Wie viel verbraucht eine Internetbox wirklich?
Ein einzelner Router oder ein Modem (bzw. ONT) liegt im Normalbetrieb meist zwischen 5 und 15 W. Eine kombinierte Box, die Modem, WLAN-Router und manchmal auch einen TV-Receiver in einem Gerät vereint, liegt eher bei 10 bis 20 W. Kommt ein WLAN-Repeater oder ein zusätzlicher Mesh-Punkt hinzu, rechnen Sie noch einmal 3 bis 8 W pro Gerät.
Diese Größenordnungen sind keine groben Schätzungen: Die EU-Verordnung zur Bereitschaftsleistung vernetzter Geräte (Verordnung (EU) 2023/826) begrenzt den Netzwerkbereitschaftsverbrauch von Routern, Modems und WLAN-Zugangspunkten, der sogenannten Kategorie „hohe Netzwerkverfügbarkeit“, heute auf 12 W, ab 2027 auf 7 W. Im aktiven Betrieb bleibt der reale Verbrauch in derselben Größenordnung: Diese Geräte enthalten schlicht nichts Leistungshungriges, keinen Lüfter, keinen Motor, kein Heizelement.
Der Anschluss, der alles verändert: den Wechselrichter umgehen
Fast jeder Heimrouter und jede Internetbox wird über ein Netzteil versorgt, das intern Gleichstrom niedriger Spannung liefert, meist 12 V. Das ist seit den ersten Routergenerationen der Branchenstandard, mit Hohlsteckernetzteilen, die je nach Modell zwischen 5 und 19 V liegen.
Wird das originale Netzteil an die 230-V-Steckdose einer Station angeschlossen, läuft der Strom über den Wechselrichter, der den Gleichstrom der Zellen in Wechselstrom umwandelt, nur damit das Netzteil ihn für den Router gleich wieder in Gleichstrom zurückverwandelt: zwei Umwandlungen, zwei Verluste, für ein Gerät, das nie Wechselstrom gebraucht hätte. Unser Dossier zur tatsächlich nutzbaren Kapazität hat das bereits beziffert: Allein das Aktivieren des Wechselrichters kostet rund dreißig Watt, ein gewaltiger Anteil bei einem 15-W-Router und kaum der Rede wert bei einem 2.000-W-Wasserkocher.
Die Lösung ist einfach: den 12-V-Ausgang der Station (die Kfz-Steckdose) mit einem zum Router-Anschluss passenden Adapterkabel nutzen, statt der Schuko-Steckdose mit dem Originalnetzteil. Der Gleichstrom der Station versorgt dann die Elektronik des Routers direkt, ganz ohne Wechselrichter dazwischen.
Wie lange, ganz konkret?
Für einen 15-W-Router liefern vier Stationen aus unserem Katalog Folgendes an ihrem 12-V-Ausgang:
| Preis | Angegebene Kapazität | Laufzeit am 12-V-Ausgang | |
|---|---|---|---|
| Anker Solix C300 | 229,99 € | 288 Wh | ≈ 17 Std. |
| EcoFlow River 3 Plus | 299 € | 286 Wh | ≈ 16 Std. 40 |
| Fossibot F1200 | 429 € | 1.024 Wh | ≈ 64 Std. 50 (2,7 Tage) |
| EcoFlow Delta 3 Plus | 849 € | 1.024 Wh | ≈ 61 Std. 55 (2,6 Tage) |
Die erste Erkenntnis: Die günstigste Station der Tabelle, für 230 €, hält bereits eine ganze Nacht und einen guten Teil des nächsten Tages durch. Es braucht keine für Baustelle oder Wohnmobil ausgelegte Station, wenn das einzige Ziel ist, das Internet während eines Stromausfalls am Laufen zu halten. Die zweite: Bei einem mehrtägigen Ausfall hält eine Station unter 450 € allein für diese Aufgabe fast drei volle Tage durch.
Um das auf Ihr eigenes Gerät anzupassen (eine 10-W-Box hat andere Anforderungen als ein 25-W-Businessrouter), rechnet unser Laufzeitrechner genau dieselbe Formel durch, Ausgang für Ausgang, mit einem Router bereits standardmäßig auf 15 W eingestellt.
Das eigentliche Kriterium: Umschaltgeschwindigkeit, nicht Kapazität
Ist die Laufzeit geklärt, zählt ein anderer Punkt mehr als die Akkugröße: wie schnell die Station zwischen Netz und Batterie umschaltet. Bei einem Stromausfall übernimmt eine im USV-Modus (UPS) laufende Station die Versorgung innerhalb von Millisekunden, ohne den Router je vom Strom zu trennen. Eine Station ohne diese Funktion oder mit langsamer Umschaltung lässt die Versorgung des Routers für einen Sekundenbruchteil einbrechen, genug für einen kompletten Neustart, der oft ein bis zwei Minuten dauert, bis die Verbindung wieder steht, deutlich länger als der Ausfall selbst.
Alle vier oben genannten Stationen schalten in 10 Millisekunden um, komfortabel unter der Schwelle, die einen Router aus der Verbindung werfen würde. Das ist der Wert, den man für diesen speziellen Einsatz zuerst prüfen sollte, noch vor der Kapazität: Eine große Station ohne schnelle Umschaltung schützt Ihre Verbindung schlechter als eine kleine, die dieses Merkmal besitzt.
Und der Rest der Verbindung?
Die Box am Laufen zu halten bringt wenig, wenn Computer, Bildschirm oder NAS, die sie nutzen, gleichzeitig ausgehen. Wer während des Ausfalls arbeitet, findet auf unserer Homeoffice-Seite im Detail, was zusätzlich zur Station nötig ist, um einen ganzen Arbeitstag online zu bleiben. Für einen Ausfall, der den gesamten Haushalt betrifft, über die reine Verbindung hinaus, decken unsere Seite zu Powerstations für Stromausfälle und unser vollständiger Ratgeber zu Stromausfällen Beleuchtung, Kühlung und elektrische Sicherheit ab.



