkt- und Firmware-Verbesserung: Aggregierte Nutzungsdaten helfen Herstellern, Fehler zu beheben oder Ladekurven anzupassen.
  • Sicherheit: Eine erkannte thermische oder Spannungsanomalie kann einen Alarm auslösen, bevor ein Vorfall eintritt, was zumindest eine gelegentliche Übermittlung dieser Messwerte voraussetzt.
  • Marketing und Analyse-SDKs Dritter: Das ist der am wenigsten transparente Bereich. Manche Apps binden Software-Entwicklungskits (SDKs) von Drittanbietern für Statistik- oder Werbezwecke ein, deren Existenz meist nur im Kleingedruckten der Datenschutzerklärung auftaucht, selten auf dem Berechtigungsbildschirm.

Die richtige Frage lautet also nicht „Sammeln sie Daten?“ (die Antwort ist fast immer Ja), sondern „Zu welchem konkreten Zweck, und kann ich das überprüfen und begrenzen?“

Was sagt die DSGVO zu diesen Praktiken?

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt, sobald ein Hersteller personenbezogene Daten eines EU-Bürgers verarbeitet, unabhängig davon, in welchem Land der Firmensitz liegt. Eine chinesische oder amerikanische Marke, die eine Powerstation an eine Privatperson in Deutschland, Frankreich oder Österreich verkauft, unterliegt daher vollständig der DSGVO, sobald sie deren Daten über die App oder den zugehörigen Cloud-Dienst verarbeitet.

Jede Verarbeitung muss auf einer konkreten Rechtsgrundlage beruhen: meist die Vertragserfüllung (den gekauften Dienst funktionsfähig machen), das berechtigte Interesse des Herstellers (Sicherheit, Betrugsprävention), oder, für alles, was über den reinen Produktbetrieb hinausgeht (Marketing, Weitergabe an Dritte), die ausdrückliche Einwilligung der Nutzerin oder des Nutzers, die jederzeit widerrufbar ist.

DatentypKonkretes BeispielWahrscheinlichste RechtsgrundlageIhr Hebel
KontoE-Mail, PasswortVertragserfüllungEigene Adresse, einmaliges Passwort
Technische ProduktdatenZyklen, Temperatur, LadezustandVertrag / berechtigtes InteresseSchwer zu verweigern ohne Verlust der Überwachung
NutzungstelemetrieGenutzte Funktionen, AbsturzberichteBerechtigtes InteresseMeist in den Einstellungen abschaltbar
StandortdatenGPS-Position, IP-AdresseEinwilligungIn den meisten Fällen verweigerbar
Marketing / SDKs DritterWerbestatistikenEinwilligungVerweigerbar, oft über einen eigenen Schalter

Die DSGVO gewährt jeder Nutzerin und jedem Nutzer anschließend durchsetzbare Rechte gegenüber dem Hersteller: das Auskunftsrecht (eine Kopie der gespeicherten Daten erhalten), das Recht auf Berichtigung, das Recht auf Löschung („Recht auf Vergessenwerden“, das auch nach Ablauf der Garantie ausgeübt werden kann), das Recht auf Datenübertragbarkeit (die eigenen Daten in einem wiederverwendbaren Format erhalten) sowie das Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung zu Marketingzwecken. Der Hersteller hat grundsätzlich einen Monat Zeit, um auf eine Anfrage zu antworten, über die in der Datenschutzerklärung angegebene Adresse oder den Datenschutzbeauftragten (DPO).

Wie lässt sich die Datenerfassung begrenzen, ohne nützliche Funktionen zu verlieren

Man muss nicht auf die praktischen Funktionen einer App verzichten, um wieder die Kontrolle über die Datenerfassung zu übernehmen. Ein paar Einstellungen, die beim ersten Start oft ignoriert werden, genügen bereits.

