140 W, aber nur an einem Anschluss und nicht dauerhaft
Die namensgebende Zahl 140 W entspricht der maximalen Leistung, die an einem der beiden Haupt-USB-C-Anschlüsse (C1 oder C2) verfügbar ist, wenn dieser allein genutzt wird. Das ist eine echte Spitzenleistung, keine schöngerechnete Zahl: Mit einem aktuellen 16-Zoll-MacBook-Pro und dem mitgelieferten Kabel wird dieser Wert tatsächlich erreicht.
Zwei Einschränkungen relativieren die praktische Tragweite dieser Zahl dennoch. Die erste betrifft den angeschlossenen Computer: Nur 16-Zoll-MacBook-Pro-Modelle mit M3-Pro- oder M3-Max-Chip (Ende 2023 und neuer) können am USB-C-Anschluss wirklich 140 W ziehen. Die Generationen M1 und M2 liegen ohnehin bei rund 96 bis 100 W als Obergrenze, unabhängig von der Leistung des angeschlossenen Ladegeräts: Die Grenze liegt am Thunderbolt-4-Anschluss des Computers selbst, nicht am Ladegerät. Die zweite Einschränkung betrifft das Kabel: Oberhalb von 100 W ist ein zertifiziertes 240-W-USB-C-Kabel (ein sogenanntes e-marked-Kabel) vorgeschrieben, und das mitgelieferte Kabel erfüllt diese Anforderung.
Über die Zeit hält sich dieses Limit von 140 W nicht unbegrenzt. Bei durchgehender Volllast sinkt die Ausgangsleistung nach etwa einer halben Stunde auf 120 W, ein thermisches Schutzverhalten, das der Hersteller in seiner offiziellen Dokumentation selbst als normalen Betrieb beschreibt, nicht als Störung. Das Ladegerät liefert also tatsächlich die angegebene Spitzenleistung, doch diese verhält sich wie eine kurze Spitze und nicht wie ein Dauerzustand, eine Nuance, die die reine Zahl "140 W" nicht vermittelt.
Bei 4 belegten Anschlüssen nie mehr als 134 W insgesamt
Die Leistungsverteilung zwischen den vier Anschlüssen folgt einer vom Hersteller festgelegten Tabelle, und das hat eine direkte Folge für das kommerzielle Versprechen des Produkts: Die Summe der verfügbaren Leistungen erreicht nie 140 W, sobald mehr als ein Anschluss aktiv ist.
| Konfiguration | Aufteilung | Gesamt |
|---|---|---|
| 1 Anschluss (nur C1 oder C2) | 140 W | 140 W |
| 2 Anschlüsse (C1 + C2) | 70 W + 70 W | 140 W |
| 3 Anschlüsse (C1 + C2 + C3) | 65 W + 45 W + 30 W | 140 W |
| 4 Anschlüsse (alle aktiv) | 65 W + 45 W + 12 W + 12 W | 134 W |
Erst bei 4 Anschlüssen sinkt die Gesamtleistung unter 140 W, um 6 W, ein bescheidener, aber realer Abstand zu der Zahl, die dem Produkt seinen Namen gibt. In der Praxis ist die Verteilung keine einfache Gleichteilung: Die beiden zuerst angeschlossenen Anschlüsse (C1 und C2) bleiben bevorzugt, und ein zuletzt an den am wenigsten priorisierten Anschluss angeschlossenes Gerät kann sich je nach Verbrauch der übrigen Anschlüsse mit nur 2 bis 12 W wiederfinden. Bei drei gleichzeitig belegten Anschlüssen, etwa einem Laptop, einem zweiten, leichteren Computer und einem Smartphone, ergibt sich beispielsweise eine Aufteilung von rund 64 W, 43 W und 21 W, eine Verteilung, die eher der Prioritätslogik folgt als einer arithmetischen Teilung.
Im häufigsten Fall, dem Aufladen eines Telefons, selbst wenn die übrigen drei Anschlüsse belegt sind, benachteiligt der Algorithmus das genügsamste Gerät nicht übermäßig: Ein zuletzt an alle 4 aktiven Anschlüsse angeschlossenes Samsung Galaxy S24 FE lädt in unter 80 Minuten von 0 auf 100 %, ein Ergebnis nahe an dem, was dasselbe Telefon allein an einem dedizierten Ladegerät erreichen würde.
