Was die angegebenen 37 Wh wirklich wert sind
Die nominalen 37 Wh der Nexode 55W kommen nie vollständig am USB-Ausgang an. Eine detaillierte Messung ermittelt je nach Entladerate eine Energieabgabe von 29,3 bis 29,9 Wh, was den Wirkungsgrad auf rund 82 % setzt. Eine zweite, unabhängige Messung mit einem anderen Protokoll kommt zu einem sehr ähnlichen Ergebnis von rund 81 %.
Dieser Wert stellt die Nexode 55W deutlich über den Marktdurchschnitt für einen externen Akku dieses Formats, wo 60 bis 70 % Energieabgabe die Norm bleiben.
Die Ausgangsleistung, gehalten an einem einzelnen Port
An einem einzeln genutzten Port hält die Nexode 55W ihr Versprechen: Eine eingehende Messung ermittelt 54 W effektiv, sehr nahe an den angegebenen 55 W. Dieser Höchstwert wird jedoch nur mit einem Smartphone erreicht, das mit dem proprietären Schnellladeprotokoll von Xiaomi kompatibel ist; bei allen anderen Geräten liegt die reale Grenze bei 45 W im Standard-USB-PD, was für dieses Format weiterhin eine hohe Leistung darstellt.
Der USB-A-Port liefert seinerseits 22,5 W gemessen, ein Wert über dem, was die Verkaufsdokumentation teils angibt, was zugunsten des Produkts spricht statt dagegen.
Die gleichzeitige Ladung an mehreren Ports
Wie bei anderen Modellen derselben Reihe ist die gleichzeitige Ladung mehrerer Geräte stark eingeschränkt: Der Hersteller gibt in seiner offiziellen Dokumentation selbst an, dass die gesamte Ausgangsleistung auf 15 W fällt, sobald zwei oder drei Ports gleichzeitig genutzt werden, unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Geräte. Eine unabhängige Messung ermittelt ein etwas besseres Ergebnis von rund 20 W insgesamt, doch der Abstand zu den 54 W, die an einem einzelnen Port verfügbar sind, bleibt beträchtlich.
Die Ladung an mehreren Ports eignet sich also für kleine Geräte oder eine langsame Zusatzladung, nicht für die gleichzeitige Schnellladung zweier leistungshungriger Geräte.
Die Ladung des Akkus, langsamer und unregelmäßiger als angegeben
Das ist der problematischste Punkt des Produkts. Die offizielle Dokumentation nennt eine vollständige Ladung in zwei Stunden mit einem passenden Ladegerät, doch die tatsächlich gemessene Eingangsleistung bleibt bei rund 34 bis 35 W stehen, nicht bei 45 W. Eine Messung mit einem dedizierten 100-W-Ladegerät ergibt eine vollständige Ladung in 1 h 32, bei durchgehend gehaltener Leistung ohne Abfall. Eine andere Messung, durchgeführt mit gängigen Ladegeräten mit 67 und 100 W, ermittelt eine deutlich niedrigere Eingangsleistung zwischen 16 und 19 W, bei einer vollständigen Ladung in rund 2 h 30.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Ergebnissen erklärt sich wahrscheinlich durch die Aushandlung des Schnellladeprotokolls, die nicht bei allen Fremdladegeräten gleich abläuft. Konkret ist die Ladezeit dieses Akkus nicht garantiert: Sie hängt stark vom verwendeten Ladegerät ab, was bei den besten Produkten dieses Formats selten der Fall ist.
Das integrierte Kabel
Das im Gehäuse integrierte USB-C-Kabel erspart die Suche nach einem separaten Kabel, ein echter Vorteil im Alltag. Seine Länge von rund 22 cm wird im Gebrauch dagegen als kurz empfunden: Es wird schwierig, das Smartphone während der Ladung in der Hand zu halten, anders als bei einem klassischen, längeren Kabel.
Das Format, kompakt für seine Leistung
Mit 249 g bei 10.000 mAh und bis zu 55 W Ausgangsleistung bleibt die Nexode 55W ein kompaktes Format, beschrieben als kleiner als ein großes Smartphone. Das ist ein klar positiver Punkt dieses Produkts, im Gegensatz zu einigen kapazitätsstärkeren Modellen derselben Marke, die bei vergleichbarer Leistung deutlich schwerer ausfallen.
Die Erwärmung bei anhaltender Ladung
Mehrere unabhängige Rückmeldungen melden eine spürbare Erwärmung des Gehäuses bei anhaltender Ladung mit voller Leistung, so stark, dass die Herstellerdokumentation selbst empfiehlt, das Gerät während der Ladung frei liegen zu lassen. Eine Prüfung an einem Notebook ermittelt nach rund dreißig Minuten durchgehender Ladung einen Leistungsabfall von 45 auf etwa 22 W, was zu einem Hitzeschutz passt, der zur Begrenzung des Temperaturanstiegs aktiviert wird.
Die Zuverlässigkeit, noch wenig dokumentiert
Das Produkt ist zu neu, seit März 2026 im Handel, als dass Erfahrungswerte über mehrere Monate oder Jahre vorliegen könnten. Eine einzelne Rückmeldung berichtet von einer defekt erhaltenen und zurückgesendeten Einheit, ohne dass sich dieser Fall in den übrigen eingesehenen Rückmeldungen wiederholt. Kein Sicherheitsvorfall und keine Aufblähung wurden gemeldet.
Der tatsächlich festgestellte Preis
Der offiziell angezeigte Preis liegt bei 59,99 €, doch der beim Partner tatsächlich festgestellte Preis liegt üblicherweise zwischen 35,98 € und 39,98 €, also rund ein Drittel darunter. Ein Unterschied dieser Größenordnung verändert das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich: Zum vollen Preis behauptet sich das Produkt angesichts seiner Ladeeinschränkungen schwächer, wird aber zum tatsächlich praktizierten Preis deutlich interessanter.