  • Berechtigungen bei der Installation überprüfen: Sowohl unter Android als auch unter iOS den Standortzugriff verweigern, wenn er für den vorgesehenen Zweck nicht unerlässlich ist (er lässt sich jederzeit nachträglich in den Telefoneinstellungen ändern).
  • Wenn möglich nur Bluetooth bevorzugen: Bietet das Gerät einen lokalen Steuerungsmodus ohne Kontoerstellung und ohne WLAN-Verbindung an, ist das die datensparsamste Option.
  • Analysefunktionen und Marketing-Weitergabe deaktivieren: Die meisten aktuellen Apps bieten in einem Menü „Datenschutz“ einen Schalter, um nicht notwendige Nutzungsstatistiken und die Weitergabe an Dritte abzustellen.
  • Push-Benachrichtigungen begrenzen: Über den Datenschutz hinaus ist jede aktivierte Benachrichtigung ein zusätzlicher Kommunikationskanal; nur die wirklich nützlichen behalten (Ladeende, Sicherheitswarnung).
  • Eine eigene E-Mail-Adresse verwenden: Das verhindert, dieses Konto mit der andernorts genutzten Hauptidentität zu verknüpfen, und erleichtert eine spätere Löschanfrage.
Der Profi-Tipp Erledigen Sie diese Auswahl direkt nach der ersten Kopplung, solange die App noch den Willkommensbildschirm und ihre Standardeinstellungen zeigt. Ist das Gerät erst einmal eingerichtet, wird das Datenschutzmenü kaum noch geöffnet.

Was das bei der Wahl eines vernetzten Akkus ändert

Die Frage der Datenerfassung verdient einen Platz unter den Auswahlkriterien für eine vernetzte Powerstation oder eine Powerbank, ebenso wie Kapazität oder Ausgangsleistung. Zwei Punkte lohnen sich vor dem Kauf zu prüfen: Funktioniert das Gerät vollständig über lokales Bluetooth, ohne dass ein Cloud-Konto Pflicht ist? Und ist die Datenschutzerklärung der Marke leicht auffindbar und klar formuliert, statt in endlosen Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt?

Unsere Produktseiten zu den beliebtesten Modellen vermerken, wenn ein lokaler Steuerungsmodus vorhanden ist. Das ist neben den üblichen technischen Kriterien ein echtes Sicherheitsmerkmal für ein ruhiges Gewissen.

In diesem Artikel erwähnte Produkte

EcoFlow Delta 2

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Mit 1024 Wh erweiterbar auf 3 kWh, 1800 W Ausgangsleistung und einer Aufladung von 0-80 % in 50 Minuten versorgt die EcoFlow Delta 2 fast alle Ihre Geräte.

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Mit 1024 Wh, 2000 W Ausgang und einer vollen Aufladung in 49 Minuten via HyperFlash ist die Anker Solix C1000 Gen 2 eine der am schnellsten ladenden Stationen am Markt.

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Leistungsstark und leise: Die DJI Power 1000 liefert 2200W aus 1024Wh, lädt in 50 Minuten auf 80 % und bleibt unter 23 dB. Die ideale Power Station für mobile Kreative.

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Häufige Fragen

Nein, in den allermeisten Fällen nicht. Eine genaue GPS-Ortung wird nur für punktuelle Funktionen wie das Wiederfinden eines Geräts oder eine genauere Solar-Wettervorhersage abgefragt, und diese Berechtigung kann verweigert werden, ohne dass das Laden oder die Überwachung des Ladezustands beeinträchtigt wird.

Bei den meisten aktuellen Modellen ja: Die Grundsteuerung (Ladezustand, Ausgänge aktivieren, einfache Programmierung) funktioniert per lokalem Bluetooth ohne Konto. Ein Cloud-Konto ist nur für die Fernsteuerung außerhalb der eigenen vier Wände nötig.

Eine schriftliche Anfrage über das Kontaktformular oder die in der Datenschutzerklärung der App angegebene Adresse senden, mit dem Hinweis, dass es sich um ein Löschbegehren nach der DSGVO handelt. Der Hersteller hat grundsätzlich einen Monat Zeit, um zu antworten.

Ja. Die DSGVO gilt, sobald ein Unternehmen personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeitet, unabhängig davon, wo das Unternehmen selbst niedergelassen ist. Eine chinesische oder amerikanische Marke, die in Deutschland oder Frankreich verkauft, bleibt für ihre Apps an diese Regeln gebunden.

Das sind Informationen darüber, wie die App genutzt wird: Häufigkeit des Öffnens, aufgerufene Funktionen, eventuelle Absturzberichte, Smartphone-Modell. Diese Daten betreffen die Software, nicht direkt das physische Gerät, und lassen sich oft in einem Datenschutzmenü abschalten.

Quellen: