Was die angegebenen 74 Wh wirklich wert sind
Die nominalen 74 Wh der Nexode 45W kommen nie vollständig am USB-Ausgang an, dem entkommt kein externer Akku. Was dieses Modell auszeichnet, ist das Ausmaß der erzielten Energieabgabe: Eine detaillierte Messung ermittelt 12.940 mAh, die bei 5 V abgegeben werden, verglichen mit den 13.000 mAh, die der Hersteller selbst für diesen genauen Ausgang angibt, also rund 64,7 Wh nutzbare Energie. Eine zweite, im Protokoll weniger detaillierte Messung setzt die gesamte Energieabgabe bei 89 % der nominalen Kapazität an. Beide Werte laufen auf eine Zahl hinaus, die deutlich über dem liegt, was die meisten externen Akkus dieses Formats erreichen, wo 60 bis 70 % Energieabgabe die Norm bleiben.
Die wahrscheinlichste physikalische Erklärung liegt in der internen Architektur: Das Pack besteht aus zwei in Reihe geschalteten Zellen, was die Pack-Spannung näher an die 5-V-Ausgangsspannung bringt und die Wandlungsverluste begrenzt. Eine Einzelzellenarchitektur, auf diesem Format häufiger, muss die Spannung deutlich stärker anheben und verliert dabei in der Regel mehr.
Die gehaltene Leistung an einem einzeln genutzten Port
An einem einzeln genutzten Port hält die Nexode 45W ihr Versprechen, und sogar etwas darüber hinaus. Das integrierte Kabel liefert zwischen 47 und 48 W gemessen, der zweite USB-C-Port zwischen 42 und 47 W, und der USB-A-Port zwischen 22,5 und 25 W, je nach angeschlossenem Gerät. Die PPS-Aushandlung funktioniert im Bereich von 5 bis 11 V bei 5 A, was die Samsung-Schnellladung abdeckt.
Eine Messung direkt an einem Notebook, dessen Port 100 W verlangt, hat gezeigt, dass sich die Aushandlung korrekt an die verfügbare Leistung anpasst: Das Gerät begnügt sich mit dem, was der Akku liefern kann, ohne dass die Ladung abbricht.
Die Ladung von drei Geräten, und was sie wirklich wert ist
Das zentrale Argument dieses Produkts, das sogar bis in seinen Handelsnamen hineinreicht, ist die gleichzeitige Ladung von drei Geräten. Die technische Dokumentation des Herstellers hält jedoch schwarz auf weiß fest, dass die insgesamt verfügbare Leistung auf 15 W fällt, sobald zwei oder drei Ports gleichzeitig genutzt werden, unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Geräte.
Zwei unabhängige Messungen bestätigen diesen Wert und schlüsseln die Verteilung auf: Bei zwei angeschlossenen Geräten erhält jeder Port nur noch rund 7,3 bis 7,5 W, bei drei Geräten rund 5 W pro Port. Ein Smartphone, das allein mit 45 W lädt, fällt also auf unter 8 W, sobald ein zweites Gerät hinzukommt, fast sechsmal weniger.
Die gleichzeitige Ladung von drei Geräten eignet sich also nur für kleine Geräte, Ohrhörer oder eine Smartwatch, oder für eine langsame Zusatzladung. Um zwei Smartphones gleichzeitig schnell zu laden, bleibt nur ein Port nach dem anderen die einzige Option, die das Versprechen von 45 W hält.
Das Verhalten bei anhaltender Ladung mit hoher Leistung
Das Verhalten bei anhaltender Ladung mit hoher Leistung, oberhalb von 40 W, ist nicht einheitlich dokumentiert. Eine Messung verzeichnet einen Leistungsabfall von 45 auf rund 33 W nach einem Temperaturanstieg des Gehäuses auf nahezu 55 °C an der Oberfläche, ein klassisches Throttling zum Hitzeschutz. Eine andere Messung, durchgeführt an einem Notebook bei anhaltender Ladung, verzeichnet ein deutlicheres Verhalten: eine vollständige Abschaltung des Ausgangs nach 15 bis 20 Minuten anhaltender Ladung, wobei das Kabel ab- und wieder angesteckt werden muss, um fortzufahren, ein Zyklus, der sich danach wiederholt.
