Was die angegebenen 99 Wh wirklich wert sind
Die nominalen 99,2 Wh (31.000 mAh) der Nano100 kommen nie vollständig am USB-Ausgang an. Eine unabhängige instrumentierte Messung setzt die reale Energieabgabe zwischen 88 und 90 % der Nennkapazität an, also rund 87 bis 89 Wh nutzbar. Das ist ein sehr guter Wert für eine externe Batterie: Die meisten klassischen Lithium-Ionen-Modelle liegen eher zwischen 75 und 85 %, wobei sich der Unterschied teilweise durch die geringeren Umwandlungsverluste der hier verwendeten LiFePO4-Zellen erklärt.
Zwei USB-C-Ports, aber nur eine echte 100-W-Ausgabe
Das Gehäuse verfügt über zwei USB-C-Ports und einen USB-A-Port, für insgesamt angegebene 145 W. Tatsächlich liefert nur einer der beiden USB-C-Ports bis zu 100 W: Der zweite ist auf 45 W begrenzt. Diese Nuance geht aus der Produktpräsentation nicht immer klar hervor, die den Eindruck erwecken kann, beide USB-C-Ports seien gleichwertig. Um ein anspruchsvolles Notebook zu laden, muss also durchgängig der Hauptport verwendet werden, während der zweite für ein Smartphone oder Tablet ausreicht, nicht aber für ein leistungshungriges Ultrabook.
Der USB-A-Port ergänzt das Ganze mit 18 W, ausreichend für ein Zubehörteil oder ein älteres Smartphone, ohne mit den beiden USB-C-Ports zu konkurrieren.
Die Ladung des Akkus, langsamer nach 60 %
An eine 100-W-Quelle angeschlossen, lädt die Nano100 ihre erste Kapazitätshälfte schnell auf, verlangsamt sich dann aber deutlich, sobald die Marke von 60 % überschritten ist, ein bei LiFePO4-Chemien übliches Verhalten, deren Ladekurve sich am Ende des Zyklus glättet, um die Zellen zu schonen. Insgesamt dauert die vollständige Ladung je nach Fall zwischen 1 h 20 und 1 h 30, ein Wert, der trotz dieser Verlangsamung in der Mitte nahe an den angegebenen 90 Minuten bleibt. Der Pass-through-Modus, der die Nutzung der Batterie während der eigenen Ladung erlaubt, funktioniert ohne gemeldete Probleme.
Ein am Hauptport gemeldeter Kontaktfehler
Mehrere unabhängige und voneinander getrennte Rückmeldungen melden einen zeitweiligen Kontaktfehler am USB-C-Hauptport: Die Ladung bricht ohne erkennbaren Grund ab und setzt sich fort, nachdem der Stecker oder das Kabel neu positioniert wurde. Die Zahl der gemeldeten Fälle bleibt begrenzt, doch ihre Häufung auf genau demselben Punkt, bei einem noch jungen Produkt, verdient es, ernst genommen zu werden, statt als Einzelfall abgetan zu werden. Mangels eines Rückrufs oder einer offiziellen Stellungnahme des Herstellers zu diesem Thema ist es ein Punkt, den man beim Kauf im Auge behalten sollte, eher als ein allgemeiner Mangel.
Das Kabinenformat und die LiFePO4-Chemie
Mit 99,2 Wh bleibt die Nano100 knapp unter dem Limit von 100 Wh, das in der Kabine üblicherweise ohne besondere Formalitäten erlaubt ist, ein konkretes Argument für die Nutzung auf Reisen. Die LiFePO4-Chemie verspricht ihrerseits über 2000 vollständige Ladezyklen, gegenüber 300 bis 500 bei einer klassischen Lithium-Ionen-Batterie: Im Alltagsgebrauch bedeutet das mehrere Jahre Nutzung, bevor die Kapazität wirklich abnimmt, während eine gewöhnliche Powerbank bei intensivem Gebrauch bereits nach ein bis zwei Jahren nachzulassen beginnt.
Das integrierte, einziehbare Kabel
Ein rund 80 cm langes USB-C-Kabel ist im Gehäuse untergebracht und lässt sich mit einer Handbewegung ausziehen oder einziehen. Es liefert bis zu 100 W, wodurch sich die Suche nach einem passenden Kabel für die maximale Leistung erübrigt. Das ist ein echter praktischer Vorteil im Alltag, vorausgesetzt, der Port, an den es angeschlossen ist, bleibt auf Dauer zuverlässig, was der weiter oben erwähnte Kontaktfehler relativiert.
Die beworbene Solarladung, ohne mitgeliefertes Panel
Manche Verkaufsseiten stellen die Nano100 als solarladefähig dar. In der Praxis bedeutet das lediglich, dass ihr USB-C-Eingang jede USB-PD-Quelle akzeptiert, einschließlich eines Solarpanels mit passendem Ausgang: Der Batterie liegt kein Panel bei, und im Gehäuse ist keine dedizierte MPPT-Regelung integriert. Der Begriff kann eine spezifische Funktion vermuten lassen, obwohl es sich lediglich um eine gewöhnliche Eingangskompatibilität handelt, die den meisten Batterien mit USB-C-Eingang gemeinsam ist.
Das Gewicht, der Preis der LiFePO4-Chemie
Mit 1,1 kg bei 145 x 87,9 x 87,1 mm ist die Nano100 spürbar schwerer und größer als eine Lithium-Ionen-Powerbank vergleichbarer Kapazität, eine direkte Folge der geringeren Energiedichte der LiFePO4-Zellen. Das ist der bewusst eingegangene Kompromiss dieser Chemie: mehr Lebenszyklen, um den Preis eines weniger tragefreundlichen Formats als bei einer klassischen Batterie gleicher Kapazität.
Zuverlässigkeit und festgestellter Preis
Aferiy ist in diesem Segment noch eine junge Marke mit einer bislang begrenzten Historie, um die langfristige Zuverlässigkeit zu beurteilen. Ein anderes Produkt der Marke, eine leistungsstärkere Energiestation, war zudem von einem dokumentierten Mangel bei der Spannungsregelung unter anhaltender Last betroffen: ein Signal, das im Hinterkopf zu behalten ist, ohne es direkt auf die Nano100 zu übertragen, deren Elektronik anders aufgebaut ist.
Preislich liegt die Nano100 bei rund 92 Euro, verglichen mit der Anker 737 (86 Wh, etwa 110 Euro) oder der Ugreen Nexode 145W 25000 (92,5 Wh, etwa 90 Euro), beide mit klassischer Lithium-Ionen-Chemie. Bei höherer Kapazität und Langlebigkeit bleibt die Nano100 wettbewerbsfähig, sofern man das zusätzliche Gewicht und den Vorsichtspunkt am Hauptport in Kauf nimmt.