Das GaN-Versprechen, differenzierter bei anhaltender Last
Die GaN-Technologie (Galliumnitrid) wird als Grund für das kompakte Gehäuse trotz der hohen Leistung angeführt, und in diesem Punkt hält das Produkt sein Versprechen: Mit 69×69×36 mm zusammengeklappt bleibt das Ladegerät im für seine Klasse üblichen Format. Das mitschwingende Versprechen einer minimalen Erwärmung verdient dagegen eine differenziertere Betrachtung.
Bei anhaltender Volllast steigt die Gehäusetemperatur, und das Ladegerät wendet einen thermischen Schutz an, der die abgegebene Leistung nach etwa 30 Minuten von 140 auf 120 W senkt. Der Hersteller bestätigt diesen Mechanismus in seiner offiziellen Dokumentation und stellt ihn ausdrücklich als normalen Betrieb dar, nicht als zu behebenden Fehler. In der Praxis ist die Erwärmung nach längerer Ladezeit vor allem rund um das Kontrolldisplay spürbar, deutlich, aber nicht störend.
Der Hersteller selbst gibt die branchenübliche Norm für eine noch akzeptable Oberflächentemperatur mit bis zu 77 °C bei einer Umgebungstemperatur von 25 °C an, einen Schwellenwert, den er anführt, um zu belegen, dass die beim Berühren spürbare Wärme im zulässigen Rahmen bleibt. Das ist eine nützliche Nuance: Das GaN-Ladegerät bleibt deutlich kompakter als ein klassisches Modell gleicher Leistung, aber "kompakt" und "erwärmt sich nie" sind nicht ganz dasselbe Versprechen.
Zwei reale, aber eng begrenzte Kompatibilitätsgrenzen
Das Ladegerät unterstützt das PPS-Protokoll (Programmable Power Supply), das auf den meisten aktuellen Android-Smartphones eine feinjustierte Schnellladung ermöglicht. An dieser Stelle verringert eine genaue technische Grenze die Leistung bei manchen Modellen: Der PPS-Bereich dieses Ladegeräts endet bei 20 V, während das Protokoll bis zu 21 V erlaubt. Bei einem Gerät, das dieses letzte Volt nutzt, etwa einem Google Pixel 9 Pro XL, bedeutet das eine Ladeleistung von rund 27 W statt der mit einem bis 21 V reichenden Ladegerät erreichbaren 34 W, ein realer Unterschied, der aber nur Geräte ganz am oberen Ende dieses genauen Spannungsbereichs betrifft. Bei den meisten anderen gängigen Android-Smartphones (Samsung Galaxy S24, Xiaomi 14T Pro, OnePlus 12, Nothing Phone 2) läuft die Ladegeschwindigkeit ohne erkennbare Einschränkung auf dem Maximum.
Zweite Grenze, in ihren Folgen seltener relevant: Das Ladegerät bietet keine feste 12-V-Ausgangsstufe. Für die weit überwiegende Mehrheit der Anwendungen (Smartphones, Tablets, Laptops, die ihre Spannung alle per USB PD oder PPS aushandeln) hat das keine Auswirkung, schließt aber manche älteren DJI-Drohnenmodelle aus, deren Originalladegerät genau diese Stufe verlangt.
Ein zusätzlicher, kleinerer Vorbehalt betrifft die Apple Watch: Ihre Ladung kann mitten im Zyklus abbrechen, vermutlich weil der Schutzmechanismus des Ladegeräts die abgerufene Leistung für dieses spezielle Zubehör als zu gering einstuft.
295 g oder 395 g? Das eigene Datenblatt des Herstellers widerspricht sich
Das angegebene Gewicht dieses Ladegeräts zeigt einen seltenen Fall, in dem sich die offizielle Herstellerdokumentation selbst widerspricht. Auf derselben offiziellen Produktseite für Europa nennt der Fragen-und-Antworten-Bereich rund 295 g, während die Tabelle mit den technischen Daten weiter unten auf derselben Seite 395 g für dasselbe Modell angibt, ein Unterschied von 100 g, der keiner bekannten Produktvariante entspricht.