Die beiden Messungen betreffen weder dasselbe Ladegerät noch denselben Zeitraum, mehrere Monate liegen dazwischen, was den Unterschied durch eine Firmware-Änderung oder eine Abweichung zwischen Fertigungslosen erklären könnte. Der gemeinsame Punkt bleibt deutlich: Anhaltende Ladung mit voller Leistung löst einen Hitzeschutz aus, der die Ladung verschlechtert oder unterbricht, ein Punkt, den man kennen sollte, bevor man sich bei einer langen Sitzung auf diesen Akku verlässt, um ein leistungshungriges Notebook zu laden.
Die Ladung des Akkus selbst
Die Powerbank lädt sich mit einem passenden Ladegerät vollständig in 3 h 24 bis 3 h 40, ein Ergebnis im Rahmen der vom Hersteller angegebenen „bis zu 4 Stunden", teils sogar etwas schneller.
Das integrierte Kabel: praktisch, aber kein Griff
Das integrierte USB-C-Kabel, vom Hersteller als Trageschlaufe beworben, beschränkt sich in der Praxis auf eine einfache Schlaufe, die das Kabel verstaut, ohne je einen echten Griff zu ersetzen: Sie hakt sich leicht aus und ist nicht dafür ausgelegt, das Gerät hängend zu tragen. Der eigentliche Vorteil liegt woanders, nämlich darin, nie ein separates Kabel suchen zu müssen, mit einem gemessenen Spannungsabfall von nur 2,1 % bei voller Ladung, ein solides Ergebnis.
Die Kehrseite eines fest verbauten Kabels ist strukturell: Bei Verschleiß oder Ausfall des Kabels lässt es sich nicht unabhängig vom restlichen Gerät ersetzen, anders als bei einem Akku mit abnehmbarem Kabel.
Das Gewicht, der meistgenannte Punkt in den Bewertungen
Mit 468 g bei 20.000 mAh zählt die Nexode 45W zu den schwersten Akkus ihrer Kapazitätsklasse, und das ist die am häufigsten wiederkehrende Anmerkung, auch in sonst positiven Bewertungen. Akkus vergleichbarer Kapazität mit kompakteren Architekturen bleiben deutlich unter 300 g, allerdings zum Preis einer bescheideneren Ausgangsleistung. Der hier gewählte Kompromiss bevorzugt eindeutig die Leistung gegenüber der Tragbarkeit.
Die Zuverlässigkeit über die Zeit
Rückmeldungen verifizierter Käufer auf dem französischen Markt zeigen ein Muster, das mit auffallender Häufigkeit wiederkehrt: einen Funktionsausfall, des Kabels oder des Akkus selbst, zwischen ein und vier Monaten Nutzung. Keine dieser Rückmeldungen erwähnt eine Aufblähung oder einen Sicherheitsvorfall, und mehrere sprechen von einer Erstattung oder einem Austausch, der ohne Schwierigkeiten über den Kundendienst erfolgte. Das Signal ist ernst zu nehmen, ohne alarmierend zu sein: Es handelt sich um einen auf mehreren unabhängigen Einheiten dokumentierten Funktionsfehler, kein Sicherheitsproblem.
Der tatsächlich festgestellte Preis
Der offiziell angezeigte Preis liegt bei 34,99 €, doch der beim Partner tatsächlich festgestellte Preis fällt auf 29,99 €, also rund 14 % weniger. Ein Unterschied dieser Größenordnung sollte vor dem Kauf bekannt sein: Zu diesem Preis wird das Verhältnis von Leistung zu Preis deutlich günstiger als zum vollen Preis.



