mAh: was diese Zahl wirklich misst
Die mAh (Milliamperestunde) ist die Star-Zahl des Powerbank-Marketings. Es ist die erste Zahl, die man sieht, und oft die einzige, auf die man schaut. Sie gibt an, wie viel Ladung die internen Zellen speichern können.
Der Haken ist, dass diese Zahl fast immer bei der Zellspannung angegeben wird, etwa 3,7 V. Aber Ihre Geräte laden mit 5 V (oder mehr). Dazwischen liegt eine Umwandlung, und diese Umwandlung hat ihren Preis. Hier entsteht der Abstand zwischen der aufgedruckten Zahl und der tatsächlich verfügbaren Energie.
Warum Sie nie alle mAh zurückbekommen
Drei Phänomene fressen an der angegebenen Kapazität:
- Die Spannungsumwandlung: der Schritt von 3,7 V auf 5 V verbraucht Energie. Allein dieser Schritt erklärt einen Großteil des Verlusts.
- Der Wirkungsgrad der Elektronik: die Umwandlungsschaltung ist nie perfekt und verliert einen Teil der Energie.
- Die Wärme: all diese Aktivität erzeugt Wärme, die weitere verlorene Energie ist.
Das Ergebnis: in der Praxis bekommen Sie etwa 60 bis 70 % der angegebenen Kapazität zurück. Das ist keine Täuschung, es ist Physik, und es gilt für jede seriöse Marke. Diese Größenordnungen sind von den Fachleuten der Battery University dokumentiert.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir eine 20.000-mAh-Batterie, einen der Bestseller. Hier ist, was tatsächlich passiert:
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Angegebene Kapazität (bei 3,7 V) | 20.000 mAh (etwa 74 Wh) |
| Tatsächlich gelieferte Energie (~65 % Wirkungsgrad) | ~13.000 mAh äquivalent |
| Ladungen eines ~4.500-mAh-Smartphones | ~3 Mal |
Mit anderen Worten: eine 20.000 mAh lädt ein modernes Smartphone etwa dreimal, nicht fünfmal. Wenn ein Verkäufer Ihnen das Doppelte verspricht, ist Vorsicht geboten.
mAh oder Wh: das einzig ehrliche Maß
Um zwei Batterien streng zu vergleichen, vergessen Sie die mAh und schauen Sie auf die Wattstunden (Wh). Wh berücksichtigen die Spannung, sie sind also direkt von einem Modell zum anderen vergleichbar. Die Rechnung: Wh = (mAh × Spannung) ÷ 1000.
Warum ziehen Hersteller es vor, mAh anzugeben? Weil die Zahl größer und beeindruckender ist: 20.000 mAh klingt besser als 74 Wh. Es ist auch der Wh-Wert, der die Flugtauglichkeit Ihrer Batterie bestimmt.
Die Falle der aufgeblähten Kapazitäten
Das ist die dunkle Seite des Marktes. Manche billigen Batterien geben völlig fantastische Kapazitäten an: 100.000 mAh, 500.000 mAh oder mehr, zu lächerlichen Preisen. Das ist physikalisch unmöglich.
Der Grund ist einfach: Energie hat Gewicht. Lithium-Zellen haben eine begrenzte Energiedichte. Eine echte 20.000-mAh-Batterie wiegt rund 350 g. Eine Batterie, die das Zehnfache verspricht und dabei leicht und günstig bleibt, lügt schlicht. Hinter diesen Zahlen stecken minderwertige Zellen und eine reale Kapazität, die manchmal fünf- bis zehnmal unter der Angabe liegt.
Wie man die echte Kapazität prüft
Ein paar Reflexe, um nicht getäuscht zu werden:
- Suchen Sie den Wh-Wert auf der Verpackung oder dem Gerät: seine Anwesenheit ist ein Zeichen von Seriosität.
- Prüfen Sie, ob das Gewicht plausibel ist: zu leicht für die angegebene Kapazität ist verdächtig.
- Vertrauen Sie etablierten Marken, die einen Ruf zu verteidigen haben (siehe unseren Vergleich Anker vs Ugreen).
- Lesen Sie unabhängige Tests: reale Messungen mit einem USB-Leistungsmesser lügen nicht.
Um beim Batteriekauf für Ihren Einsatz weiterzukommen, sehen Sie unseren kompletten Ratgeber Powerbank auswählen.
Was Sie sich merken sollten
Drei Ideen zum Mitnehmen vor Ihrem nächsten Kauf:
- Sie bekommen etwa 60 bis 70 % der in mAh angegebenen Kapazität zurück: das ist normal.
- Um ernsthaft zu vergleichen, schauen Sie auf die Wh, nicht auf die mAh.
- Eine riesige Kapazität zum Spottpreis ist fast immer aufgebläht: Finger weg.
Wenn Sie diese drei Punkte verstehen, wählen Sie mit vollem Wissen und lassen sich nicht mehr von einer großen Zahl blenden. Entdecken Sie Batterien mit ehrlichen Kapazitäten in unserer Rubrik Powerbanks.