Mehrere Abgleiche sprechen für den niedrigeren Wert: Das amerikanische Datenblatt des Herstellers nennt 295 g, und ein weiterer Vergleichswert liegt bei 287 g. Die Zahl 395 g scheint daher ein Erfassungsfehler auf der europäischen Seite zu sein, möglicherweise ein Gewicht der kompletten Verpackung, das fälschlich als Produktgewicht allein ausgewiesen wurde, statt einer eigenständigen Realität. Das wahrscheinlichste Gewicht liegt somit bei rund 290 bis 295 g, was zum kompakten, für diese Leistungsklasse angegebenen Format passt.
Nützliches Kontrolldisplay, gewöhnungsbedürftige Anschlüsse an der Unterseite
Das integrierte Display zeigt die von jedem aktiven Anschluss abgegebene Leistung in Echtzeit an, eine konkrete Angabe, um zu überprüfen, dass ein Gerät tatsächlich mit der erwarteten Geschwindigkeit lädt, statt es zu erraten. Bei vergleichbaren Produkten mit demselben Displaytyp liegt die Anzeigegenauigkeit typischerweise innerhalb von 1 bis 2 W, ein für den Alltag ausreichendes Niveau.
Diese Entscheidung für ein Display hat eine direkte Kehrseite bei der Ergonomie: Um es dauerhaft sichtbar zu halten, hat der Hersteller die vier Ladeanschlüsse an der Unterseite des Gehäuses platziert statt an der Seite. Konkret muss das Ladegerät zum Anschließen eines Kabels angehoben oder umgedreht werden, eher eine Gewöhnungssache als ein Konstruktionsfehler, aber eine im Gebrauch weniger praktische Anordnung als die klassische Platzierung der Anschlüsse an der Seite.
18 Monate Garantie, unterhalb des 24-Monate-Standards
Bislang ist für dieses Ladegerät kein Sicherheitsrückruf bekannt, und auch über eine Nutzungsdauer von mehr als 250 Stunden hinweg ist kein Ausfall bekannt, lediglich ein kurzer, beim Anschließen eines weiteren Geräts wahrnehmbarer Spannungseinbruch ohne weitere Folgen. Der Hersteller unterhält außerdem zwei eigens diesem Modell gewidmete Dokumentationsseiten, eine zur Erwärmung, eine zum Leistungsrückgang bei längerer Nutzung: ein indirektes Zeichen dafür, dass diese beiden Themen häufig genug auftauchen, um eine offizielle Erklärung zu rechtfertigen, eher als ein Zeichen für einen verborgenen Mangel.
Ein Punkt verdient Beachtung für alle, die mit dem Rest der Herstellerreihe vergleichen: Die Herstellergarantie dieses Modells beträgt 18 Monate, kürzer als die sonst bei anderen Ladegeräten derselben Marke üblichen 24 Monate. Das ist an sich kein Fabrikationsmangel, aber ein Wert, der in die Berechnung des Preis-Leistungs-Verhältnisses über die Zeit einfließen sollte.
Für wen es geeignet ist, für wen nicht
Dieses Ladegerät rechtfertigt sich am besten für alle, die mit mehreren aufzuladenden Geräten unterwegs sind, einem anspruchsvollen Laptop und mindestens einem Smartphone oder Tablet, und die Zahl der mitzuführenden Netzteile verringern wollen. Der Hauptanschluss deckt ein aktuelles 16-Zoll-MacBook-Pro mit voller Geschwindigkeit ab, die drei weiteren Anschlüsse decken den Rest ohne besondere Einstellung ab, und das Kontrolldisplay gibt Sicherheit darüber, was tatsächlich geliefert wird.
Weniger geeignet ist es für alle, die dauerhaft 140 W an einem einzigen, sehr leistungshungrigen Gerät über lange Sitzungen suchen: Die Drosselung auf 120 W nach einer halben Stunde durchgehender Ladung mindert in diesem genauen Fall den Nutzen der Spitzenzahl, und ein dediziertes Einzelport-Ladegerät mit stärkerer Wärmeabfuhr wäre hier die bessere Wahl. Auch Besitzer eines High-End-Google-Pixel oder älterer DJI-Drohnen, die eine 12-V-Stufe benötigen, finden für diese speziellen Einsätze anderswo bessere Optionen.


